Ein Team sitzt an einem Tisch zusammen, darüber brennt eine Glühbirne

Bosch will seine Mitarbeiter dazu motivieren, eigene Ideen zu entwickeln. - Bild: REDPIXEL - stock.adobe.com

| von Anja Ringel

Wie wird aus einer Idee eine Innovation? Und nicht nur irgendeine, sondern eine, die dem Unternehmen strategisch weiterhilft? Mit diesen Fragen hat sich Bosch beschäftigt und sich dabei allerlei Tipps von Experten geholt. Herausgekommen ist das „Bosch Accelerator Program“. Ein Programm, das laut Dr. Ann-Kathrin Leiting vom Bosch Management Consulting auch für den Mittelstand anwendbar ist.

Darum geht es: Was das Kerngeschäft angeht haben viele Unternehmen schon ein systematisches Portfoliomanagement, erklärt Dr. Uwe Kirschner, Vice President Bosch Management Consulting auf den High Tech Partnering Days. Das funktioniere jedoch auch für das Innovationsgeschäft. Denn hier könne man ebenfalls zum Beispiel schauen, welchen Reifegrad Innovationsprojekte haben.

Denn um nicht zu scheitern, ist es wichtig, Ideen frühzeitig zu selektieren und herauszufinden, auf welche man setzen soll, ergänzt Leifert.

Passt die Idee zur Strategie des Unternehmens?

Dazu hat Bosch ein „Innovation Framework“ entwickelt. Erster Punkt dabei: Der „Strategic frame“ – das heißt, es muss sichergestellt werden, dass die Idee zu den strategischen Suchfeldern des Unternehmens passt. Diese dürfen dabei aber durchaus über das bestehende Kerngeschäft hinausgehen, erklärt Kirschner. Weitere Punkte auf dem Konzept sind unter anderem ein tiefes Verständnis für die tatsächlichen Kundenbedürfnisse zu finden und sich zu fragen, wer der Kunde sein könnte.

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Aber wie motiviert man eigentlich seine Mitarbeiter, neue Ideen zu entwickeln? Dazu hat Bosch verschiedene Methoden entwickelt. Eine davon ist die Platform 12 auf dem Campus für Forschung in Renningen. Dort dürfen die Mitarbeiter einen Teil der Arbeitszeit dazu verwenden, an neuen Ideen zu arbeiten, erklärt Leifert.

Und die müssen nicht zwangsläufig zum eigentlichen Aufgabenbereich passen. Bosch stellt dafür im zwölften Stock des Gebäudes eine Fläche mit Werkbänken etc. zur Verfügung, auf der die Mitarbeitenden selbst Dinge entwickeln können.

Ein Team arbeitet an einem Projekt
Im zwölften Stock am Campus in Renningen entwickeln Bosch-Mitarbeiter neue Ideen. - Bild: Bosch

So wird das Konzept weiter ausgearbeitet

Eine weitere Methode sind Business Model Hackathons zu strategisch relevanten Themen wie zum Beispiel Smart Cities.

Wenn ein Team dann eine Idee hat und die weitertreiben will, gibt es die Preparation Phase. Dabei wird das Konzept zum Beispiel mit Hilfe des Business Model Canvas weiter ausgearbeitet.

„Die allermeisten Innovationsprojekte scheitern, weil die Idee kein relevantes Skalierungspotenzial hat“, sagt Kirschner. Deshalb spiele Testen und Validieren eine entscheidende Rolle. Bei Bosch wird das in der Validation Phase gemacht, die im Bosch Accelerator Program eingebettet ist.

Mehr zum Programm gibt es auch im Video:

Konkret wird dabei in zwei Phasen geschaut, ob es sich lohnt, die Innovation weiterzuführen und ob sie zu den Kundenbedürfnissen passt. Pitches seien dabei quasi verboten, sagt Kirschner. Vielmehr gehe es darum, offen zu berichten, ob man die Idee validieren kann.

19 Ideen wurden bei Bosch umgesetzt

Um dabei die Vergleichbarkeit zwischen den einzelnen Projekten herstellen zu können, hat sich das Unternehmen verschiedene Kriterien überlegt. Dazu zählen unter anderem strategische Relevanz, Customer need und Team Capabilities, also die Frage hat das Team überhaupt die persönlichen aber auch organisatorischen Fähigkeiten, die Idee umzusetzen.

Die Teams erhalten dabei laut der ‚Harvard Business Review‘ eine Anfangsfinanzierung von rund 120.000 Euro. Abhängig von den Ergebnissen erhalten die Teams ein zusätzliches Budget von 300.000 Euro oder mehr.

Und das Ergebnis? Von rund 800 Ideen waren 19 erfolgreich und haben das „Go“ bekommen. Diese sind nun in der Incubation Phase. Eines davon ist „Refinemy Site“, ein Projekt, das sich mit der Planung, Kommunikation und Beratung an Baustellen beschäftigt. Das Team habe viele Interviews geführt und so den Markt kennengelernt, sagt Leifert.

High Tech Partnering Days: Innovationsbrücken zwischen Start-ups und Unternehmen

Bosch war nur eines von vielen Unternehmen, das seine Ideen auf den High Tech Partnering Days vorgestellt hat. Die Veranstaltung ist neben dem Family Day eines der zwei Flagship-Events des HighTech Gründerfonds, Deutschlands aktivstem Seedinvestor. Ziel ist es, in herausfordernden Zeiten Start-ups, Politik und Wirtschaft weiter zu vernetzen.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier stellte die besondere Bedeutung einer Kooperation zwischen etablierten Unternehmen und Start-ups hervor. „Wir brauchen verstärkt Innovationsbrücken, die den Austausch zwischen großen und mittelständischen Playern sowie jungen Start-ups fördern und so Deutschland als High-Tech Standort weiter voranbringen“, sagte er im Vorfeld der Veranstaltung.

„High-Tech-Start-ups treffen mit ihren Ideen auf die technologischen Herausforderungen etablierter Unternehmen. Dabei entstehen immer wieder Out-of-the-box-Lösungen, von denen beide Seiten profitieren“, sagte auch Prof. Dr. Sabina Jeschke, Vorstand Digitalisierung & Technik der Deutsche Bahn.  

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