Konsequente Digitalisierung, radikale Kundenorientierung und mutige Eigenentwicklungen machen Rittal Haiger zur „Fabrik des Jahres 2025“. Das Werk zeigt, wie End-to-End-Digitalisierung industrielle Effizienz, Resilienz und messbaren Kundennutzen vereint.
Maximilian FestusMaximilianFestus
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Materialfluss und Umformtechnik im Zusammenspiel: Im Werk Rittal Haiger sorgen hochautomatisierte Stanz- und Blechbearbeitungsanlagen in Kombination mit fahrerlosen Transportsystemen für einen kontinuierlichen, getakteten Produktionsfluss. Die digitale Einbindung aller Anlagen schafft Transparenz, reduziert Puffer und erhöht die Prozessstabilität entlang der gesamten Wertschöpfung.Rittal)
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Rittal ist ein
Systemanbieter für Gehäusetechnik, IT-Infrastruktur, Energie- und
Automatisierungslösungen. Als Teil der Friedhelm Loh Group mit 12.600
Mitarbeitenden und einem Umsatz von 3,1 Milliarden Euro im Jahr 2024 steht das
Unternehmen für industrielle Leistungsfähigkeit ‚Made in Germany‘. Das Werk
Haiger fungiert als industrielles Leitwerk für eine neue Generation
hochautomatisierter Serien- und Variantenfertigung. Die Auszeichnung als ‚Fabrik
des Jahres 2025‘, vergeben von Kearney, Ultima Media und PRODUKTION, würdigt
einen kundenzentrierten Produktionsansatz, der weit über einen einzelnen
Standort hinaus Wirkung entfaltet und Maßstäbe für die Industrie setzt.
Bedeutung
der Auszeichnung: Anerkennung für Pionierarbeit
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Jürgen Kromer: „Unsere Fabrik zeigt, was möglich ist, wenn Digitalisierung konsequent gedacht und umgesetzt wird.“Rittal)
Der Titel ist das
sichtbare Ergebnis jahrelanger Aufbauarbeit, hoher Investitionen und eines
klaren strategischen Willens zur Veränderung. Für das Unternehmen bestätigt er
die Entscheidung, Digitalisierung und Automatisierung nicht isoliert, sondern
konsequent entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu denken. Für die
Belegschaft ist er Anerkennung für Mut, Durchhaltevermögen und Eigeninitiative
während des anspruchsvollen Hochlaufs der Fabrik. Werkleiter Jürgen Kromer
betont: „Unsere Fabrik zeigt, was möglich ist, wenn Digitalisierung konsequent
gedacht und umgesetzt wird.“ Zugleich steht die Auszeichnung für die Sicherung
industrieller Wertschöpfung in Europa. „Wir haben nicht gewartet, bis jemand
die perfekte Lösung liefert“, ergänzt Kromer, „wir haben sie selbst entwickelt
– mit dem Know-how unserer Leute.“ Dieser Geist prägt das Werk bis heute und
ist tief in der Führungskultur verankert.
Was die Jury überzeugte:
End-to-End-Digitalisierung mit Kundennutzen
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Prämiert wurde
insbesondere die geschlossene digitale Kette vom Kunden über die Fertigung bis
zur Auslieferung. In Haiger sind nahezu alle Prozesse über digitale Zwillinge
abgebildet, von der Konfiguration über die Produktions- und Feinplanung bis zur
Logistik. Die Planung erfolgt tagesscharf, KI-gestützt und vollautomatisiert.
QR-Codes ermöglichen eine lückenlose Rückverfolgbarkeit, während KI-Kameras die
Qualität in Echtzeit überwachen. Das Ergebnis sind eine Planungsgenauigkeit von
99,9 Prozent sowie Lieferzeiten von 24 Stunden in Deutschland und 48 Stunden in
Europa. „Die Digitalisierung bringt uns Effizienz“, sagt Kromer, „vor allem
aber Transparenz, Qualität und Verfügbarkeit für unsere Kunden.“ Auch in
Krisenzeiten blieb das Werk dank digitaler Widerstandsfähigkeit voll
lieferfähig.
Moritz Heide: „Künstliche Intelligenz unterstützt schon jetzt erfolgreich die Qualitätsprüfung, die Instandhaltung, unser Wissensmanagement und die Softwareanalyse.“
Kundenfokus
als übertragbares Systemprinzip
Im Zentrum des
Produktionsansatzes steht die radikale Vereinfachung der Kundenprozesse.
Schnittstellen, Medienbrüche und manuelle Eingriffe wurden konsequent
eliminiert. Aufträge aus dem Online-Konfigurator fließen direkt und
vollautomatisiert in die Fertigung ein, inklusive kundenindividueller
ETO-Aufträge. Seriennahe Sonderanfertigungen entstehen ohne zusätzlichen
administrativen Aufwand. Dennis Benfer, Head of Digital Processes &
Production Planning, erläutert: „Unsere Feinplanung funktioniert wie eine Playlist,
die permanent überprüft und neu optimiert wird.“ Materialverfügbarkeit,
Maschinen, Personal, externe Zukaufteile und Liefertermine werden
kontinuierlich abgeglichen. „So entsteht ein optimaler Produktmix aus Serie und
Sonderanfertigung“, so Benfer.
Das Werk Haiger
Das Werk Haiger von Rittal
steht für eine neue Dimension industrieller Leistungsfähigkeit, in der
Digitalisierung, Automatisierung und Kundennutzen zu einem integrierten
Gesamtsystem verschmelzen. Als konsequent geplante Greenfield-Fabrik bildet der
Standort nahezu alle Prozesse über digitale Zwillinge ab und steuert die
Fertigung vollautomatisiert und KI-gestützt. Die Produktions- und Feinplanung
erreicht eine Planungsgenauigkeit von 99,9 Prozent und ermöglicht Lieferzeiten
von 24 Stunden in Deutschland sowie 48 Stunden in Europa. Kundenindividuelle
Modifikationen werden seriennah ohne zusätzlichen administrativen Aufwand
umgesetzt. KI-gestützte Qualitätsprüfungen steigern die Erstdurchläuferrate
signifikant und reduzieren Nacharbeit. Transparente Kennzahlen, tägliches
Shopfloor-Management und digitale Energie- und Materialdaten verbinden
Effizienz, Resilienz und Nachhaltigkeit. Damit setzt Rittal Haiger Maßstäbe für
die industrielle Serienfertigung der Zukunft und überzeugte die Jury als
Gesamtsieger.
Shopfloor-Exzellenz
und Führungsroutinen
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Dennis Benfer: „Unsere Feinplanung funktioniert wie eine Playlist, die permanent überprüft und neu optimiert wird.“Rittal)
Ein zentraler
Erfolgsfaktor ist die konsequente Organisation täglicher Entscheidungs- und
Lernzyklen. Das Shopfloor-Management dient als verbindliche Kommunikationsplattform
zwischen Produktion, Planung, Instandhaltung und IT. Abweichungen werden
untertägig transparent gemacht und unmittelbar adressiert. Diese Routinen
schaffen Geschwindigkeit in der Problemlösung und fördern gleichzeitig eine
Kultur der Verantwortung. Führung findet dort statt, wo Wertschöpfung entsteht,
und stützt sich auf wenige, klar definierte Kennzahlen. Kleine, wirksame
Standards ersetzen komplexe Eskalationen, machen Verbesserungen reproduzierbar
und sorgen dafür, dass Erkenntnisse nachhaltig im System verankert werden. So
entsteht ein stabiler Regelkreis aus Transparenz, Entscheidung und Umsetzung,
der Flexibilität und Resilienz im Tagesgeschäft dauerhaft erhöht. Hochwertige, durchgängige
Datenmodelle bilden die Grundlage für KI-Anwendungen in Qualitätsprüfung,
Instandhaltung und Produktionsplanung. Moritz Heide, Vice President Digital
Operations, erklärt: „Weil unsere Daten über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg
in hoher Qualität zur Verfügung stehen, können wir KI gezielt einsetzen.“
KI-gestützte Sichtprüfungen steigerten die Erstdurchläuferrate auf 91 Prozent.
Zentrale Steuerungsgrößen sind Termintreue, Qualität sowie Lieferfähigkeit.
Daraus werden basierend auf dem Unified Namespace operative Kennzahlen für
Lagerfüllstände, Engpässe und Kapazitäten abgeleitet.
Das Werk Haiger wurde von
Beginn an als skalierbare Blaupause konzipiert. Standardisierte Datenmodelle,
modulare IT-Architekturen und klar definierte Prozesse ermöglichen die
Übertragung auf andere Standorte. Das Benchmarking im Rahmen des Wettbewerbs diente
nicht nur dem Vergleich, sondern als Spiegel für weitere
Verbesserungspotenziale. Die Jury bewertete dabei nicht einzelne Technologien,
sondern deren Zusammenspiel und konsequente Umsetzung. Digitalisierung dient in
Haiger nicht nur der Effizienz, sondern auch der Nachhaltigkeit. Eine digital
gesteuerte Lackieranlage ermöglicht die bauteilgenaue Erfassung des
Energieverbrauchs. Intelligente Zuschnittplanung reduziert den Materialeinsatz
von Stahl. Durch das Pull-Prinzip und die direkte Anbindung an das
Distributionszentrum entfallen zusätzliche Transporte. Gleichzeitig sinken
Durchlaufzeiten, Bestände und Total Cost of Ownership.
Der Blick ist klar nach
vorn gerichtet. Aufbauend auf der durchgängigen Digitalisierung sollen weitere
manuelle Tätigkeiten konsequent automatisiert und bestehende Prozesse weiter
stabilisiert werden. Ein besonderer Fokus liegt auf dem erweiterten Einsatz von
Künstlicher Intelligenz, etwa zur schnelleren Störungsbeseitigung, zur
vorausschauenden Instandhaltung und zur weiteren Optimierung der Produktions-
und Feinplanung. Die vorhandenen digitalen Zwillinge bilden dafür das tragende
Fundament und ermöglichen es, neue KI-Funktionen effizient und risikoarm in den
laufenden Betrieb zu integrieren. „Wir ernten jetzt die
Früchte unserer Integrationsarbeit“, sagt Dennis Benfer. Gleichzeitig schafft
die hohe Datenqualität die Voraussetzung, Krisenfestigkeit und Flexibilität im
Tagesgeschäft weiter zu erhöhen. Das Werk Haiger entwickelt sich damit
konsequent von der hochautomatisierten Fabrik zur lernenden Produktionsumgebung
und zeigt eindrucksvoll, wie industrielle Exzellenz, Kundenorientierung und
Zukunftsfähigkeit dauerhaft zusammenfinden.
Das Rittal-Werk im Fokus
1. Warum wurde das Werk Haiger zur „Fabrik des Jahres 2025“ gekürt?
Die Jury überzeugte die konsequente End-to-End-Digitalisierung mit messbarem Kundennutzen, hoher Automatisierung, exzellenter Lieferperformance und einer skalierbaren, zukunftsfähigen Produktionsarchitektur.
2. Was unterscheidet das Werk Haiger von klassischen Industrieproduktionen?
Haiger verbindet Serien- und Variantenfertigung vollständig digital. Kundenindividuelle Produkte werden seriennah, KI-gestützt und ohne zusätzlichen administrativen Aufwand gefertigt.
3. Welche Rolle spielt Künstliche Intelligenz in der Fabrik?
KI optimiert Planung, Qualitätssicherung und Instandhaltung. Sie ermöglicht eine Planungsgenauigkeit von 99,9 Prozent, Echtzeit-Qualitätsprüfungen und eine deutlich höhere Erstdurchläuferrate.
4. Welchen konkreten Nutzen haben Kunden davon?
Kunden profitieren von maximaler Transparenz, hoher Qualität und extrem kurzen Lieferzeiten: 24 Stunden in Deutschland und 48 Stunden in Europa – auch bei individuellen Konfigurationen.
5. Ist das Konzept auf andere Standorte übertragbar?
Ja. Das Werk Haiger wurde bewusst als skalierbare Blaupause entwickelt. Standardisierte Datenmodelle, modulare IT-Architekturen und klare Prozesse ermöglichen die Übertragung auf weitere Werke.