Fabrik des Jahres

SEW: Serienfertigung in Halle Nord sichert Wettbewerbsvorteile

SEW-Eurodrive gewinnt mit der neuen Halle Nord in Graben Neudorf die Kategorie ‚Hervorragende Serienfertigung’ beim Wettbewerb ‚Fabrik des Jahres’ – als Ausdruck zukunftsweisender Produktion und teamgetriebener Spitzenleistung.

Veröffentlicht
Im Zentrum der Prämierung steht die neue Halle Nord am Standort Graben Neudorf. Auf über 80.000 Quadratmetern Produktionsfläche wurde ein hochgradig vernetztes, modular aufgebautes Fertigungssystem realisiert, das die Fertigung von Getriebeteilen in einem selbststeuernden, verbrauchsorientierten Regelkreis organisiert.

Produktion am Puls der Zeit

‚Never touch a part‘ steht bei SEW für konsequente Automatisierung. Mobile Assistenzsysteme übernehmen Transport und Logistik, vollautomatisierte Handling- und Verpackungslösungen sichern Prozessstabilität, Qualität und kurze Durchlaufzeiten. Transparenz in Echtzeit liefert der Production Monitor. In den modularen Small Factory Units arbeiten multifunktional qualifizierte Teams – flexibel, motiviert und effizient. Die Serien- und Kleinserienfertigung ist organisatorisch getrennt, um Variantenvielfalt sicher zu beherrschen. Dank smarter Logistik und digitaler Steuerung wird Material just in time bereitgestellt. Verbesserungen sind durch Visualisierung sofort sichtbar. Condition Monitoring reduziert Ausfälle und hält die Taktstabilität hoch. So verbindet SEW technologische Spitzenleistung mit operativer Exzellenz.

SEW-Eurodrive hat seit 1931 seinen Stammsitz in Bruchsal nahe Karlsruhe. Heute ist das Familienunternehmen einer der global führenden Spezialisten der Antriebs‑ und Automatisierungstechnik mit 22.700 Mitarbeitenden, 18 Fertigungs‑ und 92 Montagewerken in 57 Ländern. Weltweit bewegt das Unternehmen Applikationen, Prozesse, Anlagen und Maschinen in unzähligen Branchen. Mit rund 850 Forscher:innen und Entwickler:innen gestaltet das Unternehmen die Zukunft der Antriebsautomatisierung innovativ mit – von Bruchsal aus in die Welt.

Strategische Produktion als Wettbewerbsvorteil

Christian Mayer: „Automatisierung, Digitalisierung und künstliche Intelligenz werden weiterhin treibende Themen sein.“

Die Auszeichnung der Kategorie ‚Hervorragende Serienfertigung’ im renommierten Wettbewerb ‚Fabrik des Jahres’ - ausgerichtet von Kearney, Ultima Media und Produktion - markiert für SEW-Eurodrive einen bedeutenden Meilenstein. „Der Sieg ist eine Bestätigung für unsere Strategie und die Arbeit von uns allen“, betont Christian Mayer, Geschäftsführer Produktion bei SEW-Eurodrive. Für das Unternehmen, seine Mitarbeitenden und Kund:innen signalisiert dieser Erfolg, dass die strategische Ausrichtung auf Digitalisierung, Automatisierung und vernetzte Fertigung trägt. „Bei einer Firma zu arbeiten, die so intensiv sowohl in der badischen Heimat als auch international in die Zukunftsfähigkeit ihrer Standorte und in ihre Mitarbeitenden investiert, macht zurecht stolz“, so Mayer weiter.

Bereits zehn Monate nach dem Umzug der letzten Maschinen in die neue Halle Nord konnte die Jury das Potenzial der modernisierten Serienfertigung bewerten und würdigen – ein Beleg dafür, wie schnell Transformation in greifbare Wettbewerbsvorteile überführt werden kann. Die Auszeichnung schafft zudem Vertrauen bei Kund:innen in volatilen Märkten: „Die Auszeichnung ist ein Beleg dafür, dass wir mit der neuen Halle Nord alles für schnelle und zuverlässige Lieferungen tun“, erklärt Mayer.

Innovationskraft im Zentrum der neuen Halle Nord

Im Zentrum der Prämierung steht die neue Halle Nord am Standort Graben‑Neudorf. Auf über 80.000 Quadratmetern Produktionsfläche wurde ein hochgradig vernetztes, modular aufgebautes Produktionssystem realisiert, das die Fertigung von Getriebeteilen in einem selbststeuernden, verbrauchsorientierten Regelkreis organisiert. Die Jury hob hervor, dass Wellen und Verzahnteile auftragsunabhängig zur Verfügung gestellt werden können – ein klarer Vorteil für die Endmontagewerke weltweit.

Kommen Sie zur Fabrik des Jahrs? Mehr Info hier!

„Mit dieser strategischen Investition bereiten wir den Produktionsstandort Graben‑Neudorf auf anhaltendes Wachstum vor“, erläutert Mayer. Dabei zeichne sich das Fabrikkonzept durch End2End-Fertigungszellen aus, die wie auf einem Schachbrettprinzip angeordnet sind. Das Prinzip ‚Never touch a part‘, das vollautomatisierte Prozesse ohne manuelle Eingriffe beschreibt, wurde von den Juroren besonders gelobt. Diese zukunftsweisende Ausrichtung erhöht nicht nur Effizienz und Qualität, sondern schafft auch die Basis für hohe Liefersicherheit und Resilienz im Tagesgeschäft.

Blick in die Ritzelwellenfertigung von SEW-Eurodrive: Modernste Bearbeitungszentren, digitale Steuerung und autonome Logistik bilden das Rückgrat einer zukunftsorientierten Produktion.

Teamleistung und bereichsübergreifende Zusammenarbeit

Der Weg zur Auszeichnung war ein intensiver, teamgetriebener Prozess. Die Einreichung beim Wettbewerb begann im April 2025 mit einem bereichsübergreifenden Team aus Geschäftsführung, Werkverantwortlichen, Controlling, Organisation und Corporate Communications. „Jeder von uns hat viel dazu gelernt“, sagt Mayer. Bereits eine Woche vor dem Stichtag im Juni 2025 wurden die umfangreichen Unterlagen eingereicht – ein Zeichen für die hohe interne Motivation und den gemeinsamen Fokus. Dieser Erfolg sei ohne die aktive Einbindung der gesamten Belegschaft nicht möglich gewesen: „Die Belegschaft haben wir über eine klare Vision mitgenommen“, so Mayer, die seit Beginn der Planungs‑ und Umsetzungsphase vor sieben Jahren als Leitstern diente.

Die Vision wurde mittels Animationen und Videos erlebbar gemacht, bevor die eigentliche Planung des Gebäudes begann. Die Analyse der Wertströme und daraus abgeleiteten Zielprozesse bildete die Grundlage für ein konsequent wertschöpfungsorientiertes Layout der Halle Nord. Durch diese intensive Mitarbeitereinbindung konnte die Planung nahezu 1:1 umgesetzt werden, ein Ergebnis, auf das das Produktionsteam besonders stolz ist.

Was Serienfertigung bei SEW‑Eurodrive besonders macht

In der Halle Nord in Graben-Neudorf hat SEW ein Produktionssystem realisiert, das technologische Exzellenz mit Flexibilität vereint. Die Produktion basiert auf modular aufgebauten Small Factory Units, in denen End-to-End-Zellen für Produktgruppen wie auf einem Schachbrett angeordnet sind. Das Motto ‚Never touch a part‘ ist dabei mehr als ein Leitsatz – es beschreibt eine durchgängige Automatisierung von der Anlieferung über die Bearbeitung bis hin zur Verpackung.

Ein Beispiel: Die Komplettbearbeitung von Wellen beginnt mit einer automatisierten Anlieferung per mobilem Assistenzsystem. Rohteile werden über ein 3D-Kamerasystem identifiziert, von Robotern gegriffen, in die Bearbeitungszelle geführt, dort bearbeitet, vermessen, bei Bedarf korrigiert und schließlich automatisch verpackt. Menschliche Eingriffe sind nur im Ausnahmefall notwendig – das steigert Qualität, reduziert Fehler und verkürzt Durchlaufzeiten.

Gleichzeitig bleibt das System flexibel: Die Serien- und Kleinserienfertigung sind organisatorisch getrennt, was eine effiziente Bearbeitung auch kleiner Losgrößen ermöglicht. Die modulare Struktur erlaubt es, neue Fertigungszellen einfach zu ergänzen. Ein digitaler Production Monitor sorgt für Transparenz in Echtzeit – Engpässe und Bedarfsspitzen können proaktiv gesteuert werden. „Unsere Fertigung verbindet höchste Automatisierung mit einem Layout, das auf Wertstromeffizienz und Flexibilität ausgelegt ist“, fasst Christian Mayer zusammen. Genau diese Kombination überzeugte die Jury der ‚Fabrik des Jahres’.

Nachhaltigkeit als integraler Bestandteil der Produktion

Nachhaltigkeit nimmt bei SEW-Eurodrive in Halle Nord einen hohen Stellenwert ein. Neben Photovoltaikflächen und begrünten Dachbereichen wurden energieeffiziente Anlagen und Systeme integriert. „Unsere neue Härterei ist bestmöglich isoliert und die Abwärme wird rückgewonnen“, berichtet Mayer. Drei Blockheizkraftwerke tragen zur CO2‑Reduktion von etwa 5050 Tonnen pro Jahr bei. Abgase werden nachbehandelt, und durch ein Abschaltkonzept bei Wochenendpausen wird zusätzlicher Energieverbrauch vermieden. Diese Maßnahmen spiegeln die langfristige Ausrichtung des Unternehmens auf ökologische Verantwortung und ökonomische Effizienz wider.

Resilienz und Zukunftsfähigkeit als Produktionsprinzipien

Automatisiertes Stabstahllager mit integriertem Sägezentrum in der Halle Nord von SEW-Eurodrive: Digitale Materialverwaltung, präziser Zuschnitt und vollautomatisierte Zuführung sichern eine effiziente und bedarfsgerechte Versorgung der Serienfertigung.

Die Resilienz der Produktion wird durch mehrere strategische Hebel gestärkt. SEW-Eurodrive hat die Lagerkapazitäten für Rohmaterialien deutlich erhöht, um Versorgungsschwankungen besser auszugleichen. „Unsere Mitarbeitenden sind multifunktional einsetzbar“, betont Mayer, was durch kontinuierliche Weiterbildungsmaßnahmen gewährleistet wird. Diese breite Qualifikation trägt dazu bei, flexibel auf wechselnde Auslastungen zu reagieren. Zudem sorgt ein redundant ausgelegter Maschinenpark dafür, dass bei Störungen alternative Fertigungswege genutzt werden können – ein zentraler Baustein für hohe Verfügbarkeit und stabile Lieferketten.

Für 2026 leitet das Unternehmen aus seinem Erfolg klare Trends ab. „Automatisierung, Digitalisierung und künstliche Intelligenz werden weiterhin treibende Themen sein“, erklärt Mayer. Dabei wird nicht nur der einzelne Fertigungsprozess betrachtet, sondern die gesamte Wertschöpfungskette, inklusive der autonomen Steuerung von Aufträgen und der logistischen Vernetzung. Dieser ganzheitliche Ansatz ist Ausdruck der Produktionsphilosophie von SEW-Eurodrive und setzt Maßstäbe für die Serienfertigung von morgen.