Technische Sauberkeit im Fokus: Warum sich der Weg lohnt
Partikel, Fasern, Normen und Prozessverantwortung – technische Sauberkeit ist längst ein strategisches Qualitätskriterium in der Industrie. Die Fachtagung in Heidenheim bringt führende Experten aus Praxis, Forschung und Normung zusammen und bietet Einblicke, Lösungsansätze und Erfahrungsaustausch.
Die Fachtagung Technische Sauberkeit in Montage- und Produktionsprozessen findet 2026 zum 16. Mal im Congress Centrum Heidenheim statt.parilov - stock.adobe.com
Anzeige
In der industriellen Produktion entscheidet technisch sauberes Arbeiten längst mit über Produkt-Qualität, Prozesssicherheit und Lieferkettentauglichkeit. Ob im Automotive-Bereich, in der Elektronikfertigung oder bei anspruchsvollen hydraulischen Systemen: Partikel und Fasern können im Mikrometerbereich gravierende Auswirkungen auf Funktion, Lebensdauer und Garantierisiken haben. Die 16. Fachtagung Technische Sauberkeit in Montage- und Produktionsprozessen versammelt in Heidenheim erneut die Community von Praktikern, Normengebern und Analytik-Experten, um genau diese Herausforderungen gemeinsam zu beleuchten und greifbare Lösungen zu diskutieren.
Die wichtigsten Infos zur 16. Fachtagung Technische Sauberkeit:
Veranstaltung: 16. Fachtagung Technische Sauberkeit in Montage- und Produktionsprozessen
Datum: 20.–21. Mai 2026 (optionaler Einführungsworkshop am 19. Mai)
Das Besondere: Die Fachtagung Technische Sauberkeit verbindet aktuelle Normungsentwicklungen mit konkreten Praxisbeispielen aus der Industrie und schafft damit eine einzigartige, direkt anwendbare Schnittstelle zwischen Theorie und Produktion.
Ort: Congress & Event Heidenheim, Hugo-Rupf-Platz 1, 89522 Heidenheim an der Brenz
Wie melde ich mich an? Die Anmeldung ist über die Website möglich - einfach hier klicken
Technische Sauberkeit bedeutet weit mehr als ordentliche Oberflächen: Sie steht für kontrollierte Produktionsprozesse, normgerechte Spezifikationen und ein gemeinsames Verständnis von Anforderungen entlang der Wertschöpfungskette. In Zeiten, in denen Funktionalität und Zuverlässigkeit komplexer Systeme über Erfolg und Fehlproduktion entscheiden, wird klar: Wer die Partikel- und Faserproblematik beherrscht, kann Qualität gezielt planen, messen und steuern.
Anzeige
Diese Tagung schafft genau dafür die Plattform. Sie richtet sich an Qualitäts- und Produktionsverantwortliche, Ingenieur-Teams und Lieferanten, die praxisnahe Orientierung suchen – sowohl für etablierte Normen als auch für aktuelle Entwicklungen in VDA-Leitfäden und Analyseverfahren.
Tief in die Praxis: Highlights aus dem Programm
Anzeige
Der Auftakt widmet sich einer retrospektiven und zukunftsorientierten Bestandsaufnahme: Dr.-Ing. Markus Rochowicz, Gruppenleiter Reinheitstechnik am Fraunhofer IPA, spannt den Bogen von den Anfängen der technischen Sauberkeit bis zu aktuellen Trends und Herausforderungen. Seine Analyse der letzten 25 Jahre zeigt auf, wie sich Anforderungen, Messverfahren und industrielle Prioritäten verändert haben und wohin sich die Branche entwickelt.
Ein zentrales Thema in der Produktion sind die Normen selbst. In einer gemeinsamen Session von Birgit Fruggel und Hermann Hämmerl von Schaeffler Technologies steht die praktische Umsetzung des VDA 19.2-Leitfadens im Fokus: Wie begegnet man den Spannungsfeldern zwischen theoretischen Vorgaben, realer Produktionstransformation und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen? Die kritische Auseinandersetzung mit Kosten-Nutzen-Aspekten beleuchtet die Frage, wie Normkonformität in realen Prozessen tatsächlich gelingt.
Seitens des ZVEI-Arbeitskreises gewährt Dr. Marc Nikolussi (Robert Bosch GmbH) einen Ausblick auf die Revision des Bauteilsauberkeitsleitfadens. Welche neuen Kapitel werden integriert, welche Anpassungen stehen bevor und wie wirken sie sich auf Konstruktion, Fertigung und Lieferantenkommunikation aus? Hier treffen Normentwicklung und Praxiswissen unmittelbar aufeinander.
Ein besonders praxisnaher Beitrag kommt von Jens-Peter Krösche (Liebherr-Rostock GmbH). Er beleuchtet, wie sich technische Sauberkeit innerhalb eines großen Maschinenbau-Konzerns strukturiert und vernetzt – vom Werk Rostock ausgehend über Konzerninitiativen bis zu sichtbaren Verbesserungen in Hydrauliksystemen.
Anzeige
Das datenbasierte Arbeiten ist ein weiteres zentrales Feld: Dr. Benjamin Döbbeler (Kostal Kontakt Systeme) diskutiert, wie sich Verunreinigungsdaten entlang des Produktentstehungsprozesses auswerten lassen und welchen Beitrag Automatisierung und digitale Tools dabei leisten.
Ein konkretes Beispiel aus dem Serienumfeld liefert das Duo Christof Aspöck (Lattner Transportsysteme) und Dr. Ronny Zwinkau (PartikelART Solution GmbH). Sie zeigen, wie ein integriertes Behälter- und Monitoringkonzept im BMW-Produktionsverbund nicht nur Ordnung schafft, sondern aktiv Risiken senkt und Nacharbeit reduziert.
Am Nachmittag rückt die Wissenschaft wieder ins Zentrum: Ralf Kuballa (Forvia Hella) erläutert die kritische Bedeutung von Fasern in verschiedenen Systemen – insbesondere Unterschiede in elektronischen und optischen Anwendungen – und zeigt, welche Maßnahmen zur Regulierung sinnvoll sind. Dem schließt an Harald Hundt (Vacuumschmelze GmbH & Co KG) mit einer physikalisch-technischen Analyse der Oberflächenkräfte auf Partikel und deren Verhalten in realen Umgebungen.
Ein weiterer Blick auf Hochvolt-Kontexte und Partikelverhalten im feuchten Zustand ist Thema von Dr.-Ing. Helmut Schweigart (Zestron Europe). Sein Beitrag vermittelt, wie Risiken bewertet und relevante Messergebnisse interpretiert werden – gerade im Hinblick auf die hochempfindlichen Komponenten moderner Antriebe.
Anzeige
Am zweiten Tag ergänzt Dr. Benedikt Baumgartner von der Zeiss SMT GmbH den Fokus auf Analyse & Messtechnik. Sein Vortrag zur Prozesskettensauberkeit bei EUV-Optiken macht die Verbindung zwischen Sauberkeit und Produktperformance greifbar und zeigt auf, wie genau definierte Anforderungen in der Mikrofertigung ihren Ausdruck finden.
Wer sollte bei der Fachtagung Technische Sauberkeit unbedingt dabei sein?
Unbedingt dabei sein sollten Qualitäts- und Produktionsverantwortliche, Entwicklungsingenieure, Sauberkeits- und Prüfexperten sowie Lieferanten aus Automotive, Maschinenbau, Elektronik und verwandten Industrien, die Normanforderungen sicher umsetzen, Partikelrisiken beherrschen und ihre Prozesse nachhaltig stabilisieren wollen.
Auch praktische Prüfverfahren stehen auf dem Programm: In Beiträgen zu „Bürst- und Saugextraktion“ oder der Druckluft-Extraktion vermittelt Hannes Hallmann (Hirschmann Automotive GmbH) gemeinsam mit Justin Endes (CleanControlling GmbH) handfeste Einsichten in neue Prüfparameter der VDA-Normen. Anschließend ordnet Lukas Heubusch (DHD Technology GmbH) das Spannungsfeld zwischen Reinigung durch Dienstleister und Verpackungsreinigung ein.
Warum Sie teilnehmen sollten
Anzeige
Die Fachtagung Technische Sauberkeit ist nicht nur ein Treffpunkt für Experten – sie ist ein lebendiger Erfahrungsaustausch, der lösungsorientierte Antworten auf drängende Industriefragen bietet. Das Programm verbindet normative Perspektiven, analytische Methodik und konkrete Fallstudien aus der Produktionspraxis in einer Weise, die weit über Standardseminare hinausgeht. Entscheider aus Qualitäts-, Produktions- und Entwicklungsbereichen finden hier nicht nur Orientierung, sondern unmittelbar nutzbares Wissen für ihre tägliche Arbeit.
FAQ – Häufige Fragen zur Fachtagung Technische Sauberkeit
Was macht die technische Sauberkeit in der Industrie so wichtig? - Technische Sauberkeit beeinflusst Produktqualität, Prozesssicherheit und Lieferkettenstabilität. Auch kleinste Partikel oder Fasern können Funktionalität und Lebensdauer moderner Systeme beeinträchtigen.
Für wen ist diese Tagung relevant? - Für Qualitätsmanager, Produktionsexperten, Lieferanten und Ingenieure, die konkrete Normen- und Prozessfragen bearbeiten und praxisnahe Lösungsansätze suchen.
Welche Normen stehen im Fokus? - Zentrale Elemente sind die aktuellen und kommenden VDA-Leitfäden zur Bauteil- und Produktionssauberkeit (z. B. VDA 19.1 / 19.2) sowie deren praktische Umsetzung.
Geht es um Theorie oder Praxis? - Beides. Die Beiträge verbinden normatives Know-how mit praktischen Fallbeispielen, Datenanalyse, Messmethoden und branchenübergreifenden Erfahrungen.
Bietet die Tagung Austauschformate? - Ja, neben Vorträgen gibt es interaktive Formate wie das World Café, wo Teilnehmer in kleinen Gruppen Praxisfragen diskutieren und Ergebnisse teilen.
Kann ich direkt Anwendungswissen mitnehmen? - Ja – die Vorträge und Diskussionen zielen ausdrücklich auf konkrete Herausforderungen und Umsetzungsstrategien in realen Produktionsprozessen.