Trotz Verschiebung des Börsengangs

Bund hält an Beteiligung bei KNDS fest

Die Bundesregierung hält trotz des verschobenen Börsengangs an einer Bundesbeteiligung bei KNDS fest. Im Fokus stehen Schlüsseltechnologien, Industriekompetenz und die Partnerschaft mit Frankreich.

Trotz geplatztem Börsengang des Panzerbauers KNDS hält die Bundesregierung an ihren Einstiegsplänen bei dem Rüstungskonzern fest.
Trotz geplatztem Börsengang des Panzerbauers KNDS hält die Bundesregierung an ihren Einstiegsplänen bei dem Rüstungskonzern fest.

Summary: Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hat die Pläne für eine Beteiligung des Bundes an KNDS bei einem Besuch in Kassel bekräftigt. Trotz des verschobenen Börsengangs verfolgt die Bundesregierung das gemeinsame Vorhaben mit Frankreich weiter. Ziel ist es, Schlüsseltechnologien, industrielle Kompetenz sowie Arbeitsplätze und Standorte langfristig zu sichern.

Warum hält die Bundesregierung an KNDS fest?

Die Bundesregierung setzt ihre Pläne für einen Einstieg beim deutsch-französischen Rüstungskonzern KNDS trotz des verschobenen Börsengangs fort. Das betonte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius bei einem Besuch am Unternehmensstandort in Kassel.

Die Bundesregierung bekenne sich zur wichtigen deutschen Rüstungsschlüsseltechnologie und damit auch zum Standort Deutschland sowie zu KNDS. Wörtlich erklärte der SPD-Politiker: „und zu KNDS sowie zu dem Know-how und der Leistungsfähigkeit dieses Unternehmens mit so vielen Standorten in Deutschland“.

Wie aus den Aussagen des Verteidigungsministers hervorgeht, zählt KNDS zu den größten Auftragnehmern der Bundeswehr. Der geplante Einstieg des Bundes soll nach seinen Worten Technologien, Industrie, Arbeitsplätze und Standorte langfristig sichern. Die Entscheidung der Bundesregierung sei daher „eine ganz, ganz wichtige und richtungsweisende. Deswegen werden wir sie weiter verfolgen.“

Was bedeutet der verschobene Börsengang für KNDS?

Der geplante Börsengang des Unternehmens wurde Anfang Juli verschoben. Wie KNDS mitteilte, soll das Vorhaben erst dann fortgesetzt werden, wenn sich die Bedingungen an den Kapitalmärkten verbessern.

Der Börsengang sollte den Einstieg der Bundesrepublik Deutschland und des französischen Staates ermöglichen. Zuvor hatten sich beide Regierungen auf eine künftige Eigentümerstruktur verständigt. Demnach sollten Deutschland und Frankreich jeweils 40 % der Anteile an KNDS übernehmen. Die verbleibenden 20 % waren für institutionelle Investoren im Rahmen des Börsengangs vorgesehen.

Wie positionieren sich Bundesregierung und KNDS?

Nach der Entscheidung, den Börsengang zunächst auszusetzen, erklärte das Bundeswirtschaftsministerium, man respektiere diesen Schritt des Unternehmens. Gleichzeitig bekräftigte das Ministerium das gemeinsame Ziel: „Wir sind weiter daran interessiert, gemeinsam mit den französischen Partnern das Unternehmen in eine erfolgreiche Zukunft führen.“

Auch Boris Pistorius unterstrich in Kassel die strategische Bedeutung des Vorhabens. „Unser Interesse ist klar“, sagte der Minister. „Wir wollen deutsche Schlüsseltechnologien in Zukunft behalten“ – in Augenhöhe mit den Partnern in Frankreich. Auf die Frage nach möglichen Alternativen zur geplanten Eigentümerstruktur erklärte er: „In welcher Form das geschieht, werden die Gespräche und Entscheidungen der nächsten Wochen zeigen.“

Deutschlandchef Florian Hohenwarter bestätigte beim Besuch des Verteidigungsministers die Bereitschaft des Unternehmens für den Börsengang. KNDS beobachte die Entwicklung an den Kapitalmärkten weiter und sei bereit, den Börsengang wieder aufzunehmen, sobald die Marktbedingungen dies zuließen.

Wie ist KNDS aufgestellt?

KNDS entstand 2015 aus der Fusion von Krauss-Maffei Wegmann und dem französischen Unternehmen Nexter. Wie aus der Unternehmensmitteilung hervorgeht, befindet sich der Konzern derzeit jeweils zur Hälfte im Eigentum der Familie hinter Krauss-Maffei Wegmann und des französischen Staates.

Das Unternehmen beschäftigt mehr als 11.000 Mitarbeitende und erzielte im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von 4,4 Mrd. EUR. Die Finanzholding hat ihren Sitz in Amsterdam, die deutsche Zentrale befindet sich in München, die französische bei Paris.

Mit Material der dpa

FAQ KNDS

• Warum hält die Bundesregierung an der KNDS-Beteiligung fest? – Nach Angaben von Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius sollen Schlüsseltechnologien, Industriekompetenz sowie Arbeitsplätze und Standorte langfristig gesichert werden.

• Warum wurde der KNDS-Börsengang verschoben? – KNDS begründete die Verschiebung mit den aktuellen Marktschwankungen und will den Börsengang bei besseren Marktbedingungen fortsetzen.

• Welche Eigentümerstruktur ist für KNDS geplant? – Deutschland und Frankreich sollen jeweils 40 % der Anteile übernehmen. Weitere 20 % waren für institutionelle Investoren vorgesehen.

• Welche Rolle spielt KNDS für die Bundeswehr? – Nach Angaben von Boris Pistorius zählt KNDS zu den größten Auftragnehmern der Bundeswehr.

• Beobachtet KNDS weiterhin einen Börsengang? – Ja. Das Unternehmen erklärte, die Kapitalmärkte weiter zu beobachten und den Börsengang bei geeigneten Marktbedingungen wieder aufnehmen zu wollen.