Viele Industrieunternehmen haben sich das Ziel gesetzt, klimaneutral zu werden.

Viele Industrieunternehmen haben sich das Ziel gesetzt, klimaneutral zu werden. (Bild: AREE - stock.adobe.com)

Die Energieeffizienz verbessern, Erneuerbare Energien nutzen oder die Kreislaufwirtschaft fördern: Es gibt viele verschiedene Maßnahmen, durch die Unternehmen ihre CO2-Bilanz verbessern können. Doch wann ist eine Fabrik als CO2-neutral? Markenrechtlich geschützt ist der Begriff „klimaneutraler Betrieb“ nicht. Meist gilt ein Werk als klimaneutral, wenn es keine Treibhausgase verursacht oder die entstehenden Emissionen kompensiert.

Wir haben bei vier Experten nachgefragt und wollten wissen: Was muss eine Fabrik für Sie haben, um CO2-neutral zu sein? Alle Experten werden auf der Fachkonferenz CO2-neutrale Fabrik einen Vortrag halten. Auf der diesjährigen Veranstaltung am 20. und 21. Juni geht es vor allem um klimaneutrale Supply Chain und Produktion. Weitere Informationen und Tickets gibt es unter diesem Link: Hier klicken!

Umstellung auf Elektromobilität als wichtiger Schritt

Für Lucas Leinweber, CO2-Management Technical Operations bei Enit Energy IT Systems, ist zunächst die Transparenz über die anfallenden Emissionen – sowohl im eigenen Unternehmen als auch in vor- und nachgelagerten Prozessen – wichtig. Um diese zu erreichen, können Energiemonitoringsysteme sowie Informationen von Zulieferern, Mitarbeitenden und Kunden eine Hilfe sein.

„Die Umstellung auf erneuerbare Energiequellen - zum Beispiel Solarenergie oder BHKW - und gleichzeitig die Verbesserung der Energieeffizienz tragen dazu bei, den CO2-Fußabdruck der Fabrik zu reduzieren“, sagt er. Ein weiterer Punkt: Die Umstellung auf Elektromobilität für den Transport der Waren und Mitarbeitenden. Auch die Implementierung einer Kreislaufwirtschaft gehört für Leinweber zu einer CO2-neutralen Fabrik. „Erst wenn durch Optimierungsmaßnahmen keine Reduktion der Emissionen mehr möglich ist, sollte kompensiert werden“, sagt er.

Alles Wissenswerte zum Thema CO2-neutrale Industrie

Sie wollen alles wissen zum Thema CO2-neutrale Industrie? Dann sind Sie hier richtig. Alles über den aktuellen Stand bei der klimaneutralen Industrie, welche technischen Innovationen es gibt, wie der Maschinenbau reagiert und wie die Rechtslage ist erfahren Sie in dem Beitrag "Der große Überblick zur CO2-neutralen Industrie".

Um die klimaneutrale Industrie auch  real werden zu lassen, benötigt es regenerative Energien. Welche Erneuerbaren Energien es gibt und wie deren Nutzen in der Industrie am höchsten ist, lesen Sie hier.

Oder interessieren Sie sich mehr für das Thema Wasserstoff? Viele Infos dazu gibt es hier.

Zeiss will bis 2025 CO2-neutral werden. Um das Ziel zu erreichen, setzt das Unternehmen auf Grünstrom und investiert in energieeffiziente Standorte und eigene Anlagen zur Erzeugung regenerativer Energie – zum Beispiel Photovoltaik.

Das Unternehmen aus Jena orientiert sich am Beispiel der Produktion an einem Smart-Factory-Ansatz. „Auf Basis einer kontinuierlichen, sensorbasierten Datenermittlung- und Analyse werden weitere Maßnahmen abgeleitet, um Emissionen systematisch zu reduzieren“, so das Unternehmen.

CO2-neutrale Fabrik: Darauf kommt es besonders an

„Um CO2-neutral zu werden, müssen die Emissionen aus allen Bereichen auf null reduziert werden“, sagt Dr. Markus Ostermeier, Geschäftsführer von Ostermeier H2ydrogen Solutions. Dazu zählen die Scope 1-, Scope 2- und Scope 3-Emissionen.

„Um die Scope-2-Emissionen zu neutralisieren, ist der Ausbau einer erneuerbaren Stromerzeugung zum Beispiel mit PV- oder Windkraftanlagen vor Ort ein erster sinnvoller Schritt“, meint Ostermeier. In einem zweiten Schritt sollte Strom und Wärme seiner Ansicht nach kurzzeitig gepuffert und in einem dritten Schritt sollte Energie mit Hilfe von Wasserstoff über lange Zeiträume gepuffert werden.

Podcast: Prof. Sauer über klimaneutrale Fabriken

Mehr zur Podcast-Folge erfahren Sie hier: "Prof. Alexander Sauer über Energieeffizienz in der Produktion"

 

„Unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass es nicht nur auf die Fabrik ankommt, sondern ganz besonders auf die Produkte, die produziert werden“, sagt dagegen Dr.Ing. Stefan Caba, Leiter des Innovationsfelds Nachhaltige Fahrzeugentwicklung bei Edag Engineering. Hier müssen seiner Ansicht nach die richtigen Werkstoffe genutzt werden. Dazu zählen biobasierte und aus Sekundärmaterialien bezogene Werkstoffe.

„Die Produktionsanlagen sollten möglichst modular und wiederverwendbar aufgebaut sein und natürlich braucht es zur Verarbeitung erneuerbare Energien – am besten direkt vom Dach oder aus der Nachbarschaft“, sagt er.

Sie wollen mehr über die CO2-neutrale Industrie diskutieren? Alle Informationen zur Fachkonferenz CO2-neutrale Fabrik haben wir hier für Sie zusammengefasst:

Fachkonferenz: Die CO2-neutrale Fabrik

Fachkonferenz: Die CO2-neutrale Fabrik
(Bild: mi conect)

Experten aus Wissenschaft, Forschung und Industrie tauschen sich jedes Jahr auf der Fachkonferenz CO2-neutrale Fabrik zu den aktuellen Themen rund um klimaneutrale Industrie aus.

 

Prof. Alexander Sauer hat 2023 einen Vortrag zum Thema "Defossilierung der Produktion" gehalten. Im Podcast Industry Insights hat er die wichtigsten Punkte zusammengefast. Hier klicken, um zur Folge zu kommen!

 

Weitere Beiträge, die sich mit den Themen der Konferenz beschäftigen, finden Sie in unserem Fokusthema CO2-neutrale Industrie. Hier geht's entlang!

 

Die nächste Fachkonferenz findet am 15. und 16. Mai 2024 in Würzburg statt. Sichern Sie sich bis zum 29. Februar 2024 noch schnell den Frühbucher-Preis. Hier kommen Sie zur Anmeldung: Fachkonferenz CO2-neutrale Fabrik

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