Schweißer bei der Arbeit mit dem Lichtbogen an Stahlkonstruktion

Das Lichtbogenschweißen ist noch immer das am häufigsten verwendete Fügeverfahren in der Industrie. Im Artikel lesen Sie, mit welchen Trends sich die Schweißbranche momentan beschäftigt. - Bild: industrieblick - stock.adobe.com

| von Julia Dusold

Das Lichtbogenschweißen mag zwar schon ein relativ altes Verfahren sein, erhält aber immer wieder neuen Glanz dank neuer, moderner Verfahrensvarianten. „Speziell innerhalb des Metall-Schutzgasschweißens gibt es eine ganze Reihe von Verfahrens-Spin-offs, die von verschiedensten Herstellern ausgeklügelt wurden“, berichtet Prof. Uwe Reisgen, Leiter des Instituts für Schweißtechnik und Fügetechnik an der RWTH Aachen, im Gespräch mit PRODUKTION. „Das hat in den letzten Jahren enormen Fortschritt gebracht, auch was Digitalisierungstechnik angeht.“

Schweißtechnik-Anbieter verfeinern das Verfahren immer weiter, um das Schweißen mit dem Lichtbogen sauberer und energieeffizienter zu machen. In der Galerie unten sehen sie Beispiele für besonders ausgeklügelte Technologien.

Die Beispiele von EWM, Fronius, Cloos und Lorch zeigen auf, dass diese modernen Verfahrensvarianten meist energie- und wärmereduziert arbeiten und darum in gewissen Bereichen tatsächlich mit dem Laserschweißen konkurrieren können.

„Mit modernen Verfahrensvarianten kann man lange unveränderte Grenzen deutlich überschreiten“, kommentiert Reisgen. Das Lichtbogenschweißen gehe somit einerseits sowohl einen weiteren Schritt in Richtung dünnere Materialien, andererseits auch in Richtung deutlicher Verbesserung der Schweißnahtqualität.

Schnittstellen für Industrie-4.0-Lösungen werden geschaffen

Ein weiterer Trend, der nun auch in der Schweißtechnik-Branche ankommt, ist die Digitalisierung. Vieles dreht sich dabei um Lösungen für die Industrie 4.0, allerdings geht es hier langsamer voran als in anderen Branchen, wie Schweißtechnik-Experte Reisgen schildert: „Im Bereich Industrie 4.0 hängt die Schweißtechnik in Summe betrachtet ein bisschen zurück, da sie sehr konservativ ist.“

Alle relevanten Hersteller arbeiten aber an Systemen und Schnittstellen, um ihre Gerätetechnik in einen großen Verbund mit einzubringen. Vor allem geht es dabei darum, dass die Daten des Schweißprozesses an ein übergreifendes System weitergegeben und dort weiterverwertet werden können.

Ein Beispiel: Xnet von EWM. Dabei handelt es sich um ein Schweißmanagement-System für die Industrie 4.0. Mit der Lösung können Fertigung, Planung, Qualitätsmanagement, Schweißaufsicht und Verwaltung gebündelt organisiert werden. Das hilft dabei, sowohl die Wirtschaftlichkeit als auch die Qualität zu verbessern. Dies erfolgt unter anderem über eine Schweißdatenerfassung und Analyse in Echtzeit. Damit wird Fehlern vorgebeugt. Eingebunden werden können neben EWM-Geräten auch Schweißgeräte beliebiger anderer Hersteller.

Stromquellentechnik wird immer digitaler

Neben dem überall großen Thema Industrie 4.0 geht es bei der Digitalisierung in der Schweißtechnik aber auch um digital gesteuerte Stromquellen. Dank der fortschrittlichen Stromquellentechnik werden die zuvor genannten modernen Verfahrensvarianten erst möglich gemacht. „Die Stromquellentechnik ist mittlerweile auf einem Entwicklungsniveau, auf dem die Energiezufuhr quasi frei programmierbar ist“, so der Schweißtechnik-Experte. „Das heißt, da steckt enorm viel Elektronik und Software drin.“

Mit der Umsetzung dieser Trends dringt der Lichtbogen in weitere Anwendungsfelder ein, die bisher von anderen Schweißverfahren beherrscht wurden. Aufgrund dessen, haben Anwender noch häufiger die Auswahl zwischen vielen verschiedenen Technologien. Wie Sie die richtige Wahl treffen, lesen Sie im Artikel "Wie wähle ich das richtige Schweißverfahren?".

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