Krananlagen für den Stahlbrückenbau

Krananlagen: DB modernisiert Brückenwerkstatt in Dresden

Mit neuen Krananlagen modernisiert die DB Bahnbau Gruppe ihre Brückenwerkstatt in Dresden. Die neue Tandem-Krananlage soll die Verfügbarkeit erhöhen und die Reparatur schwerer Stahlbrücken effizienter gestalten.

Neue Tandemtechnik verbessert die Reparatur von Stahlbrücken und erhöht die Verfügbarkeit.

Summary: Die DB Bahnbau Gruppe hat ihre Krananlagen in der Brückenwerkstatt Dresden modernisiert. DKS Kranservice und Stahl CraneSystems realisierten die neue Tandem-Krananlage, die 2025 in Betrieb ging. Ziel sind eine höhere Verfügbarkeit der Hebetechnik, effizientere Schwerlastmontagen und wirtschaftlichere Reparaturprozesse für Stahlbrücken.

In der Brückenwerkstatt der DB Bahnbau Gruppe in Dresden wurden die Krananlagen nach fünf Jahren erneuert. Hintergrund war eine sinkende Verfügbarkeit der bestehenden Technik. Damit die Betriebsabläufe in der Schwerlastmontage dauerhaft zuverlässig bleiben, beauftragte die DB Bahnbau Gruppe Dresden Krane + Industrie Service, kurz DKS, mit der Überarbeitung der Anlagen.

DKS arbeitet seit 2023 mit der DB zusammen und führt dort Prüfungen und Reparaturen an den Krananlagen aus. Die Konzeption der Steuerung und die Inbetriebnahme der neuen Tandem-Krananlage übernahm Stahl CraneSystems im Oktober 2025.

Brückenwerkstatt mit fast
100 Jahren Erfahrung

Die Brückenwerkstatt in der Dresdner Neustadt gehört seit 2010 zur DB Bahnbau Gruppe und feiert 2027 ihr 100-jähriges Bestehen. Rund 100 Mitarbeiter kümmern sich dort um Reparatur und Neubau von Eisenbahnbrücken. Das Gelände umfasst vier Hallen. Zum Leistungsspektrum zählen Stahlüberbauten, Hilfsbrücken sowie Schweiß- und Korrosionsschutzarbeiten. Die Werkstatt ist nach DBS 918005 für schweißtechnische Fertigung, Stahlbau und Korrosionsschutz qualifiziert. Dieser Standard regelt technische Spezifikationen für Stahltragwerke im Eisenbahnbrückenbau und weitere Ingenieurbauwerke unter Eisenbahnlasten.

Wie die Krananlagen schwere Stahlteile bewegen

In Deutschland gibt es rund 30.000 Eisenbahnüberführungen, davon 8.500 in Stahlausführung. Viele dieser Bauwerke müssen saniert werden. In der Brückenwerkstatt gilt es dabei, Verstrebungen oder Lager zu tauschen und den Korrosionsschutz zu erneuern. Die Herausforderung: Die Stahlteile sind groß und schwer. Die bisherige Krananlage zeigte durch intensiven Einsatz in der Schweißhalle erste Abnutzungsmerkmale. Besonders Hubwerke, Tandembetrieb und Funksteuerungen verloren an Verfügbarkeit. Anfang 2024 war das Risiko für die Betriebszuverlässigkeit so weit gestiegen, dass eine umfassende Sanierung erforderlich wurde.

Tandem-Krananlage mit neuer Steuerungstechnik

Das Projekt startete im November 2024 und wurde mit Komponenten von Stahl CraneSystems realisiert. Zum Lieferumfang gehörten zwei Zweischienenfahrwerke mit je einem Seilzug ASF7063 für Traglasten bis 35 Tonnen sowie einem Hilfshubwerk SHF4012 bis fünf Tonnen. Hinzu kamen ein Multicontroller SMC22, ein HBC-Master-Slave-Funksystem und eine speicherprogrammierbare Tandemsteuerung für Heben, Katz- und Kranfahren. Die technische Umsetzung begann im August 2025. DKS demontierte vorhandene Komponenten und montierte neue Hubwerke, Schaltkästen sowie Elektrik. Der Umbau erfolgte während des laufenden Betriebs.

Was die neue Technik in der Schweißhalle leistet

In Halle 2, der Schweißhalle, werden vorbereitete Stahlteile zusammengefügt, darunter T-Träger mit 1,30 Meter Bauhöhe. Dort arbeiten nun zwei neue Master-Slave-Tandem-Krananlagen. Die Spannweite beträgt 22 Meter, die Hubhöhe zehn Meter. Das Haupthubwerk ASF7063 bewegt Lasten bis 35 Tonnen mit Hubgeschwindigkeiten von 0,08 m/min bis 4,20 m/min. Das Hilfshubwerk SHF4012 übernimmt assistierende Hebeaufgaben bis fünf Tonnen und erreicht Geschwindigkeiten bis 8 m/min. Die Strom- und Datenzuführung erfolgt über eine Energiekette, die auch Profinet- und Profisafe-Leitungen geschützt mitführt.

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Distanzsteuerung und elektronische Lastsummierung

Im Tandembetrieb berücksichtigen die beiden Krane vordefinierte maximale Lasten. Die Kommunikation zwischen den Kranen erfolgt drahtlos. Die speicherprogrammierbare Steuerung überwacht sämtliche Zustände. Im Katzanfahrmaß unter vier Meter darf die Gesamttraglast 30 Tonnen nicht überschreiten. Bei Volllast müssen die Krane aus Gründen der Hallenstatik elf Meter Abstand halten. Der Multicontroller SMC22 überwacht technische Betriebsdaten in Echtzeit und ermittelt automatisch das Lastkollektiv. Die automatische Lastkontrolle ALC+ vermeidet Lastspitzen beim Anheben schwerer Gewichte. Die elektronische Lastsummierung ermöglicht das gleichzeitige Heben von Haupt- und Hilfshub, ohne die maximale Tragfähigkeit von 35 Tonnen zu überschreiten.

Wie Funksteuerung die Montage unterstützt

Gesteuert werden die Krane über ein Master-Slave-Funksystem von HBC-Radiomatic. Dabei arbeiten ein Hauptsender und weitere Sender zusammen. So kann bei präzisen Montagearbeiten ein Techniker direkt vor Ort die Kontrolle über einen Slave übernehmen. Anschließend wird wieder auf das Hauptbediengerät umgeschaltet. Nach dem Fügen transportieren die Krane die geschweißten Stahlteile weiter in Richtung Halle 3. Dort werden die Elemente mit Stahlkies gestrahlt und anschließend lackiert. Danach sind die Bauteile montagefertig und können mit weiteren Komponenten zur Baustelle gebracht werden.

Quelle: Mit Material von Stahl CraneSystems

FAQ zu den Krananlagen der DB Bahnbau Gruppe

1. Warum wurden die Krananlagen modernisiert?

Die Verfügbarkeit der bisherigen Anlagen nahm durch hohe Belastung ab.

2. Welche Aufgabe haben die Krananlagen?

Sie bewegen schwere Stahlbauteile in der Fertigung und Reparatur von Eisenbahnbrücken.

3. Wer setzte die neuen Krananlagen um?

DKS Kranservice sanierte die Anlagen, Stahl CraneSystems übernahm Steuerung und Inbetriebnahme.

4. Was leistet die Tandem-Krananlage?

 Sie ermöglicht das koordinierte Heben schwerer Bauteile mit elektronischer Lastüberwachung.

5. Warum sind Krananlagen für Stahlbrücken wichtig?

Ohne zuverlässige Hebetechnik lassen sich große und schwere Brückenteile kaum wirtschaftlich bearbeiten.