Schweißtechnik ist in der Drehgestellfertigung von Stadler in Winterthur ein zentraler Faktor für Präzision, Qualität und stabile Prozesse.
Redaktion ProduktionRedaktionProduktion
Die Stadler Winterthur AG fertigt Drehgestelle für Normal- und Breitspurzüge – unter anderem für SMILE, FLIRT und KISS – sowie für Straßenbahnen.creaVIEW Concepts GmbH
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Summary: Die Stadler Winterthur AG setzt in
Oberwinterthur bei der Fertigung von Drehgestellen auf Schweißtechnik von EWM.
Seit Sommer 2024 wurden dort mehr als 80 Geräte für MAG- und WIG-Schweißen
eingeführt und an das Schweißmanagement-System ewm Xnet angebunden. Das soll
Qualität, Dokumentation, Einarbeitung und Prozesssicherheit in einem hoch
getakteten Schichtbetrieb verbessern.
Als
internationales Unternehmen ist Stadler Rail in 25 Ländern mit 16 Produktions-
und Komponentenwerken, fünf Engineering-Standorten und mehr als 80
Service-Standorten vertreten. Darüber hinaus sind die Lösungen in 48 Ländern
weltweit im Einsatz. Die Belegschaft setzt sich aus Mitarbeitenden aus über 75
verschiedenen Nationen zusammen. Die Stadler Winterthur AG ist das
Kompetenzzentrum für Drehgestelle. Am Standort in Oberwinterthur werden auf
über 20 000 m2 Produktions- und Lagerfläche die Drehgestelle
für Normal- und Breitspurzüge – unter anderem für SMILE, FLIRT und KISS – sowie
für Strassenbahnen hergestellt. Als Nachfolgerin der Schweizerischen Lokomotiv-
und Maschinenfabrik (SLM) verfügt die Stadler Winterthur AG über 150 Jahre
Schienenfahrzeug-Know-how. Seit 2010 befindet sich der Hauptstandort an der
Sulzer-Allee. Mit der Eröffnung eines neuen Logistik- und Montagegebäudes
im Frühjahr 2022 hat sich die Stadler Winterthur AG als Kompetenzzentrum weiter
etabliert und beschäftigt heute rund 400 Mitarbeiter.
Anspruchsvolle
Fertigung von Drehgestellen
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Drehgestelle
sind spezielle Baugruppen eines Schienenfahrzeugs, die für die Führung und den
Lauf der Räder verantwortlich sind. Bei
der Schweißfertigung dieser Drehgestelle stellt nicht nur die Komplexität der
Bauteile eine große Anforderung dar, sondern auch die Einhaltung enger
Toleranzen. Zudem müssen die Schweißnähte starken Belastungen standhalten. Die
hohe Qualität der Schweißnaht muss zu jedem Zeitpunkt gewährleistet sein. Die schweißtechnisch
anspruchsvollen Bauteile werden bei der Stadler
Winterthur AG in einem hoch getakteten
Produktionsumfeld gefertigt. Das Hauptmaterial der Drehgestelle ist Stahl. Überwiegend
kommt das MAG-Schweißverfahren zum Einsatz, um Schweißbaugruppen für
Drehgestelle sowie Traversen zu fertigen. Das WIG-Schweißen dient ergänzend zur
Nachbearbeitung, etwa zur Glättung von Nähten oder für besonders feine
Bauteile.
Komplexe Bauteile im Schichtbetrieb fertigen
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Drehgestelle bilden das fahrwerkstechnische Fundament eines Schienenfahrzeugs. Die Fertigung ist mit hohen Anforderungen an den Schweißprozess verbunden.creaVIEW Concepts GmbH
In zwei Schichten arbeiten
rund 120 qualifizierte Schweißer im Werk und kümmern sich um die Fügearbeiten. Jeder
von ihnen muss für die eingesetzten Verfahren nicht nur geschult, sondern auch
nach Norm zertifiziert sein. Parallel dazu wird automatisiert geschweißt – und
das bis zu 20 Stunden täglich an sieben Tagen die Woche. Bei Bedarf kann auf
einen 24-Stunden-Betrieb aufgestockt werden. Mit dem wachsenden
Automatisierungsgrad steigen auch die Anforderungen an das digitale
Schweißdatenmanagement. Gefragt sind digitale Schnittstellen, überwachbare
Prozessparameter und die Möglichkeit, Schweißdaten zentral zu erfassen und
auswerten zu können. Daher entschloss sich die Stadler Winterthur AG, auf
EWM-Geräte umzustellen, um auch künftig nur noch Schweißanlagen eines
Herstellers zu nutzen und damit auch die Ersatzteilversorgung zu vereinfachen.
EWM-Schweißtechnik für
anspruchsvolle Fertigungsprozesse
Wurden im Sommer 2024 die
ersten Schweißgeräte von EWM in Betrieb genommen, so sind mittlerweile über 80
im Einsatz: zum einen die Titan XQ 400 für
das MAG-Schweißen und zum anderen die Tetrix XQ 300 C
für das WIG-Schweißen. Die Titan XQ 400 bietet durch ihre
moderne Invertertechnologie und die Integration aller Schweißprozesse optimale
Voraussetzungen für präzises und effizientes Schweißen. Die Geräte sind modular
aufgebaut und lassen sich flexibel an unterschiedliche Anforderungen anpassen.
Dank der ergonomischen Funktionsbrenner mit integriertem Display können
Schweißparameter und Programme direkt am Brenner eingestellt werden, was
insbesondere bei Arbeiten in schwierigen Positionen von Vorteil ist. So erfolgt
das Verschweißen von Rohren und Trägerbauteilen etwas mittels
Hub-Dreh-Vorrichtung, wobei sich der Schweißer auf einer Leiter befindet – eine
Situation, die höchste Konzentration und einfache Handhabung erfordert. Ergänzend
kommt bei Stadler in Winterthur die Tetrix XQ 300 C zum
Einsatz. Sie überzeugt durch ihre präzise Steuerung und die Möglichkeit,
Schweißparameter individuell anzupassen. Über ein robustes Click-Wheel lässt
sich das Schweißgerät auch mit Schweißerhandschuhen bedienen. Damit ist die Handhabung
selbst unter anspruchsvollen Bedingungen sicher und komfortabel. Beide
Geräteserien sind mit dem Welding 4.0-Schweißmanagement-System ewm Xnet verbunden. Mithilfe
dieses digitalen Systems können Schweißdaten zentral erfasst und in Echtzeit
ausgewertet werden. Dadurch ist eine lückenlose Dokumentation und
Qualitätssicherung gewährleistet. Das fortlaufende Monitoring sämtlicher
Prozesse ermöglicht eine umfassende Datenbasis zur Optimierung von
Arbeitsabläufen.
Das Ergebnis: hohe
Akzeptanz, weniger Fehler, schneller einsatzbereit
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Die Einführung der
EWM-Schweißtechnik bei der Stadler Winterthur AG hat
sich in der Fertigung schnell bewährt – nicht zuletzt aufgrund der engen
Zusammenarbeit mit dem langjährigen Vertriebspartner Castolin, der das Projekt von Anfang an begleitet hat. Als
Ansprechpartner vor Ort kümmert sich Castolin vertrauensvoll um alle Belange
rund um die Integration und Nutzung der neuen Systeme. „Rund 60 Mitarbeitende
arbeiten regelmäßig mit den neuen Geräten und sind sehr zufrieden“, sagt Stefan
Carminati, Außendienst bei Castolin. „Besonders vorteilhaft empfinden sie die
einfache Bedienung und die klare Menüführung.“ Dass bestehende Schlauchpakete
weiterverwendet werden konnten, erleichterte die Umstellung zusätzlich und ermöglichte
einen unkomplizierten Gerätewechsel im laufenden Betrieb. Ein weiterer Vorteil:
Neue Mitarbeitende können schneller eingearbeitet werden. Die intuitive
Bedienoberfläche und das Display im Brenner unterstützen eine zielgerichtete
Einstellung direkt am Arbeitsplatz – ohne langwierige Schulungen oder
aufwendige Einweisungen. Durch die vereinfachte Handhabung und die durchdachte
Gerätearchitektur konnte die Fehleranfälligkeit spürbar gesenkt werden. „Mit
den Schweißgeräten von EWM werden die Arbeiten an den Drehgestellen präzise und
reproduzierbar ausgeführt“, sagt Philipp Scherrer, Fertigungsleiter bei der
Stadler Winterthur AG. „Besonders bei unseren eng getakteten Abläufen,
wechselnden Schichtplänen und komplexen Schweißaufgaben lässt sich so die
Stabilität im gesamten Produktionsprozess deutlich steigern.“
Fazit: Prozesssicheres
Schweißen der Zukunft
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Mit dem Einsatz von EWM-Geräten
hat die Stadler Winterthur AG in der Schweißtechnik eine zukunftsfähige Lösung
für die anspruchsvolle Fertigung von Drehgestellen gefunden. Die Geräte Titan
XQ 400 und Tetrix XQ 300 C überzeugen im täglichen Einsatz durch ihre
zuverlässige Leistung, einfache Bedienbarkeit und digitale Anschlussfähigkeit.
In Kombination mit dem Schweißmanagement-System ewm Xnet bieten sie nicht nur
eine gesteigerte Qualitätssicherung, sondern auch maximale Effizienz in der
Produktion. Besonders in einem Umfeld mit hohem Automatisierungsgrad, wachsendem
Fachkräftebedarf und komplexen Bauteilen hat sich die EWM-Technik bewährt. Die
schnelle Inbetriebnahme, die hohe Akzeptanz unter den Beschäftigten und die
Reduzierung der Fehleranfälligkeit machen deutlich: Für die Stadler Winterthur
AG war die Entscheidung für EWM ein konsequenter Schritt in Richtung
prozesssicherer und wirtschaftlicher Produktion.
FAQ: Schweißtechnik in der Drehgestellfertigung
Welche Schweißtechnik nutzt Stadler in Winterthur? –
Eingesetzt werden die Titan XQ 400 für MAG-Schweißen und die Tetrix XQ 300 C
für WIG-Schweißen.
Warum wurde die Schweißtechnik bei Stadler umgestellt?
– Ziel war es, nur noch Schweißanlagen eines Herstellers zu nutzen, die
Ersatzteilversorgung zu vereinfachen und digitale Anforderungen besser
abzudecken.
Welche Aufgaben erfüllt die Schweißtechnik in der
Produktion? – Sie dient der Fertigung von Schweißbaugruppen für Drehgestelle
und Traversen sowie ergänzend der Nachbearbeitung.
Wie unterstützt digitale Schweißtechnik die
Qualitätssicherung? – Über ewm Xnet lassen sich Schweißdaten zentral erfassen,
in Echtzeit auswerten und lückenlos dokumentieren.
Welche Wirkung hat die neue Schweißtechnik im Werk? –
Laut Mitteilung steigen Akzeptanz, Einarbeitungstempo und Prozessstabilität,
während die Fehleranfälligkeit sinkt.