Cobots rücken in der industriellen Robotik stärker in den Fokus. Eine Studie von Reichelt Elektronik zeigt, wie Unternehmen Roboter heute einsetzen und welche Systeme künftig bevorzugt werden.
Redaktion ProduktionRedaktionProduktion
Eine Reichelt-Elektronik-Studie vergleicht Cobots mit stationären Industrierobotern und zeigt Trends zur Automatisierung in deutschen Fabriken.Reichelt Elektronik
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Summary: Reichelt Elektronik hat Ergebnisse einer Robotik-Studie zur deutschen Industrie vorgestellt. Demnach
sind stationäre Roboter zwar weiterhin stark verbreitet, doch Cobots gewinnen
bei Einsatz und Investitionsplanung deutlich an Gewicht. Treiber sind
Flexibilität, neue technologische Möglichkeiten und die Erwartung,
Automatisierung und Fachkräftesicherung voranzubringen.
Cobots, mobile Roboter, humanoide Roboter – die Robotik
entwickelt sich durch neue Technologien wie zum Beispiel Künstlicher
Intelligenz (KI) in rasender Geschwindigkeit. Ist bald sogar die Produktion mit
vollständiger Automatisierung (Dark Factory) realistisch? Die aktuelle
Robotik-Studie von Reichelt Elektronik, durchgeführt durch das unabhängige
Institut OnePoll, zeigt einen Blick in die Produktionsstätten der deutschen
Industrie: Welche Arten von Robotern werden dort am häufigsten eingesetzt und
lösen Cobots klassische stationäre Roboter in Zukunft ab?
Robotik in deutschen Fabriken – der Status Quo
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Als eines der Länder mit der größten Roboterdichte
weltweit ist es nicht verwunderlich, dass 85 Prozent der befragten Unternehmen
Roboter einsetzen. Mehr als die Hälfte (55%) nutzt stationäre Roboter, die
typischerweise festinstalliert und automatisch in eingehausten oder
abgegrenzten Bereichen und ohne direkte Berührung mit dem Menschen arbeiten.
Zudem haben bereits 41 Prozent kleinere, leichtgewichtigere Modelle wie Cobots
oder andere Roboterarme im Einsatz. Diese können flexibel eingesetzt werden und
sind oft ausdrücklich für das Arbeiten Seite an Seite mit Menschen konzipiert.
Fast ebenso viele (39%) setzten mobile Roboter, wie etwa
selbstfahrende Plattformen oder mobile Manipulatoren ein. Darunter versteht man
rollende oder laufende Roboter, die mit einem zusätzlichen Greifarm
ausgestattet sind. Sieben Prozent haben sogar schon in einen humanoiden Roboter
investiert – also einem Roboter, der in Körperform und Bewegungsart einem
Menschen nachempfunden ist.
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Auch die Pläne für Investitionen in Robotik zeigen das
hohe Interesse der Unternehmen. Die meisten (41%) planen innerhalb der nächsten
zwei Jahre die Anschaffung von Cobots, während mehr als ein Drittel (36%) über
den Kauf eines mobilen Roboters nachdenkt. Die Investition in stationäre
Roboter steht dagegen nur bei 32 Prozent auf dem Plan. Jedes fünfte Unternehmen
(20%) möchte innerhalb der nächsten zwei Jahre einen humanoiden Roboter kaufen.
Laufen Cobots den stationären Robotern also den Rang ab?
Fast zwei Drittel (63%) der Befragten gibt an, in Zukunft Roboterarme den
stationären Robotern vorzuziehen. Diese Entscheidung ist nicht allein dem
niedrigeren Preis geschuldet. Zwar geben 57 Prozent an, dass ihre Entscheidung
für den Cobot primär preisgetrieben war, doch noch mehr (74%) finden, dass
Cobots Fähigkeiten bieten, die klassische Roboter nicht haben.
„Ohne Frage erleben die kleineren, flexibel einsetzbaren
Roboterarme derzeit großes Interesse“, kommentiert Malte Janßen, Product
Management, Robotics & Electromechanical Components bei Reichelt Elektronik.
„Mit den rasant fortschreitenden technischen Neuerungen der letzten Jahre haben
sie sich einen festen Platz in den Fabriken erworben. Besonders für kleinere
und mittelständische Unternehmen eröffnen Cobots neue Möglichkeiten. So zeigt
die Umfrage, dass 57 Prozent keine Roboter im Einsatz hatten, bevor sie in
Cobots investierten. Besonders für schwere Lasten oder hohe
Leistungsanforderungen wird man stationäre Roboter zwar immer brauchen, doch
die Umfrage zeigt eindeutig (88% Zustimmung): Cobots haben sich als wichtige
Ergänzung zu den klassischen stationären Robotern etabliert.“
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Neue Technologien erweitern Einsatzgebiete
Die meisten Unternehmen setzen auf Roboter, wenn
Arbeitsschritte körperlich besonders fordernd (53%) oder repetitiv (45%) sind.
Am häufigsten führen sie dabei Pick-and-Place-Arbeitsschritte (46%) durch oder
transportieren Gegenstände (44%). Jedoch gibt es auch eine Vielzahl von
spezialisierteren Arbeitsschritten, für die sie regelmäßig eingesetzt werden –
darunter Schneiden, Löten, Palettieren, Verpacken oder Zusammenfügen. Humanoide
Roboter, die derzeit erst selten eingesetzt werden, sollen Menschen bei physisch
anstrengenden Aufgaben unterstützen (54%) oder repetitive Aufgaben übernehmen.
Einzelne Unternehmen gaben zudem an, humanoide Roboter in KI-gesteuerten
Testumgebungen zu nutzen, um weitere Arbeitsschritte zu automatisieren.
Zwei Technologien haben den Unternehmen in den letzten
Jahren am meisten geholfen, um ihren Einsatz von Robotern noch effizienter zu
gestalten: Die Nutzung von KI, durch die Roboter noch komplexere Aufgaben
ausführen können (42%) und bessere Sensortechnologie, die Roboter die Umgebung
noch besser erkennen lässt (auch 42%). Weitere nützliche Technologien sind
Sensoren, die Robotern einen noch genaueren Tastsinn geben (32%) und
leistungsfähigere Software, durch die Roboter komplexere Aufgaben umsetzen können
(31%). Dazu zählt zum Beispiel die Steuerung von Roboterarmen mit mehreren
Gelenken und in unterschiedliche Richtungen.
Auf dem Weg zur Dark Factory – bald zu 100 Prozent
automatisch?
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Heute führen Roboter in den meisten Unternehmen (69%) bis
zu 40 Prozent der Aufgaben durch. Knapp zehn Prozent lassen mehr als 60 Prozent
des Herstellungsprozesses von Robotern ausführen. Das soll sich nach Meinung
der meisten Unternehmen ändern. Schon in fünf Jahren, so meinen 59 Prozent der
Befragten, wird der Herstellungsprozess vollständig automatisiert laufen. Fast
ebenso viele (56%) stimmen auch zu, dass Robotik der Schlüssel ist, um den
Fachkräftemangel jetzt und in der Zukunft zu bekämpfen.
Bereits in den letzten Jahren hat sich das Budget für
Robotik-Investitionen in knapp jedem dritten Unternehmen (62%) erhöht und für
16 Prozent sogar signifikant. Um noch einfacher in Robotik investieren zu
können, wünschen sich die Unternehmen vor allem günstigere Modelle (38%),
einfachere Programmierung (28%), mehr Möglichkeiten, Roboter für individuelle
Anwendungsfälle zu personalisieren (27%) sowie einen einfacheren Zugang zu
Fördermitteln (auch 27%).
FAQ Cobots
Warum sind Cobots für Unternehmen interessant? – Cobots
gelten als flexibel einsetzbar, arbeiten häufig nah am Menschen und bieten aus
Sicht vieler Unternehmen Fähigkeiten, die klassische stationäre Roboter nicht
haben.
Wie verbreitet sind Cobots in deutschen Fabriken? – 41
% der befragten Unternehmen setzen bereits Cobots oder andere Roboterarme ein.
Welche Aufgaben übernehmen Cobots und andere Roboter
besonders häufig? – Häufige Einsatzfelder sind Pick-and-Place-Prozesse,
Transportaufgaben sowie körperlich fordernde und repetitive Tätigkeiten.
Welche Technologien stärken den Einsatz von Cobots? –
Vor allem KI und bessere Sensortechnologie helfen Unternehmen, Roboter
effizienter und für komplexere Aufgaben einzusetzen.
Welche Rolle spielen Cobots für die Fabrik der Zukunft?
– Cobots werden als wichtige Ergänzung zu stationären Robotern gesehen und
gelten für viele Unternehmen als Teil des weiteren Automatisierungsausbaus.