GTK Boxer: KNDS weiht neue Radpanzer-Fertigung in München ein
KNDS treibt die Boxer-Produktion voran: In München-Allach wurde eine neue Fertigungsstraße für den Radpanzer eröffnet, parallel startet eine Partnerschaft mit Dräxlmaier.
Zur Eröffnung der neuen Radpanzer-Fertigungslinie für den GTK Boxer bei KNDS in München kam auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (Mitte).KNDS
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Summary: KNDS hat am 22. April 2026 in München-Allach eine neue Fertigungs- und Produktionsstraße für den Radpanzer Boxer eröffnet. Gemeinsam mit der Dräxlmaier Group soll die Produktion von Fahr- und Missionsmodulen deutlich skaliert werden, um die Kapazitäten bis 2030 massiv auszubauen. Damit werden laut Mitteilung sowohl die industrielle Basis in Bayern als auch die Versorgung der Streitkräfte gestärkt.
KNDS erweitert die Boxer-Produktion in Bayern. Wie aus der Mitteilung hervorgeht, hat das Unternehmen am Standort München/Allach eine Fertigungs- und Produktionsstraße für das hochgeschützte 8x8-Radfahrzeug Boxer eröffnet. Parallel dazu wurde eine strategische Partnerschaft mit der in Vilsbiburg ansässigen Dräxlmaier Group vereinbart.
Vorgestellt wurde das neue Serienkonzept in Anwesenheit des bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder. Florian Hohenwarter, CEO von KNDS Deutschland, präsentierte dabei die nächsten Schritte zur industriellen Skalierung. Künftig sollen in München/Allach allein zehn Boxer-Fahrmodule pro Monat in Linienserienfertigung entstehen. Weitere Produktionsstätten bei KNDS und Partnern in vergleichbarem Setup sollen die Stückzahlen der Boxer-Produktion zusätzlich erhöhen.
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Nach Angaben des Unternehmens ist die neue Fertigungsstraße Teil eines umfangreichen Maßnahmenpakets. Ziel ist es, bis 2030 sechsmal so viele Boxer-Systeme wie bisher zu fertigen, um unter anderem die geforderten Bedarfe des deutschen Heeres zu erfüllen. Damit rückt der Radpanzer Boxer noch stärker in den Mittelpunkt der industriellen Skalierung.
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Warum baut KNDS die Boxer-Produktion aus?
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KNDS begründet den Ausbau mit den gestiegenen Erwartungen von Streitkräften und Regierungen an die industrielle Leistungsfähigkeit in Europa. Florian Hohenwarter sagt: „Die klare Erwartung vieler Streitkräfte und Regierungen an uns ist, die Produktion für die Verteidigungsfähigkeit Europas zu steigern. Bayern spielt dabei eine besondere Rolle für KNDS. Wir werden auch zukünftig weiter in unsere Standorte im Freistaat investieren und unsere Aktivitäten ausbauen. Ich danke Ministerpräsident Söder für den Rückhalt und die Akzeptanz, die wir hier erfahren dürfen“.
Mit Blick auf die neue Kooperation ergänzt Hohenwarter: „Ich freue mich, dass wir mit Dräxlmaier einen Partner gefunden haben, mit dem wir bei der notwendigen Skalierung unserer Produktion vertrauensvoll und partnerschaftlich zusammenarbeiten. Wir erweitern dabei die Produktionskapazitäten durch einen Player aus dem Non-Defense Bereich ganz im Sinne der Notwendigkeiten der zeitnahen Skalierung unserer Produktion“.
Damit setzt KNDS nach eigener Darstellung nicht nur auf den Ausbau der eigenen Fertigung, sondern auch auf zusätzliche industrielle Kapazitäten außerhalb des klassischen Verteidigungssektors. Davon profitiert insbesondere die Produktion für den Radpanzer Boxer.
Neue Partnerschaft für Missionsmodule
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Neben der Ausweitung der Boxer-Fahrmodul-Produktion geht KNDS eine strategische Partnerschaft zur Fertigung von Boxer-Missionsmodulen ein. Die Dräxlmaier Group plant laut Mitteilung, an ihrem bayerischen Standort Landau an der Isar eine signifikante Anzahl dieser Module zu produzieren.
Was zeichnet den GTK Boxer aus?
Der Boxer ist laut KNDS eines der bestgeschützten 8x8-Radfahrzeuge weltweit. Sein modulares Konzept aus Fahr- und Missionsmodul ermöglicht eine hohe Flexibilität und Variantenvielfalt. Das Spektrum reicht von der Ambulanz bis zu Radhaubitzen- und Radschützenpanzersystemen.
In allen Varianten bietet der Radpanzer Boxer der Besatzung hohen Schutz vor Minen, Sprengfallen und Beschuss. Hinzu kommt eine hohe Mobilität auf der Straße und in schwerem Gelände. Mit mehr als 2.000 Systemen ist der Boxer in Deutschland, den Niederlanden, Litauen, dem Vereinigten Königreich Großbritannien und Nordirland, Katar, Australien und der Ukraine unter Vertrag
Im Rahmen des Besuchs von Ministerpräsident Söder unterzeichneten Florian Hohenwarter und Jan Reblin, CEO von Dräxlmaier , dazu ein MoU. Für Dräxlmaier markiert die Zusammenarbeit den Einstieg in ein neues industrielles Umfeld mit vertrauten Anforderungen an Entwicklung, Validierung und Industrialisierung. Auch hier steht der Radpanzer Boxer im Zentrum der Zusammenarbeit.
Jan Reblin sagt: „Mit über 65 Jahren Erfahrung in der Entwicklung, Validierung und Industrialisierung von Serienprodukten der Automobilindustrie bringen wir unsere prozessualen und technologischen Kompetenzen gezielt in die Fertigung komplexer Subsysteme ein. Die Partnerschaft mit KNDS ist für uns ein bedeutender Meilenstein und verbindet zwei leistungsfähige bayerische Unternehmen zu einer stabilen industriellen Zusammenarbeit,“
Was bedeutet der Ausbau für Bayern?
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Aus Sicht der bayerischen Staatsregierung stärkt das Vorhaben den Rüstungs- und Wirtschaftsstandort. Ministerpräsident Dr. Markus Söder ordnet die Zusammenarbeit von KNDS und Dräxlmaier als industriepolitisch relevant ein. Er sagt: „Die Zusammenarbeit von KNDS und Dräxlmaier ist ein perfektes Match. Bayerische Industriekompetenz wächst zusammen. Wir brauchen eine starke Verteidigungsindustrie mit eigenen Technologien aus Deutschland, um uns verteidigen zu können. Die Geräte sollen bestenfalls nie zum Einsatz kommen – aber andere müssen von einem Angriff gegen uns abgeschreckt bleiben. Bayern ist die Nummer 1 in Deutschland im Bereich Defense Tech: Ein Drittel aller deutschen Unternehmen aus diesem Bereich sind im Freistaat tätig und haben 50.000 Beschäftigte und 9,5 Mrd. Euro Wertschöpfung. Als Freistaat sind wir starker Partner: Wir bauen die Hochschulen im Bereich Defense Tech aus, stehen zur Bundeswehr und erleichtern mit einem eigenen Bundeswehrgesetz und einem eigenen Rüstungsgesetz Unternehmensansiedlungen. Danke allen, die für die Sicherheit und Freiheit unseres Landes tätig sind.“
Die Kooperation steht damit nicht nur für eine höhere industrielle Leistung im Boxer-Programm, sondern auch für eine stärkere Verankerung verteidigungsrelevanter Fertigung in Bayern. Der Radpanzer Boxer wird damit zu einem zentralen Element des Ausbaus.
Mit Material von KNDS
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1. Wo wird der Radpanzer Boxer in Deutschland produziert?
Die Produktion konzentriert sich maßgeblich auf Bayern. KNDS fertigt die Fahrmodule an seinem Hauptstandort in München/Allach. Durch eine neue strategische Partnerschaft wird zudem die DRÄXLMAIER Group am Standort Landau an der Isar signifikante Kapazitäten für die Fertigung von Missionsmodulen übernehmen.
2. Wie viele Boxer-Radpanzer kann KNDS pro Monat bauen?
Mit der Eröffnung der neuen Fertigungsstraße im April 2026 hat KNDS die Kapazität massiv gesteigert. Allein am Standort München entstehen nun monatlich zehn Boxer-Fahrmodule in Linienserienfertigung. Ziel ist es, die Gesamtproduktion bis zum Jahr 2030 zu versechsfachen, um den Bedarf des deutschen Heeres und europäischer Partner zu decken.
3. Welche Rolle spielt DRÄXLMAIER bei der Boxer-Fertigung?
Die DRÄXLMAIER Group fungiert als strategischer Partner für die Skalierung der Boxer-Produktion. Das Unternehmen bringt seine Expertise aus der Automobilindustrie ein, um am Standort Landau an der Isar komplexe Missionsmodule für den Radpanzer zu fertigen. Damit erschließt KNDS industrielle Kapazitäten außerhalb des klassischen Verteidigungssektors.
4. Warum wird die Produktion des Radpanzers Boxer aktuell massiv ausgebaut?
Der Ausbau ist eine Reaktion auf die gestiegenen Anforderungen an die Verteidigungsfähigkeit Europas. Um die Lieferfähigkeit für das deutsche Heer und internationale Auftraggeber wie Litauen oder Großbritannien sicherzustellen, investiert KNDS in neue Fertigungstechnologien und Partnerschaften, um den Output der modularen 8x8-Fahrzeuge drastisch zu erhöhen.
5. Was ist der Unterschied zwischen Fahr- und Missionsmodulen beim Boxer?
Der Radpanzer Boxer basiert auf einem einzigartigen modularen Konzept: Das Fahrmodul beinhaltet das Fahrwerk und den Antrieb, während das austauschbare Missionsmodul die spezifische Funktion (z. B. Sanitätsfahrzeug, Schützenpanzer oder Transport) bestimmt. Diese Trennung ermöglicht eine hochflexible Produktion und einfache Umrüstung des Systems.
FAQ: Boxer-Produktion
• Was umfasst der Ausbau der Boxer-Produktion? – KNDS hat in München/Allach eine neue Fertigungs- und Produktionsstraße eröffnet und eine Partnerschaft mit Dräxlmaier vereinbart.
• Wo wird die Boxer-Produktion erweitert? – Die Fahrmodule entstehen in München/Allach, Missionsmodule sind am Dräxlmaier -Standort Landau an der Isar geplant.
• Warum wird die Boxer-Produktion hochgefahren? – KNDS will die Kapazitäten steigern, um die Produktion für die Verteidigungsfähigkeit Europas auszubauen und Bedarfe des deutschen Heeres zu erfüllen.
• Welche Rolle spielt Dräxlmaier für die Boxer-Produktion? – Das Unternehmen soll als strategischer Partner eine signifikante Anzahl von Boxer-Missionsmodulen produzieren.
• Was ist das Ziel für die Boxer-Produktion bis 2030? – Laut KNDS soll die Fertigung bis 2030 auf das Sechsfache des bisherigen Niveaus steigen.