Ungeachtet der Verzögerungen beim geplanten deutsch-französischen Kampfpanzer MGCS plant der Rüstungskonzern KNDS für dieses Jahr seinen Börsengang.Florence Piot - stock.adobe.com
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Summary: KNDS plant 2026 den Börsengang, wie CEO Jean-Paul Alary in München erklärte. Das Vorhaben erfolgt unabhängig vom MGCS-Projekt, das sich bis 2045 verzögert. Kapital soll in Innovation, Kapazitäten und Vernetzung von Systemen fließen.
Was steckt hinter dem KNDS Börsengang?
Der deutsch-französische Rüstungskonzern KNDS treibt seine Börsenpläne weiter voran. «Die Vorbereitungen laufen planmäßig und der IPO (initial public offering) ist für 2026 vorgesehen», sagte Konzernchef Jean-Paul Alary in München, wie aus der Mitteilung hervorgeht. Ein konkretes Datum wurde nicht genannt.
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Bemerkenswert ist die strategische Entkopplung vom Großprojekt MGCS. «Es gibt keine Verbindung», stellte Alary klar. Der Börsengang soll somit unabhängig von der Entwicklung des zukünftigen europäischen Kampfpanzers erfolgen.
Warum verzögert sich das MGCS-Programm?
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Das MGCS-Projekt („Main Ground Combat System“) gilt als Nachfolger des Leopard 2 und ist zentral für die europäische Rüstungskooperation. Dennoch liegt das Vorhaben deutlich hinter dem Zeitplan. Aktuell wird das Jahr 2045 als Zielmarke genannt.
Hintergründe für die Verzögerung werden im politischen Umfeld verortet. Infolge dessen genehmigte das Bundeskartellamt KNDS und Rheinmetall die Entwicklung einer Zwischenlösung. Diese wird in der Militärfachpresse als „Leopard 3“ bezeichnet.
Wofür soll das Kapital aus dem KNDS Börsengang eingesetzt werden?
KNDS plant, die Erlöse aus dem Börsengang gezielt für strategische Maßnahmen zu nutzen. Konkrete Details ließ der Konzernchef offen, deutete jedoch mehrere Stoßrichtungen an: «Sie können sich vorstellen, dass wir diesen Zugang zu zusätzlichem Kapital entweder für Innovationen, oder für neue Kapazitäten oder eine neue Positionierung von KNDS nutzen.»
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Im Fokus stehen unter anderem die Weiterentwicklung vernetzter Waffensysteme. Panzer und Haubitzen sollen stärker mit Luft- und Bodendrohnen kombiniert werden, etwa für Aufklärung und Begleitschutz. Zudem ist eine Ausweitung der Munitionsproduktion geplant.
Trotz technologischer Erweiterungen bleibt KNDS seiner Kernkompetenz treu. «Wir werden nicht in den Weltraum gehen», sagte Alary. Der Konzern will sich weiterhin auf Bodensysteme konzentrieren.
Zum MGCS äußerte sich der CEO grundsätzlich optimistisch: «Ich bin ein starker Anhänger des MGCS-Programms, und es sollte klappen.» Gleichzeitig ließ er Alternativen offen: «Aber wenn es nicht MGCS ist, wird es etwas anderes sein.»
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Welche Rolle spielt KNDS im europäischen Rüstungsmarkt?
KNDS entstand 2015 aus der Fusion von Krauss-Maffei Wegmann und Nexter. Hintergrund waren unter anderem sinkende Verteidigungsbudgets in Europa. Heute agiert das Unternehmen mit Hauptsitz in Amsterdam und einer deutschen Zentrale in München.
Im Marktumfeld fällt insbesondere die Entwicklung von Rheinmetall auf. Der bereits börsennotierte Konzern, zugleich Partner und Wettbewerber, konnte seinen Aktienkurs seit Februar 2022 von gut 100 EUR auf rund 1.550 EUR steigern.
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Mit Material der dpa
AQ zum KNDS Börsengang
• Was ist der KNDS Börsengang? – Der KNDS Börsengang ist das geplante IPO des deutsch-französischen Rüstungskonzerns im Jahr 2026.
• Warum erfolgt der KNDS Börsengang trotz MGCS-Verzögerung? – Der Börsengang wird laut Konzern unabhängig vom MGCS-Projekt vorbereitet.
• Wofür nutzt KNDS die Mittel aus dem Börsengang? – Geplant sind Investitionen in Innovationen, Kapazitäten und strategische Neuausrichtung.
• Welche Rolle spielt das MGCS beim KNDS Börsengang? – Das MGCS-Projekt hat laut Unternehmensführung keinen direkten Einfluss auf den Börsengang.
• Welche Ausrichtung verfolgt KNDS nach dem Börsengang? – Der Fokus bleibt auf Bodensystemen sowie deren Vernetzung mit Drohnen und anderen Technologien.