Alles, was Sie zur Fabrik des Jahres wissen müssen
Die Fabrik des Jahres prämiert jährlich die besten Produktionsstandorte der Welt und zählt zu den renommiertesten Industrie-Wettbewerben in Europa. Wie Sie teilnehmen können und welche Kategorien es gibt.
Iris LindnerIrisLindner
Die Fabrik des Jahres zählt zu den renommiertesten Industrie-Wettbewerben in Europa.Anna McMaster
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Summary: Die Fabrik des Jahres wird von Kearney, Ultima Media Germany und der „Produktion“ ausgerichtet. Seit 1992 haben mehr als 2.000 Werke teilgenommen; bewertet werden Kennzahlen, Strategien und Audits vor Ort. Der Wettbewerb liefert Feedback, zeichnet Spitzenwerke aus und stärkt die Sichtbarkeit erfolgreicher Produktionsstandorte.
Bereits seit 33 Jahren prämiert die Fabrik des Jahres jährlich die besten Produktionsstandorte der Welt und zählt zu den renommiertesten Industrie-Wettbewerben in Europa. Ausgerichtet von der Unternehmensberatung Kearney, Ultima Media Germany und der 'Produktion'.
Seit dem Beginn im Jahr 1992 haben mehr als 2.000 Fabriken am Benchmark-Wettbewerb teilgenommen. Im Durchschnitt sind das rund 60 Teilnehmer pro Jahr. Doch nicht alle treten mit der Intention an, im Wettbewerb zu gewinnen. Auch wenn ein Sieg in der Fabrik des Jahres ein großer Ansporn für die Mitarbeitenden ist, nutzen viele Werke die Teilnahme als Basis für ihre stetige Verbesserung, um eines Tages doch das große Ziel erreichen zu können.
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Jeder Teilnehmer erhält nämlich von Kearney eine detaillierte Auswertung in Form eines Feedback-Reports, der ihnen vertraulich Aufschluss über ihre Position im Vergleich zu Unternehmen mit ähnlicher Ausgangssituation gibt und auf mögliche Verbesserungspotenziale hinweist. Wer sich an dieser Stelle gerne ein Bild über die detaillierte Auswertung machen möchte, findet auf der Website der Fabrik des Jahres einen Feedback-Report zur Ansicht.
Sie wollen noch stärker von der Fabrik des Jahres profitieren? Warum bewerben Sie sich nicht einfach? Einfach dem Link folgen.
Außenwirkung des Siegs ist erfolgsversprechender als Stellenausschreibung
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Mittlerweile ist der Feedback-Report ein beliebtes Tool, mit dem Unternehmen prüfen, ob sie mit ihrer Strategie auf dem richtigen Weg sind. So nehmen einige jedes Jahr erneut kostenlos an dem Wettbewerb teil, um den aktuellen Stand ihrer Entwicklung beurteilen zu lassen.
Für manche ist eine Teilnahme an der ‚Fabrik des Jahres‘ sogar ein fester Bestandteil ihrer Strategie, denn die Außenwirkung eines Siegs ist für sie definitiv erfolgsversprechender als eine Stellenausschreibung. Um am Wettbewerb partizipieren zu können, muss man also nicht zwingend schon zur Produktions-Elite gehören. Sofern gewissen Standards wie Lean bereits im Unternehmen verankert sind und ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess im Alltag gelebt wird, sind aber zumindest die Grundvoraussetzungen für eine Teilnahme vorhanden.
Jetzt bewerben und Fabrik des Jahres werden
Ihr Werk zählt zu den Besten der Industrie? Dann stellen Sie sich dem Benchmark: Der Wettbewerb Fabrik des Jahres sucht auch 2026 wieder herausragende Produktionsstandorte mit starken Kennzahlen, hoher Verbesserungsdynamik und überzeugenden Konzepten entlang der Wertschöpfungskette.
Die Teilnahme ist kostenlos. Bewerbende Unternehmen füllen online einen detaillierten Fragebogen aus und erhalten eine vertrauliche Auswertung ihrer Leistungsfähigkeit im Vergleich zu anderen Unternehmen.
Kandidaten der Spitzengruppe werden zusätzlich von einem erfahrenen Kearney-Audit-Team vor Ort besucht; anschließend wählt ein Fachbeirat die Sieger in den verschiedenen Kategorien aus. Bewerbungsschluss ist Ende Juni.
Auf der Website des Wettbewerbs steht ein detaillierter Fragebogen zur Verfügung, der ausgefüllt bis zu der dort angegebenen Abgabefrist eingereicht werden muss, um am Wettbewerb teilzunehmen. Darin werden zu sämtlichen Themen entlang der Wertschöpfungskette quantitative und qualitative Informationen zu typischen Leistungsdaten der Fabrik erfragt.
Rittal ist der Gesamtsieger der Fabrik des Jahres 2025.Anna McMaster
Auch wenn der Aufwand, den man für das Ausfüllen des Fragebogens betreiben muss, nicht unerheblich ist, so hat man hier eventuell bereits gewonnen. Wie nämlich Teilnehmer immer wieder berichten, hat allein schon das Ausfüllen des Fragebogens etliche Schwachstellen im Unternehmen ans Tageslicht gebracht.
Nachdem die Fragebögen fristgerecht eingereicht wurden, erfolgt die Auswahl der Sieger in zwei Stufen: Basierend auf den angegebenen Kennzahlen wird zunächst die Spitzengruppe der teilnehmenden Unternehmen ermittelt und von einem erfahrenen Kearney Audit-Team in den folgenden zwei Monaten vor Ort besucht. Diese Unternehmen erhalten im Anschluss daran ein erstes Experten-Feedback. Das Experten-Feedback enthält im Vergleich zu dem Feedback-Report, den alle teilnehmenden Unternehmen erhalten, auch Verbesserungsvorschläge, die sich aus den Eindrücken vom Werk selbst ergeben.
Und diese allein sind schon eine Teilnahme wert, denn das Audit-Team richtet seinen Blick beim Werksbesuch nicht nur auf erstklassige Automation oder Innovation. Nein, aufgrund der jahrelangen Expertise als Unternehmensberatung wissen die Auditoren, wo sie genauer hinschauen müssen. Dabei entdecken sie immer wieder Optimierungspotenzial, das in den Werken durch die so genannte Betriebsblindheit bislang verborgen blieb.
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Sei es auch nur der Hinweis, die Böden von Schubläden durch Gitter zu ersetzen, um die darin befindlichen Bauteile vorm Verstauben zu schützen – Kearney weiß einfach, was die besten der Besten letzten Endes ausmacht. Unter Berücksichtigung des Fragebogens und der vor Ort gewonnenen Erkenntnisse, wählt im zweiten Schritt die Jury des Wettbewerbs, der namhafte Experten aus Industrie und Wissenschaft angehören, schließlich die Sieger der jeweiligen Kategorien.
Ein Wettbewerb mit mehreren Kategorien
Traditionell gibt es bei dem Benchmark-Wettbewerb sechs Hauptkategorien und eine Sonderkategorie. Jeder Kategorie liegen spezielle Bewertungskriterien zugrunde. Während es in der Kategorie ‚Hervorragende Serienfertigung‘ auf Lean, kurze Durchlaufzeiten und hohe Lieferperformance ankommt, liegt das Augenmerk in der Kategorie ‚Hervorragende Kleinserienfertigung‘ auf dem Beherrschen von Komplexität sowie in der Umsetzung von ‚Make to order‘ oder ‚Engineer to order‘. In der Kategorie ‚Hervorragende Transformation: Digitalisierung‘ wird demnach der gezielte Einsatz von Digitalisierungslösungen zur Steigerung der Effizienz bewertet.
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Kontinuierliche Standortentwicklung, Investitionen in Zukunftstechnologien sowie Mitarbeiterentwicklung sind kennzeichnend für die Kategorie ‚Hervorragende Transformation: Standort‘. Die Kategorie ‚GEO Award‘ gewinnt, wer durch Excellence in der gesamten Wertschöpfungskette sowie eine hohe Wertgenerierung überzeugen kann und Gesamtsieger des Wettbewerbs – und somit ‚Fabrik des Jahres‘ – wird, wer sich durch Excellence in der Fabrik sowie starke KPIs und Verbesserungsdynamik in allen Leistungsdimensionen von allen Teilnehmern abhebt.
Die Kategorien sind jedoch nicht in Stein gemeißelt, sondern richten sich auch nach Trends, aktuellen Herausforderungen oder dem Teilnehmerfeld. So gab es zum Beispiel im Jahr 2022 erstmals die Kategorien ‚Exzellenz in Nachhaltigkeit‘ sowie ‚Exzellenz in Supply Chain Resilienz‘ oder – wie zuletzt in 2020 – ‚Hervorragendes Produktionsnetzwerk‘.
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Fester Bestandteil des Wettbewerbs hingegen ist die Sonderkategorie ‚Best Start-up‘. Ob Lösungen für die vernetzte Produktion, Robotik oder für ein innovatives Management der Abläufe – die Kategorie ‚Best Start-up‘ zeichnet sich durch Kreativität, Gründergeist und disruptivem Denken aus.
Bei der Start-up Challenge bekommen Gründer-Teams die Gelegenheit, ihre Lösungen und Ideen für die Produktion vor dem Fachpublikum des Kongresses zu pitchen. Am Ende stimmt das Publikum per App für das Startup mit der besten Lösung ab. Der Gewinner wird im Rahmen der Konferenz prämiert.
Die Bewerbung ist ebenfalls über die Webseite des Wettbewerbs möglich. Nach Ablauf der Bewerbungsfrist werden die Startups informiert, ob sie an der Vorauswahl teilnehmen dürfen, die als Pitch im Rahmen eines Video-Calls stattfindet. Die besten unter ihnen pitchen dann beim Kongress. Auch wenn hier nur einer überzeugen kann: die Kontakte, die man dort knüpfen kann, sind für jeden ein wertvoller Gewinn.
Der Kongress: Von den Gewinnern lernen und Netzwerken
Der Kongress zur Fabrik des Jahres bietet zwei Tage lang ein ideales Forum zum Gedankenaustausch und zu erfahren, was die Gewinner des Wettbewerbs besser machen als andere. Neben den Präsentationen der Erfolgsstrategien der Gewinner, dürfen sich die Kongressteilnehmer auch auf Vorträge zu aktuellen Trends aus Forschung und Industrie freuen.
Ein Vortrag zu aktuellen Trends, Entwicklungen und Herausforderungen von Daniel Stengel, Director & Projektleiter Fabrik des Jahres bei Kearney, Q&A-Sessions zwischen den Keynotes, Kaffeepausen für die Möglichkeit zum Erfahrungs- und Kontaktaustausch, die begleitende Fachausstellung, ein von der Redaktion der 'Produktion' moderierter Expert:innen-Talk sowie die Startup Challenge runden den Kongress ab. Eine Werksführung ist ebenfalls Teil des Programms. Eine Gelegenheit, die man garantiert nicht alle Tage bekommt.
Der Gala-Abend: Emotionaler Höhepunkt der Fabrik des Jahres
Am Ende des ersten Kongresstages kommt für die Siegerwerke endlich der lang ersehnte Moment – die Preisverleihung. Dass dieser Abend für alle Anwesenden unvergessen bleibt, dafür wissen die Veranstalter bestens zu sorgen. Angefangen von einem stilvollen Abendempfang in einer außergewöhnlichen Location – wie die Allianz-Arena oder das Leipziger Oldtimer Museum Da Capo – über ein exklusives Dinner bis hin zur feierlichen Preisverleihung durch Katrin Müller Hohenstein, die charmant durch die Abendveranstaltung führt.
Übrigens bekommen auch die Sieger der Start-up Challenge eine der begehrten Trophäen überreicht.
Wie wichtig die Auszeichnung für die Siegerwerke ist – und demnach auch wie bedeutend der Wettbewerb in der Industrie ist –, zeigt sich an der ausgelassenen Stimmung jedes Jahr aufs Neue. Denn wenn man sich ein Vierteljahr nach Bekanntgabe der Gewinner immer noch so darüber freut, zu den besten der Besten zu gehören, dann muss das schon etwas Besonderes sein.
(Bearbeitet von Anja Ringel.)
FAQ zur Fabrik des Jahres
• Was ist die Fabrik des Jahres? – Die Fabrik des Jahres ist ein Benchmark-Wettbewerb für Produktionsstandorte und zählt zu den renommiertesten Industrie-Wettbewerben Europas.
• Wie läuft die Fabrik des Jahres ab? – Unternehmen reichen einen Fragebogen ein, anschließend werden Spitzenwerke anhand von Kennzahlen ausgewählt und durch ein Kearney-Audit-Team vor Ort bewertet.
• Welche Kategorien gibt es bei der Fabrik des Jahres? – Zu den Kategorien gehören unter anderem Serienfertigung, Kleinserienfertigung, Digitalisierung, Standortentwicklung, GEO Award und Best Start-up.
• Warum nehmen Unternehmen an der Fabrik des Jahres teil? – Die Teilnahme liefert einen vertraulichen Feedback-Report, zeigt Verbesserungspotenziale und kann die Außenwirkung eines Produktionsstandorts stärken.
• Wer richtet die Fabrik des Jahres aus? – Ausgerichtet wird der Wettbewerb von Kearney, Ultima Media Germany und der „Produktion“.