Industrial Cyber Resilience Summit 2026

Warum Cyber-Resilienz zur Schlüsselkompetenz der Industrie wird

Cyber-Resilienz wird für die Industrie zur strategischen Aufgabe. Der Industrial Cyber Resilience Summit 2026 zeigt, wie sich Produktion, IT, OT und Wertschöpfungsketten widerstandsfähiger aufstellen lassen.

Cyberangriffe auf Unternehmen werden immer häufiger. Der Industrial Cyber Resilience Summit 2026 zeigt Strategien, Praxisbeispiele und Lösungen für mehr Cyber-Resilienz in der Industrie – von NIS2 bis Cyber Resilience Act.
Cyberangriffe auf Unternehmen werden immer häufiger. Der Industrial Cyber Resilience Summit 2026 zeigt Strategien, Praxisbeispiele und Lösungen für mehr Cyber-Resilienz in der Industrie – von NIS2 bis Cyber Resilience Act.

Summary: Der Industrial Cyber Resilience Summit findet am 24. November 2026 in Frankfurt am Main statt. Fachleute aus Bundeswehr, BSI, Industrie und Cybersecurity beleuchten Strategien, regulatorische Anforderungen und konkrete Praxisbeispiele. Im Fokus stehen belastbare Produktionsprozesse, sichere IT-/OT-Landschaften und die wachsende Bedeutung von Cyber-Resilienz als Wettbewerbsfaktor.

Cybersecurity wird zum Wettbewerbsfaktor

Lange galt Cybersecurity in der Industrie vor allem als Aufgabe der IT-Abteilung. Diese Sichtweise reicht heute nicht mehr aus. Vernetzte Produktionsanlagen, cloudbasierte Services, Fernwartung, digitale Lieferketten und intelligente Maschinen schaffen enorme Effizienzpotenziale – erweitern gleichzeitig aber auch die Angriffsfläche für Cyberkriminelle und staatliche Akteure.

Mit der NIS2-Richtlinie und dem Cyber Resilience Act (CRA) verschärft der Gesetzgeber die Anforderungen zusätzlich. Unternehmen müssen künftig nachweisen können, dass Sicherheitsmaßnahmen nicht nur dokumentiert, sondern über den gesamten Produkt- und Produktionslebenszyklus umgesetzt werden.

Industrial Cyber Resilience Summit 2026

Der Industrial Cyber Resilience Summit 2026 ist eine eintägige Fachkonferenz in München für Entscheiderinnen und Entscheider, die industrielle Cyberrisiken verstehen, bewerten und wirksam reduzieren wollen. Hier treffen Unternehmen, Sicherheitsverantwortliche, Versicherer und Behörden aufeinander, um aktuelle Bedrohungslagen und konkrete Lösungsansätze zu diskutieren.

Vor diesem Hintergrund widmet sich der Industrial Cyber Resilience Summit 2026 der Frage, wie sich industrielle Cyber-Resilienz in der Praxis aufbauen lässt. Im Mittelpunkt stehen nicht allein technische Lösungen, sondern organisatorische Strategien, regulatorische Anforderungen und Erfahrungsberichte aus Unternehmen.

Bereits das Programm macht deutlich: Cyber-Resilienz bedeutet weit mehr als Firewalls oder Antivirenprogramme. Gefragt ist ein ganzheitlicher Ansatz, der Menschen, Prozesse und Technologien gleichermaßen berücksichtigt.

Von der Bedrohungsanalyse bis zur Resilienzstrategie

Den strategischen Auftakt übernimmt Oberst a. D. Ralph Thiele von StratByrd Consulting. Sein Vortrag widmet sich der Frage, welche Bausteine moderne Cyber-Resilienz tatsächlich ausmachen. Dabei geht es nicht nur um Prävention, sondern vor allem um die Fähigkeit von Unternehmen, auch unter Angriffen handlungs- und produktionsfähig zu bleiben.

Dass Cyberangriffe längst Teil geopolitischer Konflikte geworden sind, verdeutlicht anschließend Oberst i. G. Sönke Marahrens vom Zentrum Digitalisierung der Bundeswehr und Fähigkeitsentwicklung CIR. Seine Keynote liefert Einblicke in aktuelle Bedrohungslagen und hybride Angriffsformen. Besonders interessant dürfte dabei die Perspektive des Cyber- und Informationsraums (CIR) der Bundeswehr sein. Marahrens erläutert, warum Industrieunternehmen zunehmend ins Visier geraten und welche Rolle Abschreckung sowie Resilienz beim Schutz kritischer Infrastrukturen spielen.

Gerade für produzierende Unternehmen dürfte dieser Blick über den industriellen Tellerrand hinaus wertvolle Impulse liefern. Denn Cyberangriffe sind heute häufig nicht mehr allein wirtschaftlich motiviert, sondern können Teil geopolitischer Auseinandersetzungen sein.

Praxisbeispiel aus der Industrie

Wie Cybersecurity konkret im Unternehmen umgesetzt werden kann, zeigt Maher Sahli von der Weber-Hydraulik GmbH.

Im Mittelpunkt seines Vortrags steht der Aufbau eines Kompetenzzentrums für funktionale Sicherheit und Cybersecurity. Darüber hinaus berichtet Sahli über das Monitoring industrieller Systeme, Impact-Analysen sowie die systematische Nachverfolgung und Auswertung realer Angriffe.

Gerade diese Praxiserfahrungen machen den Vortrag besonders relevant. Statt theoretischer Konzepte stehen konkrete organisatorische Maßnahmen und Erfahrungen aus einem Industrieunternehmen im Fokus.

Cyber Resilience Act verändert die Produktentwicklung

Mit dem Cyber Resilience Act verändert sich auch die Art und Weise, wie Maschinen und Anlagen entwickelt werden.

Vivien Rose von Schaeffler Technologies AG & Co. KG erläutert, wie Cybersecurity bereits während der Produktentwicklung systematisch berücksichtigt werden kann. Dabei geht es unter anderem um Risikobewertungen, regulatorische Anforderungen sowie den Aufbau eines professionellen Schwachstellenmanagements mithilfe von PSIRT und Software Bill of Materials (SBOM).

Besonders interessant ist der Perspektivwechsel ihres Vortrags: Cybersecurity wird nicht mehr als nachgelagerte Schutzmaßnahme verstanden, sondern als integraler Bestandteil des gesamten Entwicklungs- und Produktionsprozesses.

Für viele Maschinenbauer dürfte genau dieser Wandel in den kommenden Jahren eine der größten Herausforderungen darstellen.

Der Shopfloor rückt in den Fokus

Neben strategischen Fragestellungen behandelt die Konferenz zahlreiche operative Aspekte der industriellen Sicherheit.

Guido Kraft von Wallix zeigt, wie sich mehrschichtige Sicherheitskonzepte auf dem Shopfloor umsetzen lassen. Im Mittelpunkt stehen dabei Legacy-Systeme, sichere Fernzugriffe sowie die praktische Umsetzung von Zero-Trust-Strategien in Produktionsumgebungen.

Gerade ältere Produktionsanlagen stellen viele Unternehmen vor besondere Herausforderungen. Sie müssen weiterhin zuverlässig betrieben werden, erfüllen jedoch häufig nicht die heutigen Sicherheitsstandards. Der Vortrag verspricht deshalb praxisnahe Lösungsansätze für einen realistischen Umgang mit bestehenden OT-Landschaften.

OT-Monitoring gewinnt an Bedeutung

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Transparenz industrieller Netzwerke. Jens Wiesner vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) erläutert, wie Unternehmen geeignete Monitoring-Werkzeuge auswählen und daraus eine belastbare Cybersecurity-Roadmap entwickeln können.

Neben aktuellen Bedrohungslagen geht es auch um Empfehlungen des BSI für industrielle Steuerungs- und Automatisierungssysteme. Gerade angesichts zunehmender Vernetzung gewinnt die kontinuierliche Überwachung industrieller Netzwerke erheblich an Bedeutung.

Cybersecurity endet nicht an der Firewall

Dass industrielle Resilienz auch physische Sicherheit umfasst, zeigt Michael Steinacher von Airbus Aerostructures GmbH. Sein Vortrag schlägt die Brücke zwischen klassischem Werkschutz und Cybersecurity. Themen wie Perimeterschutz, Sicherheitszentralen oder Brandmeldeanlagen werden dabei ebenso behandelt wie deren Bedeutung im Kontext der NIS2-Richtlinie.

Damit erweitert der Summit den Blick auf Cyber-Resilienz deutlich. Denn Ausfälle entstehen längst nicht ausschließlich durch digitale Angriffe. Auch physische Sicherheitsvorfälle können erhebliche Auswirkungen auf die Betriebskontinuität haben und regulatorische Meldepflichten auslösen.

Diskussion über den richtigen Sicherheitsstandard

Zum Abschluss diskutieren Vertreter aus Industrie, Behörden und Beratung über die zentrale Frage, wie viel Cybersecurity Unternehmen tatsächlich benötigen. Neben Maher Sahli, Vivien Rose, Jens Wiesner und Michael Steinacher beteiligt sich auch Dr. Galib Krdzalic an der Podiumsdiskussion. Unter der Moderation von Oberst a. D. Ralph Thiele geht es unter anderem um die Absicherung vernetzter Wertschöpfungsketten, den Beitrag von Versicherungen zur Resilienz, Chancen und Risiken von Künstlicher Intelligenz und Quantencomputing sowie um Datensouveränität in Cloud-Umgebungen.

Gerade diese Themen zeigen, dass Cyber-Resilienz längst nicht mehr ausschließlich eine technische Disziplin ist. Sie entwickelt sich zunehmend zu einer strategischen Managementaufgabe.

Warum sich der Besuch lohnt

Der Industrial Cyber Resilience Summit richtet sich an Verantwortliche aus Produktion, OT, IT, Informationssicherheit und Management, die sich mit der Absicherung industrieller Prozesse beschäftigen.

Bemerkenswert ist die Mischung der Referenten. Vertreter aus Bundeswehr, BSI, Industrieunternehmen und Cybersecurity-Anbietern beleuchten das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven und verbinden strategische Einordnung mit konkreten Praxisbeispielen. Dadurch erhalten Teilnehmer sowohl einen Überblick über aktuelle Entwicklungen als auch Anregungen für die Umsetzung im eigenen Unternehmen.

Angesichts steigender Bedrohungslagen, neuer gesetzlicher Anforderungen und wachsender Vernetzung dürfte Cyber-Resilienz in den kommenden Jahren zu den zentralen Wettbewerbsfaktoren der Industrie zählen. Der Summit liefert dafür aktuelle Informationen, praktische Erfahrungen und die Gelegenheit zum fachlichen Austausch.

FAQ - Warum wird Cyber-Resilienz für Industrieunternehmen immer wichtiger?

Warum wird Cyber-Resilienz für Industrieunternehmen immer wichtiger? - Weil Produktionsanlagen zunehmend digital vernetzt sind und Cyberangriffe erhebliche wirtschaftliche Schäden sowie Produktionsausfälle verursachen können.

Welche Rolle spielt der Cyber Resilience Act? - Der CRA verpflichtet Hersteller dazu, Cybersecurity über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg zu berücksichtigen und nachzuweisen.

Welche Unternehmen profitieren besonders von der Konferenz? - Vor allem Maschinenbauer, Automobilzulieferer, Anlagenbauer sowie Betreiber vernetzter Produktionsanlagen.

Welche Themen stehen im Mittelpunkt? - OT-Sicherheit, Zero Trust, NIS2, Cyber Resilience Act, Monitoring, Schwachstellenmanagement, physische Sicherheit und Resilienzstrategien.

Wer sollte teilnehmen? - Geschäftsführer, Produktionsleiter, OT- und IT-Verantwortliche, CISOs, Werksleiter sowie Verantwortliche für Compliance und Informationssicherheit.

Was zeichnet das Programm aus?  -Die Kombination aus Praxisberichten, Behördenperspektive, regulatorischen Entwicklungen und strategischer Einordnung bietet einen umfassenden Überblick über aktuelle Herausforderungen und Lösungsansätze.