Die Herausforderung beim Einsatz von KI ist keine technologische, sondern eine geistige, meint unser Kolumnist Andreas Syska.

Die Herausforderung beim Einsatz von KI ist keine technologische, sondern eine geistige, meint unser Kolumnist Andreas Syska. (Bild: Summit Art Creations - stock.adobe.com)

Nun soll es also die KI richten, die Künstliche Intelligenz: Den Fachkräftemangel beheben, die Wirtschaft ankurbeln, vielleicht sogar den Klimawandel stoppen. Bits und Bytes als Wundermittel. Auch in den Fabriken. Mal wieder.

Blind vor Hoffnung ist man drauf und dran, die Fehler der Vergangenheit zu wiederholen, formuliert einmal mehr überzogene Erwartungen und stülpt eine neue Technologie über schlechte Prozesse mit schlechten Daten – verbunden mit allgemeiner Phantasielosigkeit, was die Chancen dieser Technologie angeht.

Es sind genau die Dinge, an denen CIM und Industrie 4.0 - ich will nicht sagen gescheitert - aber weit unter ihren Möglichkeiten geblieben sind.

Denn Prozesse, die am Kunden vorbeigehen, werden dies auch KI-gestützt tun - in nie gekannter Konsequenz. Und Verschwendung bleibt Verschwendung - sie wird durch KI nicht eliminiert, sondern digitalisiert. Das kann man nennen, wie man will, aber bitte nicht „Fortschritt“.

Ob Metaverse, Mustererkennung oder Predictive Maintenance: alles schön und gut - ich will das auch nicht kleinreden.

KI: Es geht um Verfeinerung

Aber bei allem Respekt für die technischen Lösungen: Statt mittels KI in den Fabriken das Bestehende auf den Kopf zu stellen oder gar kreativ zu zerstören, geht es dabei stets um seine Verfeinerung. Revolutionäres oder Disruptives ist hier nicht zu erkennen. Wer sagt zum Beispiel das Produktion in Zukunft noch in Fabriken stattfinden muss?

KI kann selbstlernend sein, sind wir es eigentlich auch? Lernen wir aus den Fehlern der Vergangenheit? Wirklich?

Der Autor möchte nicht falsch verstanden werden: er liebt Technologie. Wie könnte es als Ingenieur auch anders sein?

KI? Unbedingt. Aber nicht als Selbstzweck und schon gar nicht als hübsche Kulisse in einem Illusionstheater.

Künstliche Intelligenz - verständlich erklärt

Künstliche Intelligenz

Ob in der Industrie oder im privaten Umfeld - Künstliche Intelligenz ist in aller Munde. Doch was bedeutet Künstliche Intelligenz. Wir beantworten in diesem Artikel die wichtigsten Fragen zu diesem Thema.

KI nimmt Out-of-the-Box-Denken nicht ab

Die Herausforderung beim Einsatz von KI ist keine technologische, sondern eine geistige. Out-of-the-Box-Denken nimmt die KI uns nicht ab. Die Entwicklung der Vision einer Produktion der Zukunft auch nicht. Das müssen wir schon selber machen.

Denken wir klein, wird die KI auch klein denken. Denken wir groß und stellen der KI die großen Fragen, erhalten wir auch die großen Antworten.

Das ist Prof. Dr. Andreas Syska

Prof. Dr. Andreas Syska.
Prof. Dr. Andreas Syska. (Bild: Syska)

Die Faszination für Produktion begleitet ihn sein gesamtes Berufsleben lang. Nach Maschinenbaustudium und Promotion an der RWTH Aachen war er bei der Robert Bosch GmbH tätig, zuletzt als Produktionsleiter.

 

Als Professor für Produktionsmanagement an der Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach gibt er seinen Studenten und Industriepartnern ein größtmögliches Stück dieser Faszination weiter.

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