Was sind Flurförderzeug-Hersteller?

Flurförderfahrzeuge sind Transportmittel, die vorwiegend in Lager- und Produktionshallen eingesetzt werden. Unterschieden wird zwischen horizontalen und vertikalen Transport- und Flurfördermitteln. Mit Gabelstapler und Hubwagen wird horizontal gearbeitet, also auf der Ebene. Mit einem Teleskopstapler werden Arbeiten in mehreren Metern Höhe verrichtet. Verschiedene Hersteller produzieren diese Art von Transport- und Fördermitteln. Zu den umsatzstärksten Herstellern gehören Mitsubishi Nichiyi, Kion Group und Toyota Industries.

Wirtschaft: So steht es um die Flurförderzeug-Hersteller

Lagerhaltung boomt und die Nachfrage nach Gabelstaplern & Co steigt weiter. Wer sich vor dem Brexit, vor Strafzöllen und Handelskriegen fürchtet, geht auf Nummer sicher. Die Folge: Industrie und Autobauer füllen ihre Lager mit Rohstoffen, Komponenten und Bauteilen statt nur auf Just in Time zu setzen. Der Profiteur dieses Trends ist die Sparte der Flurförderzeug-Branche, die in den vergangenen beiden Jahren zweistellige Wachstumsraten verzeichnen konnte.

Es geht nach oben: Rund 18 Prozent mehr Aufträge verzeichneten die Gabelstapler-Hersteller und Anbieter von Lagertechnik im Jahr 2017. Damit erreichte der Markt ein Volumen von 1.395.000 Fahrzeugen. Laut Worldwide Industrial Truck Statistics (WITS) ging dieser Trend 2018 weiter: Es fand eine erneute Steigerung um rund zehn Prozent auf 1,537,979 georderte Handlinghelfer statt. Für das laufende Jahr rechnet der VDMA Fachverband Fördertechnik und Intralogistik insgesamt für die gesamte deutsche Intralogistikbranche mit einem Plus von drei Prozent.

Ein wichtiger Teil dieses Wachstums kommt aus Asien. Dort ist die Nachfragen nach Stapler und Co. groß. 2017 wuchsen die Auftragseingänge hier um 28 Prozent, während es in der EU vergleichsweise gemäßigt zuging, hier verzeichnete man ein Plus von zwölf Prozent. China & Co wuchsen also in den vergangenen 24 Monaten mehr als doppelt so stark wie Europa. Insgesamt geht jeder vierte weltweit produzierte Stapler nach China.

Blick in die Zukunft: Hersteller von Staplern sind positiv gestimmt

„2018 war ein sehr starkes Jahr für die Intralogistikbranche. Eine Wiederholung dieses Erfolgs in 2019 sehen wir mit Blick auf die aktuellen Auftragseingänge eher nicht“, konstatiert Sascha Schmel, Geschäftsführer des VDMA Fachverbands Fördertechnik und Intralogistik. „Wir werden demnächst die vorläufig geschätzten Daten für 2018 auf gesicherte Füße stellen können. Es zeichnet sich aber schon ab, dass speziell die Flurförderzeug-Hersteller dazu einen guten Anteil geleistet haben“, so Schmel.

Die Mehrheit der Hersteller ist positiv gestimmt und erwartet weitere positive Geschäftsergebnisse. Allerdings scheinen die Höhenflüge der letzten Jahre vorbei. Die Branche beobachtet insgesamt eine Nachfrage nach Flurförderzeugen auf hohem Niveau.

Allerdings kann es sich bei dem Boom in 2017 und 2018 auch um Vorzieheffekte gehandelt haben, die den Trend nach oben verstärkten. Dass bei vielen importierenden und exportierenden Industrieunternehmen Unsicherheit bezüglich politischer Entwicklungen herrscht und deshalb die Bevorratung von Produkten und Teilen vermehrt stattfindet, wird ebenfalls beobachtet. Diese Verunsicherung könnte den Trend nach verstärkter Lagerhaltung und damit die Nachfrage nach Hubwagen und Staplern befeuern.

Gabelstapler-Weltmarkt profitiert von Automatisierung und Industrie 4.0

Nicht zuletzt wirken sich auch die Megatrends Automatisierung und Industrie 4.0 sowie der E-Commerce positiv auf ihre Absätze aus. Die Kion Group, die unter anderem die Marken Still und Linde unter sich vereint, ist auch im Jahr 2019 weiter klar auf Kurs. „Wir sind dynamisch in das neue Geschäftsjahr gestartet und haben in allen operativen Segmenten unsere hervorragende Marktposition untermauert“, sagt Vorstandsvorsitzender Gordon Riske. Das zeige: Die konsequente Umsetzung der Strategie Kion 2027 mit den fünf Handlungsfeldern Energie, Digital, Automation, Innovation und Leistung zahlt sich aus.

Erwartungsgemäß habe sich das Neugeschäft für Flurförderzeuge im ersten Quartal 2019 normalisiert. Für das Gesamtjahr geht Riske von einem Wachstum aus, das sich bei einem langfristigen Trend von vier Prozent einpendeln werde. Im Segment Supply-Chain-Solutions wird weiterhin ein Marktwachstum im hohen einstelligen Prozent-Bereich erwartet. Kion will an die erfolgreiche Entwicklung von 2018 anknüpfen und erwartet zwischen 8.250 und 8.950 Millionen Euro Auftragswert für dieses Jahr. Für das bereinigte EBIT wird ein Zielkorridor von 805 Millionen Euro bis 875 Millionen Euro angestrebt.

Die Zahlen von WITS zeigen auch: Immer mehr lagertechnische Geräte werden verkauft. Das Produktsegment wächst stärker als andere. Damit verbunden: Das Segment der elektrifizierten Warenbeförderer steigt stärker als der Verkauf von dieselbetriebenen Gegengewichtsstaplern.

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Gabelstapler-Hersteller setzen auf Akkus statt auf Diesel

Hier liegt die Lithium-Ionen-Technologie in der Neuanschaffung vor den Blei-Säure-Batterien. Bei der Konstruktion neuer Fahrzeuge gehen die Hersteller inzwischen immer kreativere Wege: Der Wegfall großer und schwerer Batterieblöcke im Stapler führt dazu, dass nicht mehr die Energiequelle als zentrales Element gesehen wird. Aspekte wie Ergonomie und Sicherheit geraten mehr in den Vordergrund, die vergleichsweise kleineren und leichteren Akkus können anders und weniger störend im Fahrzeug verbaut werden.

Ein gelungenes Beispiel zeigt der Schubmaststapler ETV 216i von Jungheinrich, der im Frühjahr mit dem Branchenpreis IFOY Award ausgezeichnet wurde. Die integrierte Li-Ionen-Batterie, die zusammen mit dem Fahrzeug ganz neu konstruiert wurde, ist in diesem Fahrzeug außergewöhnlich kompakt. Dadurch ergeben sich für den Benutzer ganz neue Freiräume. Ein geräumiger Fußraum und die in zwei Richtungen einstellbare Armlehne lassen den Fahrer nicht so schnell ermüden. Durch die kompakte Batterie wird die Sicht in Gabelrichtung nicht eingeschränkt. Die Last und die Radarme sind stets einsehbar.

Nicht bei Jungheinrich im Speziellen, sondern allgemein bei Nutzung der Li-Ionen-Technologie ergeben sich in der Ladepraxis große Vorteile: Lithium-Ionen-Akkus können schneller geladen und ohne großen Aufwand getauscht werden, sodass die Flurförderzeuge gleichmäßiger ausgelastet werden können. Angenehmer Nebeneffekt: Auch das Lademanagement kann nun einfacher darauf ausgelegt werden, teure Lastspitzen zu vermeiden.

US-Unternehmen setzen auf alternative Antriebe

Alternative Antriebe wie die Brennstoffzelle, die Hersteller Still unter der Marke Fuel Cell anbietet, sind derzeit vor allem in den USA gefragt. In Europa ziehen Unternehmen aber langsam nach.

Die Brennstoffzellen-Technologie des Hamburger Unternehmens erzeugt direkt an Bord des Fahrzeugs den Strom, den die elektrischen Antriebe für Fahren, Hydraulik und die Nebenaggregate benötigen. Getankt wird an der internen Wasserstofftankstelle, das ersetzt den Batteriewechsel.

Für 2019 erwartet Jungheinrich, dass der weltweite Markt für Flurförderzeuge weniger dynamisch wachsen oder sogar etwas zurückgehen wird. Das ergeben die gegenüber dem Vorjahr geringeren Wachstumsprognosen - sowohl global als auch für die einzelnen Regionen. Die im 1. Quartal 2019 deutlich über dem Vorjahr liegende Nachfrage in China konnte die stark rückläufigen Bestellungen in Nordamerika und das sinkende Marktvolumen in Europa nicht kompensieren.

Im Kernmarkt Europa gehen die Hamburger von einem Anstieg des Marktvolumens im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich aus, jedoch kann ein leichter Rückgang gegenüber 2018 nicht ausgeschlossen werden. Es ist zu erwarten, dass die Entwicklung in einzelnen Märkten und Produktsegmenten sehr unterschiedlich ausfallen wird.

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Sind die Gabelstapler-Hersteller bereit für die Digitalisierung?

Dem strategischen Wachstumsziel, 4 Milliarden Euro Umsatz für das Geschäftsjahr 2020, ist das Unternehmen im vergangenen Jahr mit einem Umsatz von 3,80 Milliarden Euro und einem Auftragseingang von 3,97 Milliarden Euro einen großen Schritt nähergekommen. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2019 hat Jungheinrich seinen Wachstumskurs wiederum fortgesetzt.

Auftragseingang (+11%), Umsatz (+9%) sowie alle Ergebnisgrößen wurden gegenüber dem Vorjahreszeitraum trotz eines zunehmend herausfordernden Marktumfeldes gesteigert. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet Jungheinrich einen Auftragseingang zwischen 4,05 Milliarden Euro und 4,20 Milliarden Euro. Der Konzernumsatz dürfte sich innerhalb einer Bandbreite von 3,85 Milliarden Euro bis 4,05 Milliarden Euro bewegen. Das EBIT sollte 2019 aus heutiger Sicht bei einem Wert zwischen 275 Millionen Euro und 295 Millionen Euro liegen. Wir rechnen mit einer EBIT-Rendite von 7,0 Prozent bis 7,4 Prozent.

Die Megatrends Digitalisierung und Automatisierung gehen natürlich an der Branche der Flurförderzeuge nicht vorbei. Den IFOY Award in der Kategorie Intralogistics Software holte ein Wiener Unternehmen. Die Cargometer GmbH wurde für ihre Software „On-the-fly Freight Dimensioning“ ausgezeichnet.

Damit brachten die Österreicher ein Tool für die Frachtvermessung am fahrenden Stapler auf den Markt. Die 3D-Objektvermessung erfolgt über Kameras, die auf den Hallentoren installiert werden. Die Software ermöglicht Vermessung und damit Tarifermittlung der Fracht in kürzerer Zeit.

Autonomes Fahren im Einsatz in der Intralogistik

Beim Thema autonomes Fahren ist die Branche den Automobilherstellern weit voraus. Ob ganzer Routenzug, automatischer Schlepper oder Mitfahrplattformen: Viele Transportsysteme kommen heute ohne Fahrer aus. Genannt sei hier beispielsweise das Fahrerlose Transportsystem (FTS) AGV Proant von Insystems Automation. Das autonom navigierende Fahrzeug kann neben einzelnen oder gestapelten Behältern Bodenroller in den Maßen 600 mal 400 Millimeter bis zu einem Gesamtgewicht von 100 Kilogramm vom Boden aufnehmen.

Ideal für den innerbetrieblichen Materialfluss kleiner Bauteile, von Schüttgut oder zur Beschickung von Bauteilen bei Montagevorgängen und kommt ohne Übergabestationen oder Förderbänder aus. Der Algorithmus erkennt Kisten oder Paletten in der Umgebung und steuert diese an.

Bereits seit Jahren steigt die Anzahl der Flurförderfahrzeuge, die über Leasing finanziert werden. „Grundsätzlich lohnt es sich vor jeder einzelnen Anschaffung zu prüfen, ob Leasing für das jeweilige Unternehmen Sinn macht“, erläutert Vertriebsleiter der Nürnberger Leasing GmbH, Thomas Koch. Neben den klassischen Vorteilen der Finanzierungsform, beispielsweise, dass Firmen ihre Eigenkapitalquote schonen und damit bei Banken und Partnern ihr Rating verbessern, sieht Koch vor allem die Auslagerung von Risiken als Vorteil.

Wie das Leasing von Gabelstaplern funktioniert

„Es gibt immer wieder technologische Veränderungen bei den Staplern, etwa bei der Antriebstechnik. Es ist durchaus möglich und üblich, das Fahrzeug während eines laufenden Vertrags gegen ein effizienteres oder ergonomischeres Modell zu tauschen“, erläutert Koch. Die Nürnberger Leasing Gruppe verleast mehr als 250 Flurförderzeuge im Jahr.

Klassischerweise werden Leasingverträge über 36 oder 48 Monate abgeschlossen. „Ein überschaubarer Zeitraum, für den die eigene Markteinschätzung realistisch bleibt“, so das Mitglied der Geschäftsleitung. Die monatliche Leasingrate richtet sich nach den Betriebsstunden, die ein Fahrzeug ableistet. Optional können Leasingnehmer auch beispielsweise Versicherungen, Wartung und Service einpreisen lassen.

Beim Leasing outgesourct wird aber auch die Vermarktung des Altfahrzeugs. Endet die Laufzeit des Vertrags, kann das Fahrzeug zurückgegeben werden oder ein Dritter kann dieses erwerben. Im Rahmen des Leasings können Full-Service-Verträge abgeschlossen werden, die das Risiko von wartungs- oder reparaturbedingten Ausfällen minimieren.

Text: Leila Haidar

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