Was sind Flurförderzeug-Hersteller?

Flurförderfahrzeuge sind Transportmittel, die vorwiegend in Lager- und Produktionshallen eingesetzt werden. Unterschieden wird zwischen horizontalen und vertikalen Transport- und Flurfördermitteln. Mit Gabelstapler und Hubwagen wird horizontal gearbeitet, also auf der Ebene. Mit einem Teleskopstapler werden Arbeiten in mehreren Metern Höhe verrichtet. Verschiedene Hersteller produzieren diese Art von Transport- und Fördermitteln. Zu den umsatzstärksten Herstellern gehören Mitsubishi Nichiyi, Kion Group und Toyota Industries.

Wirtschaft: So steht es um die Flurförderzeug-Hersteller

Lagerhaltung boomt und die Nachfrage nach Gabelstaplern & Co steigt weiter. Wer sich vor dem Brexit, vor Strafzöllen und Handelskriegen fürchtet, geht auf Nummer sicher. Die Folge: Industrie und Autobauer füllen ihre Lager mit Rohstoffen, Komponenten und Bauteilen statt nur auf Just in Time zu setzen. Der Profiteur dieses Trends ist die Sparte der Flurförderzeug-Branche, die in den vergangenen beiden Jahren zweistellige Wachstumsraten verzeichnen konnte.

Das weltweite Marktvolumen belief sich laut Worldwide Industrial Truck Statistics (WITS) 2019 auf über 1,5 Milliarden Einheiten, wobei Asien, Europa und Nordamerika die Hauptmärkte waren. Laut einer Umfrage aus dem Jahr 2019 planten über 60 Prozent der Lager- und Distributionszentrenbetreiber in den USA, in naher Zukunft in Flurförderzeuge zu investieren, während 56 Prozent bereits im Vorjahr in Gabelstapler und Gabelstapler investiert hatten.

Hersteller von Staplern blicken auf starkes Jahr zurück

Die deutschen Intralogistikanbieter haben das Jahr 2019 mit einem Produktionsvolumen von 24,4 Milliarden Euro und damit mit einem Plus von sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr beendet. Angesichts der globalen Unsicherheiten und Konjunkturschwankungen unterstreicht der gute Geschäftsverlauf des vergangenen Jahres die nach wie vor stabilen Megatrends, insbesondere von E-Commerce und der Globalisierung von Lieferketten. Bereits 2018 hatten die Hersteller ein starkes Wachstum verzeichnet, das sich bis weit in das Jahr 2019 hinein fortgesetzt hat.

Deutsche Intralogistikexporte

Die Lösungen der deutschen Fördertechnik- und Intralogistikhersteller sind weltweit stark gefragt. Im zurückliegenden Jahr 2019 steigerten die deutschen Hersteller ihre Ausfuhren um fünf Prozent auf 16,7 Milliarden Euro. Wichtigster Handelspartner bleiben die USA mit einem Exportvolumen von knapp 1,7 Milliarden Euro. Es folgen Frankreich mit 1,5 Milliarden Euro und die Niederlande mit 819 Millionen Euro. Nach wie vor bleibt der europäische Binnenmarkt wichtigster Abnehmer für deutsche Fördertechnik- und Intralogistiklösungen. Das Ausfuhrvolumen ins europäische Ausland betrug 2019 10,5 Milliarden Euro und damit vier Prozent mehr als 2018.

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Gabelstapler-Weltmarkt profitiert von Automatisierung und Industrie 4.0

Nicht zuletzt wirken sich auch die Megatrends Automatisierung und Industrie 4.0 sowie der E-Commerce positiv auf ihre Absätze aus. Die Kion Group, die unter anderem die Marken Still und Linde unter sich vereint, ist auch im Jahr 2019 weiter klar auf Kurs. „Als eines der global führenden Unternehmen unserer Branche haben wir 2019 auch in einem schwierigen Marktumfeld unsere Chancen genutzt und entsprechend die Strategie KION 2027 weiter vorangetrieben", sagte Gordon Riske, Vorstandsvorsitzender der Kion Group.

Im Segment Industrial Trucks & Services (Flurförderzeuge, Lagertechnik und verbundene Dienstleistungen) wurden 2019 über alle Marken hinweg rund 214.000 Neufahrzeuge bestellt. Wegen der deutlich nachlassenden Marktdynamik konnte das Segment nicht an das sehr hohe Vorjahresniveau anknüpfen (-1,4 Prozent). Der wertmäßige Auftragseingang stieg um fast zwei Prozent auf voraussichtlich rund 6,3 Milliarden Euro. Der Gesamtumsatz des Segments erhöhte sich um fast acht Prozent auf rund 6,4 Milliarden Euro und übertraf damit die Prognose.

Die Zahlen von WITS zeigen auch: Immer mehr lagertechnische Geräte werden verkauft. Das Produktsegment wächst stärker als andere. Damit verbunden: Das Segment der elektrifizierten Warenbeförderer steigt stärker als der Verkauf von dieselbetriebenen Gegengewichtsstaplern.

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Gabelstapler-Hersteller setzen auf Akkus statt auf Diesel

Hier liegt die Lithium-Ionen-Technologie in der Neuanschaffung vor den Blei-Säure-Batterien. Bei der Konstruktion neuer Fahrzeuge gehen die Hersteller inzwischen immer kreativere Wege: Der Wegfall großer und schwerer Batterieblöcke im Stapler führt dazu, dass nicht mehr die Energiequelle als zentrales Element gesehen wird. Aspekte wie Ergonomie und Sicherheit geraten mehr in den Vordergrund, die vergleichsweise kleineren und leichteren Akkus können anders und weniger störend im Fahrzeug verbaut werden.

Bei der Nutzung der Li-Ionen-Technologie ergeben sich in der Ladepraxis große Vorteile: Lithium-Ionen-Akkus können schneller geladen und ohne großen Aufwand getauscht werden, sodass die Flurförderzeuge gleichmäßiger ausgelastet werden können. Angenehmer Nebeneffekt: Auch das Lademanagement kann nun einfacher darauf ausgelegt werden, teure Lastspitzen zu vermeiden.

US-Unternehmen setzen auf alternative Antriebe

Alternative Antriebe wie die Brennstoffzelle, die Hersteller Still unter der Marke Fuel Cell anbietet, sind derzeit vor allem in den USA gefragt. In Europa ziehen Unternehmen aber langsam nach.

Die Brennstoffzellen-Technologie des Hamburger Unternehmens erzeugt direkt an Bord des Fahrzeugs den Strom, den die elektrischen Antriebe für Fahren, Hydraulik und die Nebenaggregate benötigen. Getankt wird an der internen Wasserstofftankstelle, das ersetzt den Batteriewechsel.

Ein Beispiel bietet auch Linde Material Handling mit der Wasserstoff-betriebenen Variante des Schleppermodells Linde P250. Die Vorteile der Brennstoffzellentechnik sind dabei unter anderem kurze Betankungszeiten von wenigen Minuten, die für höchste Verfügbarkeit insbesondere im Mehrschichteinsatz sorgen.Außerdem ist die Handhabung an der Wasserstoff-Zapfsäule sicher und sauber.

Weitere Pluspunkte sind die Unabhängigkeit von Stromlastspitzen und die lange Lebensdauer der Brennstoffzellen. Zudem können nationale und europäische Förderprogramme die finanzielle Attraktivität erhöhen. Wird der Wasserstoff aus Elektrolyse mit regenerativem Strom, wie zum Beispiel aus einer Photovoltaikanlage oder Kraftwärmekopplung mit Biogas gewonnen, sinken die CO2-Emissionen, was die Energie besonders umweltfreundlich und nachhaltig macht.

Der vernetzte Gabelstapler

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Sind die Gabelstapler-Hersteller bereit für die Digitalisierung?

Die Megatrends Digitalisierung und Automatisierung gehen natürlich an der Branche der Flurförderzeuge nicht vorbei. So ist die neue Generation von Lindes verbrennungsmotorischen Gegengewichtstaplern voll vernetzt. Dabei werden Fahrzeugdaten unter Anwendung höchster Sicherheitsstandards an einen zentralen westeuropäischen Cloudserver übertragen, auf den Kunden und Vertriebspartner Zugriff haben.

Umgekehrt können Daten empfangen und verarbeitet werden. So lassen sich zukünftig Software-Updates 'over the air' einspielen oder Funktionen wie etwa die Lastgewichtanzeige freischalten. Bereits jetzt ergibt sich aus der Vernetzung ein deutlicher Vorteil für den Service: Truck Health Management, Ferndiagnose und vorausschauende Wartung steigern die Fahrzeugverfügbarkeit und helfen, Kosten zu reduzieren.

Jungheinrich wiederum verankert in seiner Strategie 2025+ die Automatisierung der Intralogistik als ein zentrales Zukunfts- und Wachstumsfeld für den Konzern. Gleichzeitig intensiviert der Konzern seine Aktivitäten im Bereich der Digitalisierung und forciert in diesem Bereich die Entwicklung neuer Produkt- und Geschäftsmodelle. Priorität liegt dabei auf der konsequenten Fortentwicklung des 'digitalen Lagers' unter anderm mit Hilfe von künstlicher Intelligenz und Big Data. Das Hamburger Unternehmen baut sein Angebot an digitalen Produkten im Bereich der Warehouse-, Flotten- und Batterie-Management-Systeme aus und plant die Erweiterung seines Portfolios bei Sicherheits- und Assistenzsystemen.

Autonomes Fahren im Einsatz in der Intralogistik

Beim Thema autonomes Fahren ist die Branche den Automobilherstellern weit voraus. Ob ganzer Routenzug, automatischer Schlepper oder Mitfahrplattformen: Viele Transportsysteme kommen heute ohne Fahrer aus. Genannt sei hier beispielsweise das Fahrerlose Transportsystem (FTS) AGV Proant von Insystems Automation. Das autonom navigierende Fahrzeug kann neben einzelnen oder gestapelten Behältern Bodenroller in den Maßen 600 mal 400 Millimeter bis zu einem Gesamtgewicht von 100 Kilogramm vom Boden aufnehmen.

Ideal für den innerbetrieblichen Materialfluss kleiner Bauteile, von Schüttgut oder zur Beschickung von Bauteilen bei Montagevorgängen und kommt ohne Übergabestationen oder Förderbänder aus. Der Algorithmus erkennt Kisten oder Paletten in der Umgebung und steuert diese an.

Bereits seit Jahren steigt die Anzahl der Flurförderfahrzeuge, die über Leasing finanziert werden. „Grundsätzlich lohnt es sich vor jeder einzelnen Anschaffung zu prüfen, ob Leasing für das jeweilige Unternehmen Sinn macht“, erläutert Vertriebsleiter der Nürnberger Leasing GmbH, Thomas Koch. Neben den klassischen Vorteilen der Finanzierungsform, beispielsweise, dass Firmen ihre Eigenkapitalquote schonen und damit bei Banken und Partnern ihr Rating verbessern, sieht Koch vor allem die Auslagerung von Risiken als Vorteil.

Wie das Leasing von Gabelstaplern funktioniert

„Es gibt immer wieder technologische Veränderungen bei den Staplern, etwa bei der Antriebstechnik. Es ist durchaus möglich und üblich, das Fahrzeug während eines laufenden Vertrags gegen ein effizienteres oder ergonomischeres Modell zu tauschen“, erläutert Koch. Die Nürnberger Leasing Gruppe verleast mehr als 250 Flurförderzeuge im Jahr.

Klassischerweise werden Leasingverträge über 36 oder 48 Monate abgeschlossen. „Ein überschaubarer Zeitraum, für den die eigene Markteinschätzung realistisch bleibt“, so das Mitglied der Geschäftsleitung. Die monatliche Leasingrate richtet sich nach den Betriebsstunden, die ein Fahrzeug ableistet. Optional können Leasingnehmer auch beispielsweise Versicherungen, Wartung und Service einpreisen lassen.

Beim Leasing outgesourct wird aber auch die Vermarktung des Altfahrzeugs. Endet die Laufzeit des Vertrags, kann das Fahrzeug zurückgegeben werden oder ein Dritter kann dieses erwerben. Im Rahmen des Leasings können Full-Service-Verträge abgeschlossen werden, die das Risiko von wartungs- oder reparaturbedingten Ausfällen minimieren.

Überarbeitet von: Dietmar Poll

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