Die Innovationsausgaben der deutschen Wirtschaft erreichen 2024 mit 213 Milliarden Euro einen neuen Höchststand. Vor allem Dienstleistungen und Künstliche Intelligenz treiben die Entwicklung – trotz Konjunkturflaute und hoher Unsicherheiten.
Die Innovationsplanungen der Unternehmen für die kommenden Jahre bewegen sich weiterhin auf konstantem Niveau – ein Hinweis darauf, dass Firmen trotz Unsicherheiten nicht von ihren Innovationsstrategien abrücken.natali_mis - stock.adobe.com)
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Die Unternehmen in Deutschland investieren so viel in Innovationen wie noch nie zuvor. Im Jahr 2024 stiegen die Innovationsausgaben auf 213,3 Milliarden Euro – ein Zuwachs von 4,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das zeigt die Innovationserhebung 2025 des ZEW Mannheim, die im Auftrag des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) durchgeführt wurde.
Angesichts einer Inflationsrate von 3,1 Prozent bedeutet dies zwar nur einen moderaten realen Zuwachs. Dennoch sendet das Ergebnis ein klares Signal: Innovation bleibt für viele Unternehmen ein zentraler Hebel zur Sicherung ihrer Wettbewerbsfähigkeit, selbst in einem von geopolitischen Krisen, schwacher Konjunktur und hoher Kostenbelastung geprägten Umfeld.
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Auch der Blick nach vorn fällt stabil aus. Die Innovationsplanungen der Unternehmen für die kommenden Jahre bewegen sich weiterhin auf konstantem Niveau – ein Hinweis darauf, dass Firmen trotz Unsicherheiten nicht von ihren Innovationsstrategien abrücken.
Politik setzt auf Hightech und KI
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Bundesforschungsministerin Dorothee Bär unterstreicht die strategische Bedeutung der Investitionen:
„Wir wollen als Bundesregierung unser Land mit der Hightech Agenda Deutschland zum Top-Technologieland machen – für internationale Wettbewerbsfähigkeit, Wertschöpfung und technologische Souveränität.“
Besonders der zunehmende Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) stimmt die Ministerin optimistisch. KI sei ein entscheidender Wettbewerbsfaktor, den die Bundesregierung gezielt fördere – sowohl in der Forschung als auch in der industriellen und wirtschaftlichen Anwendung.
Auffällig ist laut ZEW vor allem die Verschiebung der Innovationstätigkeit hin zum Dienstleistungssektor. Während die Innovationsausgaben in der Industrie 2024 um 3,5 Prozent stiegen, legten sie in den Dienstleistungen um 8,3 Prozent zu.
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Zwar bleibt die Industrie mit 150,1 Milliarden Euro Innovationsausgaben weiterhin der mit Abstand größte Innovationsmotor. Doch der Dienstleistungssektor holt deutlich auf und kommt inzwischen auf 63,1 Milliarden Euro. Für Dr. Christian Rammer, stellvertretender Leiter des ZEW-Forschungsbereichs „Innovationsökonomik und Unternehmensdynamik“, ist das ein klares Zeichen des Strukturwandels:
„Die deutliche Zunahme der Innovationsausgaben im Dienstleistungsbereich macht den Wandel hin zu neuen, innovativen Serviceangeboten sichtbar.“
Großunternehmen dominieren – KMU holen auf
Der Großteil der Innovationsausgaben entfällt weiterhin auf Großunternehmen mit 250 und mehr Beschäftigten. Sie investierten 2024 insgesamt 178,4 Milliarden Euro, was einem Plus von 4,4 Prozent entspricht.
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Bemerkenswert ist jedoch die Dynamik bei den kleinen und mittleren Unternehmen (KMU): Ihre Innovationsausgaben stiegen um 7,1 Prozent auf 34,9 Milliarden Euro – deutlich stärker als bei den Großunternehmen. Das zeigt, dass auch der Mittelstand zunehmend bereit ist, in neue Produkte, Prozesse und Geschäftsmodelle zu investieren.
Künstliche Intelligenz gewinnt rasant an Bedeutung
Ein zentrales Ergebnis der Innovationserhebung ist der stark zunehmende Einsatz von KI. Während 2023 erst rund 14 Prozent der Unternehmen KI nutzten, lag der Anteil Ende 2024 bereits bei knapp 24 Prozent.
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Besonders weit ist die Verbreitung im Dienstleistungssektor: 28 Prozent der Dienstleister setzen KI in Produkten oder Geschäftsprozessen ein, gegenüber 19 Prozent in der Industrie. Mehr als jedes zweite Großunternehmen nutzt inzwischen KI, bei den KMU liegt der Anteil bei rund 25 Prozent.
Spitzenreiter ist die Branche Information und Kommunikation – darunter Software- und IT-Dienstleister. Hier setzen 58 Prozent der Unternehmen KI ein. Auch Beratungsunternehmen (53 Prozent) und Finanzdienstleister (37 Prozent) gehören zu den Vorreitern. In der Industrie liegt die Elektrobranche mit 35 Prozent KI-Nutzung an der Spitze.
Rahmenbedingungen bleiben entscheidend
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Trotz der grundsätzlich positiven Entwicklung warnt das ZEW vor zu großer Selbstzufriedenheit. Die hohe Unsicherheit bei der Innovationsplanung zeigt, dass Unternehmen weiterhin auf verlässliche politische Rahmenbedingungen angewiesen sind.
„Dies beginnt beim Bürokratieabbau und reicht bis zum Fachkräfteangebot, attraktiven Finanzierungsbedingungen und fairem Wettbewerb“, so Rammer. Nur dann könnten Unternehmen ihre Innovationskraft dauerhaft entfalten.
Was ist die Innovationserhebung?
Eine jährlich durchgeführte Befragung zur Innovationsaktivität deutscher Unternehmen, koordiniert vom ZEW Mannheim.
Wer führt die Studie durch?
Das ZEW Mannheim gemeinsam mit infas und dem Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI).
Welche Unternehmen werden erfasst?
Unternehmen in Deutschland mit mindestens fünf Beschäftigten – 2024 rund 369.000 Firmen.
Wie hoch waren die Innovationsausgaben 2024?
213,3 Milliarden Euro – so viel wie nie zuvor.
Welche Trends prägen die Ergebnisse?
Wachsende Bedeutung von Dienstleistungen, zunehmender KI-Einsatz und stabile Innovationsbereitschaft trotz Unsicherheiten.