Firmeninsolvenzen in Deutschland steigen

Firmeninsolvenzen steigen 2025 auf knapp 24.000 Fälle

Die Firmeninsolvenzen in Deutschland haben 2025 erneut zugenommen. Mit rund 24.000 Fällen wurde laut Analyse von CRIF Deutschland der höchste Stand seit 2014 erreicht.

Die Firmeninsolvenzen erreichten den höchsten Stand seit 2014

Summary: CRIF Deutschland meldet für 2025 rund 24.000 Firmeninsolvenzen in Deutschland, ein Plus von 9,6 % gegenüber 2024. Ursachen sind steigende Kosten, geopolitische Unsicherheiten und schwache Konsumnachfrage. Für 2026 wird ein weiterer Anstieg erwartet.

Wie stark sind die Firmeninsolvenzen 2025 gestiegen?

Die Zahl der Firmeninsolvenzen in Deutschland ist im Jahr 2025 deutlich gestiegen. Insgesamt wurden rund 24.000 Unternehmensinsolvenzen registriert. Im Vergleich zum Jahr 2024 mit 21.964 Fällen entspricht dies einem Anstieg von 9,6 %.

Damit erreichen die Insolvenzen den höchsten Stand seit dem Jahr 2014. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse der Firmeninsolvenzen 2025 von CRIF Deutschland.

Welche wirtschaftlichen Faktoren treiben die Entwicklung?

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben sich nach Einschätzung des Unternehmens im vergangenen Jahr weiter verschlechtert. Viele Betriebe sehen sich mit steigenden Energie- und Produktionskosten konfrontiert. Hinzu kommen Unsicherheiten durch geopolitische Konflikte sowie zunehmende bürokratische Anforderungen.

Auch anhaltende Belastungen in Lieferketten und Absatzmärkten spielen eine Rolle. Gleichzeitig bleibt die Konsumneigung privater Haushalte gedämpft, da höhere Lebenshaltungskosten das verfügbare Einkommen reduzieren.

„Die Rahmenbedingungen haben sich im zurückliegenden Jahr weiter verschlechtert. Viele Unternehmen litten unter hohen Energie- und Produktionskosten, Unsicherheiten durch geopolitische Konflikte, steigender Bürokratie sowie anhaltenden Belastungen in Lieferketten und Absatzmärkten. Zugleich blieb die Konsumneigung der privaten Haushalte gedämpft, da gestiegene Lebenshaltungskosten das verfügbare Einkommen sichtbar schmälerten. Für zahlreiche Betriebe - insbesondere kleinere Unternehmen und mittelständische Strukturen - führte diese Situation zu einem wachsenden finanziellen Druck, der sich in der erneuten Zunahme der Insolvenzen widerspiegelt", kommentiert CRIF Deutschland Geschäftsführer Dr. Frank Schlein die aktuellen Zahlen.

Welche Rolle spielt die geopolitische Lage?

Trotz leicht verbesserter Stimmung in Unternehmen bleibt die wirtschaftliche Entwicklung laut CRIF unsicher. Der Irankrieg habe zu deutlichen Preissteigerungen bei Öl und Gas geführt und damit die Aussichten für Inflation und wirtschaftliches Wachstum verschlechtert.

„Viele positive Signale der vergangenen Monate verlieren dadurch an Wirkung, da Energie- und Beschaffungskosten für zahlreiche Branchen weiter ansteigen. Die geopolitische Lage bleibt angespannt, und die weitere Entwicklung des Konflikts ist schwer absehbar, was Investitionen und langfristige Planung zusätzlich erschwert", so Dr. Schlein.

Vor diesem Hintergrund erwartet CRIF auch für das Jahr 2026 einen weiteren Anstieg der Firmeninsolvenzen auf rund 24.800 Fälle. Das entspräche einem Plus von etwa 3 %.

Welche Regionen besonders betroffen sind

Die Analyse zeigt deutliche regionale Unterschiede. Die höchste Insolvenzdichte verzeichnete im Jahr 2025 Berlin mit 117 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen. Der bundesweite Durchschnitt lag bei 77 Fällen je 10.000 Firmen.

Überdurchschnittliche Werte wurden auch in Nordrhein-Westfalen mit 103 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen, Hamburg mit 98, Hessen mit 88 sowie Bremen mit 85 registriert.

Am unteren Ende der Statistik liegen Thüringen mit 51 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen, Brandenburg mit 53 sowie das Saarland und Mecklenburg-Vorpommern mit jeweils 54 Fällen. Bayern weist mit 56 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen ebenfalls vergleichsweise niedrige Werte auf.

Absolut betrachtet meldeten Nordrhein-Westfalen mit 6.502 Fällen, Bayern mit 3.316 sowie Baden-Württemberg mit 2.706 die meisten Firmeninsolvenzen.

Wo die Insolvenzen besonders stark steigen

Besonders starke Zuwächse gegenüber dem Vorjahr gab es in Hessen mit einem Plus von 27,2 %. Auch Thüringen mit 21,7 %, Sachsen-Anhalt mit 20,4 % und Rheinland-Pfalz mit 16,4 % verzeichneten deutliche Anstiege.

Rückgänge wurden lediglich in vier Bundesländern festgestellt. Berlin meldete ein Minus von 7,8 %, Bremen von 10,1 %. Im Saarland gingen die Insolvenzen sogar um 27,9 % zurück. In Mecklenburg-Vorpommern blieb die Entwicklung nahezu stabil mit einem Rückgang von 0,9 %.

Welche Unternehmen besonders häufig betroffen sind

Ein Blick auf das Alter der insolventen Unternehmen zeigt, dass ein Großteil der betroffenen Firmen noch vergleichsweise jung ist. Insgesamt 58,6 % der insolventen Unternehmen waren zum Zeitpunkt der Insolvenz jünger als zehn Jahre.

Dabei entfallen 7,7 % auf Unternehmen im Alter von 0 bis 2 Jahren, 12,8 % auf 3 bis 4 Jahre alte Firmen sowie 15,2 % auf Unternehmen mit fünf bis sechs Jahren Marktpräsenz. Weitere 13,2 % waren sieben bis acht Jahre und 9,7 % neun bis zehn Jahre alt.

Unternehmen mit mehr als zehn Jahren Marktpräsenz machten 41,4 % der Insolvenzen aus.

Wie viele Unternehmen aktuell als gefährdet gelten

Neben den tatsächlichen Insolvenzen zeigen auch Frühindikatoren eine zunehmende wirtschaftliche Belastung vieler Unternehmen. Laut CRIF gelten derzeit 322.470 Unternehmen in Deutschland als insolvenzgefährdet. Das entspricht einem Anteil von 10,3 % aller Firmen.

Damit liegt der Anteil um 1,4 Prozentpunkte über dem Vorjahr. Die Berechnung basiert auf einer Analyse zahlreicher wirtschaftlicher Kennzahlen wie Bilanzen, Gewinn- und Verlustrechnungen, Mitarbeiter- und Umsatzzahlen sowie Zahlungserfahrungen und gerichtlichen Negativmerkmalen, wie aus der Mitteilung hervorgeht.

Als insolvenzgefährdet gelten Unternehmen, die aktuell einen Bonitätsindex zwischen 4,5 und 6,0 aufweisen.

mit Material von OTS/dpa

Überblick: Firmeninsolvenzen 2025

• Wie viele Firmeninsolvenzen gab es 2025 in Deutschland? – Laut Analyse von CRIF Deutschland wurden im Jahr 2025 rund 24.000 Firmeninsolvenzen registriert. Das entspricht einem Anstieg von 9,6 % gegenüber 2024.

• Warum steigen die Firmeninsolvenzen in Deutschland? – Als zentrale Ursachen gelten hohe Energie- und Produktionskosten, geopolitische Unsicherheiten, steigende Bürokratie sowie schwache Nachfrage.

• Wie entwickeln sich die Firmeninsolvenzen 2026? – CRIF erwartet für 2026 einen weiteren Anstieg auf etwa 24.800 Fälle, was einem Plus von rund 3 % entspricht.

• Wie viele Unternehmen gelten aktuell als insolvenzgefährdet? – Laut CRIF gelten derzeit 322.470 Unternehmen in Deutschland als insolvenzgefährdet. Das entspricht 10,3 % aller Firmen.