Die Materialknappheit in der Industrie nimmt sprunghaft zu. Laut Ifo Institut berichten im April deutlich mehr Unternehmen von Engpässen bei Vorprodukten.
Die Zunahme der Material-Engpässe zeigt sich vor allem in Branchen, die stark von ölbasierten und energieintensiven Vorprodukten abhängig sind.Bernice - stock.adobe.com
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Summary: Das Ifo Institut meldet für April 2026 einen deutlichen Anstieg der Materialknappheit in der Industrie. Besonders betroffen sind chemische Industrie, Gummi- und Kunststoffwaren, Maschinenbau, elektrische Ausrüstungen und Automobilindustrie. Auslöser sind belastete Lieferketten, der Konflikt im Nahen Osten und Einschränkungen im Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus.
Warum steigt die Materialknappheit in der Industrie?
Die Versorgung der Industrie mit Vorprodukten hat sich zuletzt deutlich verschlechtert. Wie aus der aktuellen Umfrage des ifo Instituts hervorgeht, berichteten im April 13,8 % der Unternehmen in der Industrie von Engpässen bei der Beschaffung von Materialien. Im Januar lag der Anteil noch bei 5,8 %.
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Damit hat sich die Lage innerhalb weniger Monate spürbar zugespitzt. Für die Industrie bedeutet das erneut wachsenden Druck auf Beschaffung, Produktion und Lieferketten.
„Die Lieferketten geraten spürbar unter Druck“, sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo Umfragen. „Der Konflikt im Nahen Osten und die Einschränkungen im Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus wirken sich zunehmend auf die Versorgung mit Vorprodukten aus.“
Die Zunahme der Engpässe zeigt sich vor allem in Branchen, die stark von ölbasierten und energieintensiven Vorprodukten abhängig sind. Besonders deutlich fällt der Materialmangel in der chemischen Industrie aus. Dort berichteten 31,1 % der Unternehmen von Engpässen.
Auch bei den Herstellern von Gummi- und Kunststoffwaren hat sich die Situation verschärft. Der Anteil der Unternehmen mit Materialmangel stieg dort auf 22,9 %. Damit sind vor allem Bereiche betroffen, in denen petrochemische Vorprodukte eine wichtige Rolle in der Wertschöpfung spielen.
Materialknappheit erreicht Maschinenbau und Elektrotechnik
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Weitere zentrale Industriezweige melden ebenfalls zunehmende Probleme bei der Beschaffung. Im Maschinenbau stieg der Anteil der Unternehmen mit Materialengpässen auf 14,8 %. Bei den Herstellern elektrischer Ausrüstungen lag der Wert bei 17,2 %.
Auch die Automobilindustrie berichtet wieder häufiger von Schwierigkeiten bei der Versorgung mit Vorprodukten. Damit erreicht die Materialknappheit mehrere Schlüsselbranchen der deutschen Industrie gleichzeitig.
Wie wirken sich Rohstoff- und Energielieferungen aus?
„Die aktuellen Entwicklungen zeigen, wie stark die Industrie von globalen Rohstoff- und Energielieferungen abhängt“, so Wohlrabe.
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Nach Angaben in der Mitteilung wird rund ein Fünftel des globalen Ölangebots über die Straße von Hormus abgewickelt. Störungen in diesem Bereich können sich insbesondere bei petrochemischen Vorprodukten schnell entlang der industriellen Wertschöpfungsketten bemerkbar machen.
Für energieintensive und rohstoffnahe Branchen erhöht sich damit der Druck auf die Versorgungssicherheit. Die ifo-Zahlen zeigen, dass die Beschaffungsprobleme nicht auf einzelne Sektoren begrenzt bleiben, sondern zunehmend breitere Teile der Industrie erfassen.
Quelle: Ifo Institut
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Materialengpässe: Die Hintergründe
• Warum nimmt die Materialknappheit in der Industrie zu? – Laut ifo Institut geraten Lieferketten durch den Konflikt im Nahen Osten und Einschränkungen im Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus stärker unter Druck.
• Wie stark ist die Materialknappheit in der Industrie gestiegen? – Im April meldeten 13,8 % der Industrieunternehmen Engpässe bei Materialien, nach 5,8 % im Januar.
• Welche Branchen sind von der Materialknappheit in der Industrie besonders betroffen? – Besonders betroffen sind chemische Industrie, Gummi- und Kunststoffwaren, Maschinenbau, elektrische Ausrüstungen und Automobilindustrie.
• Welche Rolle spielt die Straße von Hormus für die Materialknappheit in der Industrie? – Rund ein Fünftel des globalen Ölangebots wird über die Straße von Hormus abgewickelt, was bei Störungen Auswirkungen auf petrochemische Vorprodukte haben kann.
• Was bedeutet die Materialknappheit in der Industrie für die Wertschöpfungskette? – Störungen bei petrochemischen Vorprodukten können sich schnell in der gesamten industriellen Wertschöpfungskette bemerkbar machen.