Die Dürr-Halbjahreszahlen 2026 zeigen eine leicht verbesserte operative Marge. Belastungen entstehen vor allem durch BBS Automation und eine Wertminderung von 94,9 Mio. EUR.
Dürr verbessert im ersten Halbjahr 2026 die operative Marge leicht. Belastungen entstehen vor allem durch die schwächere Entwicklung bei BBS Automation und eine Wertminderung von 94,9 Mio. EUR.Dürr
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Zusammenfassung Dürr Halbjahresbericht 2026: Dürr erzielte im ersten Halbjahr 2026 einen Umsatz von 1,92 Mrd. EUR und bestätigte am 6. August die Konzernprognose. Bei BBS Automation soll das Programm Vector ab 2027 jährlich rund 30 Mio. EUR einsparen; 2026 und 2027 sollen weltweit rund 500 Stellen entfallen. Die schwächere Entwicklung in der Automatisierung wird nach Angaben des Konzerns durch andere Geschäftseinheiten kompensiert.
Wie entwickeln sich die Dürr-Halbjahreszahlen 2026?
Der Dürr-Konzern hat im ersten Halbjahr 2026 einen Auftragseingang von 1,871 Mrd. EUR verbucht. Damit lag das Bestellvolumen 0,8 % unter dem Vorjahreswert von 1,887 Mrd. EUR. Bereinigt um Wechselkurseffekte wäre der Auftragseingang nach Angaben des Unternehmens um 46,7 Mio. EUR höher ausgefallen.
Im zweiten Quartal entwickelte sich das Neugeschäft deutlich dynamischer. Der Auftragseingang stieg gegenüber dem von Zollkonflikten geprägten Vorjahresquartal um 13,3 % auf 914 Mio. EUR. Haupttreiber war die Division Automotive mit einem Zuwachs von 27,9 %. Industrial Automation steigerte den Auftragseingang im zweiten Quartal um 13,5 %, während Woodworking einen Rückgang von 7,5 % verzeichnete.
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Der Konzernumsatz erreichte in den ersten sechs Monaten 1,922 Mrd. EUR und lag damit 4,3 % unter dem Vorjahreswert. Im zweiten Quartal setzte Dürr 981,3 Mio. EUR um. Gegenüber dem Auftaktquartal entspricht dies einem sequenziellen Plus von 4,4 %. Ausschlaggebend war vor allem die beschleunigte Abwicklung mehrerer Großprojekte im Automotive-Geschäft.
Der Auftragsbestand belief sich zum 30. Juni 2026 auf 3,708 Mrd. EUR. Gegenüber dem Jahresende 2025 blieb er damit nahezu stabil, lag jedoch 4,3 % unter dem Wert des Vorjahresstichtags. Die Book-to-Bill Ratio erreichte 0,97.
Das EBIT vor Sondereffekten betrug im ersten Halbjahr 81 Mio. EUR und blieb damit praktisch auf Vorjahresniveau. Da der Umsatz zurückging, verbesserte sich die bereinigte EBIT-Marge von 4,0 auf 4,2 %. Im zweiten Quartal stieg sie von 4,2 auf 4,3 %.
Zu dieser Entwicklung trugen vor allem rückläufige Vertriebs- und Verwaltungskosten bei. Die Funktionskosten sanken im ersten Halbjahr um 3,9 %. Die Verwaltungskosten gingen um 8,6 % zurück, die Vertriebskosten um 5,1 %. Gleichzeitig erhöhte Dürr die Forschungs- und Entwicklungskosten um 7,8 %. Schwerpunkte waren Digitalprodukte und die Energieeffizienz der angebotenen Lösungen.
Die Bruttomarge legte leicht von 22,5 auf 22,6 % zu. Positive Effekte kamen unter anderem aus der verbesserten Auslastung bei Woodworking, der Projektabwicklung im Automotive-Geschäft und einer höheren Marge im Service. Der Service-Umsatz sank zwar um 3,0 % auf 527,2 Mio. EUR, sein Anteil am Konzernumsatz stieg jedoch von 27,1 auf 27,4 %.
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Nach Sondereffekten blieb das EBIT mit minus 28,6 Mio. EUR negativ. Gegenüber dem Vorjahreswert von minus 57,9 Mio. EUR verbesserte sich das Ergebnis jedoch um 29,4 Mio. EUR. Das Ergebnis nach Steuern belief sich auf minus 68,3 Mio. EUR nach minus 93,4 Mio. EUR im Vorjahreszeitraum.
Warum startet Dürr das Programm Vector?
Die schwächere Marktentwicklung im Automatisierungsgeschäft belastet insbesondere BBS Automation. Das seit 2023 zum Konzern gehörende Unternehmen ist eine Business Unit der Division Industrial Automation. Nach Angaben von Dürr blieb der Auftragseingang im ersten Halbjahr unter den Erwartungen.
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Als Reaktion soll das Effizienzsteigerungsprogramm Vector umgesetzt werden. Es zielt auf eine nachhaltige Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit und Ertragskraft. Vorgesehen sind organisatorische und prozessuale Anpassungen sowie eine Stärkung von Vertrieb, Service und Forschung und Entwicklung.
Dürr erwartet durch das Programm jährliche Kostensenkungen von rund 30 Mio. EUR. Diese sollen größtenteils ab 2027 wirksam werden. Zugleich werden die Kapazitäten an die verhaltene Nachfrage angepasst. In den Jahren 2026 und 2027 sollen bei BBS Automation weltweit rund 500 Stellen entfallen.
Für 2026 rechnet der Konzern mit Restrukturierungsaufwendungen von 40 bis 50 Mio. EUR. Der Großteil soll im zweiten Halbjahr anfallen. Rund 8 Mio. EUR wurden bereits im zweiten Quartal gebucht, wie aus dem Halbjahresfinanzbericht hervorgeht.
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Parallel nahm Dürr zum 30. Juni 2026 eine Wertminderung von 94,9 Mio. EUR auf den Geschäfts- oder Firmenwert von BBS Automation vor. Sie berücksichtigt den schwächeren Auftragseingang sowie angepasste Erwartungen für Umsatz und Ergebnis.
Auch die mittelfristigen Ziele wurden reduziert. BBS Automation soll ab 2030 einen Umsatz von mehr als 600 Mio. EUR erreichen. Zuvor hatte Dürr rund 800 Mio. EUR angestrebt. Das Ziel für die EBIT-Marge vor Sondereffekten liegt nun bei 8 % statt zuvor mindestens 10 %.
Automotive bleibt wichtigster Ergebnisträger
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Die Division Automotive erzielte im ersten Halbjahr einen Auftragseingang von 975,8 Mio. EUR und übertraf damit den angepassten Vorjahreswert von 910,4 Mio. EUR. Der Umsatz sank leicht auf 1,000 Mrd. EUR. Das EBIT vor Sondereffekten erreichte 63,3 Mio. EUR nach 67,7 Mio. EUR im Vorjahr.
Industrial Automation kam auf einen Auftragseingang von 264,9 Mio. EUR und einen Umsatz von 300 Mio. EUR. Das EBIT vor Sondereffekten fiel von 13,1 auf 1,4 Mio. EUR. Einschließlich der Wertminderung und weiterer Sondereffekte lag das EBIT bei minus 109,6 Mio. EUR.
In der Division Woodworking setzte sich die schwache Nachfrage aus der Möbelindustrie fort. Der Auftragseingang sank auf 634 Mio. EUR, der Umsatz auf 625,7 Mio. EUR. Das EBIT vor Sondereffekten erreichte 25 Mio. EUR. Im zweiten Quartal verbesserte sich die bereinigte EBIT-Marge der Division von 4,5 auf 4,9 %.
Trotz der schwächeren Entwicklung bei BBS Automation bestätigt Dürr die Konzernprognose. Die Belastungen in der Automatisierung sollen durch die übrigen Geschäftseinheiten ausgeglichen werden, wie der Konzern erklärt.
Für 2026 erwartet Dürr weiterhin einen Auftragseingang zwischen 3,8 und 4,2 Mrd. EUR. Der Umsatz soll 3,9 bis 4,3 Mrd. EUR erreichen. Die Zielspanne für die EBIT-Marge vor Sondereffekten bleibt bei 5,0 bis 6,5 %.
Zur erwarteten Margenverbesserung im zweiten Halbjahr sollen saisonale Effekte im Automotive-Geschäft, erste Resultate des Programms Vector und weitere Kosteneinsparungen beitragen. Letztere sollen unter anderem aus dem neuen Woodworking-Werk in Polen und dem Stellenabbau in der Verwaltung entstehen.
Der Free Cashflow wird weiterhin zwischen minus 150 Mio. EUR und 0 EUR erwartet. Die Prognose berücksichtigt vorgezogene Kundenanzahlungen sowie Auszahlungen im Zusammenhang mit Steuer- und Restrukturierungsthemen. Für den ROCE nennt Dürr unverändert eine Spanne von 13 bis 18 %.
Auf Divisionsebene wurde lediglich der Ausblick für Industrial Automation angepasst. Dort erwartet der Konzern nun einen Auftragseingang von 500 bis 600 Mio. EUR und einen Umsatz von 575 bis 625 Mio. EUR. Die EBIT-Marge vor Sondereffekten soll zwischen minus 1,0 und plus 1,0 % liegen. Die Prognosen für Automotive und Woodworking bleiben bestehen.
Finanzposition verbessert sich deutlich
Der Free Cashflow erreichte im ersten Halbjahr 32,3 Mio. EUR nach 47,2 Mio. EUR im Vorjahreszeitraum. Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit sank von 136,5 auf 107,8 Mio. EUR.
Deutlich verbessert zeigte sich der Nettofinanzstatus. Zum 30. Juni 2026 lagen die Nettofinanzverbindlichkeiten bei 77,7 Mio. EUR. Ein Jahr zuvor waren es noch 480,8 Mio. EUR. Der annualisierte ROCE stieg von 11,6 auf 17,1 %.
Zum Stichtag beschäftigte der Dürr-Konzern 17.480 Mitarbeiter. Im Vorjahr waren es 18.258. Seit dem Verkauf der Umwelttechnik zum 31. Oktober 2025 bündelt Dürr seine Aktivitäten in den drei Divisionen Automotive, Industrial Automation und Woodworking.
mit Material von Dürr
Im Fokus: Die Dürr-Halbjahreszahlen 2026
• Wie hoch war der Umsatz bei den Dürr-Halbjahreszahlen 2026? – Der Konzernumsatz erreichte im ersten Halbjahr 1,922 Mrd. EUR und lag 4,3 % unter dem Vorjahreswert.
• Wie entwickelte sich die Marge bei den Dürr-Halbjahreszahlen 2026? – Die EBIT-Marge vor Sondereffekten stieg von 4,0 auf 4,2 %.
• Welche Rolle spielt BBS Automation bei den Dürr-Halbjahreszahlen 2026? – Die schwache Nachfrage führte zu einem Effizienzprogramm, einer Wertminderung von 94,9 Mio. EUR und einer gesenkten Divisionsprognose.
• Welche Einsparungen plant Dürr nach den Dürr-Halbjahreszahlen 2026? – Das Programm Vector soll bei BBS Automation größtenteils ab 2027 jährlich rund 30 Mio. EUR einsparen.
• Welche Prognose nennt Dürr in den Dürr-Halbjahreszahlen 2026? – Erwartet werden 3,9 bis 4,3 Mrd. EUR Umsatz und eine EBIT-Marge vor Sondereffekten von 5,0 bis 6,5 %.