Gute Chancen für deutsche Maschinenbauer in Südafrika
Der Maschinenbau in Südafrika eröffnet deutschen Anbietern neue Perspektiven. Besonders Energie-, Bergbau-, Wasser- und Abwassertechnik stehen im Fokus.
Ernst LeisteErnstLeiste
Die Nachfrage in Südafrika entsteht durch Reformen, private Investitionen, Förderprogramme und den Bedarf an moderner Infrastruktur.IHERPHOTOn - stock.adobe.com
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Summary: Deutsche Maschinenbauer sehen in Südafrika attraktive Geschäftschancen, vor allem in Energie, Bergbau, Logistik sowie Wasser- und Abwassertechnik. Die Nachfrage entsteht durch Reformen, private Investitionen, Förderprogramme und den Bedarf an moderner Infrastruktur. Auswirkungen zeigen sich in steigenden Exporten, neuen Investitionsplänen und der Rolle Südafrikas als Zugangspunkt für Subsahara-Afrika.
„Südafrika bietet derzeit sehr attraktive Geschäftschancen
für deutsche Maschinenbauer und ist mit einem bilateralen Handelsvolumen von
über 20 Mrd. Euro Deutschlands wichtigster Handelspartner in Afrika. Mehr als
600 deutsche Unternehmen sind bereits vor Ort aktiv, was die Marktreife und
industrielle Tiefe des Standorts unterstreicht“, betont Maximilian Butek.
Geschäftsführer der AHK Südliches Afrika im Interview mit der PRODUKTION.
Maximilian Butek, Geschäftsführer der AHK Südliches Afrika.AHK Südliches Afrika
„Besonders dynamisch entwickeln sich die Bereiche
erneuerbare Energien, Bergbau- und Fördertechnik sowie Wasser- und Abwasserinfrastruktur“, fährt der CEO der AHK
Südliches Afrika fort. „Im Energiesektor wurden seit 2011 im Rahmen des
staatlichen Ausschreibungsprogramms für erneuerbare Energien, des Renewable
Energy Independent Power Producer Procurement Programme, Investitionen von rund
292 Mrd. Rand (knapp 15 Mrd. Euro) mobilisiert, wodurch sich eine konkrete und
planbare Nachfrage nach deutscher Maschinenbaukompetenz ergibt.“
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„Trotz der Herausforderungen im Automobilsektor bleibt die
Branche eine der Säulen der südafrikanischen verarbeitenden Industrie. Als
größter Industriezweig des Landes bietet sie“ – so Maximilian Butek weiter -
„weiterhin vielfältige Marktpotenziale, insbesondere für internationale
Zulieferer. Diese ergeben sich nicht zuletzt aus klar definierten
industriepolitischen Zielsetzungen, vor allem in den Bereichen Elektromobilität
und Wasserstoff. Ergänzend dazu eröffnet der strukturell wachsende Bedarf an moderner
Wasser- und Abwassertechnik zusätzliche Geschäftschancen, insbesondere für
technologieorientierte Anbieter.
Laut unserer letzten Unternehmensumfrage aus dem Jahre 2025
erwarten 64% der deutschen Unternehmen in Südafrika steigende Umsätze, während
44% innerhalb der nächsten drei Jahre weitere Investitionen planen. Darüber
hinaus bleibt Südafrika der wichtigste Markteintrittspunkt für den Zugang zum
gesamten subsaharischen Afrika“, betont AHK-Geschäftsführer Butek.
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Die Öffnung der Infrastruktur- und Versorgungsbereiche für
private Investitionen beflügelt
„Ein zentraler Treiber ist die zunehmende Öffnung staatlich
dominierter Infrastruktur- und Versorgungsbereiche für private Investitionen,
insbesondere im Energie- und Logistiksektor“, ergänzt Jenny Tala,
Korrespondentin von Germany Trade & Invest für das südliche Afrika. „Im
Stromsektor schreitet die Entflechtung von Eskom voran. Auch im Logistiksektor
vollzieht sich ein Paradigmenwechsel. Transnet öffnet sein bislang
monopolistisch geprägtes Schienen- und Hafensystem schrittweise für private
Betreiber und Investoren. Im Schienengüterverkehr wurde der Drittzugang
(Third-Party Access) eingeführt: Private Zugbetreiber erhalten Zugang zu
ausgewählten Korridoren und Routen, während die Infrastruktur in staatlichem
Eigentum bleibt. Ergänzend bereitet Transnet langfristige Konzessions- und
Beteiligungsmodelle für Häfen und Terminals vor. Ziel ist es, Investitionen in
Rollmaterial, Instandhaltung und Betrieb zu mobilisieren, Kapazitäten zu
erhöhen und die Leistungsfähigkeit der Export- und Versorgungsketten –
insbesondere für Bergbau- und Agrargüter – wiederherzustellen“.
Jenny Tala - Korrespondentin von Germany Trade & Invest für das südliche Afrika.Illing&Vossbeck Fotografie, GTAI
„Für den Maschinen- und Anlagenbau ist diese Entwicklung von
erheblicher Bedeutung“, fährt die GTAI-Expertin fort. „Die stärkere Einbindung
privater Akteure erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Investitionsprojekte
tatsächlich umgesetzt werden und schafft mittelfristig Nachfrage nach
Maschinen, Ausrüstungen, Ersatzteilen und Engineering-Leistungen in den
Bereichen Energieinfrastruktur, Schienenverkehr, Häfen und Industrieanlagen.
Trotz anhaltender kurzfristiger Schwächen könnte sich damit der strukturelle Ausblick
für den Sektor verbessern.
Stabiles BIP-Wachstum erwartet
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Das südafrikanische Bruttoinlandsprodukt soll 2026 – so die
aktuelle Prognose des IWF - um real mindestens 1,4% wachsen, was im Vergleich
zum Vorjahr (+1,1%) eine deutliche Verbesserung wäre. Zudem erwartet der
Internationale Währungsfonds, dass Südafrika angesichts der Reformen im
Energie- und Logistiksektor bis 2030 ein Realwachstum von 1,8% erreichen kann.
„Positiv zu bewerten ist auch, dass Südafrika im Oktober
2025 die „Grey List“ der Financial Action Task Force (FATF), des wichtigsten
internationalen Gremiums zur Bekämpfung und Verhinderung von Geldwäsche,
Terrorismusfinanzierung und Proliferationsfinanzierung. verlassen konnte“,
betont Jenny Tala von der GTAI. ,,Zudem gab es Upgrades bei den Bonität-Ratings
des Landes und Fortschritte bei öffentlich-privaten Partnerschaften“, fährt sie
fort.
Außerdem sind die Exporte nach Südafrika im sonst eher
trüben Gesamtszenario deutscher Ausfuhren im Jahr 2025 nach vorläufigen Daten
des Statistischen Bundesamtes (Destatis) immerhin leicht um 0,5% auf 9,1 Mrd.
Euro gestiegen. „Und auch die deutschen Maschinenbauer konnten ihre Ausfuhren
nach Südafrika im letzten Jahr nach Daten des VDMA um 2,5% auf 1,2 Mrd. Euro
steigern“, berichtet Julia
Cors, Referentin Außenwirtschaft, Exportfinanzierung, Subsahara-Afrika,
Entwicklungspolitik beim VDMA.
„Das noch schwache Wirtschaftswachstum wirkt sich allerdings
auf die Geschäftsaktivitäten im Maschinen- und Anlagenbau aus. 2025 war die
Nahrungsmittel- und Verpackungsindustrie die stärkste Branche. Wichtige
Sektoren sind weiterhin der Bergbau und die Landtechnik“, fährt die VDMA-Expertin fort.
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Hohe prozentuale
Exportzuwächse im Südafrika-Geschäft erzielten im Jahr 2025 nach VDMA-Daten
deutsche Hersteller von Allgemeiner Lufttechnik (+25,4%), Landtechnik (+48,3%),
Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen (+38,7%) sowie Baumaschinen und
Baustoffanlagen (+35,0%). Erfreulich ist zudem, dass die deutschen Ausfuhren
von Maschinen und Anlagen auf den afrikanischen Kontinent – so der VDMA weiter
- 2025 um immerhin 9,2% auf 4,8 Mrd. Euro zulegten.
Südafrikas
Maschinenbau in der Bergbau- und Fördertechnik führend
„Die größten Stärken des südafrikanischen Maschinenbaus
liegen in der Bergbau- und Fördertechnik, Lebensmittelverarbeitung sowie in der
Automobilindustrie“, so AHK-Geschäftsführer Butek. „Südafrika ist weltweit
führender Produzent von Platin und Chrom und verfügt über mehr als ein
Jahrhundert tiefgehender ingenieurtechnischer Erfahrung in komplexer
Bergbautechnik. Diese Kompetenz ist international anerkannt und macht das Land
zu einem globalen Referenzstandort für Bergbau-bezogene Maschinen- und Anlagentechnik.“
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„In der
Automobilindustrie ist Südafrika der mit Abstand größte Produktionsstandort
Afrikas, mit einem leistungsfähigen Zuliefernetzwerk und hoher
Präzisionsfertigung. Ergänzt wird dies durch wettbewerbsfähige Kapazitäten in
der Luft- und Raumfahrt, der Verteidigungsindustrie sowie zunehmend in der
erneuerbaren Energietechnik. Unterstützt wird diese industrielle Basis durch
exzellente Universitäten, ein englischsprachiges Geschäftsumfeld sowie im
afrikanischen Vergleich sehr gut entwickelte Finanz und Rechtssysteme“, fährt
der Chef der AHK Südafrika fort,
„Der Metall- und Engineering-Sektor trägt rund 5% zum BIP
Südafrikas bei und steht für etwa ein Viertel der industriellen Wertschöpfung“,
ergänzt Jenny Tala von der GTAI.
„Der südafrikanische Maschinen- und Anlagenbau befindet sich derzeit allerdings
in einer schwierigen Phase. Nach jahrelangem Abschwung bleiben die schwache
Nachfrage, steigende Strompreise, defizitäre kommunale Dienstleistungen und der
begrenzte fiskalische Spielraum zentrale Belastungsfaktoren. So verwundert es
nicht, dass die Produktion des Sektors 2025 um 1,6 % (nach −1,4 % im Jahr 2024)
sank. Reformen in Energie und Logistik zeigen erste Wirkung, haben sich jedoch
noch nicht in nachhaltig gefüllten Auftragsbüchern niedergeschlagen“, betont
die Expertin weiter.
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Gestützt auf die
jahrzehntelange Bergbauerfahrung und dichte Zuliefernetzwerke konnte der
südafrikanische Maschinenbau seine Exporte ins Südliche Afrika, insbesondere
bei allgemeiner Industrie-, Bau- und Fördertechnik, nach GTAI-Angaben deutlich
erhöhen. Über 50% der Maschinenexporte (HS 84) gehen in die 16 Mitgliedstaaten
der Southern African Development Community (SADC), vor allem Komponenten für
Erdbewegungs-, Förder-, Pumpen-, Ventil- und Aufbereitungstechnik.
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Als wichtigste Maschinenbauunternehmen nennt die GTAI u.a.
die Unternehmen Bell Equipment, Multotec, Weir Minerals Africa, Epiroc South
Africa. Sandvik Mining & Rock Solutions South Africa, Komatsu South Africa,
Caterpillar (Barloworld Equipment) und GHH Mining Machines.
„Für Impulse im Maschinenbau sorgen derzeit vor allem die
Investitionen von SANY in den Aufbau eines Industrieparks in Johannesburg mit
lokaler Fertigung von Baumaschinen, neue Fertigungsstätten in Gauteng (u. a.
durch die ACE Group) sowie der Ausbau der landwirtschaftlichen
Maschinenproduktion (z. B. durch die Rovic/Condra-Gruppe in Kapstadt)“,
berichtet die GTAI-Korrespondentin weiter.
Betram Kawlath hat im Interview mit Anja Ringel über die europäische Industrie gesprochen.
Deutsche Maschinenbauer seit Jahrzehnten vor Ort
Nicht nur deutsche Großkonzerne wie Siemens, Thyssenkrupp,
Bosch, MAN, VW, BMW, Mercedes-Benz oder Liebherr sind in Südafrika teils seit
Jahrzehnten und meist mit eigenen Produktionsstätten vor Ort präsent. Im Fokus
der Aktivitäten stehen dabei die Sektoren Bergbau & Rohstoffe, Energie
& Infrastruktur sowie die Automobilproduktion. Deutschland gilt in
Südafrika seit vielen Jahren als Technologiepartner Nr. 1 im Engineering.
Aber auch viele mittelständische Unternehmen, oftmals Hidden
Champions, haben ihren Weg an die Südspitze Afrikas gefunden. Als deutsche
Maschinenbauer mit lokaler Fertigung oder starker Präsenz nennt Jenny Tala u.a.
die Unternehmen KSB Pumps and Valves South Africa (Pty) Ltd, Voith Turbo,
Steinmüller Africa (Bilfinger), Eickhoff South Africa, Lemken South Africa,
Bauer, Rema Tip Top oder SEW Eurodrive.
„Insgesamt sind rund 70 unserer Mitgliedsunternehmen mit
eigenen Niederlassungen oder durch lokale Partner in Südafrika vertreten,“
ergänzt Julia Cors vom VDMA.
Als Beispiele nennt sie ifm electronic, Ringspann und Wika Instruments South
Africa.
Die ifm electronic (Pty) Ltd. mit ihrem Südafrika-Headoffice
nahe Pretoria und zehn lokalen Verkaufsbüros vertreibt im südlichen Afrika die
umfassende Palette des Essener Familienunternehmens und Spezialisten für
Sensor-, Steuerungs- und Sicherheitstechnik.
Der renommierte Hersteller von (Industrie-)Bremsen,
Kupplungen, und Spannzeugen, die Ringspann GmbH mit Hauptsitz in Bad Homburg,
bedient über ihr bereits 2015 gegründetes Tochterunternehmen Ringspann South
Africa (Pty) Ltd. in Edenglen, nahe Johannesburg, inzwischen fast 20 umliegende
afrikanische Länder.
Julia Cors, Referentin Subsahara-Afrika beim VDMA.Sarah Kastner Fotografie, VDMA
„Wika, der internationale Hersteller von Mess- und
Regeltechnik mit Stammsitz in Klingenberg am Main hat“ – so Julia Cors weiter -
„die Südafrika-Niederlassung bereits 1979 gegründet und stellt mechanische
Druck-, Temperatur- und Durchflussmessgeräte sowie RTDs und Thermoelemente her.
1993 wurde der Hauptsitz von Wika Instruments South Africa nach Denver, nahe
Johannesburg verlegt. Wika beschäftigt vor Ort über 200 Mitarbeiter und verfügt
über Niederlassungen oder direkte Vertretungen in allen neun Provinzen Südafrikas
sowie in Subsahara-Afrika. Zu den Einrichtungen gehört eine 3.500 m² große
Fabrik auf einem 10.400 m² großen Gelände. Wika South Africa engagiert sich mit
sozialen Projekten für die lokale Community und beteiligt sich zudem am Projekt
"Climate Partnerships with the Private Sector (CPPS)“, berichtet die
VDMA-Expertin.
Auch die weltweit im Schmierstoffbereich tätige Fuchs-Gruppe
ist bereits seit 1992 in Südafrika aktiv. Im Februar 2025 wurde die Erweiterung
ihres Produktionswerks in Isando, nahe Johannesburg offiziell eingeweiht. Mit
einer Investition von 26 Mio. Euro stärkt die Erweiterung die Position von
Fuchs Lubricants South Africa in Schlüsselindustrien wie Automobil, Bergbau,
OEM, Industrie und Spezialschmierstoffe. Die Fuchs-Gruppe beschäftigt vor Ort
knapp 450 Mitarbeitende und erzielte 2024 in Südafrika einen Umsatz von 125
Mio. Euro.
Zum Punkt deutsche Maschinenbauer vor Ort erwähnt die AHK
Südliches Afrika als Beispiel ein nicht näher genanntes deutsches Unternehmen,
das seit fast 40 Jahren in Südafrika aktiv ist und dort über 2 Mrd. Rand
investiert hat. Das Unternehmen betreibt ein 26.000 m² großes Headquarter in
Johannesburg und beliefert von dort aus 23 afrikanische Länder. Südafrika dient
dabei nicht nur als Absatzmarkt, sondern als industrielles und logistisches
Drehkreuz für den gesamten Kontinent.
Auch andere große deutsche Unternehmen verfügen über
bedeutende Produktions- und Entwicklungsstandorte im Land. Besonders
hervorzuheben ist ein 2024 gestartetes Pilotprojekt für wasserstoffbetriebene
Brennstoffzellenfahrzeuge, das ein deutsches Unternehmen gemeinsam mit einem
südafrikanischen Partner umsetzt und das die technologische Tiefe
deutsch-südafrikanischer Kooperationen zeigt.
Verschiedene
Förderprogramme für den südafrikanischen Maschinenbau
„Als ein zentraler Treiber für den Maschinenbau in Südafrika
wirkt das eingangs bereits erwähnte „Renewable Energy Independent Power
Producer Procurement Programme“ (REIPPPP), das eine umfangreiche
Projektpipeline mit verbindlichen Local-Content-Vorgaben schafft“, berichtet
Maximilian Butek weiter. „Hinzu kommt die Just Energy Transition Partnership
(JET-P), die von Deutschland, der EU, Frankreich, dem Vereinigten Königreich
und den USA mit einem anfänglichen Finanzierungsvolumen von 8,5 Mrd. US$ unterstützt
wird und Investitionen in Netzinfrastruktur, grünen Wasserstoff und neue
Fahrzeugtechnologien ermöglicht. Die deutsche KfW hat bereits mehrere hundert
Millionen Euro an zinsgünstigen Krediten im Zusammenhang mit Südafrikas
Energiereformen bereitgestellt. Ergänzend bieten nationale Förderinstitutionen
sowie Sonderwirtschaftszonen attraktive Finanzierungsmöglichkeiten, steuerliche
Anreize und beschleunigte Genehmigungsverfahren für Industrieinvestitionen“; so
der AHK-Experte weiter.
„Verschiedene Programme der südafrikanischen Regierung
fördern insbesondere die Lokalisierung, Technologie-Upgrading, grüne
Technologien und eine kapitalintensive Maschinenproduktion“, ergänzt Jenny
Tala. “Zentrale Förderinstrumente sind hier das Manufacturing Competitiveness
Enhancement Programme (MCEP), das Manufacturing Support Programme (MSP) sowie
das Small Enterprise Manufacturing Support Programme (SEMSP).“
Ein zentraler erster Schritt für einen erfolgreichen
Markteintritt ist der frühzeitige Zugang zu Marktinformationen und lokaler
Expertise, rät die AHK Südliches Afrika. „Entscheidend ist, frühzeitig einen
starken lokalen Partner einzubinden und Südafrika strategisch als langfristigen
Investitions- und nicht nur als Absatzmarkt zu verstehen“, betont Maximilian
Butek. „Ebenso wichtig ist die Perspektive auf die Region insgesamt: Trotz
gewisser Investitionshürden überwiegen die Marktpotenziale in Südafrika und den
angrenzenden Märkten häufig die Herausforderungen, insbesondere für
Unternehmen, die langfristig denken.
Wichtig ist auch, dass in Afrika nicht immer der “deutsche”
Weg der Beste ist. Die Entwicklung von nachfragegerechten Lösungen, gemeinsam
mit lokaler Expertise, kann über Erfolg und teure Misserfolge entscheiden.
Ebenfalls bedarf es einer genauen Analyse lokaler Anforderungen hinsichtlich
rechtlicher Regularien, aber auch kultureller Besonderheiten.“
„Deutsche Maschinenbauer sollten die vielfältigen
Unterstützungs- und Netzwerkmöglichkeiten nutzen“, ergänzt Julia Cors vom VDMA. „Hierzu
gehören insbesondere die AHK Südliches Afrika in Johannesburg, die Deutsche
Botschaft in Südafrika sowie die regionalen Wirtschafts- und
Investitionsförderungsagenturen. Auch der „Africa Business Guide“ der GTAI
stellt Unternehmen umfassende Branchen- und Marktdaten zur Verfügung. Der VDMA
unterstützt zudem bei der lokalen Vernetzung mit anderen Mitgliedern und
Industrieverbänden.
Wir verweisen auch gerne auf die „Beratungsgutscheine
Afrika“ des BMWE“, fährt die VDMA-Expertin fort. „Diese bieten insbesondere
kleinen und mittelständischen Unternehmen eine bedarfsorientierte Beratung zu
ihren wirtschaftlichen Vorhaben in Afrika. Die Förderung soll insbesondere
Unternehmen helfen, mögliche wirtschaftliche Risiken, die mit dem Markteintritt
in Afrika verbunden sind, richtig zu bewerten. Die Zuwendung wird als nicht
rückzahlbarer Zuschuss (Projektförderung) in Form einer Anteilsfinanzierung
gewährt. Die Förderquote beträgt 85 % der zuwendungsfähigen Ausgaben für die
Beratung.“
FAQ zum Maschinenbau in Südafrika
• Warum ist Maschinenbau in Südafrika für deutsche Unternehmen interessant? – Südafrika bietet Nachfrage in Energie-, Bergbau-, Förder-, Wasser- und Abwassertechnik und gilt als wichtiger Zugangspunkt für Subsahara-Afrika.
• Welche Branchen treiben den Maschinenbau in Südafrika? – Besonders relevant sind erneuerbare Energien, Bergbau- und Fördertechnik, Wasser- und Abwasserinfrastruktur, Automobilindustrie, Landtechnik sowie Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen.
• Welche Rolle spielen Reformen für den Maschinenbau in Südafrika? – Die Öffnung von Energie- und Logistiksektor für private Investitionen kann Nachfrage nach Maschinen, Ausrüstungen, Ersatzteilen und Engineering-Leistungen schaffen.
• Welche deutschen Unternehmen sind im Maschinenbau in Südafrika aktiv? – Genannt werden unter anderem KSB Pumps and Valves South Africa, Voith Turbo, Eickhoff South Africa, Lemken South Africa, SEW Eurodrive, ifm electronic, Ringspann und Wika Instruments South Africa.
• Was ist beim Markteintritt in den Maschinenbau in Südafrika wichtig? – Frühzeitige Marktinformationen, lokale Expertise, starke Partner und ein langfristiges Verständnis Südafrikas als Investitions- und Regionalstandort gelten als zentral.