Maschinenbau in Südafrika

Gute Chancen für deutsche Maschinenbauer in Südafrika

Der Maschinenbau in Südafrika eröffnet deutschen Anbietern neue Perspektiven. Besonders Energie-, Bergbau-, Wasser- und Abwassertechnik stehen im Fokus.

Südafrika Wirtschaft
Die Nachfrage in Südafrika entsteht durch Reformen, private Investitionen, Förderprogramme und den Bedarf an moderner Infrastruktur.

Summary: Deutsche Maschinenbauer sehen in Südafrika attraktive Geschäftschancen, vor allem in Energie, Bergbau, Logistik sowie Wasser- und Abwassertechnik. Die Nachfrage entsteht durch Reformen, private Investitionen, Förderprogramme und den Bedarf an moderner Infrastruktur. Auswirkungen zeigen sich in steigenden Exporten, neuen Investitionsplänen und der Rolle Südafrikas als Zugangspunkt für Subsahara-Afrika.

„Südafrika bietet derzeit sehr attraktive Geschäftschancen für deutsche Maschinenbauer und ist mit einem bilateralen Handelsvolumen von über 20 Mrd. Euro Deutschlands wichtigster Handelspartner in Afrika. Mehr als 600 deutsche Unternehmen sind bereits vor Ort aktiv, was die Marktreife und industrielle Tiefe des Standorts unterstreicht“, betont Maximilian Butek. Geschäftsführer der AHK Südliches Afrika im Interview mit der PRODUKTION.

Maximilian Butek, Geschäftsführer der AHK Südliches Afrika.
Maximilian Butek, Geschäftsführer der AHK Südliches Afrika.

„Besonders dynamisch entwickeln sich die Bereiche erneuerbare Energien, Bergbau- und Fördertechnik sowie Wasser- und Abwasserinfrastruktur“, fährt der CEO der AHK Südliches Afrika fort. „Im Energiesektor wurden seit 2011 im Rahmen des staatlichen Ausschreibungsprogramms für erneuerbare Energien, des Renewable Energy Independent Power Producer Procurement Programme, Investitionen von rund 292 Mrd. Rand (knapp 15 Mrd. Euro) mobilisiert, wodurch sich eine konkrete und planbare Nachfrage nach deutscher Maschinenbaukompetenz ergibt.“

„Trotz der Herausforderungen im Automobilsektor bleibt die Branche eine der Säulen der südafrikanischen verarbeitenden Industrie. Als größter Industriezweig des Landes bietet sie“ – so Maximilian Butek weiter - „weiterhin vielfältige Marktpotenziale, insbesondere für internationale Zulieferer. Diese ergeben sich nicht zuletzt aus klar definierten industriepolitischen Zielsetzungen, vor allem in den Bereichen Elektromobilität und Wasserstoff. Ergänzend dazu eröffnet der strukturell wachsende Bedarf an moderner Wasser- und Abwassertechnik zusätzliche Geschäftschancen, insbesondere für technologieorientierte Anbieter.

Laut unserer letzten Unternehmensumfrage aus dem Jahre 2025 erwarten 64% der deutschen Unternehmen in Südafrika steigende Umsätze, während 44% innerhalb der nächsten drei Jahre weitere Investitionen planen. Darüber hinaus bleibt Südafrika der wichtigste Markteintrittspunkt für den Zugang zum gesamten subsaharischen Afrika“, betont AHK-Geschäftsführer Butek.

Die Öffnung der Infrastruktur- und Versorgungsbereiche für private Investitionen beflügelt

„Ein zentraler Treiber ist die zunehmende Öffnung staatlich dominierter Infrastruktur- und Versorgungsbereiche für private Investitionen, insbesondere im Energie- und Logistiksektor“, ergänzt Jenny Tala, Korrespondentin von Germany Trade & Invest für das südliche Afrika. „Im Stromsektor schreitet die Entflechtung von Eskom voran. Auch im Logistiksektor vollzieht sich ein Paradigmenwechsel. Transnet öffnet sein bislang monopolistisch geprägtes Schienen- und Hafensystem schrittweise für private Betreiber und Investoren. Im Schienengüterverkehr wurde der Drittzugang (Third-Party Access) eingeführt: Private Zugbetreiber erhalten Zugang zu ausgewählten Korridoren und Routen, während die Infrastruktur in staatlichem Eigentum bleibt. Ergänzend bereitet Transnet langfristige Konzessions- und Beteiligungsmodelle für Häfen und Terminals vor. Ziel ist es, Investitionen in Rollmaterial, Instandhaltung und Betrieb zu mobilisieren, Kapazitäten zu erhöhen und die Leistungsfähigkeit der Export- und Versorgungsketten – insbesondere für Bergbau- und Agrargüter – wiederherzustellen“.

Jenny Tala - GTAI-Korrespondentin für das Südliche Afrika.
Jenny Tala - Korrespondentin von Germany Trade & Invest für das südliche Afrika.

„Für den Maschinen- und Anlagenbau ist diese Entwicklung von erheblicher Bedeutung“, fährt die GTAI-Expertin fort. „Die stärkere Einbindung privater Akteure erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Investitionsprojekte tatsächlich umgesetzt werden und schafft mittelfristig Nachfrage nach Maschinen, Ausrüstungen, Ersatzteilen und Engineering-Leistungen in den Bereichen Energieinfrastruktur, Schienenverkehr, Häfen und Industrieanlagen. Trotz anhaltender kurzfristiger Schwächen könnte sich damit der strukturelle Ausblick für den Sektor verbessern.

Stabiles BIP-Wachstum erwartet

Das südafrikanische Bruttoinlandsprodukt soll 2026 – so die aktuelle Prognose des IWF - um real mindestens 1,4% wachsen, was im Vergleich zum Vorjahr (+1,1%) eine deutliche Verbesserung wäre. Zudem erwartet der Internationale Währungsfonds, dass Südafrika angesichts der Reformen im Energie- und Logistiksektor bis 2030 ein Realwachstum von 1,8% erreichen kann.

„Positiv zu bewerten ist auch, dass Südafrika im Oktober 2025 die „Grey List“ der Financial Action Task Force (FATF), des wichtigsten internationalen Gremiums zur Bekämpfung und Verhinderung von Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und Proliferationsfinanzierung. verlassen konnte“, betont Jenny Tala von der GTAI. ,,Zudem gab es Upgrades bei den Bonität-Ratings des Landes und Fortschritte bei öffentlich-privaten Partnerschaften“, fährt sie fort.

Info: GTAI

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Außerdem sind die Exporte nach Südafrika im sonst eher trüben Gesamtszenario deutscher Ausfuhren im Jahr 2025 nach vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) immerhin leicht um 0,5% auf 9,1 Mrd. Euro gestiegen. „Und auch die deutschen Maschinenbauer konnten ihre Ausfuhren nach Südafrika im letzten Jahr nach Daten des VDMA um 2,5% auf 1,2 Mrd. Euro steigern“, berichtet Julia Cors, Referentin Außenwirtschaft, Exportfinanzierung, Subsahara-Afrika, Entwicklungspolitik beim VDMA.

„Das noch schwache Wirtschaftswachstum wirkt sich allerdings auf die Geschäftsaktivitäten im Maschinen- und Anlagenbau aus. 2025 war die Nahrungsmittel- und Verpackungsindustrie die stärkste Branche. Wichtige Sektoren sind weiterhin der Bergbau und die Landtechnik“, fährt die VDMA-Expertin fort.

Hohe prozentuale Exportzuwächse im Südafrika-Geschäft erzielten im Jahr 2025 nach VDMA-Daten deutsche Hersteller von Allgemeiner Lufttechnik (+25,4%), Landtechnik (+48,3%), Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen (+38,7%) sowie Baumaschinen und Baustoffanlagen (+35,0%). Erfreulich ist zudem, dass die deutschen Ausfuhren von Maschinen und Anlagen auf den afrikanischen Kontinent – so der VDMA weiter - 2025 um immerhin 9,2% auf 4,8 Mrd. Euro zulegten.

Südafrikas Maschinenbau in der Bergbau- und Fördertechnik führend

„Die größten Stärken des südafrikanischen Maschinenbaus liegen in der Bergbau- und Fördertechnik, Lebensmittelverarbeitung sowie in der Automobilindustrie“, so AHK-Geschäftsführer Butek. „Südafrika ist weltweit führender Produzent von Platin und Chrom und verfügt über mehr als ein Jahrhundert tiefgehender ingenieurtechnischer Erfahrung in komplexer Bergbautechnik. Diese Kompetenz ist international anerkannt und macht das Land zu einem globalen Referenzstandort für Bergbau-bezogene Maschinen- und Anlagentechnik.“

„In der Automobilindustrie ist Südafrika der mit Abstand größte Produktionsstandort Afrikas, mit einem leistungsfähigen Zuliefernetzwerk und hoher Präzisionsfertigung. Ergänzt wird dies durch wettbewerbsfähige Kapazitäten in der Luft- und Raumfahrt, der Verteidigungsindustrie sowie zunehmend in der erneuerbaren Energietechnik. Unterstützt wird diese industrielle Basis durch exzellente Universitäten, ein englischsprachiges Geschäftsumfeld sowie im afrikanischen Vergleich sehr gut entwickelte Finanz und Rechtssysteme“, fährt der Chef der AHK Südafrika fort,

„Der Metall- und Engineering-Sektor trägt rund 5% zum BIP Südafrikas bei und steht für etwa ein Viertel der industriellen Wertschöpfung“, ergänzt Jenny Tala von der GTAI. „Der südafrikanische Maschinen- und Anlagenbau befindet sich derzeit allerdings in einer schwierigen Phase. Nach jahrelangem Abschwung bleiben die schwache Nachfrage, steigende Strompreise, defizitäre kommunale Dienstleistungen und der begrenzte fiskalische Spielraum zentrale Belastungsfaktoren. So verwundert es nicht, dass die Produktion des Sektors 2025 um 1,6 % (nach −1,4 % im Jahr 2024) sank. Reformen in Energie und Logistik zeigen erste Wirkung, haben sich jedoch noch nicht in nachhaltig gefüllten Auftragsbüchern niedergeschlagen“, betont die Expertin weiter.

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Gestützt auf die jahrzehntelange Bergbauerfahrung und dichte Zuliefernetzwerke konnte der südafrikanische Maschinenbau seine Exporte ins Südliche Afrika, insbesondere bei allgemeiner Industrie-, Bau- und Fördertechnik, nach GTAI-Angaben deutlich erhöhen. Über 50% der Maschinenexporte (HS 84) gehen in die 16 Mitgliedstaaten der Southern African Development Community (SADC), vor allem Komponenten für Erdbewegungs-, Förder-, Pumpen-, Ventil- und Aufbereitungstechnik.

Als wichtigste Maschinenbauunternehmen nennt die GTAI u.a. die Unternehmen Bell Equipment, Multotec, Weir Minerals Africa, Epiroc South Africa. Sandvik Mining & Rock Solutions South Africa, Komatsu South Africa, Caterpillar (Barloworld Equipment) und GHH Mining Machines.

„Für Impulse im Maschinenbau sorgen derzeit vor allem die Investitionen von SANY in den Aufbau eines Industrieparks in Johannesburg mit lokaler Fertigung von Baumaschinen, neue Fertigungsstätten in Gauteng (u. a. durch die ACE Group) sowie der Ausbau der landwirtschaftlichen Maschinenproduktion (z. B. durch die Rovic/Condra-Gruppe in Kapstadt)“, berichtet die GTAI-Korrespondentin weiter.

Betram Kawlath hat im Interview mit Anja Ringel über die europäische Industrie gesprochen.

Deutsche Maschinenbauer seit Jahrzehnten vor Ort

Nicht nur deutsche Großkonzerne wie Siemens, Thyssenkrupp, Bosch, MAN, VW, BMW, Mercedes-Benz oder Liebherr sind in Südafrika teils seit Jahrzehnten und meist mit eigenen Produktionsstätten vor Ort präsent. Im Fokus der Aktivitäten stehen dabei die Sektoren Bergbau & Rohstoffe, Energie & Infrastruktur sowie die Automobilproduktion. Deutschland gilt in Südafrika seit vielen Jahren als Technologiepartner Nr. 1 im Engineering.

Aber auch viele mittelständische Unternehmen, oftmals Hidden Champions, haben ihren Weg an die Südspitze Afrikas gefunden. Als deutsche Maschinenbauer mit lokaler Fertigung oder starker Präsenz nennt Jenny Tala u.a. die Unternehmen KSB Pumps and Valves South Africa (Pty) Ltd, Voith Turbo, Steinmüller Africa (Bilfinger), Eickhoff South Africa, Lemken South Africa, Bauer, Rema Tip Top oder SEW Eurodrive.

„Insgesamt sind rund 70 unserer Mitgliedsunternehmen mit eigenen Niederlassungen oder durch lokale Partner in Südafrika vertreten,“ ergänzt Julia Cors vom VDMA. Als Beispiele nennt sie ifm electronic, Ringspann und Wika Instruments South Africa.

Die ifm electronic (Pty) Ltd. mit ihrem Südafrika-Headoffice nahe Pretoria und zehn lokalen Verkaufsbüros vertreibt im südlichen Afrika die umfassende Palette des Essener Familienunternehmens und Spezialisten für Sensor-, Steuerungs- und Sicherheitstechnik.

Der renommierte Hersteller von (Industrie-)Bremsen, Kupplungen, und Spannzeugen, die Ringspann GmbH mit Hauptsitz in Bad Homburg, bedient über ihr bereits 2015 gegründetes Tochterunternehmen Ringspann South Africa (Pty) Ltd. in Edenglen, nahe Johannesburg, inzwischen fast 20 umliegende afrikanische Länder.

Julia Cors, Referentin Subsahara-Afrika beim VDMA.
Julia Cors, Referentin Subsahara-Afrika beim VDMA.

„Wika, der internationale Hersteller von Mess- und Regeltechnik mit Stammsitz in Klingenberg am Main hat“ – so Julia Cors weiter - „die Südafrika-Niederlassung bereits 1979 gegründet und stellt mechanische Druck-, Temperatur- und Durchflussmessgeräte sowie RTDs und Thermoelemente her. 1993 wurde der Hauptsitz von Wika Instruments South Africa nach Denver, nahe Johannesburg verlegt. Wika beschäftigt vor Ort über 200 Mitarbeiter und verfügt über Niederlassungen oder direkte Vertretungen in allen neun Provinzen Südafrikas sowie in Subsahara-Afrika. Zu den Einrichtungen gehört eine 3.500 m² große Fabrik auf einem 10.400 m² großen Gelände. Wika South Africa engagiert sich mit sozialen Projekten für die lokale Community und beteiligt sich zudem am Projekt "Climate Partnerships with the Private Sector (CPPS)“, berichtet die VDMA-Expertin.

Auch die weltweit im Schmierstoffbereich tätige Fuchs-Gruppe ist bereits seit 1992 in Südafrika aktiv. Im Februar 2025 wurde die Erweiterung ihres Produktionswerks in Isando, nahe Johannesburg offiziell eingeweiht. Mit einer Investition von 26 Mio. Euro stärkt die Erweiterung die Position von Fuchs Lubricants South Africa in Schlüsselindustrien wie Automobil, Bergbau, OEM, Industrie und Spezialschmierstoffe. Die Fuchs-Gruppe beschäftigt vor Ort knapp 450 Mitarbeitende und erzielte 2024 in Südafrika einen Umsatz von 125 Mio. Euro.

Zum Punkt deutsche Maschinenbauer vor Ort erwähnt die AHK Südliches Afrika als Beispiel ein nicht näher genanntes deutsches Unternehmen, das seit fast 40 Jahren in Südafrika aktiv ist und dort über 2 Mrd. Rand investiert hat. Das Unternehmen betreibt ein 26.000 m² großes Headquarter in Johannesburg und beliefert von dort aus 23 afrikanische Länder. Südafrika dient dabei nicht nur als Absatzmarkt, sondern als industrielles und logistisches Drehkreuz für den gesamten Kontinent.

Auch andere große deutsche Unternehmen verfügen über bedeutende Produktions- und Entwicklungsstandorte im Land. Besonders hervorzuheben ist ein 2024 gestartetes Pilotprojekt für wasserstoffbetriebene Brennstoffzellenfahrzeuge, das ein deutsches Unternehmen gemeinsam mit einem südafrikanischen Partner umsetzt und das die technologische Tiefe deutsch-südafrikanischer Kooperationen zeigt.

Verschiedene Förderprogramme für den südafrikanischen Maschinenbau

„Als ein zentraler Treiber für den Maschinenbau in Südafrika wirkt das eingangs bereits erwähnte „Renewable Energy Independent Power Producer Procurement Programme“ (REIPPPP), das eine umfangreiche Projektpipeline mit verbindlichen Local-Content-Vorgaben schafft“, berichtet Maximilian Butek weiter. „Hinzu kommt die Just Energy Transition Partnership (JET-P), die von Deutschland, der EU, Frankreich, dem Vereinigten Königreich und den USA mit einem anfänglichen Finanzierungsvolumen von 8,5 Mrd. US$ unterstützt wird und Investitionen in Netzinfrastruktur, grünen Wasserstoff und neue Fahrzeugtechnologien ermöglicht. Die deutsche KfW hat bereits mehrere hundert Millionen Euro an zinsgünstigen Krediten im Zusammenhang mit Südafrikas Energiereformen bereitgestellt. Ergänzend bieten nationale Förderinstitutionen sowie Sonderwirtschaftszonen attraktive Finanzierungsmöglichkeiten, steuerliche Anreize und beschleunigte Genehmigungsverfahren für Industrieinvestitionen“; so der AHK-Experte weiter.

„Verschiedene Programme der südafrikanischen Regierung fördern insbesondere die Lokalisierung, Technologie-Upgrading, grüne Technologien und eine kapitalintensive Maschinenproduktion“, ergänzt Jenny Tala. “Zentrale Förderinstrumente sind hier das Manufacturing Competitiveness Enhancement Programme (MCEP), das Manufacturing Support Programme (MSP) sowie das Small Enterprise Manufacturing Support Programme (SEMSP).“

Langer Atem wichtig

Info: AHK Südliches Afrika

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AHK Südliches Afrika

Ein zentraler erster Schritt für einen erfolgreichen Markteintritt ist der frühzeitige Zugang zu Marktinformationen und lokaler Expertise, rät die AHK Südliches Afrika. „Entscheidend ist, frühzeitig einen starken lokalen Partner einzubinden und Südafrika strategisch als langfristigen Investitions- und nicht nur als Absatzmarkt zu verstehen“, betont Maximilian Butek. „Ebenso wichtig ist die Perspektive auf die Region insgesamt: Trotz gewisser Investitionshürden überwiegen die Marktpotenziale in Südafrika und den angrenzenden Märkten häufig die Herausforderungen, insbesondere für Unternehmen, die langfristig denken.

Wichtig ist auch, dass in Afrika nicht immer der “deutsche” Weg der Beste ist. Die Entwicklung von nachfragegerechten Lösungen, gemeinsam mit lokaler Expertise, kann über Erfolg und teure Misserfolge entscheiden. Ebenfalls bedarf es einer genauen Analyse lokaler Anforderungen hinsichtlich rechtlicher Regularien, aber auch kultureller Besonderheiten.“

„Deutsche Maschinenbauer sollten die vielfältigen Unterstützungs- und Netzwerkmöglichkeiten nutzen“, ergänzt Julia Cors vom VDMA. „Hierzu gehören insbesondere die AHK Südliches Afrika in Johannesburg, die Deutsche Botschaft in Südafrika sowie die regionalen Wirtschafts- und Investitionsförderungsagenturen. Auch der „Africa Business Guide“ der GTAI stellt Unternehmen umfassende Branchen- und Marktdaten zur Verfügung. Der VDMA unterstützt zudem bei der lokalen Vernetzung mit anderen Mitgliedern und Industrieverbänden.

Wir verweisen auch gerne auf die „Beratungsgutscheine Afrika“ des BMWE“, fährt die VDMA-Expertin fort. „Diese bieten insbesondere kleinen und mittelständischen Unternehmen eine bedarfsorientierte Beratung zu ihren wirtschaftlichen Vorhaben in Afrika. Die Förderung soll insbesondere Unternehmen helfen, mögliche wirtschaftliche Risiken, die mit dem Markteintritt in Afrika verbunden sind, richtig zu bewerten. Die Zuwendung wird als nicht rückzahlbarer Zuschuss (Projektförderung) in Form einer Anteilsfinanzierung gewährt. Die Förderquote beträgt 85 % der zuwendungsfähigen Ausgaben für die Beratung.“

FAQ zum Maschinenbau in Südafrika

Warum ist Maschinenbau in Südafrika für deutsche Unternehmen interessant? – Südafrika bietet Nachfrage in Energie-, Bergbau-, Förder-, Wasser- und Abwassertechnik und gilt als wichtiger Zugangspunkt für Subsahara-Afrika.

Welche Branchen treiben den Maschinenbau in Südafrika? – Besonders relevant sind erneuerbare Energien, Bergbau- und Fördertechnik, Wasser- und Abwasserinfrastruktur, Automobilindustrie, Landtechnik sowie Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen.

Welche Rolle spielen Reformen für den Maschinenbau in Südafrika? – Die Öffnung von Energie- und Logistiksektor für private Investitionen kann Nachfrage nach Maschinen, Ausrüstungen, Ersatzteilen und Engineering-Leistungen schaffen.

Welche deutschen Unternehmen sind im Maschinenbau in Südafrika aktiv? – Genannt werden unter anderem KSB Pumps and Valves South Africa, Voith Turbo, Eickhoff South Africa, Lemken South Africa, SEW Eurodrive, ifm electronic, Ringspann und Wika Instruments South Africa.

Was ist beim Markteintritt in den Maschinenbau in Südafrika wichtig? – Frühzeitige Marktinformationen, lokale Expertise, starke Partner und ein langfristiges Verständnis Südafrikas als Investitions- und Regionalstandort gelten als zentral.