Industrieproduktion: Warum die Branche auf 2026 hofft
Die Industrieproduktion in Deutschland ist 2025 erneut gesunken. Trotz steigender Auftragseingänge und einer leichten Konjunkturerholung bleibt die industrielle Lage angespannt. Das sagt der BDI-Quartalsbericht.
Innovation und Tradition: Automatisierte Schweißprozesse und Fachkräfte sichern die Qualität im deutschen Maschinenbau.Weinzierl - Symbolbild / KI-generiert
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Summary:
Die deutsche Wirtschaft wuchs 2025 laut BDI-Quartalsbericht nur um 0,2 %. Gleichzeitig sank die Industrieproduktion das vierte Jahr in Folge um 1,6 %. Zwar zogen Aufträge und Exporte zum Jahresende an, doch Kapazitätsauslastung und Industrieumsätze bleiben unter Druck.
Wie entwickelte sich die deutsche Wirtschaft im Jahr 2025?
Die deutsche Wirtschaft hat sich zum Jahresende 2025 leicht stabilisiert. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stieg das Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal preis-, kalender- und saisonbereinigt gegenüber dem Vorquartal um 0,3 %. Im Gesamtjahr 2025 lag das Wachstum bei 0,2 %. Damit ist das Bruttoinlandsprodukt nach zwei Jahren Rückgang wieder gestiegen, wie aus dem Quartalsbericht hervorgeht.
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Im vierten Quartal 2025 wurde die Wirtschaftsleistung von rund 46,1 Millionen Erwerbstätigen erbracht. Die Beschäftigung lag damit leicht unter dem Niveau des Vorjahres. Gleichzeitig stieg die Gesamtzahl der geleisteten Arbeitsstunden um 0,7 %.
Mit Blick auf die Wirtschaftsbereiche legten mehrere Dienstleistungssektoren zu. Besonders stark wuchsen der Informations- und Kommunikationssektor sowie öffentliche Dienstleistungen. Auch im Verarbeitenden Gewerbe stieg die Bruttowertschöpfung erstmals seit mehr als zweieinhalb Jahren wieder leicht an.
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Industrieproduktion: Vier Jahre Rückgang in Folge
Trotz der konjunkturellen Stabilisierung bleibt die Lage in der Industrie schwierig. Die Industrieproduktion sank im Jahr 2025 um 1,6 % gegenüber dem Vorjahr. Nach minus 4,8 % im Jahr 2024, minus 1,2 % im Jahr 2023 und minus 0,2 % im Jahr 2022 ist dies der vierte Rückgang in Folge.
Im vierten Quartal 2025 zeigte sich allerdings eine leichte Verbesserung. Gegenüber dem dritten Quartal stieg die Produktion in der Industrie saison- und kalenderbereinigt um 0,9 %. Auch im Vorjahresvergleich fiel das Ergebnis erstmals seit mehr als zwei Jahren leicht positiv aus.
Innerhalb der industriellen Hauptgruppen entwickelte sich die Produktion unterschiedlich. Die Hersteller von Investitionsgütern steigerten ihre Produktion gegenüber dem Vorquartal um 1,9 %. Auch bei Konsumgütern gab es einen Zuwachs von einem Prozent. Dagegen verfehlten die Produzenten von Vorleistungsgütern das Ergebnis des Vorquartals leicht.
Welche Branchen entwickelten sich unterschiedlich?
Ein differenziertes Bild zeigte sich auch zwischen einzelnen Industriezweigen. Die pharmazeutische Industrie verzeichnete mit plus 10,7 % den stärksten Produktionsanstieg im Vergleich zum Vorjahr. Auch der sonstige Fahrzeugbau sowie die Elektroindustrie konnten ihre Produktion erhöhen.
Rückgänge gab es dagegen unter anderem in der Chemieindustrie, in der Textil- und Modebranche sowie im Maschinenbau. Auch energieintensive Branchen wie Papier sowie Glas, Keramik, Steine und Erden produzierten weniger.
Parallel dazu blieb die Kapazitätsauslastung in der Industrie vergleichsweise niedrig. Zu Beginn des ersten Quartals 2026 lag der Auslastungsgrad im Verarbeitenden Gewerbe bei 77,5 %. Damit blieb er deutlich unter dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre.
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Warum steigen die Auftragseingänge wieder?
Zum Jahresende 2025 zogen die Auftragseingänge in der Industrie spürbar an. Im Dezember stiegen die Bestellungen gegenüber dem Vormonat saison- und kalenderbereinigt um 7,8 %. Ein wesentlicher Treiber waren Großaufträge, insbesondere in der Metallindustrie und im Maschinenbau.
Auch im gesamten vierten Quartal zeigte sich eine deutliche Dynamik. Gegenüber dem dritten Quartal gingen 9,6 % mehr Aufträge ein. Besonders stark entwickelte sich die Nachfrage aus dem Inland, während die Auslandsorders moderater zunahmen.
Der Auftragsbestand erhöhte sich ebenfalls. Nach Angaben des ifo Instituts lag der Auftragsvorlauf zu Beginn des ersten Quartals 2026 bei 3,7 Produktionsmonaten und damit leicht über dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre.
Wie entwickelt sich Außenhandel und Konsum?
Der Außenhandel gewann zum Jahresende 2025 wieder an Dynamik. Die Warenexporte stiegen im vierten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um zwei Prozent. Besonders stark wuchsen die Ausfuhren in EU-Partnerländer wie Frankreich, Polen oder Spanien.
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Dagegen gingen die Exporte in die USA deutlich zurück. Grund dafür waren handelspolitische Unsicherheiten und Zollmaßnahmen.
Die privaten Konsumausgaben legten im vierten Quartal real um 1,8 % zu. Besonders stark stiegen die Ausgaben für Einrichtungsgegenstände, Haushaltsgeräte sowie Gesundheitsleistungen.
Welche Perspektiven sieht der BDI für 2026?
Für das laufende Jahr erwartet der Bundesverband der Deutschen Industrie eine leichte konjunkturelle Erholung. Für 2026 wird ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von rund einem Prozent prognostiziert.
Impulsgeber könnten steigende Investitionen sein. Vor allem Ausrüstungsinvestitionen sowie Investitionen in Infrastruktur und Energie sollen zulegen. Unterstützt werden könnten diese Entwicklungen durch das Sondervermögen Klima und Infrastruktur.
Auch der private Konsum dürfte moderat wachsen. Gleichzeitig bleibt die Exportentwicklung aufgrund geopolitischer Unsicherheiten und handelspolitischer Risiken gedämpft.
FAQ zur Industrieproduktion Deutschland
• Warum ist die Industrieproduktion in Deutschland 2025 gesunken? – Die Industrieproduktion sank laut BDI-Bericht um 1,6 %, unter anderem aufgrund schwacher Nachfrage in einigen Branchen und rückläufiger Umsätze im Verarbeitenden Gewerbe.
• Welche Branchen treiben die Industrieproduktion? – Besonders die pharmazeutische Industrie, der Fahrzeugbau und die Elektroindustrie konnten ihre Produktion im Jahr 2025 steigern.
• Welche Rolle spielen Auftragseingänge für die Industrieproduktion? – Zum Jahresende 2025 stiegen die Auftragseingänge deutlich, unter anderem durch Großaufträge im Maschinenbau und in der Metallindustrie.
• Wie entwickeln sich die Perspektiven für die Industrieproduktion 2026? – Der BDI erwartet eine leichte konjunkturelle Erholung und ein Wirtschaftswachstum von rund 1 %.
• Wie wirkt sich der Außenhandel auf die Industrieproduktion aus? – Während Exporte in EU-Länder zulegen, belasten Unsicherheiten im US-Handel und geopolitische Risiken die Exportdynamik.