Das KI-Modell Mythos 5 von Anthropic steht im Zentrum einer ungewöhnlichen US-Anordnung. Wegen möglicher Sicherheitsrisiken wurde der Zugang kurzfristig massiv eingeschränkt.
So etwas gab es noch nicht: Der OpenAI-Rivale Anthropic muss den Zugang zu seinem besten KI-Modell plötzlich blockieren, weil die US-Regierung ein Sicherheitsrisiko befürchtet. Vieles ist noch unklar.Symbolbild - KI-generiert
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Summary: Anthropic hat in San Francisco nach einer Anordnung der US-Regierung den Zugang zu den KI-Modellen Fable 5 und Mythos 5 blockiert. Betroffen sind alle Ausländer, auch Beschäftigte des Unternehmens in den USA. Hintergrund sind Sicherheitsbedenken wegen möglicher Methoden, Schutzmechanismen der Software zu umgehen.
Warum das KI-Modell Mythos 5 blockiert wurde
Die KI-Firma Anthropic hat nach einer Anordnung der US-Regierung den Zugang zu ihrer erst vor wenigen Tagen veröffentlichten Top-Software mit Künstlicher Intelligenz gesperrt. Wie das Unternehmen mitteilt, hätten Regierungsbehörden unter Verweis auf die nationale Sicherheit angewiesen, den Zugang aller Ausländer zu den KI-Modellen Fable 5 und Mythos 5 zu unterbinden.
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Die Maßnahme betrifft nicht nur Nutzer außerhalb der USA. Auch Ausländer, die sich in den Vereinigten Staaten aufhalten, sind von der Sperre erfasst. Selbst Beschäftigte von Anthropic fallen darunter, sofern sie keine US-Staatsbürger sind. In der Folge habe das Unternehmen kurzfristig den Zugang für alle kappen müssen.
Nach Angaben von Anthropic geht die US-Regierung davon aus, Kenntnis von einer Methode erlangt zu haben, mit der sich Beschränkungen in der Software aufheben lassen könnten. Welche konkrete Gefahr daraus entsteht, bleibt nach den bisherigen Angaben jedoch offen.
Im Zentrum der Auseinandersetzung steht das KI-Modell Mythos 5. Die dahinterliegende Künstliche Intelligenz gilt als besonders leistungsfähig beim Aufspüren von Software-Schwachstellen. Laut Vorlage kann sie Sicherheitslücken erkennen, die teils über Jahrzehnte unentdeckt geblieben sind.
Diese Fähigkeit wurde bisher von US-Behörden und ausgewählten Unternehmen genutzt, um Sicherheitslücken zu schließen und Systeme widerstandsfähiger zu machen. Zugleich besteht von Beginn an die Sorge, dass eine solche Technologie in falschen Händen zur Cyberwaffe werden könnte.
Das in dieser Woche veröffentlichte Modell Fable 5 basiert auf der Mythos-Technologie. Bei Fable 5 sind jedoch die Fähigkeiten im Bereich Cybersicherheit und Biotechnologie blockiert. Mythos 5 wiederum ist die nicht öffentliche Vollversion, die weiterhin nur Behörden und ausgewählten Unternehmenspartnern zur Härtung ihrer Systeme dienen sollte.
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Bitkom zur Antropic-Sperrung:
Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst: „Deutschland und Europa sind beim Zugang zu den stärksten KI-Modellen vom Wohlwollen der US-Regierung abhängig, das hat die überraschende Anordnung am Wochenende mehr als deutlich gemacht. Dies hat unmittelbar Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit unserer klassischen Industrien und unserer Verwaltungen und beeinträchtigt auch unsere Sicherheit und zum Beispiel die Exzellenz unserer Wissenschaft. Mehr denn je muss es jetzt darum gehen, Deutschland und Europa digital souverän zu machen. Digitale Souveränität und eigene KI-Kompetenzen gehören mit an die Spitze der politischen Prioritäten.“
Was Anthropic über die Gefahrenlage sagt
Anthropic betont, bisher nur teilweise Informationen von der Regierung erhalten zu haben. Das Unternehmen habe einen Bericht geprüft, der nach eigener Einschätzung der Auslöser der Anordnung gewesen sein dürfte. Die Experten kamen demnach zu dem Schluss, dass es sich um eine eingeschränkte Möglichkeit handele, die KI spezifische Programmcodes prüfen und Fehler korrigieren zu lassen.
Nach Darstellung von Anthropic verfügen auch Modelle anderer Anbieter über vergleichbare Fähigkeiten. Genannt wird etwa GPT-5.5 des Rivalen OpenAI. Das Unternehmen widerspricht daher der Einschätzung, dass deshalb Software für Hunderte Millionen Nutzer blockiert werden müsse.
Zugleich verweist Anthropic darauf, dass die Sicherheitsvorkehrungen bei Fable 5 umfassend getestet worden seien. Die Maßnahme der US-Regierung trifft damit eine Software, die nach Unternehmensangaben gerade mit Blick auf sensible Fähigkeiten begrenzt wurde.
Wie der Konflikt mit der US-Regierung einzuordnen ist
Die Situation ist auch deshalb ungewöhnlich, weil Anthropic-Chef Dario Amodei sich erst vor wenigen Tagen dafür ausgesprochen hatte, potenziell gefährliche KI-Software durch die Regierung blockieren zu lassen. Anthropic betont jedoch, dass solche Schritte auf transparenten und klaren Verfahren sowie auf technischen Fakten beruhen müssten.
Nach Darstellung des Unternehmens sei genau das im aktuellen Fall nicht gegeben. Damit gerät Anthropic in einen Konflikt mit der US-Regierung, obwohl die Firma grundsätzlich offen für staatliche Eingriffe bei riskanter KI-Technologie auftritt.
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Welche Folgen die Sperre für Anthropic haben kann
Anthropic stand bereits in den vergangenen Monaten mehrfach im Fokus. Das Unternehmen riskierte einen Konflikt mit der US-Regierung, weil es trotz Drucks darauf bestand, dass seine KI-Modelle nicht in autonomen Waffensystemen und nicht zur Massenüberwachung in den USA eingesetzt werden dürfen.
Das Pentagon erklärte Anthropic daraufhin zu einem Lieferketten-Risiko. Eine solche Einstufung kann den Einsatz der Software in Regierungsbehörden erheblich beeinträchtigen. Anthropic klagt dagegen.
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Gleichzeitig machten die außergewöhnlichen Cybersicherheitsfähigkeiten von Mythos das Unternehmen für die US-Regierung wieder wichtig. Die aktuelle Sperre zeigt damit eine widersprüchliche Lage: Anthropic wird wegen seiner leistungsfähigen KI-Technologie gebraucht, zugleich aber wegen genau dieser Fähigkeiten reguliert und eingeschränkt.
• Warum wurde das KI-Modell Mythos 5 gesperrt? – Die US-Regierung sieht ein mögliches Sicherheitsrisiko und ordnete an, den Zugang für alle Ausländer zu blockieren.
• Wer ist vom Zugriff auf das KI-Modell Mythos 5 betroffen? – Betroffen sind Ausländer außerhalb und innerhalb der USA, darunter auch ausländische Beschäftigte von Anthropic.
• Welche Fähigkeiten hat das KI-Modell Mythos 5? – Mythos 5 kann besonders leistungsfähig Software-Schwachstellen aufspüren, die teils lange unentdeckt geblieben sind.
• Was unterscheidet das KI-Modell Mythos 5 von Fable 5? – Fable 5 basiert auf der Mythos-Technologie, bei ihm sind jedoch Cybersicherheits- und Biotechnologie-Fähigkeiten blockiert.
• Warum ist das KI-Modell Mythos 5 für die Industrie relevant? – Die Software kann zur Härtung von Systemen beitragen, steht aber wegen möglicher Risiken als Cyberwerkzeug unter besonderer Beobachtung.