Optimismus statt Stillstand
Europas Firmen setzen auf KI - und Jobs
Während das Konjunkturbarometer in Deutschland nach unten zeigt, sorgen europäische Firmenlenker für Aufbruchstimmung: Investitionen in KI und neue Jobs nehmen Fahrt auf.
Entgegen dem mauen Trend in Deutschland wollen Führungskräfte in Europa neue Arbeitsplätze schaffen.
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Hoffnungsschimmer in düsteren Zeiten
Trotz einer spürbaren Eintrübung der wirtschaftlichen Lage in Deutschland zeigt sich Europa insgesamt deutlich zuversichtlicher. Eine neue Umfrage des Beratungsunternehmens Accenture unterstreicht diesen optimistischen Trend: Während viele deutsche Unternehmen laut Konjunkturbarometern mit verhaltener Perspektive ins Jahr starten, wollen europäische Firmenlenker gegensteuern – mit mehr Investitionen und zusätzlichen Arbeitsplätzen.
Laut der Erhebung, die im November und Dezember in Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mindestens 500 Millionen US-Dollar durchgeführt wurde, zeigen sich europäische Führungskräfte überraschend investitionsfreudig. Insgesamt wurden weltweit 3.650 Führungskräfte sowie 3.350 Beschäftigte befragt, davon allein 1.070 Führungskräfte und 929 Mitarbeitende aus neun europäischen Ländern.
Umsatzerwartungen auf Wachstumskurs
Die Ergebnisse sind deutlich: 91 Prozent der befragten Führungskräfte in Europa gehen von steigenden Umsätzen auf ihren Heimatmärkten aus. Für 43 Prozent unter ihnen fällt diese Prognose sogar besonders optimistisch aus – sie erwarten eine deutliche Zunahme der Erlöse. Auch deutsche Manager teilen diese Erwartung grundsätzlich, jedoch mit abnehmender Zuversicht. Die Stimmung hierzulande ist merklich zurückhaltender als noch vor wenigen Monaten.
Mehr Investitionen in Künstliche Intelligenz
Besonders stark zeigt sich Europas Industrie bei den Plänen rund um Künstliche Intelligenz. Mehr als ein Viertel (27 Prozent) der europäischen Führungskräfte plant, die Investitionen in KI um mindestens 20 Prozent zu erhöhen. Damit übertrifft Europa andere Weltregionen deutlich: In Nordamerika sowie im asiatisch-pazifischen Raum sind die Werte für vergleichbare Investitionsabsichten niedriger angesetzt.
Neue Arbeitsplätze in Sicht
Nicht nur bei der Technologie, auch beim Thema Beschäftigung gibt es klare Signale: 71 Prozent der befragten europäischen Führungskräfte rechnen im laufenden Jahr mit einem Anstieg an Neueinstellungen. Eine Entwicklung, die Hoffnung für den europäischen Arbeitsmarkt macht – insbesondere angesichts der gedämpften Erwartungen in Deutschland.
Denn in der Bundesrepublik zeigt sich ein anderes Bild. Das Beschäftigungsbarometer des Ifo-Instituts fiel im Dezember auf den niedrigsten Stand seit Mai 2020, dem Höhepunkt der Corona-Pandemie. Nahezu alle Industriezweige planen laut monatlicher Umfrage des Instituts einen weiteren Stellenabbau in den kommenden Monaten.
Internationale Perspektiven und Standortvergleich
Die Umfrage liefert damit nicht nur ein differenziertes Bild der konjunkturellen Erwartungen, sondern zeigt auch strukturelle Unterschiede zwischen den Regionen. Während europäische Unternehmen sich auf Wachstum und Zukunftstechnologien fokussieren, scheint in Deutschland eher Vorsicht das wirtschaftliche Handeln zu bestimmen.
Ein entscheidender Treiber dieser Entwicklung könnte in der Bewertung neuer Technologien liegen. Der deutliche Wille zur Erhöhung der KI-Investitionen in Europa könnte als Zeichen für ein wachsendes Vertrauen in digitale Transformationsprozesse interpretiert werden – und damit auch als Grundlage für künftige Wettbewerbsvorteile.
Mit Material der dpa
FAQ zu neuen Jobs in Europa
Wer hat die Umfrage durchgeführt? - Die Umfrage wurde im Auftrag des Beratungsunternehmens Accenture durchgeführt.
Wie viele Personen wurden befragt? - Insgesamt wurden weltweit 3.650 Führungskräfte und 3.350 Beschäftigte befragt, darunter 1.070 Führungskräfte und 929 Mitarbeiter aus neun europäischen Ländern.
Wann fand die Befragung statt? - Die Erhebung wurde im November und Dezember durchgeführt.
Wie entwickeln sich die Umsatzerwartungen in Europa? - 91 Prozent der europäischen Führungskräfte rechnen mit steigenden Umsätzen, 43 Prozent sogar mit einer deutlichen Zunahme.
Wie steht Deutschland im Vergleich da? - Auch deutsche Unternehmen erwarten steigende Umsätze, allerdings ist ihre Zuversicht im Vergleich zu Europa insgesamt spürbar gesunken.
Wie hoch ist die Investitionsbereitschaft in KI? - 27 Prozent der europäischen Führungskräfte wollen ihre Investitionen in KI um mindestens 20 Prozent erhöhen.
Wie sind die Beschäftigungserwartungen? - 71 Prozent der befragten europäischen Führungskräfte rechnen mit Neueinstellungen im laufenden Jahr.
Wie ist die Lage auf dem deutschen Arbeitsmarkt? - Laut Ifo-Institut ist das Beschäftigungsbarometer in Deutschland im Dezember auf den niedrigsten Wert seit Mai 2020 gesunken.