KI sicher im Griff – Industrie rüstet digital auf

Fertigungsindustrie treibt KI-Governance voran

Die Fertigungsindustrie wandelt sich zur digitalen Hochsicherheitszone: KI wird nicht länger heimlich genutzt, sondern strategisch gesteuert – mit klarer Governance und messbarem Erfolg.

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Sicherheitsbedenken und regulatorischer Druck haben gewirkt. Der Wildwuchs unkontrollierter KI-Nutzung wird durch gezielte Governance ersetzt – und das mit durchschlagender Wirkung.

Der Einsatz von GenAI in der Fertigungsindustrie hat ein neues Niveau erreicht: 94 Prozent der Unternehmen setzen mittlerweile auf generative KI – ein klares Zeichen für den tiefgreifenden digitalen Wandel. Gleichzeitig sinkt die Nutzung unkontrollierter Schatten-KI rapide. Zwischen Dezember 2024 und September 2025 fiel die Verwendung persönlicher GenAI-Tools von 83  auf 51 Prozent. Parallel dazu stieg die Zahl der offiziell genehmigten Anwendungen von 15  auf 42 Prozent.

Wie Unternehmen Schatten-KI den Kampf ansagen

Schatten-KI – also nicht genehmigte KI-Tools, die Mitarbeitende ohne Wissen der IT nutzen – stellt eines der größten Sicherheitsrisiken dar. Sie umgehen zentrale Kontrollinstanzen, bergen hohe Datenschutzrisiken und gefährden geistiges Eigentum. Um dieser Bedrohung zu begegnen, setzen immer mehr Unternehmen auf dedizierte Sicherheitsrichtlinien, klare Nutzungsvorgaben und Monitoringlösungen. KI wird aus der Grauzone geholt und in offizielle Prozesse integriert – eine Entwicklung, die Netskope als zukunftsweisend einstuft.

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Welche Plattformen die Branche dominieren

In der Gunst der Industrieunternehmen liegen aktuell drei Plattformen vorn:

  • Azure OpenAI

  • Amazon Bedrock

  • Google Vertex AI

Knapp 29 Prozent der Fertiger setzen auf mindestens eine dieser Lösungen, um sichere, skalierbare KI-Anwendungen intern zu betreiben. Der Fokus liegt auf Plattformen mit robusten Sicherheitsmechanismen, umfassenden Managementfunktionen und starker Integration in bestehende Cloudinfrastrukturen. Zwar liegt die Nutzung noch unter dem globalen Durchschnitt, doch gerade das macht das enorme Wachstumspotenzial deutlich. Der Trend geht klar in Richtung konsolidierter, kontrollierbarer KI-Plattformen mit Enterprise-Fokus.

Wo die größten Risiken für Datenlecks lauern

Der Umgang mit sensiblen Daten ist der wunde Punkt in der KI-Nutzung. Der Netskope-Bericht benennt konkrete Schwachstellen:

  • 41 Prozent der Datenschutzverstöße betreffen regulierte Daten,

  • 32 Prozent betreffen geistiges Eigentum,

  • 19 Prozent beziehen sich auf Passwörter und API-Schlüssel.

Besonders heikel: Die Übergänge zwischen beruflicher und privater Nutzung verschwimmen zusehends. Persönliche Cloudanwendungen wie Google Drive oder OneDrive werden häufig in Firmennetzwerken verwendet. Diese Mischnutzung öffnet der Schatten-IT Tür und Tor – ein Risiko, das viele Unternehmen nun aktiv eindämmen wollen.

Was der Umgang mit APIs über den Fortschritt verrät

Ein klares Signal für die technologische Reife: 67 Prozent der untersuchten Fertigungsunternehmen verwenden api.openai.com zur Automatisierung interner Prozesse. Das zeigt, wie weit fortgeschritten die Integration generativer KI mittlerweile ist. Dabei geht es nicht mehr nur um simple Textgenerierung. Die API-basierte Nutzung erlaubt unternehmensweite Automatisierungen – von Predictive Maintenance über Qualitätskontrolle bis hin zu Dokumentationsprozessen. Doch auch hier gilt: Nur mit klarer Governance, Audit Trails und Zugriffskontrollen lässt sich dieses Potenzial risikofrei heben.

KI-Sicherheit konkret: Was Unternehmen jetzt umsetzen

Die Hersteller haben erkannt: Wer bei der Digitalisierung auf KI setzt, muss auch bei der Sicherheit ganz vorn mitspielen. Die Integration erfolgt daher zunehmend auf Basis von:

  • Zero Trust-Architekturen,

  • kontextbasierter Zugriffskontrolle,

  • regelbasierter Data Loss Prevention (DLP),

  • granularer Protokollierung und Echtzeitüberwachung.

Der Sicherheitsfokus liegt dabei nicht nur auf der Technologie selbst, sondern auf der gesamten Nutzungskette – vom Tool bis zum Endanwender. Netskope hebt hervor, dass die Kontrollmechanismen wirken und die Lücke zwischen offizieller und Schatten-KI zunehmend schließt.

Fallbeispiel: So geht sichere KI-Integration in der Praxis

Ein weltweit tätiger Automobilzulieferer aus Süddeutschland hat die Schatten-KI in der Softwareentwicklung gezielt eliminiert – und gleichzeitig die Produktivität gesteigert.

Ausgangslage: Entwickler nutzten frei verfügbare GenAI-Tools zur Codegenerierung. Dabei kam es wiederholt zu Vorfällen, bei denen proprietärer Quellcode versehentlich extern preisgegeben wurde.

Lösung: Ein unternehmensinternes GenAI-System auf Basis von Azure OpenAI wurde eingeführt. Die Zugriffsrechte wurden rollenbasiert vergeben, Data-Loss-Prevention-Mechanismen integriert und alle generierten Inhalte automatisch geprüft und dokumentiert.

Ergebnis: 

  • 80 Prozent weniger Datenpannen,

  • 25 Prozent schnellere Entwicklungszyklen,

  • hohe Akzeptanz durch Mitarbeiter dank klarer Leitlinien.

Das Beispiel zeigt: Mit strukturiertem Vorgehen lässt sich Schatten-KI nicht nur eindämmen, sondern in messbaren Mehrwert verwandeln.

KI vs. Malware: Warum Clouddienste zum Risiko werden

Ein weiteres Kapitel der Sicherheitsherausforderungen: die Verbreitung von Malware über beliebte Clouddienste. Laut Netskope gehören Microsoft OneDrive (18 Prozent), GitHub (14 Prozent) und Google Drive (elf Prozent) zu den am häufigsten missbrauchten Plattformen für Malware-Downloads in der Fertigungsbranche. Die Herausforderung: Viele dieser Plattformen sind zugleich zentrale Bestandteile moderner Arbeitsprozesse. Ein Verbot ist daher kaum praktikabel – stattdessen setzen Unternehmen auf:

  • verhaltensbasierte Erkennung,

  • automatische Isolation infizierter Dateien,

  • Integration in SIEM-Systeme zur Echtzeitüberwachung.

Die Verknüpfung dieser Sicherheitsmaßnahmen mit der GenAI-Nutzung steht im Fokus der nächsten Innovationswelle.

KI als strategisches Werkzeug in strukturierte Prozesse eingebunden

Die Fertigungsindustrie befindet sich an einem entscheidenden Wendepunkt: KI wird nicht mehr im Verborgenen genutzt, sondern als strategisches Werkzeug in strukturierte Sicherheits- und Governance-Prozesse eingebunden. Wer jetzt auf sichere Plattformen, klare Richtlinien und moderne Kontrollmechanismen setzt, schafft nicht nur Vertrauen, sondern auch messbaren Mehrwert – und ist bereit für das nächste Level der industriellen Digitalisierung.

Quelle: Netskope

FAQs zur sicheren KI-Nutzung in der Fertigungsindustrie

1. Was versteht man unter Schatten-KI in der Fertigung? 

Schatten-KI beschreibt den Einsatz nicht genehmigter KI-Tools durch Mitarbeitende ohne Wissen oder Kontrolle der IT-Abteilung. Diese Anwendungen bergen hohe Risiken für Datenschutz, geistiges Eigentum und IT-Sicherheit.

2. Wie entwickelt sich der Einsatz von generativer KI in der Fertigungsbranche? 

Der Einsatz generativer KI wächst rasant. 94 Prozent der Unternehmen nutzen bereits GenAI-Lösungen. Gleichzeitig sinkt die Nutzung unkontrollierter Tools deutlich, während offiziell genehmigte Anwendungen stark zulegen.

3. Welche Gefahren gehen von unkontrollierter KI-Nutzung aus? 

Unkontrollierte KI kann zu Datenschutzverstößen führen, geistiges Eigentum gefährden und Passwörter oder API-Schlüssel preisgeben. Zudem erschwert sie eine strukturierte Kontrolle und schwächt IT-Sicherheitsstrategien.

4. Welche Plattformen setzen Fertigungsunternehmen bevorzugt ein? 

Die drei bevorzugten Plattformen sind Azure OpenAI, Amazon Bedrock und Google Vertex AI. Sie bieten robuste Sicherheitsmechanismen und lassen sich gut in bestehende Cloud-Infrastrukturen integrieren.

5. Welche Rolle spielt api.openai.com in der Produktion? 

Rund 67 Prozent der Unternehmen nutzen api.openai.com zur Automatisierung interner Prozesse. Sie setzen die Schnittstelle unter anderem für Predictive Maintenance, Qualitätskontrolle und Dokumentation ein.

6. Wie begegnet die Branche der Gefahr durch Malware in Clouddiensten? 

Unternehmen setzen auf verhaltensbasierte Erkennung, automatische Isolierung infizierter Dateien und die Anbindung an SIEM-Systeme. So lassen sich Bedrohungen in Echtzeit erkennen und bekämpfen.

7. Welche Sicherheitsstrategien sind für den sicheren KI-Einsatz entscheidend? 

Zum Einsatz kommen Zero Trust-Architekturen, kontextbasierte Zugriffskontrollen, regelbasierte DLP-Systeme sowie Echtzeitüberwachung mit granularer Protokollierung – von der Anwendung bis zum Endnutzer.