Heidelberg setzt weiter auf den Ausbau des Druckgeschäfts.

Heidelberg setzt weiter auf den Ausbau des Druckgeschäfts. (Bild: Heidelberg)

Die Heidelberger Druckmaschinen kämpfen weiter mit dem anhaltenden Kostendruck. „Das neue Geschäftsjahr wird kein einfaches werden“, sagte Unternehmenschef Ludwin Monz heute auf einer Pressekonferenz. Im laufenden Geschäftsjahr, das bis Ende März 2024 geht, erwartet der Maschinenbauer deshalb Umsatz und bereinigte Marge auf Höhe des Vorjahres. Der Erlös soll demnach bei rund 2,4 Milliarden Euro und der bereinigte Gewinn bei 7,2 Prozent davon liegen.

Bereits im vergangenen Geschäftsjahr war Heidelberg aufgrund der Corona-Politik in China und der Inflation unter Druck. Die gestiegenen Material-, Personal- und Energiekosten wurden durch Preissteigerungen an die Kunden weitergegeben, sagte Finanzchefin Tania von der Goltz. Das soll auch weiter so geschehen. Die erhöhten Preise haben sich von der Goltz zufolge nur „begrenzt auf das Investitionsverhalten der Kunden“ ausgewirkt.

Die angepeilte Marge sei ein stabiler Wert, wenngleich sie immer noch auf einem niedrigen Niveau liege, sagte Monz. „Wir wollen das Niveau steigern, mittelfristig besser werden“, erklärte er. Dafür will das Unternehmen ein 'Wertsteigerungsprogramm' ins Leben rufen. Dabei will Heidelberg schauen, welche Optimierungsoptionen es gebe, so der CEO. „Wir stehen ganz am Anfang.“ Es sollen dabei alle Kostenstrukturen angeschaut werden, aber auch die Prozesse. Details konnte Monz noch nicht nennen.

Der Vorstandsvorsitzende von Heidelberg, Ludwin Monz, und Finanzvorständin Tania von der Goltz.
Der Vorstandsvorsitzende von Heidelberg, Ludwin Monz, und Finanzvorständin Tania von der Goltz. (Bild: Heidelberg)

Das steckt hinter der 'Dual-Track-Strategie' von Heidelberg

Das 'Wertsteigerungsprogramm' sei wichtig, um die Ziele des begonnenen Geschäftsjahres zu erreichen und mittel- und langfristig die Unternehmensstrategie umsetzen und finanzieren zu können, sagte Monz.

Die Strategie ist dabei eine 'Dual-Track-Strategie'. Heidelberg setzt zum einen weiter auf den Ausbau des Druckgeschäfts. In diesem Bereich hat das Unternehmen im vergangenen Geschäftsjahr 97 Prozent seines Gewinns gemacht. Ziel ist es laut Heidelberg, weiter Technologieführer zu bleiben. Vor allem im Digital-, aber auch im Verpackungsdruck sehen die beiden Vorstände dabei Wachstumschancen. Auch Zukäufe schloss Monz nicht aus.

Daneben setzt Heidelberg weiter auf die Entwicklung neuer Geschäftsfelder. Im Moment steht dort weiterhin die Elektromobilität im Fokus. „Wir glauben weiter an die Elektromobilität“, sagte Monz. Im vergangenen Geschäftsjahr musste das Unternehmen aber deutliche Verluste in diesem Bereich hinnehmen. Dafür gibt es zwei Gründe, so von der Goltz: Die Förderung für Wallboxen ist ausgelaufen, weshalb Kaufanreize gefehlt haben.

Zudem gab es Lieferschwierigkeiten bei den E-Fahrzeugen. Das Unternehmen gehe davon aus, dass das ein einmaliger Effekt gewesen sei, sagte die Finanzchefin. Heidelberg sehe in der E-Mobilität weiterhin einen langfristigen Wachstumsmarkt. Seit Januar werden die Wallboxen nicht mehr nur deutschlandweit vertrieben. Das Unternehmen expandiert nun europaweit. Künftig sollen außerdem noch neue Geschäftsfelder dazukommen.

Was Monz Vorgänger Rainer Hundsdörfer zur Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens sagt, erfahren Sie im Podcast

Podcast: Rainer Hundsdörfer über Nachhaltigkeit bei Heidelberg

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