Wirtschaftliche Entwicklung
Insolvenzen steigen, Gründungen gehen zurück
Die Unternehmensinsolvenzen in Deutschland sind 2025 weiter gestiegen, während Neugründungen zurückgehen. Regionale und branchenspezifische Unterschiede zeigen, wo der wirtschaftliche Druck besonders hoch ist.
Trotz des insgesamt moderaten Anstiegs der Insolvenzzahlen sind die Belastungen für viele Unternehmen weiterhin hoch.
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Von Januar bis November 2025 wurden bundesweit 15.503 Insolvenzen eingetragener Unternehmen registriert. Das entspricht einem Anstieg um zwei Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig sank die Zahl der Unternehmensneugründungen um vier Prozent auf 138.624, wie eine aktuelle Analyse von Dun & Bradstreet zeigt. Nach mehreren Krisenjahren sind finanzielle Rücklagen vielfach aufgebraucht. Zusätzlich belasten hohe Energiepreise, Inflation und eine restriktivere Kreditvergabe der Banken die Liquidität – insbesondere im Mittelstand. Strukturelle Herausforderungen wie Bürokratie, Fachkräftemangel und ungelöste Unternehmensnachfolgen verschärfen die Situation weiter.
Regionale Unterschiede bei Insolvenzen deutlich sichtbar
Die Insolvenzentwicklung zeigt starke regionale Unterschiede. Die höchsten Zuwachsraten verzeichneten:
Rückläufige Insolvenzzahlen wurden dagegen unter anderem in Hamburg (–8 Prozent), Berlin (–3 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (–2 Prozent) registriert.
Branchen unter unterschiedlichem Anpassungsdruck
Auch branchenbezogen ergibt sich ein differenziertes Bild. Besonders stark betroffen ist das Autogewerbe, das einen Anstieg der Insolvenzen um 16 Prozent verzeichnete. Es folgen:
Deutliche Rückgänge gab es hingegen bei:
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Immobilienmaklern und -verwaltungen: –22 Prozent
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Herstellern dauerhafter Güter: –11 Prozent
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Gesundheitsdiensten: –10 Prozent
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IT-Dienstleistern: –9 Prozent
Die Insolvenzwelle trifft damit vor allem Branchen mit hoher Kostenbelastung und starkem strukturellem Anpassungsdruck.
Neugründungen weiterhin rückläufig
Parallel zu den steigenden Insolvenzzahlen bleibt auch die Gründungsdynamik schwach. In den ersten elf Monaten des Jahres 2025 wurden deutschlandweit vier Prozent weniger Unternehmen neu gegründet als im Vorjahr.
Zuwächse gab es lediglich in Brandenburg (+2 Prozent). Besonders starke Rückgänge verzeichneten:
„Die leicht steigenden Insolvenzzahlen bei gleichzeitig rückläufigen Neugründungen deuten auf eine anhaltend schwache wirtschaftliche Dynamik hin“, sagt Stefan Kuhlmann, Commercial Director Deutschland bei Dun & Bradstreet Deutschland. „Viele Unternehmen stehen unter erheblichem Kosten- und Finanzierungsdruck. Gerade in einem Umfeld erhöhter Unsicherheit gewinnt Transparenz über die wirtschaftliche Stabilität von Geschäftspartnern deutlich an Bedeutung.“
Quelle: Dun & Bradstreet
FAQs zur Insolvenzentwicklung
Wie haben sich die Insolvenzen in Deutschland 2025 entwickelt?
Von Januar bis November 2025 wurden in Deutschland 15.503 Insolvenzen eingetragener Unternehmen registriert. Das entspricht einem Anstieg von zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Wie hat sich die Zahl der Unternehmensneugründungen verändert?
Im gleichen Zeitraum ging die Zahl der Unternehmensneugründungen um vier Prozent auf 138.624 zurück. Damit bleibt die Gründungsdynamik in Deutschland weiterhin schwach.
Welche Regionen sind besonders von steigenden Insolvenzen betroffen?
Die höchsten Zuwachsraten bei Insolvenzen verzeichneten Sachsen-Anhalt, Thüringen, Hessen und Sachsen. Rückgänge gab es unter anderem in Hamburg, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern.
Welche Branchen stehen derzeit besonders unter Druck?
Besonders stark betroffen ist das Autogewerbe, gefolgt vom Gastgewerbe und dem Maschinenbau. Rückgänge bei den Insolvenzen zeigen sich hingegen unter anderem bei Immobilienunternehmen, Gesundheitsdiensten und IT-Dienstleistern.
Welche Ursachen sieht Dun & Bradstreet für die Entwicklung?
Laut Dun & Bradstreet belasten hohe Energiepreise, Inflation, eine restriktivere Kreditvergabe sowie strukturelle Herausforderungen wie Bürokratie, Fachkräftemangel und fehlende Unternehmensnachfolgen viele Unternehmen erheblich.