Auf dem Bild ist eine Hand zu sehen, die ein rechteckiges Kästchen in einen Automaten steckt.

So schaut der neue Corona-Schnelltest aus, den Bosch entwickelt hat. – Bild: Bosch

| von Anja Ringel
Aktualisiert am: 01. Apr. 2020

Die Produktionen sind vielerorts gestoppt, viele Geschäfte vorübergehend geschlossen: Immer mehr Unternehmen spüren die Auswirkungen des Coronavirus und wollen jetzt selbst einen Beitrag leisten, die Pandemie zu überwinden. Diese Maßnahmen haben deutsche Betriebe bereits beschlossen:

Bosch entwickelt Corona-Schnelltest

Die wohl aufsehenerregendste Entwicklung hat Bosch vergangene Woche bekannt gegeben: Das Unternehmen hat einen Corona-Schnelltest entwickelt. Dieser soll in unter zweieinhalb Stunden ein verlässliches Ergebnis liefern, ob sich ein Patient mit dem neuen Virus infiziert hat. „Mit dem Bosch Covid-19-Schnelltest wollen wir einen Beitrag zur möglichst raschen Eindämmung der Corona-Pandemie leisten. Infizierte Patienten können schneller identifiziert und isoliert werden“, sagt CEO Volkmar Denner in einer Pressemitteilung.

Coronavirus: Diese Hilfsmaßnahmen hat Porsche beschlossen

Porsche will sich dagegen auf humanitäre Hilfe konzentrieren. Das erklärte CEO Oliver Blume in einer Pressemitteilung. Dazu zählen unter anderem Lebensmittelspenden an die Tafeln und das ehrenamtliche Engagement von Porsche-Mitarbeitern für Hilfsorganisationen. Der Autobauer gab bekannt, fünf Millionen Euro an Menschen zu spenden, die durch den Coronavirus in Not geraten sind.

Auf der Agenda steht aber auch die Beschaffung von Schutzausrüstungen. Schutzbekleidung aus den Beständen sei bereits an die Landesregierung Baden-Württembergs weitergeleitet worden, sagte der CEO gegenüber den ‚Stuttgarter Nachrichten‘

Blume erklärte außerdem, dass Porsche-Mitarbeiter die Krisen-Taskforce des Landes Baden-Württemberg kostenlos unterstützen wollen. Dazu zähle unter anderem Prozesse zu strukturieren.

3-D-Druck: Mercedes Benz will medizinische Geräte herstellen

Normalerweise nutzt Mercedes Benz seine 3-D-Drucker im Prototypenbau und in der Kleinserienfertigung. Jetzt will der Autobauer damit Bauteile fertigen, die derzeit in der Medizintechnik dringend benötigt werden. Vorstandsmitglied Jörg Burzer erklärte: „Dazu sind wir auch in Kontakt mit der Landesregierung von Baden-Württemberg. Wir stehen mit unserer Expertise und unserem Spezialwissen für die Fertigung bereit, jetzt ist es an der Medizintechnik uns zu kontaktieren.“

Volkswagen stellt Personal bezahlt frei und Medizinprodukte zur Verfügung

Medizinisches Personal wie Ärzte, Notfallsänitäter und Rettungsassistenen, das an den VW-Standorten beschäftigt ist, wird vom Wolfsburger Unternehmen nun bezahlt freigestellt. Voraussetzung: Die Beschäftigten engagieren sich freiwillig im öffentlichen Gesundheitswesen.

Bis zu 15 Arbeitstage zahlt Volkswagen dann das Gehalt weiter. „Die Beschäftigten in Krankenhäusern, Arztpraxen und Rettungsdiensten leisten Herausragendes und benötigen dringend auch personelle Unterstützung“, sagte VW-Personalvorstand Gunnar Kilian in einem Statement.

Der Konzern hat zudem bereits 200.000 Atemschutzmasken aus eigenen Beständen gespendet und in China unter anderem Handschuhe, Desinfektionsmittel und Schutzanzüge besorgt, die nun in Deutschland für die medizinische Versorgung genutzt werden sollen. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) würdigte den Einsatz von Volkswagen: „Die Spende von VW hilft uns in Niedersachsen sehr“, sagte er laut Deutscher Presseagentur (Dpa).  

Zentrum für Luft- und Raumfahrt rüstet 3-D-Drucker um

Statt für die Forschung sollen die 3-D-Drucker des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) nun beim Kampf gegen den Coronavirus helfen. Wie in unserem Liveblog berichtet, hat die Europäische Kommission um Hilfe bei der Herstellung von Schutzmasken und Ventilen für Beatmungsgeräten gebeten. Trotz nicht vorhandener technischer Spezifikationen sei es gelungen, Tests mit Bauteilen und mit für den Medizinbereich zugelassenen Kunststoffen durchzuführen, teilte das DLR nun mit.

Die leistungsfähigsten Drucker des DLR können bis zu zehn Schutzmasken oder 15 Ventile für Beatmungsgeräte pro Tag herstellen. Die Zahl kann dabei durch eine Vernetzung der Institute und Einrichtungen noch erhöht werden. Die Zertifizierung der vom DLR produzierten Medizinprodukte ist momentan noch in Arbeit.

Audi-Mitarbeiter helfen bei Hopfenernte

Der Autobauer Audi will laut Dpa Krankenhäuser, Pflegeheime und Sozialeinrichtungen mit fünf Millionen Euro Soforthilfe unterstützen. Das Geld fließe zusätzlich zu den 600.000 Euro, die Audi am Montag an Kliniken in Ingolstadt und Heilbronn gegeben habe, teilte das Unternehmen am Mittwoch (1.4.) mit. Außerdem meldeten sich immer mehr Mitarbeiter als freiwillige Helfer.

Audi bekomme zur Zeit viele Hilfs- und Spendenanfragen, sagte eine Sprecherin. Jetzt würden Anfragen und Angebote zusammengeführt. Audianer seien zum Beispiel als Helfer bei der Hopfenernte in der Hallertau dabei, das Technische Hilfswerk habe Autos bekommen.

Atemschutzmasken von BMW und Kuka

BMW hat vergangene Woche 100.000 Atemschutzmasken gespendet. Diese werden laut Dpa dem Technischen Hilfswerk übergeben.

Auch Kuka möchte Atemschutzmasken aus seinem Bestand weitergeben. An der Herstellung von Beatmungsgeräten wird sich das Augsburger Unternehmen dagegen nicht beteiligen. Das sagte CEO Peter Mohnen auf der Jahrespressekonferenz. „Jeder soll das machen, was er am besten kann“, erklärte Mohnen.

So möchte Siemens Gesundheitsorganisationen helfen

Siemens stellt seine 3D-Druck-Platform Additive Manufacturing Network (AM Network) zur Bewältigung der Corona-Pandemie zur Verfügung. Ärzte, Krankenhäuser und Organisationen können sich kostenlos beim Netzwerk anmelden, wenn sie medizinische Teile benötigen. Auch Designer und Service Provider können über die Handelsplattform ihre Hilfe anbieten.

Ziel sei es, einen schnellen und unkomplizierten 3D-Druck von Ersatzteilen wie Ventilatoren zu ermöglichen, teilte der Konzern mit. Das AM Netzwerk deckt dabei laut Siemens die gesamte Wertschöpfungskette von Upload und Simulation bis zum Druck ab. Das Unternehmen stellt 120 Drucker zur Verfügung.