Mehrere orangene Kuka-Roboter arbeiten in einem Werk.

Das Augsburger Unternehmen Kuka spürt ebenfalls die Auswirkungen des Coronavirus. - Bild: Kuka Group

| von Anja Ringel

Weniger Aufträge und geschlossene Büros: Kuka ist keine Ausnahme und ebenfalls von der Corona-Krise betroffen – allerdings noch weit weniger als manch anderes Unternehmen. „Wir werden deutliche Einbußen spüren, selbst wenn die Krise bald abebben sollte“, sagte CEO Peter Mohnen auf der Jahrespressekonferenz. Finanzvorstand Andreas Pabst erklärte, dass sich die Kunden momentan mit Aufträgen zurückhalten.

Das Unternehmen sehe aber auch, dass Kunden, die ihre Werke schließen mussten, nun die Zeit nutzen, um Automatisierung in ihre Produktion zu bringen und sich damit an Kuka wenden.

Coronakrise: Das sagt Kuka zum Thema Kurzarbeit

Bei Kuka musste die Produktion dagegen noch nicht gestoppt werden. Es habe Engpässe gegeben, aber dank der doppelten Lieferantenstrategie habe man Lösungen gefunden, so Mohnen. In Augsburg läuft die Produktion derzeit zu 70 Prozent, in den chinesischen Werken zu 90.  Geschlossen sind dagegen die Standorte in Malaysia, Michigan (USA) und Italien. Soweit möglich arbeiten die Mitarbeiter im Homeoffice, sagte Mohnen weiter.

Peter Mohnen, der Anzug und Brille trägt.
Peter Mohnen ist CEO bei Kuka. - Bild: Kuka Group

„Wichtig ist es jetzt, dass wir flexibel bleiben“, erklärte Mohnen. Er könne deshalb nicht sagen, ob Kuka Staatshilfen beantragen werde. Kurzarbeit sei ebenfalls noch nicht angemeldet worden. Die Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern dazu seien sehr weit, Anträge habe man aber noch nicht gestellt, sagte der CEO weiter.

Mit diesen Themen will Kuka nach der Krise überzeugen

Momentan arbeiten weltweit rund 14.000 Mitarbeiter bei Kuka – 3.500 davon am Konzernsitz in Augsburg. Dort wurden im vergangenen Jahr 350 Stellen abgebaut. Weitere sollen nicht folgen. „Das Ziel muss es sein, die Arbeitsplätze trotz Krise zu erhalten“, sagte Mohnen.

Die Aufgabe sei es nun, Kuka für die Zeit nach Corona vorzubereiten, erklärte der CEO weiter. Er sieht das Unternehmen dafür gut gewappnet: „Unsere Themen Logistik, Automation und Healthcare werden dann wichtiger sein denn je.“

So lief das Geschäftsjahr 2019 für das Augsburger Unternehmen

Anfang des Jahres hat Kuka vor allem mit einer Personalie Schlagzeilen gemacht: Nach nur vier Monaten hat Technikvorstand Peter Hofmann das Unternehmen Ende Februar wieder verlassen. CEO Mohnen betonte auf der Pressekonferenz noch einmal, die Zusammenarbeit sei in beiderseitigem Einvernehmen beendet worden. Kuka benötige Akteure und Aufgaben, die zusammenpassen. Manchmal passe es einfach nicht, dann müsse man die Situation korrigieren.

Kuka-Finanzvorstand Andreas Pabst, der an einem orangenen Kuka-Roboter lehnt.
Kuka-Finanzvorstand Andreas Pabst. - Bild: Kuka Group

Insgesamt sei 2019 ein „herausforderndes Jahr“ gewesen. Das „stürmische und unruhige Umfeld“ – unter anderem mit globalen Handelskonflikten – habe auch Kuka mitbekommen, sagte Mohnen. Finanzvorstand Pabst erklärte, die Sparanstrengungen zahlten sich aus. Das Unternehmen habe trotz schwieriger Bedingungen das Vorjahresniveau halten können.

In Zahlen heißt das: Der Auftragseingang ist im Vergleich zum Vorjahr um 3,5 Prozent auf knapp 3,2 Milliarden Euro gesunken. Auch der Umsatz ging leicht zurück: Um 1,5 Prozent ebenfalls auf 3,2 Milliarden Euro. Gesteigert werden konnte dagegen das EBIT: von rund 34 Millionen Euro im Jahr 2018 auf knapp 49 Millionen Euro im vergangenen Jahr.

Ausblick: Diese Ziele hat Kuka für 2020

Eine verlässliche Umsatz- und Ergebnisprognose für 2020 konnte Pabst aufgrund der Coronakrise nicht geben. Das Unternehmen gab jedoch bekannt, in den kommenden drei Jahren eine halbe Milliarde Euro in Forschung in Entwicklung investieren zu wollen. Mehr als die Hälfte davon ist für den Bereich Robotik angedacht.

2020 wolle man sich auf drei Ziele fokussieren, ergänzte Mohnen.

  • Kuka möchte erstens seine Innovations- und Technologieführerschaft vorantreiben. Dazu zählt die Einführung neuer Produkte und Lösungen, aber auch neue Arbeitsmodelle und neue Formate in der Unternehmenskommunikation.
  • Zweitens soll das Geschäft um neue Märkte erweitert werden. Software und Services erhalten eine neue Bedeutung, so der CEO. E-Commerce und Retail seien wichtige Wachstumsfelder.
  • Der dritte Punkt ist Effizienz. Das Umfeld bleibe schwierig, sagte Mohnen. Deshalb sei ein frühzeitiges effizientes Handeln genauso wichtig wie Produkte qualitativ zu verbessern.

China sei weiterhin ein wichtiger Zukunftsmarkt, auch wenn dort der Weg zum Erfolg schwierig sei, sagte Mohnen weiter. So ist der Markt für Robotik in der Volksrepublik rückläufig. Aber: China sei nach wie vor der größte Industrierobotermarkt der Welt, so Mohnen. Deshalb plane Kuka, den Roboterabsatz im Reich der Mitte weiter zu erhöhen und seine Marktanteile dort weiter auszubauen.

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