Prozessautomation wächst trotz schwieriger Märkte

Prozessautomation: Rechenzentren treiben Nachfrage

Die Prozessautomation wächst 2026 trotz schwieriger Marktbedingungen weiter. Laut ZVEI treiben vor allem Energieerzeugung und Rechenzentren das Geschäft. China bleibt dagegen ein Sorgenkind der Branche.

Wie entwickelt sich die Prozessautomation 2026? Der ZVEI meldet moderates Wachstum, starke Nachfrage bei Rechenzentren und Probleme in China.
Wie entwickelt sich die Prozessautomation 2026? Der ZVEI meldet moderates Wachstum, starke Nachfrage bei Rechenzentren und Probleme in China.

  • Die globale Prozessautomation verzeichnet von Januar bis September 2026 ein leichtes Wachstum bei Auftragseingängen und Umsätzen.

  • Besonders stark entwickelt sich die Nachfrage aus der Energieerzeugung, von Rechenzentren sowie aus der Öl- und Gasindustrie.

  • Nord- und Südamerika, Indien sowie der Nahe Osten und Afrika zeigen eine positive Marktdynamik. China stagniert.

  • Internationale Zölle, geopolitische Unsicherheiten und neue EU-Regularien belasten die Branchenaussichten.

Die weltweite Prozessautomation setzt ihren moderaten Wachstumskurs 2026 fort. Sowohl die Auftragseingänge als auch die Umsätze im Bereich Messtechnik und Prozessautomatisierung legten zwischen Januar und September gegenüber dem Vorjahreszeitraum im niedrigen einstelligen Prozentbereich zu.

Das geht aus einer aktuellen Mitgliederbefragung des Fachbereichs Messtechnik und Prozessautomatisierung im ZVEI-Fachverband Automation hervor, deren Ergebnisse der Verband am 22. Oktober 2026 veröffentlicht hat.

Welche Branchen treiben die Prozessautomation 2026 an?

Wesentliche Impulse für die Prozessautomation kommen weiterhin aus der Energieerzeugung. Besonders positiv entwickelt sich das Geschäft im Bereich „Electrical Energy Generation“, zu dem auch Rechenzentren zählen.

Weitere Wachstumstreiber sind die Abnehmerbranchen Öl und Gas, Wasser und Abwasser sowie die Pharmaindustrie. Die positive Entwicklung dieser Industriezweige stützt die Nachfrage nach Messtechnik und Automatisierungslösungen.

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Axel Lorenz, Vorsitzender des Fachbereichs Messtechnik und Prozessautomatisierung im ZVEI-Fachverband Automation, bewertet die aktuelle Geschäftslage entsprechend:

„Wir blicken verhalten positiv auf 2026: Weltweit wachsen Auftragseingänge und Umsätze unserer Mitglieder weiter moderat. Haupttreiber bleiben Energieerzeugung und Rechenzentren, aber auch Branchen wie Öl und Gas, Wasser und Abwasser sowie Pharma.“

Internationale Märkte entwickeln sich unterschiedlich

Regional zeigt sich bei der Prozessautomation ein uneinheitliches Bild. Die stärkste positive Dynamik verzeichnen im bisherigen Jahresverlauf Nord- und Südamerika, die Region Middle East/Afrika sowie Indien.

Auch zahlreiche weitere asiatische Märkte entwickeln sich positiv und sorgen für eine steigende Nachfrage nach Prozessautomatisierungstechnik.

Anders sieht es in China aus. Dort bleibt die Marktentwicklung für europäische Anbieter schwierig. Bereits 2025 hatte sich das Geschäft schwach entwickelt. Auch in den ersten neun Monaten 2026 stagnierte der chinesische Markt.

Gleichzeitig nimmt der Wettbewerbsdruck durch chinesische Anbieter auf dem europäischen Markt zu.

Warum bleibt die Prozessautomation in Deutschland unter Druck?

In Europa und Deutschland hat sich die Nachfrage nach Prozessautomation inzwischen auf niedrigem Niveau stabilisiert. Von einer deutlichen Erholung kann nach Einschätzung des ZVEI allerdings noch keine Rede sein.

Insbesondere die wirtschaftlich angespannte Situation energieintensiver Industriezweige belastet den deutschen Markt. Dazu zählen vor allem die Chemieindustrie sowie die Papier- und Zellstoffindustrie („Pulp and Paper“).

Damit bleibt das Geschäftsumfeld für Anbieter von Messtechnik und Prozessautomatisierung in Deutschland herausfordernd, während andere Weltregionen eine stärkere Wachstumsdynamik aufweisen.

Zölle und Cyber Resilience Act als Risiken

Neben der regional unterschiedlichen Nachfrage beschäftigen die Branche mehrere wirtschaftliche und regulatorische Unsicherheiten.

Nach Angaben des ZVEI sehen die befragten Unternehmen insbesondere internationale Zölle, geopolitische Entwicklungen sowie neue regulatorische Anforderungen als Risiken für die weitere Geschäftsentwicklung. Dazu gehört auch der europäische Cyber Resilience Act (CRA).

Hinzu kommt der zunehmende Wettbewerb mit chinesischen Anbietern. Während europäische Unternehmen auf dem chinesischen Markt weiterhin mit schwierigen Rahmenbedingungen konfrontiert sind, verstärken chinesische Wettbewerber ihre Präsenz in Europa.

Lorenz erklärt dazu: „Beide Entwicklungen beobachten wir sehr genau und prüfen gleichzeitig zusätzliche Wachstumschancen, insbesondere in Afrika.“

Trotz dieser Herausforderungen bleibt der ZVEI für das Gesamtjahr 2026 verhalten optimistisch. Die positive Nachfrage aus Energieerzeugung, Rechenzentren und weiteren wichtigen Abnehmerbranchen stützt die Entwicklung der Prozessautomation.

Mit Material von ZVEI.

Was Sie zum Thema Prozessautomation wissen müssen

  • Wie entwickelt sich die Prozessautomation 2026? Laut ZVEI sind die weltweiten Auftragseingänge und Umsätze von Januar bis September 2026 im niedrigen einstelligen Prozentbereich gegenüber dem Vorjahr gestiegen.

  • Welche Branchen treiben die Prozessautomation an? Besonders starke Nachfrage kommt aus der Energieerzeugung und von Rechenzentren. Auch Öl und Gas, Wasser und Abwasser sowie Pharma tragen zum Wachstum bei.

  • Welche Regionen wachsen in der Prozessautomation besonders stark? Nord- und Südamerika, Middle East/Afrika und Indien zeigen die größte positive Dynamik. Auch zahlreiche weitere asiatische Länder entwickeln sich gut.

  • Warum bleibt China für die Prozessautomation schwierig? Der chinesische Markt stagniert 2026. Gleichzeitig steigt der Wettbewerbsdruck chinesischer Anbieter auf dem europäischen Markt.

  • Welche Risiken sieht der ZVEI für die Prozessautomation? Internationale Zölle, geopolitische Unsicherheiten und neue Regularien wie der EU Cyber Resilience Act gehören zu den wesentlichen Herausforderungen.