Schaeffler Fahnen

Der Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler hat einen Vertrag zum Erwerb der Ewellix Gruppe unterschrieben. (Bild: Schaeffler Gruppe)

Schaeffler hat mit einer zum Triton Fund V gehörenden Beteiligungsgesellschaft einen Vertrag zum Erwerb der Ewellix Gruppe unterschrieben. Durch den Kauf des globalen Herstellers und Lieferanten von lineartechnischen Komponenten und Systemen, der noch unter dem Vorbehalt der Prüfung und Zustimmung durch die zuständigen Behörden steht, stärkt Schaeffler laut einer entsprechenden Mitteilung seine Marktposition vor allem im Lineargeschäft.

Ewellix ist Hersteller von unter anderem elektromechanischen industriellen Aktuatoren und Hubsäulen sowie Rollengewindetrieben. Diese werden in Sektoren wie Robotik, der Medizintechnik und in mobilen Maschinen eingesetzt. Das bestehende Produktportfolio der Industriesparte von Schaeffler soll durch die Produktpalette von Ewellix ergänzt werden. Die insgesamt 1.200 Mitarbeitenden werden in die Industrial-Sparte von Schaeffler eingegliedert.

Die Lineartechnik weist laut dem Herzogenauracher Unternehmen über die kommenden Jahre hohes Wachstumspotenzial innerhalb des globalen Industriegeschäfts auf. Der gemeinsame Fokus liegte auf wachstumsstarken Marktsektoren wie beispielsweise der industriellen Automatisierung, Robotik, der Medizintechnik, der Lebensmittel- und Getränkeindustrie sowie den mobilen Maschinen.

Ewellix - eine ehemalige SKF-Einheit

Ewellix ist ein global agierendes Unternehmen mit Hauptsitz in Göteborg, Schweden. 2018 wurde das ehemalige SKF Lineargeschäft von der Investmentgesellschaft Triton erworben und unter der Marke Ewellix als eigenständiges Unternehmen repositioniert.

Die Ewellix Gruppe ist ein Hersteller und Lieferant von Linearantrieben. Das Unternehmen verfügt über mehr als 50 Jahre Erfahrung in diesem Geschäft. Die Hauptprodukte, wie Aktuatoren, Hubsäulen, Range Extender für Roboter, Kugel- und Rollengewindetriebe, Linearführungen (Profilschienenführungen und Linearkugellager) kommen in einer Vielzahl von Anwendungen und Geräten zum Einsatz, darunter in der Medizintechnik, bei mobilen Maschinen, in der Montageautomation, in der Robotik sowie in verschiedenen weiteren Industrieanwendungen. Das Unternehmen verfügt über sechs Produktions- und Konfektionsstandorte in den USA, Europa und Asien und unterhält 16 Vertriebsbüros in 15 Ländern sowie ein Netz von rund 550 Vertriebspartnern. Es erwirtschaftete 2021 einen Umsatz von rund 216 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr 2022 wird ein Umsatz von rund 250 Millionen Euro erwartet.

Ewellix-Übernahme kostet 582 Millionen Euro.

Der Kaufpreis der Transaktion, die in Form eines so genannten Share Deals erfolgt, beträgt rund 582 Millionen Euro. Dieser Wert schließt die von Schaeffler zu übernehmende Nettoverschuldung von Ewellix in Höhe von rund 120 Millionen Euro sowie Transaktionskosten nicht ein. Der Kaufpreis wird aus bestehenden internen und externen Finanzierungsmitteln dargestellt. Es wird davon ausgegangen, dass die Transaktion bereits in 2024 zu einer Verbesserung des Gewinns pro Aktie der Schaeffler AG in einem mittleren einstelligen Prozentbereich führt.

Mit der Transaktion will die Schaeffler Gruppe ihr eigenes Portfolio im Bereich der Lineartechnik erweitern. Zudem versetze der Kauf von Ewellix Schaeffler in die Lage, sich stärker als bisher auf drei zentrale Trends im Industriegeschäft zu fokussieren. Erstens den Trend zur Elektromechanik, um hydraulische oder pneumatische Systeme zu ersetzen oder zu ergänzen, zweitens den Trend zu Effizienzsteigerungen und drittens den Trend hin zu Automatisierung und Robotik. Ewellix nutzt einen Aktuator-Baukasten, der es ermöglicht, schnell und kosteneffizient anwendungsspezifische Kundenlösungen umzusetzen. Durch die Kombination mit dem Schaeffler-Portfolio werden zukünftig zusätzliche maßgeschneiderte Lösungen basierend auf intelligenten Designprinzipien möglich.

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