Er ist bei Trumpf als Geschäftsführer zuständig für Forschung und Entwicklung im Geschäftsbereich Lasertechnik: Berthold Schmidt

Er ist bei Trumpf als Geschäftsführer zuständig für Forschung und Entwicklung im Geschäftsbereich Lasertechnik: Berthold Schmidt. - Bild: Trumpf

| von Gabriel Pankow

Das in Limoges ansässige Unternehmen entwickelt und produziert einen speziellen Lichtleiter, um Laserlicht in der Materialbearbeitung schneller, einfacher und ohne Leistungsverluste von der Laserstrahlquelle zum Werkstück zu leiten. Das teilte Trumpf in einer Presseerklärung mit.

"GLOphotonics ist ein hochinnovatives Unternehmen mit großer Expertise in der Lasertechnik. Mit unserer Investition wollen wir die Weiterentwicklung dieser vielversprechenden Technologie unterstützen und dabei helfen, sie zur industriellen Reife zu bringen", sagt Berthold Schmidt, bei Trumpf als Geschäftsführer zuständig für Forschung und Entwicklung im Geschäftsbereich Lasertechnik.

Hohlkernfaser vereinfacht die Abläufe in der Produktion

Anders als etwa bei einer Glasfaser ist der Lichtleiter von GLOphotonics innen hohl, Fachleute sprechen daher von einer Hohlkernfaser. Sie ist in erster Linie für Laser interessant, die Laserlicht in kurzen Pulsen aussenden, etwa um Strukturen im Mikrometerbereich im Werkstück zu erzeugen.

Weil sich ultrakurz gepulste Laser aufgrund physikalischer Effekte nicht in eine Glasfaser einkoppeln lassen, schicken sie den Lichtstrahl heute meist über mehrere Spiegel und Optiken zum Werkstück. Das ist ausgesprochen aufwendig und kostspielig.

"Die Hohlkernfaser eröffnet Maschinen- und Anlagenbauern neue technologische Möglichkeiten. Mit ihr lässt sich Laserlicht gepulster Strahlquellen deutlich einfacher und flexibler zum Werkstück führen als bisher über die Freistrahlführung. Das vereinfacht die Abläufe in der Produktion enorm", erklärt Schmidt.

In Zukunft sollen industrielle Hohlkernfasern auch komplett neue Anwendungen ermöglichen, beispielsweise im Kommunikationsbereich in der optischen Datenübertragung in großen Rechenzentren.

Wo Trumpf überall investiert

Es ist nicht Beteiligung von Trumpf an einem anderen Unternehmen in der jüngeren Vergangenheit. So hat sich der Ditzinger Maschinenbauer erst im November vergangenen Jahres mit zehn Prozent an der Peers GmbH beteiligt. Das Start-up hat eine digitale Plattform entwickelt, mit der sich Weiterbildungslösungen vermitteln lassen. 

Bereits im September 2018 hat Trumpf Venture 2,85 Millionen Euro in das dänische Medizintechnik-Start-up RSP Systems investiert. Medizinische Anwendungen seien ein wichtiges Finanzierungsfeld für das Unternehmen, weil Lasertechnik dort großes Potenzial für neue Anwendungen habe. Trumpf rückte somit als strategischer Industrie-Partner in den Investorenkreis des dänischen Start-Ups, das 2006 als Spin-Out der Universität Odense in Dänemark gegründet wurde.

Doch Trumpf hat nicht nur Start-ups auf dem Einkaufszettel stehen. So haben die Ditzinger im April 2019 das Photonics-Geschäft von Philips übernommen und damit ihr neues Geschäftsfeld Trumpf Photonic Components gegründet.

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