Windkraftausbau in Europa bleibt hinter Zielen zurück
Der Ausbau der Windenergie in Europa kommt langsamer voran als geplant. Nach Angaben des Branchenverbands WindEurope wurden 2024 weniger neue Anlagen installiert als nötig, um die EU-Ziele für erneuerbare Energien bis 2030 zu erreichen.
Laut WindEurope wurden 2024 zu wenige neue Windkraftanlagen installiert, um die EU-Ziele für erneuerbare Energie erreichen zu können.
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Europa kommt beim Ausbau der Windenergie langsamer voran als erforderlich. Nach ersten Schätzungen des Branchenverbands WindEurope wurden im vergangenen Jahr an Land und auf See Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 17 bis 18 Gigawatt installiert. Damit liegt der Zubau deutlich unter dem Niveau, das nötig wäre, um die Ausbauziele der Europäischen Union zu erreichen.
Bereits im September hatte WindEurope seine Prognose für den Ausbau im Jahr 2025 von ursprünglich 22,5 Gigawatt auf 19 Gigawatt gesenkt. Als Gründe nannte der Verband unter anderem den schleppenden Fortschritt bei der Elektrifizierung, Engpässe in den Stromnetzen sowie weiterhin langwierige Genehmigungsverfahren.
Die EU hat sich zum Ziel gesetzt, dass erneuerbare Energien bis 2030 einen Anteil von 42,5 Prozent am gesamten Energieverbrauch erreichen. Um dieses Ziel zu erfüllen, spielt der Ausbau der Windkraft an Land und auf See eine zentrale Rolle.
Trotz der aktuellen Zahlen zeigt sich WindEurope-Geschäftsführerin Tinne van der Straeten zuversichtlich. Die frühere belgische Energieministerin räumt ein, dass Europa hinter den eigenen Zielen zurückliege. Zugleich verweist sie auf nationale Ausbaupläne und eine leistungsfähige Industrie. Entscheidend sei, an den gesetzten Zielen festzuhalten und kontinuierlich darauf hinzuarbeiten.
Van der Straeten sieht zudem einen Zusammenhang zwischen geopolitischen Unsicherheiten und dem Ausbau der Windenergie. Europa sei weiterhin stark von Importen fossiler Energieträger wie Gas, LNG und Öl abhängig. Der Ausbau heimischer erneuerbarer Energiequellen könne dazu beitragen, die Versorgungssicherheit zu erhöhen und Kostenrisiken zu begrenzen.
Deutschland nimmt beim Ausbau der Windkraft innerhalb Europas eine führende Rolle ein. Nach Angaben des Verbands wurden hier zuletzt mehr neue Windräder errichtet als in jedem anderen europäischen Land. Verbesserungsbedarf sieht WindEurope allerdings bei der Einführung sogenannter Contracts for Difference. Dieses Förderinstrument soll Investitionen absichern und langfristige Planungssicherheit schaffen.
mit Material von dpa
Der Windkraftausbau im Überblick
Wie viele neue Windkraftleistungen wurden 2024 in Europa installiert?
Nach Schätzungen von WindEurope lag der Zubau bei insgesamt 17 bis 18 Gigawatt an Land und auf See.
Wie hoch ist das Ausbauziel der EU für erneuerbare Energien?
Bis 2030 sollen erneuerbare Energien 42,5 Prozent des gesamten Energieverbrauchs in der EU decken.
Warum verläuft der Windkraftausbau langsamer als geplant?
Als Hauptgründe gelten langsame Genehmigungsverfahren, Engpässe in den Stromnetzen und ein geringes Tempo bei der Elektrifizierung.
Welche Rolle spielt Deutschland beim Windkraftausbau?
Deutschland liegt beim Neubau von Windkraftanlagen derzeit an der Spitze innerhalb Europas.
Was sind Contracts for Difference?
Dabei handelt es sich um Förderinstrumente, die Investoren feste Erlöse garantieren und so Planungssicherheit für neue Projekte schaffen sollen.