Konjunkturindex Zeitarbeit

Zeitarbeitsanbieter erwarten 2026 wieder Wachstum

Nach zwei schwierigen Jahren zeigt sich die Zeitarbeitsbranche vorsichtig optimistisch: Anbieter rechnen 2026 mit einem Umsatzplus von 5,2 Prozent. Der Konjunkturindex signalisiert damit eine mögliche Trendwende nach der Stagnation Ende 2025.

Für das laufende Jahr rechnen die führenden Anbieter mit einer spürbaren Belebung des Zeitarbeitsgeschäfts.

Bereits im ersten Quartal 2026 erwarten die Personaldienstleister ein Umsatzplus von 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Damit deutet sich eine mögliche Trendwende an. Denn noch im vierten Quartal 2025 hatte sich das Geschäft kaum bewegt: Die Umsätze stagnieren weitgehend. Während kleinere Dienstleister immerhin ein leichtes Wachstum von 0,7 Prozent erzielten, mussten größere Anbieter einen Rückgang von 1,8 Prozent hinnehmen. Die Ergebnisse stammen aus dem aktuellen Konjunkturindex Zeitarbeit, der vom Research- und Consulting-Unternehmen Lünendonk & Hossenfelder quartalsweise erhoben wird.

Schwieriges Marktumfeld prägte 2025

Das Geschäftsjahr 2025 stand für die Branche weiterhin unter dem Eindruck eines schwierigen wirtschaftlichen Umfelds. 82 Prozent der befragten Personaldienstleister sehen die konjunkturelle Lage als größte Herausforderung. Hinzu kommt eine schwache Auftragslage, die von 51 Prozent der Unternehmen als wesentliches Markthemmnis genannt wird. Die angespannte Marktsituation spiegelte sich entsprechend in der Geschäftsentwicklung wider. Die Nachfrage vieler Kundenunternehmen blieb verhalten, was insbesondere größere Anbieter zu spüren bekamen.

Unternehmen reagieren häufig mit Intensivierung des Vertriebs

Die Zeitarbeitsunternehmen haben auf diese Rahmenbedingungen mit verschiedenen Maßnahmen reagiert. Besonders häufig setzen die Anbieter auf eine Intensivierung des Vertriebs: 76 Prozent der Unternehmen haben ihre Vertriebsaktivitäten ausgeweitet. Parallel dazu arbeiten viele Dienstleister an effizienteren Strukturen. So treiben 53 Prozent der Anbieter Prozessstandardisierung und Automatisierung voran, um Kosten zu senken. Darüber hinaus haben jeweils 41 Prozent der Unternehmen ihre internen Kapazitäten angepasst – etwa durch Einstellungsstopps oder Personalmaßnahmen – oder ihr Leistungsportfolio erweitert.

Zusätzliche Dienstleistungen gewinnen an Bedeutung

Neben der klassischen Arbeitnehmerüberlassung gewinnen dabei zusätzliche Dienstleistungen an Bedeutung, etwa Contracting-Modelle, Personalvermittlung oder Managed Services. „Das Jahr 2025 war für die Zeitarbeitsbranche ein Jahr der Bewährung“, sagt Jörg Hossenfelder, geschäftsführender Gesellschafter von Lünendonk & Hossenfelder. „Die Unternehmen haben jedoch nicht nur reagiert, sondern aktiv gegengesteuert – durch intensivere Vertriebsarbeit, Prozessoptimierung und die Erweiterung ihres Leistungsportfolios.“ Diese Strategien könnten sich nun auszahlen. „Für 2026 erwarten die Dienstleister erstmals seit Langem wieder ein spürbares Umsatzwachstum“, so Hossenfelder.

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Konjunkturindex basiert auf breiter Datenbasis

Der Konjunkturindex Zeitarbeit für das vierte Quartal 2025 basiert auf Angaben von 52 Personaldienstleistern in Deutschland. Er ist Teil einer seit Anfang 2023 erscheinenden Studienreihe und entsteht in fachlicher Zusammenarbeit mit Randstad. Die Ergebnisse der aktuellen sowie der vorherigen Befragungen stehen kostenfrei unter www.luenendonk.de zur Verfügung. Für vertiefende Analysen bietet Lünendonk zudem eine Jahreslizenz mit vier Ausgaben und Segmentauswertungen nach Umsatzgröße, Kundenschwerpunkten und Qualifikationsniveau der eingesetzten Zeitarbeitskräfte an.

Quelle: Lünendonk & Hossenfelder

FAQs zum Konjunkturindex Zeitarbeit 2026

1. Wie entwickelt sich die Zeitarbeitsbranche im Jahr 2026?

Die führenden Anbieter der Branche erwarten für 2026 ein durchschnittliches Umsatzwachstum von 5,2 Prozent. Nach zwei wirtschaftlich schwierigen Jahren könnte sich damit eine Trendwende im Markt für Personaldienstleistungen abzeichnen.

2. Welche Entwicklung wird bereits im ersten Quartal 2026 erwartet?

Für das erste Quartal 2026 prognostizieren die Personaldienstleister ein Umsatzplus von 3,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Dies deutet auf eine allmähliche Belebung der Nachfrage hin.

3. Wie verlief das vierte Quartal 2025 für die Branche?

Im vierten Quartal 2025 stagnierte die Umsatzentwicklung weitgehend. Während kleinere Dienstleister ein leichtes Wachstum von 0,7 Prozent erzielten, verzeichneten größere Anbieter einen Umsatzrückgang von 1,8 Prozent.

4. Welche Faktoren belasten die Zeitarbeitsbranche besonders?

Als größte Herausforderung nennen 82 Prozent der Unternehmen die angespannte konjunkturelle Lage. Zusätzlich sehen 51 Prozent der Anbieter eine schwache Auftragslage als wesentliches Markthemmnis.

5. Wie reagieren Zeitarbeitsunternehmen auf das schwierige Marktumfeld?

Viele Anbieter verstärken ihre Vertriebsaktivitäten (76 Prozent) und arbeiten an effizienteren Prozessen. 53 Prozent setzen auf Prozessstandardisierung und Automatisierung, um Kosten zu senken.

6. Welche strategischen Veränderungen nehmen Personaldienstleister vor?

Neben internen Kapazitätsanpassungen erweitern viele Unternehmen ihr Leistungsportfolio. Neben der klassischen Arbeitnehmerüberlassung gewinnen Dienstleistungen wie Personalvermittlung, Contracting oder Managed Services an Bedeutung.

7. Was ist der Konjunkturindex Zeitarbeit?

Der Konjunkturindex Zeitarbeit ist eine quartalsweise Studie des Research- und Consulting-Unternehmens Lünendonk & Hossenfelder. Für die aktuelle Ausgabe wurden 52 Personaldienstleister in Deutschland befragt. Die Studie entsteht in Zusammenarbeit mit Randstad.