Fraunhofer und KIT bündeln ihre Kompetenzen in der Drohnenabwehr. Ein neues Innovationszentrum in Karlsruhe soll Forschung, Industrie und Anwender vernetzen und die Entwicklung marktfähiger Technologien beschleunigen.
Drohnenabwehr soll schneller in die Anwendung kommen: Fraunhofer und das KIT gründen in Karlsruhe ein Zentrum mit Landesförderung..Fraunhofer IOSB
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Fraunhofer IOSB, Fraunhofer ICT und das KIT gründen in Karlsruhe das Innovations- und Transferzentrum Drohnen und Drohnenabwehr (IZEDD).
Baden-Württemberg fördert die Initialphase bis Ende 2026 mit rund 300.000 EUR.
Im Fokus stehen Sensorik, KI, Drohnenerkennung, Abwehrtechnologien sowie die skalierbare Produktion neuer Systeme.
Ein erster Stakeholder-Workshop am 8. Oktober 2026 soll konkrete Anwendungsfälle und gemeinsame Entwicklungsprojekte identifizieren.
Mit dem Innovations- und Transferzentrum Drohnen und Drohnenabwehr (IZEDD) entsteht in Karlsruhe eine neue Kooperationsplattform für Forschung, Industrie, Behörden und Anwender. Ziel ist es, technologische Entwicklungen rund um Drohnensysteme und deren Abwehr schneller in konkrete Anwendungen zu überführen.
Hinter der Initiative stehen das Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB, das Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie ICT sowie das wbk Institut für Produktionstechnik des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT).
Wie das Fraunhofer IOSB mitteilt, übergab Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut am 7. Oktober 2026 den Förderbescheid für die Initialphase. Das Land stellt dafür rund 300.000 EUR bereit.
Drohnen gewinnen sowohl für zivile als auch für sicherheitsrelevante Anwendungen an Bedeutung. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Technologien, mit denen sich unbemannte Fluggeräte zuverlässig erkennen, klassifizieren und abwehren lassen.
Das IZEDD soll deshalb die vorhandenen Kompetenzen aus Wissenschaft und Industrie zusammenführen und konkrete Entwicklungsprojekte ermöglichen. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Transfer neuer Technologien in die praktische Anwendung.
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„Wir wollen den Hochlauf der Sicherheits- und Verteidigungsbranche und die Entwicklung innovativer Produkte im Verteidigungsbereich in Baden-Württemberg gezielt vorantreiben. Mit dem IZEDD verzahnen wir deshalb Forschung und Anwendung im wichtigen Zukunftsfeld Drohnen und Drohnenabwehr noch enger. Baden-Württemberg verfügt über leistungsfähige Forschungseinrichtungen und innovative Unternehmen, deren Kompetenzen und konkreten Bedarfe wertvoll für das entstehende Netzwerk sind und in Summe einen echten Mehrwert für unser Land bieten“, sagt Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut.
Bis Ende 2026 wollen die drei Gründungspartner die fachlichen und organisatorischen Grundlagen für das Zentrum schaffen. Dazu gehört auch die Identifizierung erster Anwendungsfälle für spätere Entwicklungsprojekte.
Fraunhofer IOSB entwickelt Strukturen für den Technologietransfer
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Eine zentrale Aufgabe übernimmt das Fraunhofer IOSB. Das Institut entwickelt gemeinsam mit den Partnern die Governance-Strukturen und Transferprozesse des IZEDD.
Damit sollen klare Entscheidungswege entstehen, die eine unkomplizierte Zusammenarbeit zwischen Forschungseinrichtungen, Unternehmen und Anwendern ermöglichen.
„Damit aus guten Ideen schnell gemeinsame Projekte und anwendbare Lösungen werden, benötigen wir klare Entscheidungswege und unkomplizierte Formen der Zusammenarbeit. Das Fraunhofer IOSB entwickelt deshalb gemeinsam mit den Partnern die Governance und die Transferprozesse des IZEDD. Unser Ziel ist eine Struktur, in der Forschungseinrichtungen, Unternehmen und Anwender zügig neue Vorhaben starten und umsetzen können“, erklärt Jürgen Beyerer, Institutsleiter des Fraunhofer IOSB und Leiter des IZEDD.
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Technologisch bringt das Institut Kompetenzen in Sensorik, Bildauswertung, Künstlicher Intelligenz und Simulation ein. Hinzu kommen autonome und kooperative Systeme sowie Verfahren zur Detektion, Klassifikation und Abwehr von Drohnen.
Wie das KIT die industrielle Produktion einbindet
Das wbk Institut für Produktionstechnik des KIT konzentriert sich auf die systematische Erfassung vorhandener Technologien und Kompetenzen. Dabei sollen auch technologische Lücken sichtbar werden.
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Die Analyse umfasst die gesamte Wertschöpfungskette der Drohnentechnologie. Betrachtet werden unter anderem Flugplattformen, Energieversorgung, Antriebssysteme, Sensorik, Software und Kommunikationstechnik sowie Lösungen zur Drohnenerkennung und -abwehr.
Besondere Bedeutung kommt der industriellen Fertigung zu. Denn neben der technologischen Entwicklung sollen auch Möglichkeiten untersucht werden, neue Systeme effizient und skalierbar zu produzieren.
„Am Anfang steht ein systematischer Überblick: Welche Technologien und Kompetenzen sind vorhanden, wie lassen sie sich zu Lösungen verbinden und wo bestehen Lücken? Dabei betrachten wir die gesamte Bandbreite, von Flugplattformen, Energieversorgung und Antrieben über Sensoren, Software und Kommunikationssysteme bis hin zu Drohnenerkennung und -abwehr. Zugleich untersuchen wir, wie sich künftige Lösungen effizient und skalierbar produzieren lassen. So schaffen wir die Grundlage für konkrete Entwicklungsvorhaben“, erklärt Jürgen Fleischer, Leiter des wbk Instituts für Produktionstechnik des KIT.
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Das Institut bringt dafür Expertise in wandlungsfähigen Produktionssystemen, flexibler Automatisierung und digitalen Produkt- und Produktionszwillingen ein. Weitere Schwerpunkte sind der schnelle Produktionsanlauf und die Industrialisierung neuer Technologien.
Fraunhofer ICT baut Netzwerk für Drohnentechnologien auf
Während das IOSB die organisatorischen Strukturen entwickelt und das KIT die technologische Bestandsaufnahme koordiniert, verantwortet das Fraunhofer ICT insbesondere den Aufbau des Partnernetzwerks.
Dazu sollen Unternehmen, Forschungseinrichtungen, öffentliche Stellen und potenzielle Anwender miteinander vernetzt werden. Auf Grundlage konkreter Bedarfe sollen passende Partner für gemeinsame Entwicklungsvorhaben zusammenfinden.
„Das IZEDD soll ein offenes und wachsendes Netzwerk werden. Wir bringen Unternehmen, Forschungseinrichtungen, öffentliche Stellen und Anwender zusammen, identifizieren konkrete Bedarfe und gewinnen die passenden Partner für gemeinsame Vorhaben. Das Fraunhofer ICT wird den Aufbau dieses Partnernetzwerks vorantreiben. Unterstützungsschreiben von Unternehmen und Forschungspartnern zeigen bereits ein breites Interesse an dem geplanten Netzwerk“, sagt Frank Henning, Institutsleiter des Fraunhofer ICT.
Das Institut ergänzt die Zusammenarbeit durch Kompetenzen in Materialien und Leichtbau, Energie- und Antriebssystemen sowie großserienfähigen Fertigungsverfahren. Auch die Entwicklung und Erprobung von Technologien zur Drohnenabwehr gehört zum Kompetenzprofil.
Welche nächsten Schritte für das IZEDD geplant sind
Bereits am 8. Oktober 2026 findet ein erster Stakeholder-Workshop statt. Vertreter aus Forschung, Industrie und öffentlicher Hand sollen dort gemeinsame Bedarfe und mögliche Entwicklungsschwerpunkte identifizieren.
Die Ergebnisse sollen anschließend in erste Anwendungsfälle und Projektansätze einfließen.
Ein weiterer Termin ist für den 12. Oktober vorgesehen. Dann präsentiert sich das IZEDD bei der Eröffnungsveranstaltung des Innovationscampus Sicherheit und Verteidigung Baden-Württemberg in der ARENA 2036.
Als eigenständige Karlsruher Initiative will das Zentrum seine Kompetenzen in Drohnensystemen, Sensorik, Bildauswertung, Produktionstechnologien sowie Drohnenerkennung und -abwehr in das landesweite Netzwerk einbringen.
Gleichzeitig sollen weitere Industrie- und Forschungspartner für gemeinsame Entwicklungs- und Transferprojekte gewonnen werden. Interessierte Unternehmen, Technologieanbieter und Anwender können sich unter izedd@iosb.fraunhofer.de an die beteiligten Institute wenden.
Mit Material von Fraunhofer
Was Sie zum Thema Drohnenabwehr wissen müssen
• Was ist das neue Innovationszentrum für Drohnenabwehr? – Das IZEDD ist eine Kooperationsplattform in Karlsruhe, die Forschung, Industrie, Behörden und Anwender vernetzt und den Technologietransfer beschleunigen soll.
• Wer beteiligt sich am Innovationszentrum für Drohnenabwehr? – Gründungspartner sind das Fraunhofer IOSB, das Fraunhofer ICT und das wbk Institut für Produktionstechnik des KIT.
• Wie hoch ist die Förderung für das Zentrum zur Drohnenabwehr? – Baden-Württemberg unterstützt die Initialphase bis Ende 2026 mit rund 300.000 EUR.
• Welche Technologien stehen bei der Drohnenabwehr im Fokus? – Zu den Schwerpunkten gehören Sensorik, KI, Bildauswertung, autonome Systeme, Drohnenerkennung und Abwehrtechnologien sowie skalierbare Produktionsverfahren.
• Welche nächsten Schritte sind für die Drohnenabwehr geplant? – Ein Stakeholder-Workshop am 8. Oktober 2026 soll erste Anwendungsfälle identifizieren. Am 12. Oktober stellt sich das IZEDD beim Innovationscampus Sicherheit und Verteidigung Baden-Württemberg vor.