Atom U-Boote wie die USS Georgia (SSGN 729) im Bild gelten als die mächtigsten Waffen auf See. Solche Raketenboote der Ohio-Klasse der U.S. Navy sind der Inbegriff der atomaren Abschreckung. Aber auch ihre „kleineren“ Verwandten, die Jagd- oder Angriffs-U-Boote, sind mächtige Schiffe mit technisch nahezu unbegrenzter Reichweite.

Atom U-Boote wie die USS Georgia (SSGN 729) im Bild gelten als die mächtigsten Waffen auf See. Solche Raketenboote der Ohio-Klasse der U.S. Navy sind der Inbegriff der atomaren Abschreckung. Aber auch ihre „kleineren“ Verwandten, die Jagd- oder Angriffs-U-Boote, sind mächtige Schiffe mit technisch nahezu unbegrenzter Reichweite. (Bild: US Navy - Courtesy Photo)

Atom-U-Boote, auch bekannt als nuklear angetriebene U-Boote, sind hochentwickelte maritime Fahrzeuge, die durch Kernspaltung angetrieben werden. Diese Antriebsart ermöglicht es ihnen, über Monate unter Wasser zu bleiben, ohne an die Oberfläche kommen zu müssen. Diese Fähigkeit stellt einen signifikanten Vorteil gegenüber traditionellen diesel-elektrischen U-Booten dar, die regelmäßig auftauchen müssen, um ihre Luft zu erneuern und ihre Batterien aufzuladen.

Entwicklung und Technologie von Atom-U-Booten

Die Entwicklung der Atom-U-Boote begann im frühen 20. Jahrhundert, aber erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurden sie Wirklichkeit. Die USA führten das erste nukleargetriebene U-Boot, die USS Nautilus, im Jahr 1954 ein. Dies markierte einen Wendepunkt in der maritimen Kriegsführung und eröffnete eine neue Ära der Unterwasser-Navigation und -Strategie.

Ein Atom-U-Boot wird von einem Kernreaktor angetrieben, der durch kontrollierte Kernspaltung Wärme erzeugt. Diese Wärme wird verwendet, um Wasser zu erhitzen und Dampf zu erzeugen, der Turbinen antreibt. Diese Turbinen wiederum erzeugen die elektrische Energie, die benötigt wird, um die Propeller und andere Systeme des U-Bootes zu betreiben.

Welches ist das stärkste Atom-U-Boot der Welt?

Die „Belgorod” der russischen Marine gilt aktuell als das stärkste Atom-U-Boot der Welt. (Bild: Yakovlev - stock.adobe.com)

Aktuell gilt die „Belgorod” der russischen Marine als das stärkste Atom-U-Boot der Welt:

  • Mit einer Länge von 184 Metern und einer Wasserverdrängung von 30.000 Tonnen ist sie das größte Atom-U-Boot der Welt. Zum Vergleich: Ein Schlachtschiff aus dem Ersten Weltkrieg hatte eine geringere Verdrängung.
  • Die „Belgorod” ist mit zwei OK-650 V-Reaktoren mit einer Leistung von 100.000 PS angetrieben und kann 33 Knoten erreichen.
  • Das Atom-U-Boot wurde speziell entwickelt, um die neuartigen Poseidon-Atomtorpedos zu transportieren. Diese Torpedos können riesige radioaktiv verseuchte Tsunamiwellen erzeugen.
  • Des Weiteren ist die „Belgorod” in der Lage, andere Unterwasserfahrzeuge wie Mini-U-Boote der Losharik-Klasse zu transportieren, welche in extreme Tiefen vordringen können.
  • In Bezug auf Größe, Leistung und Feuerkraft übertrifft die „Belgorod” alle anderen bekannten Atom-U-Boote, auch wenn die Ohio-Klasse der USA mit 24 ballistischen Raketen und je acht Atomsprengköpfen ebenfalls eine enorme Schlagkraft besitzt.

Welches Land hat die meisten und fortschrittlichsten Atom-U-Boote?

Die USA verfügen über aktuell 69 Atom-U-Boote, Russland über vermutlich 43. Zwar holt die russische Marine technologisch auf, doch noch gelten die US-Boote als die technisch fortschrittlichsten Atom-U-Boote.

Die US-Navy betreibt 27 Jagd-U-Boote der Los-Angeles-Klasse, 18 Raketenboote der Ohio-Klasse, 3 Jagdboote der Seawolf-Klasse  und 21 Jagd-U-Boote der Virginia-Klasse. Die Ohio-Boote teilen sich in vier vier der Boote für den Abschuss von Marschflugkörpern (SSGN - Ship Submersible Guided Missile Nuclear) und 14 für den Abschuss von ballistischen Raketen (SSBN - Ship Submersible Ballistic Nuclear) auf.

Wie viele Atom-U-Boote es weltweit gibt, ist nicht final bekannt. Speziell über die Stärke der russischen und auch der chinesischen Atom-U-Boot-Flotte gibt es widersprüchliche Angaben.

Wie viele U-Boote hat die NATO?

Laut einer aktuellen Untersuchung von "Global Firepower" verfügen die NATO-Mitglieder derzeit über eine Flotte von 139 U-Booten (davon 64 alleine von der US Navy). Die russische Seekriegsflotte verfügte im Jahr 2022 über insgesamt 67 U-Boote, von denen 14 als strategische und 29 als Angriffsboote mit Nuklearantrieb klassifiziert wurden.

Wie tief kann ein US-Atom-U-Boot tauchen?

Die exakte maximale Tauchtiefe der US-Atom-U-Boote ist aus Gründen der Geheimhaltung nicht bekannt. Allerdings können moderne Atom-U-Boote aufgrund ihrer Antriebstechnik und Bauweise deutlich tiefer tauchen als konventionelle Diesel-Elektro-U-Boote. Dies ist auf verschiedene Faktoren zurückzuführen.

Einerseits sind Atom-U-Boote wie die Virginia-Klasse der USA mit hochenergetischen Reaktoren ausgestattet, die eine hohe Leistungsdichte ermöglichen. Diese Eigenschaften erlauben ein tieferes Tauchen und schnelleres Manövrieren. Die Verwendung von 95 % angereichertem Uran in den Reaktoren steigert die Energiedichte zusätzlich. Dadurch müssen die Brennstäbe über die gesamte Lebensdauer des U-Boots von mindestens 30 Jahren nicht gewechselt werden.

Atom-U-Boote benötigen außerdem keine Luft zum Antrieb und können daher extrem tief tauchen, ohne aufzutauchen. Als limitierender Faktor kann hier die Verpflegung der Besatzung genannt werden. Moderne Tauchsysteme und Rumpfformen optimieren die Tieftauchfähigkeit zusätzlich. Auch die Möglichkeit, Ballasttanks mit Wasser zu fluten, erhöht die Tauchtiefe.

Experten schätzen, dass die neuesten Atom-U-Boote der USA Tiefen von über 1.000 Metern erreichen können. Diese Werte übertreffen die konventioneller U-Boote um ein Vielfaches. Die genauen Werte bleiben jedoch aus Sicherheitsgründen geheim.

Was ist ein Atom-U-Boot?

Ein Atom-U-Boot ist ein Unterseeboot, das die Energie für den Antrieb und die Bordsysteme aus einem oder mehreren Kernreaktoren bezieht. Gegenüber konventionellen U-Booten haben Atom-U-Boote erhebliche Vorteile in Bezug auf Leistung und Geschwindigkeit. Der Begriff "Atom" bezieht sich auf den nuklearen Antrieb und bedeutet nicht, dass solche Boote Atomwaffen trägen. Die Reaktoren in den U-Booten sind im Vergleich zu einem Kernkraftwerk klein, liefern aber genügend Energie, um das U-Boot anzutreiben.

Was unterscheidet ein Atom-U-Boot von konventionellen U-Booten?

Atomgetriebene Jagd-U-Boote wie die USS San Juan (SSN-751), ein Boot der amerikanischen Los-Angeles-Klasse, können durch ihren mächtigen Antrieb schnell und lange durch die Ozeane pflügen.
Atomgetriebene Jagd-U-Boote wie die USS San Juan (SSN-751), ein Boot der amerikanischen Los-Angeles-Klasse, können durch ihren mächtigen Antrieb schnell und lange durch die Ozeane pflügen. (Bild: U.S. Navy)

Ein Atom-U-Boot unterscheidet sich von konventionellen, also nicht-nuklear angetriebenen, U-Boot-Typen in folgenden Punkten:

  • Antrieb: Atom-U-Boote beziehen die Energie für den Antrieb und die Bordsysteme aus einem oder mehreren Kernreaktoren. Im Gegensatz dazu haben konventionelle U-Boote einen dieselelektrischen oder einen anderen konventionellen Antrieb.
  • Reichweite: Atom-U-Boote haben gegenüber konventionellen U-Booten den Vorteil einer nahezu unbegrenzten Reichweite. Die Reaktoren der modernsten Atom-U-Boote müssen während ihrer gesamten Betriebszeit (mindestens 30 Jahre) nie „betankt“ werden. Somit kann das U-Boot nicht nur unbegrenzt weit fahren, sondern auch Trinkwasser und Atemluft produzieren. Die Dauer der Tauchgänge ist praktisch nur durch den an Bord befindlichen Proviant oder die Ausdauer der Besatzung begrenzt.
  • Geschwindigkeit: Atom-U-Boote haben gegenüber konventionellen U-Booten erhebliche Vorteile bei Leistung und Geschwindigkeit. Atom-U-Boote können mit konstant hoher Geschwindigkeit durch das Meer kreuzen, wohingegen dieselelektrische U-Boote unter Wasser ihr Tempo reduzieren müssen, da ansonsten ihre Batterien schnell leer fahren.
  • Schwierige Auffindbarkeit: Zwischen dem Zeitpunkt des Eintauchens und dem Wiederauftauchen eines Atom-U-Boots können Tausende von Kilometern liegen. Konventionelle U-Boote mit Dieselmotor oder Brennstoffzellen müsse, immer wieder auftauchen, um ihre Batterien aufzuladen, was sie diesbezüglich verwundbarer macht.
  • Größe und Kosten: Atom-U-Boote sind in der Regel größer und teurer als konventionelle U-Boote.

Welches war das beste U-Boot im Zweiten Weltkrieg?

Das beste U-Boot im Zweiten Weltkrieg gilt die deutsche Typ VIIC-Klasse. Einige Gründe dafür:

  • Die Typ VIIC-Boote waren mit über 560 gebauten Einheiten die am häufigsten gebaute U-Boot-Klasse im Zweiten Weltkrieg.
  • Sie waren schnell, wendig und hatten eine gute Reichweite, was sie zu idealen Jagd-U-Booten machte.
  • Mit ihren 4 Bugtorpedorohren und 1 Hecktorpedorohr konnten sie eine beträchtliche Feuerkraft entfalten.
  • Berühmte Kommandanten wie Günther Prien, Otto Kretschmer und Reinhard Hardegen erzielten mit Typ VIIC-Booten große Erfolge und versenkten zahlreiche feindliche Schiffe.
  • Insgesamt versenkten deutsche U-Boote im Zweiten Weltkrieg über 2800 Schiffe mit einer Gesamttonnage von 14,5 Millionen BRT. Viele dieser Erfolge gehen auf das Konto der Typ VIIC-Klasse.

Zwar waren spätere deutsche Typen wie die Typ IXC/40 mit größerer Reichweite und Feuerkraft ausgestattet. Aber die Typ VIIC-Boote waren in der Masse präsent und ausgereift. Daher gelten sie als das beste und erfolgreichste U-Boot des Zweiten Weltkriegs.

Wie werden Atom-U-Boote eingesetzt?

Atom-U-Boote können für vielseitige Zwecke eingesetzt werden. Unter anderem zur Überwachung und Spionage, denn Atom-U-Boote können lange Zeit unter Wasser bleiben und sind daher ideal für Überwachungs- und Spionageaufgaben. Sie können in der Nähe feindlicher Küsten patrouillieren und feindliche Schiffe und U-Boote aufspüren.

Auch und besonders zur Abschreckung sind Atom-U-Boote im Einsatz. Ausgerüstet mit ballistischen Raketen, dienen sie als Teil der nuklearen Abschreckung eines Landes. Sie können vor der Küste des Feindes patrouillieren und im Falle eines Angriffs nukleare Raketen abfeuern.

Atom-U-Boote kommen auch als Angriffs- oder Jagd-U-Boote zum Einsatz und werden für Angriffe auf feindliche Schiffe und U-Boote gebaut. Sie können Torpedos und Marschflugkörper abfeuern, um feindliche Schiffe und U-Boote zu zerstören.

Aufgrund ihrer Fähigkeiten und Leistungsreserven werden Atom-U-Boote auch zum Schutz anderer Schiffe und U-Boote eingesetzt. Sie können in der Nähe von Konvois oder Flugzeugträger-Kampfgruppen patrouillieren und feindliche Schiffe und U-Boote abwehren.

Doch es gibt auch weniger kriegerische Aufgaben für Atom-U-Boote. Sie dienen nämlich auch Forschungszwecken, z. B. zur Erforschung des Meeresbodens und der Meeresumwelt.

 

Überblick: Diese U-Boot-Arten gibt es

U35, ein Brennstoffzellen Jagd-U-Boot der Deutschen Marine beim Auslaufen aus Eckernförde. Auch diese hochmodernen Antriebe gelten als „konventionell“, da sie nicht nuklear betrieben werden.
U35, ein Brennstoffzellen Jagd-U-Boot der Deutschen Marine beim Auslaufen aus Eckernförde. Auch diese hochmodernen Antriebe gelten als „konventionell“, da sie nicht nuklear betrieben werden. (Bild: Deutsche Marine)
  • Konventionelle U-Boote: Diese U-Boote werden von Dieselmotoren angetrieben und müssen regelmäßig an die Oberfläche gehen, um Luft zu holen. Sie sind in der Regel kleiner und weniger leistungsfähig als Atom-U-Boote
  • Atom-U-Boote: Diese U-Boote werden durch nukleare Antriebstechnologie angetrieben und haben eine hohe Reichweite und lange Betriebsdauer
  • Hybrid-U-Boote: Diese U-Boote verwenden sowohl konventionelle als auch atomare Antriebe. Sie sind in der Regel kleiner als Atom-U-Boote, aber leistungsfähiger als konventionelle U-Boote.
  • Raketen-U-Boote: Diese U-Boote sind speziell für den Einsatz von ballistischen Raketen entwickelt worden. Sie sind in der Regel größer als konventionelle U-Boote und haben eine spezielle Ausrüstung für den Raketenstart.
  • Militärische U-Boote: Diese U-Boote werden von der Marine für militärische Zwecke eingesetzt, wie z.B. Aufklärung, Angriff oder Verteidigung
  • Zivile U-Boote: Diese U-Boote werden für zivile Zwecke eingesetzt, wie z.B. wissenschaftliche Forschung oder Unterwassertourismus.

Wie viele Kriegsschiffe hat Deutschland?

Die deutsche Marine verfügt 2024 über insgesamt 60 Kriegsschiffe und U-Boote. Diese teilen sich wie folgt nach Schiffstypen:

  • 12 Minenboote
  • 11 Fregatten
  • 6 U-Boote
  • 5 Korvetten
  • 26 Logistikschiffe

Welche Länder verfügen derzeit über Atom-U-Boote?

Auch die britische Royal Navy verfügt über schlagkräftige Atom-U-Boote wie die Jagd-Boote der Astute-Klasse. im Bild HMS Audacious (S122). (Bild: Royal Navy)

Derzeit verfügen sechs Länder über Atom-U-Boote (alle Typen).

  • USA
  • Russland
  • China
  • Großbritannien
  • Frankreich
  • Indien
  • (Australien)

Mitte September 2021 unterzeichnete Australien zusammen mit den USA, Großbritannien und Australien einen Sicherheitspakt für den Indopazifik. Im März 2023 wurde bekannt gegeben, dass Australien im Rahmen des Abkommens drei U-Boote der Virginia-Klasse mit der Option auf zwei weitere beschaffen wird.

Gemeinsam mit Großbritannien soll auch die AUKUS-Klasse entwickelt werden, die Ende der 2030er Jahre in Australien eintreffen soll. Die Klasse soll die bestehenden U-Boot-Flotten der drei Länder ersetzen und eine bessere Interoperabilität zwischen den drei Nationen ermöglichen. Die AUKUS-Klasse wird mit amerikanischer Technologie wie dem PWR3-Nuklearreaktor, einem gemeinsamen vertikalen Abschusssystem und einer gemeinsamen Bewaffnung ausgestattet.

Auch Brasilien plant, in den nächsten Jahren eigene nuklear angetriebene, aber nicht nuklear bewaffnete U-Boote zu beschaffen.

Warum hat Deutschland keine Atom-U-Boote?

Die deutsche Marine ist derzeit mit sechs U-Booten ausgestattet, die alle mit Brennstoffzellenantrieb betrieben werden. Die Gründe für dafür sind vielfältig:

  • Kosten: Atom-U-Boote sind teurer in Bau und Unterhalt als U-Boote mit Brennstoffzellenantrieb.
  • Zweckmäßigkeit: Deutschland hat U-Boote mit Brennstoffzellenantrieb entwickelt, die für den Einsatz in der Ost- und Nordsee besser geeignet sind als Atom-U-Boote. Diese haben eine sehr große Reichweite und ermöglichen lange Unterwasserfahrten, beides Eigenschaften, die in weit entfernten Überseegebiete und nicht in den Küstenabschnitten vor Deutschland benötigt werden.
  • Atomwaffensperrvertrag: Gemäß dem Atomwaffensperrvertrag können nicht-nukleare Staaten Atom-U-Boote betreiben. Der Vertrag verbietet jedoch den Besitz, die Entwicklung und den Erwerb von Atomwaffen für nicht-nukleare Staaten. Deutschland ist ein nicht-nuklearer Staat und hat den Atomwaffensperrvertrag unterzeichnet. Die Nutzung zumindest von Raketen-Booten ist damit ausgeschlossen.

Das sind die 10 größten deutschen Rüstungsunternehmen

Panzer Leopard 2A6
(Bild: filmbildfabrik - stock.adobe.com)

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