Rheinmetall wächst zum Jahresstart weiter kräftig.

Rheinmetall wächst zum Jahresstart weiter kräftig. (Bild: Rheinmetall)

14. Mai 2024

Rheinmetall wächst zum Jahresstart weiter kräftig

Rheinmetall hat im ersten Quartal weiter zugelegt. Der Dax-Konzern kann sich dank des Rüstungsbooms vor Aufträgen kaum retten. Vor allem das Munitionsgeschäft zieht weiter kräftig an. Die Prognose für das Gesamtjahr bestätigten der Konzern. Die hohen Erwartungen der Analysten konnte Rheinmetall zum Jahresstart aber nicht ganz erfüllen. In der Folge gaben die Aktien am Dienstag deutlich nach.

Im frühen Handel verloren die Papiere rund 5,8 Prozent auf 505,00 Euro. Damit bekam die zuletzt schon ins Stocken geratene Rekordjagd an der Börse einen Dämpfer. Anfang April stiegen die Rheinmetall-Aktien noch auf 571,80 Euro und waren damit so viel wert wie nie zuvor. In diesem Jahr hat sich der Börsenwert trotz der jüngsten Flaute um rund 80 Prozent erhöht, seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine im Februar 2022 sogar mehr als verfünffacht.

Berenberg-Analyst George McWhirter bezeichnete die Quartalsbilanz als durchwachsen. Während der Auftragseingang überzeuge, lägen die Geschäftszahlen unter der Markterwartung. Verzögerte Auslieferungen dürften allerdings nachgeholt werden. Das erste Quartal sei ohnehin saisonal das schwächste bei Rheinmetall. Im laufenden Quartal deute sich aber eine Beschleunigung des Wachstums an, schrieb McWhirter.

Der Rheinmetall-Umsatz steigt um 16 Prozent

Der Umsatz von Rheinmetall stieg von Januar bis Ende März im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 16 Prozent auf 1,58 Milliarden Euro, wie der Rüstungskonzern am Dienstag in Düsseldorf mitteilte. Mehr als drei Viertel der Erlöse erzielte Rheinmetall im Ausland. Neue Aufträge kamen dagegen überwiegend aus Deutschland, Vorderasien und Australien. Der Auftragseingang inklusive neu abgeschlossener Rahmenverträge kletterte um gut ein Viertel auf 3,93 Milliarden Euro.

Die positive Entwicklung werde weiterhin maßgeblich vom Geschäft mit den Streitkräften in Deutschland und den Partnerstaaten sowie von den Aktivitäten zur Unterstützung der Ukraine getragen. "Auch künftig rechnen wir mit Beauftragungen aus weiteren bedeutenden Projekten der Bundeswehr und der NATO-Partner", sagte Rheinmetall-Chef Armin Papperger laut Mitteilung. Das Unternehmen sitzt mittlerweile auf einem Auftragspolster von mehr als 40 Milliarden Euro.

Das operative Ergebnis schnellte zum Jahresstart um 60 Prozent auf 134 Millionen Euro nach oben. Hier hatten sich Analysten allerdings, wie auch beim Umsatz, noch mehr erhofft. Die Verbesserung des operativen Ergebnisses geht vor allem auf den hohen Beitrag von Expal zurück. Rheinmetall hatte den spanischen Munitionshersteller zum 1. August vergangenen Jahres übernommen. Die operative Marge lag zum Jahresstart bei 8,5 Prozent.

Im Munitionsgeschäft sieht Rheinmetall besonders großes Wachstumspotenzial und baut die Produktion kräftig aus. Mitte Februar hatte der Rüstungskonzern mit der Erweiterung des Werkes im niedersächsischen Unterlüß begonnen. Weitere Werke sollen in der Ukraine und Litauen entstehen. Die Integration von Expal laufe zudem erfolgreich und ermögliche eine signifikant höhere Kapazität. Im ersten Quartal verdoppelte sich das Auftragspolster im Munitionsgeschäft.

Der operative freie Barmittelzufluss (Free Cashflow) verschlechterte sich deutlich um 82 Millionen Euro auf minus 187 Millionen Euro. Das hing mit dem Aufbau von Vorräten und Investitionen zusammen. Unter dem Strich entfiel auf die Aktionäre ein Ergebnis von 48 Millionen Euro und damit gut 14 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Rheinmetall will den Umsatz im laufenden Jahr weiterhin auf rund zehn Milliarden Euro steigern - das entspräche einem Plus von etwa 40 Prozent im Vergleich zu 2023. Die operative Marge soll zwischen 14 und 15 Prozent liegen. Bis 2026 soll der Umsatz dann auf 13 bis 14 Milliarden Euro steigen, die Marge will der Rüstungskonzern bis dahin über 15 Prozent treiben.

dpa

Industrial Metaverse Conference
(Bild: SV Veranstaltungen)

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Weitere Informationen und das Programm gibt es hier: Zur Industrial Metaverse Conference.

8. Mai 2024

Hensoldt meldet starkes erstes Quartal

Die Hensoldt-Gruppe ist mit einer positiven Geschäftsentwicklung in das Geschäftsjahr 2024 gestartet. Im ersten Quartal 2024 konnte das Unternehmen den Auftragseingang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 665 Millionen Euroo nahezu verdoppeln (Vorjahr: 347 Millionen Euroo). Dabei profitierte Hensoldt insbesondere von Großaufträgen im Segment Sensors, wie dem im Januar beauftragten deutschen Luftverteidigungssystem Nah- und Nächstbereichsschutz (LVS NNbS) sowie weiteren Aufträgen für das Radar TRML-4D. Der Auftragsbestand erreichte damit in den ersten drei Monaten 2024 einen Rekordwert von 5.879 Millionen Euro (+6,3 Prozent im Vergleich zum Jahresende 2023).

Der Umsatz lag mit 329  (Vorjahreszeitraum: 338 Millionen Euro) leicht unter dem Vorjahresniveau. Ursächlich hierfür war neben einem außergewöhnlich starken Vergleichsquartal im Vorjahr auch ein Rückgang im Pass-Through-Geschäft (Umsätze mit geringem Wertschöpfungsanteil). Gleichzeitig konnte HENSOLDT seine Profitabilität weiter verbessern und das bereinigte EBITDA im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 10,7 Prozent auf 33 Millionen Euro steigern (Vorjahreszeitraum: 30 Millionen Euro). Durch einen positiven Projektmix und ein effizienteres Kostenmanagement stieg die bereinigte EBITDA-Marge von 9,0 Prozent auf 10,2 Prozent.

Der bereinigte Free Cashflow verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von -137 Millionen Euro auf -81 Millionen Euro, vor allem aufgrund höherer Zahlungseingänge aus Kundenaufträgen. Darüber hinaus spiegelt der Cashflow Investitionen in das Working Capital wider.

Hensoldt

24. April 2024

Taktische Kommunikation: Rheinmetall gewinnt Rahmenvertrag

Rheinmetall ist von der Bundeswehr mit einem Schlüsselprojekt für die taktische Kommunikation beauftragt worden, das für die gesamte Truppe von übergreifender Bedeutung ist. So erhielt das Technologieunternehmen einen Rahmenvertrag über die Lieferung von bis zu 191.000 Sätzen der „Sprechsatz mit Gehörschutzfunktion“. Der Rahmenvertrag hat eine Laufzeit von sieben Jahren und ein mögliches Auftragsvolumen von bis zu 400 Millionen Euro netto.

Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hatte dem Vorhaben zugestimmt. 30.000 Sets inklusive Anschlusskabel mit Lieferung im Jahr 2024 sind fest bestellt. Ein Abruf zur Lieferung weiterer 30.000 Sets für das Jahr 2025 wird erwartet. Diese beiden aus dem Sondervermögen finanzierten Lieferlose werden einen Wert von bis zu ca. 140 Millionen Euro netto haben.

Der Sprechsatz mit Gehörschutzfunktion – kurz SmG genannt – umfasst einen modernen aktiven Kapselgehörschutz, welcher schädlichen Impulslärm dämpft und leise Geräusche verstärken kann. Weiterhin verfügt das System über ein Mikrofon und lässt sich an verschiedene Funkgeräte anschließen, so dass Sprechfunkverkehr möglich ist. Neben der kombinierten Hör-Sprechgarnitur gehören verschiedene Push-to-talk (PTT)-Tasten sowie verschiedene Kabelsätze für das Anschließen an die diversen Funkgeräte und Bordsprechverständigungs-anlagen zum Lieferumfang. Rheinmetall hat für das Vorhaben zwei führende Hersteller als Unterauftragnehmer beteiligt: 3M Peltor mit der Hör-Sprechgarnitur ComTac VIII und die CeoTronics AG mit CT-Multi PTT 1C und 3C. Der SmG ist mit dem ebenfalls von Rheinmetall gelieferten neuen Gefechtshelm sowie auch mit anderen Helmtypen der Bundeswehr kompatibel.

Rheinmetall

12. Februar 2024

Rheinmetall baut eine neue Munitionsfabrik und es gibt Proteste

Der Rüstungskonzern Rheinmetall startet heute den Bau einer neuen Munitionsfabrik an seinem niedersächsischen Standort Unterlüß (Landkreis Celle). Zum offiziellen ersten Spatenstich werden auch Bundeskanzler Olaf Scholz und Verteidigungsminister Boris Pistorius (beide SPD) in der Lüneburger Heide erwartet.

Aber auch Demonstranten haben sich am Montagmorgen vor der geplanten Munitionsfabrik in Niedersachsen versammelt. Zahlreiche Menschen versuchten, Zufahrten in Unterlüß zu blockieren, Landwirte mit Treckern seien unterwegs, sagte ein Polizeisprecher. Zahlen zu Teilnehmenden der Demonstrationen wollte er zunächst nicht nennen. Die Proteste seien friedlich. Die Friedensaktion Südheide wollte zudem mit einer Mahnwache mit etwa zehn Menschen friedlich demonstrieren - gegen "Rüstungs- und Kriegspolitik", wie ein Sprecher sagte: "Wir erwarten von der Regierung, dass sie deeskalierend wirkt."

In dem neuen Werk Niedersachsen von Rheinmetall soll unter anderem Artilleriemunition hergestellt werden. Unterlüß ist bereits der größte Produktionsstandort des Rüstungskonzerns, neben Munition werden hier auch Militärfahrzeuge wie der Schützenpanzer Puma hergestellt.

(dpa/jd)

14. Dezember 2023

Panzerbauer KNDS und Rüstungskonzern aus Italien bilden Allianz

Der deutsch-französische Panzerbauer KNDS und der italienische Rüstungskonzern Leonardo wollen künftig ihre Zusammenarbeit verstärken. Unter der Federführung des italienischen Verteidigungsministerium sei am Mittwoch in Rom eine entsprechende Absichtserklärung zur Weiterentwicklung einer intensiveren Kooperation unterschrieben worden, teilten KNDS und Leonardo mit. Ziel ist es demnach, eine wirklich europäische Verteidigungsgruppe zu schaffen und noch enger zusammenzuarbeiten.

Deutschland, Frankreich und Italien wollen so ihre Zusammenarbeit zum Bau von Kampfpanzern ausbauen. Zu KNDS gehört der Münchner Panzerbauer Krauss-Maffei Wegmann sowie Nexter aus Frankreich, die sich 2015 zusammengeschlossen haben. Ziel der Allianz ist es, die nationale industrielle Basis der drei beteiligten Länder zu stärken sowie die zukünftige Generation von Kampfpanzern, einschließlich des Main Ground Combat System (MGCS), in Europa zu produzieren.

Das Bodenkampfsystem Main Ground Combat System (MGCS) ist als Nachfolger der Leopard- und Leclerc-Panzer von Deutschland und Frankreich gedacht und soll im Laufe des kommenden Jahrzehnts einsatzfähig sein.

Außerdem sollen weitere Produktions- und Entwicklungskapazitäten in Italien geschaffen und diese für künftige Projekte genutzt werden. Die drei Firmen planen zudem die Umsetzung der geplanten Beschaffung von Kampfpanzern (MBT) mit einer auf dem neuen Leopard 2A8 basierenden Lösung. Die Unternehmen wollen bei der Entwicklung, Herstellung und Wartung zusammenarbeiten, hieß es weiter. (dpa)

Fabrik des Jahres

Logo Fabrik des Jahres
(Bild: SV Veranstaltungen)

Die Fabrik des Jahres zählt zu den renommiertesten Industrie-Wettbewerben in Europa. Auf dem gleichnamigen Kongress werden jedes Jahr die Gewinner geehrt. Der nächste Kongress wird am 18. und 19. März 2025 stattfinden.

 

Nutzen Sie Ihre Chance und melden Sie sich jetzt zum Wettbewerb an! Weitere Informationen zum Wettbewerb gibt es auf der Website der Fabrik des Jahres: Hier klicken!

 

Mehr zu den diesjährigen Siegerwerken lesen Sie hier!

 

Hören Sie sich auch die Podcast-Sonderfolge zur Fabrik des Jahres an. Johann Kraus von Rohde & Schwarz erklärt darin unter anderem, wie auch Ihr Werk gewinnen kann. Hier kommen Sie zu Industry Insights!

04. Dezember

Rheinmetall liefert Granaten an die Ukraine für 142 Millionen Euro

Der Rüstungskonzern Rheinmetall hat einen Großauftrag für die Lieferung von Artilleriemunition an die Ukraine im Wert von 142 Millionen Euro erhalten. Der Auftrag umfasst eine fünfstellige Stückzahl Artilleriegranaten des Kalibers 155 Millimeter. Auftraggeber sei ein NATO-Partnerstaat, teilte das Unternehmen am Montag mit. Diesem Land sei es erklärtes Anliegen, "den Verteidigungskampf der Ukraine wirksam und dauerhaft zu unterstützen". Gefertigt werden sollen die Geschosse beim Tochterunternehmen Rheinmetall Expal Munitions in Spanien. Sie sollen 2025 ausgeliefert werden.

"Die Nachfrage nach Artilleriemunition ist aktuell sehr hoch", schrieb das Unternehmen weiter. Dies gelte für den akuten Bedarf der Ukraine und das Auffüllen der "weitgehend leeren" Munitionsdepots in Deutschland und anderen NATO- und EU-Staaten. (dpa)

maschinenbau-Gipfel Salon
(Bild: mi-connect)

Kommen Sie zum Maschinenbau-Gipfel Salon!

Der Maschinenbau-Gipfel ist richtungsweisend und impulsgebend für die gesamte Branche. Damit Sie nicht ein ganzes Jahr auf spannende Diskussionen verzichten müssen, laden wir Sie zu unserem Networking-Format "Maschinenbau-Gipfel Salon" mit anschließendem Catering ein – live vor Ort oder digital.

 

Der nächste Maschinenbau-Gipfel Salon findet am 8. Juli in Ludwigsburg in Präsenz oder digital in unserer Community-App statt. Das Thema: "Generative KI: Wie zieht der Maschinenbau den größten Nutzen daraus?"

 

Weitere Informationen gibt es hier!

21. November

Rheinmetall erwartet bis 2026 nahezu Umsatzverdopplung

Der Rüstungskonzern Rheinmetall peilt angesichts steigender Verteidigungsbudgets in den westlichen Staaten für die kommenden Jahre ein noch stärkeres Wachstum an. Den Aktienkurs trieb dies im frühen Dienstagshandel mit einem Anstieg um etwa fünf Prozent auf ein erneutes Rekordhoch. Er nähert sich allmählich der 300-Euro-Marke.

Bis 2026 soll der Umsatz auf 13 bis 14 Milliarden Euro klettern, wie das im Dax notierte Unternehmen am Dienstag anlässlich einer Investorenveranstaltung in Unterlüß mitteilte. Das entspricht einem Wachstum von im Schnitt rund 20 Prozent jährlich gegenüber der aktuellen Planung für dieses Jahr, die von 7,4 bis 7,6 Milliarden Euro Erlös ausgeht. Zuletzt hatte Rheinmetall in der alten Mittelfristplanung von 2022 bis 2025 ein jährliches Plus von 17 Prozent auf dem Zettel. Analysten rechneten bisher mit knapp zwölf Milliarden Umsatz 2026.

Die operative Gewinnmarge will Rheinmetall-Chef Armin Papperger bis 2026 auf über 15 Prozent vom Umsatz treiben. Hierbei klammert der Konzern nun bestimmte Kaufpreisallokationen für Übernahmen aus dem operativen Ergebnis aus. Fachleute prophezeiten die operative Marge 2026 bislang auf knapp 14 Prozent.

Renditebringer bleibt bei den Düsseldorfern die Rüstungssparte, die in drei Jahren rund elf Milliarden des Umsatzes beisteuern soll und 17 Prozent Marge oder mehr liefern soll. Dazu zählen bei Rheinmetall die Geschäfte mit Munition und Waffen, Fahrzeugsysteme und Elektronik. (dpa/ar)

10. Oktober 2023

Airbus baut Wartungszentrum für Transport-Riesen der Luftwaffe

Die größten Flugzeuge der Luftwaffe, die Transporter vom Typ A400M, bekommen in Wunstorf bei Hannover ein eigenes Airbus-Wartungszentrum. Der Flugzeughersteller Airbus Defence and Space eröffnete am Montag offiziell die Baustelle für das Projekt, für das laut Unternehmen eine Summe im "niedrigen dreistelligen Millionenbereich" fällig wird. Das Bundesverteidigungsministerium würdigte den A400M beim Spatenstich als "Eckpfeiler des deutschen Lufttransports", wie die Parlamentarische Staatssekretärin Siemtje Möller (SPD) sagte, die Minister Boris Pistorius kurzfristig vertrat.

Möller zufolge hat Airbus bislang 41 Flugzeuge des Typs an die Bundeswehr ausgeliefert. Bis 2026 soll die Zahl auf 53 steigen. Alle Maschinen werden in Wunstorf stationiert. Nach Schwierigkeiten zu Beginn sei der Flieger nun eine "absolute Erfolgsgeschichte", sagte Möller.

Die Entwicklung hatte sich zunächst um Jahre verzögert, und die geplanten Kosten wurden um Milliarden überschritten. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) bezeichnete den Militärflugplatz in Wunstorf als "wichtige Drehscheibe" für viele schwierige Einsätze der Bundeswehr. Von dort aus wird der A400M unter anderem als fliegende Tankstelle für andere Flugzeuge eingesetzt, aber auch für den Transport von Hilfsgütern oder zur Rettung von Menschen aus Krisenregionen wie 2021 aus Afghanistan.

Airbus will das Wartungszentrum bis 2027 auf einer Fläche von 125.000 Quadratmetern direkt neben dem Fliegerhorst errichten. In der Folge sollen dort rund 300 neue Stellen entstehen. (dpa/ar)

Podcast: Airbus-Führungskraft Christina Reuter über Digitalisierung

17. August 2023

Britischer Rüstungskonzern BAE will US-Anbieter Ball Aerospace kaufen

Der größte britische Rüstungskonzern BAE Systems will sich im Rüstungsboom mit dem US-Luft- und Raumfahrtunternehmen Ball Aerospace verstärken. BAE zahle dafür 5,55 Milliarden Dollar (5,1 Milliarden Euro) an den Mutterkonzern Ball Corporation, teilte das britische Unternehmen in London mit. Ball Aerospace biete starke Wachstumschancen im Rahmen der Prioritäten der US-Geheimdienste und des Verteidigungsministeriums. Die Aktie von BAE Systems gab in London kurz nach Handelsbeginn nach.

Der Umsatz solle in den kommenden fünf Jahren um durchschnittlich zehn Prozent pro Jahr steigen, zudem gebe es Spielraum für Margenausweitung, hieß es weiter. BAE erwartet durch den Deal einen positiven Steuereffekt von rund 750 Millionen Dollar. Die Integration soll auch die Margen von BAE und den Gewinn pro Aktie im ersten Jahr nach Abschluss erhöhen.

Ball Aerospace ist neben dem Geschäft mit Rüstungselektronik für Kampfflugzeuge, Kriegsschiffe und Raketensysteme auch in den Bereichen Wetter- und Kommunikationssatelliten tätig. Die Muttergesellschaft Ball Corporation hatte im Juni angekündigt, Optionen für das Raumfahrtgeschäft zu prüfen. Der Verpackungsspezialist hatte sich durch eine Übernahme vor einigen Jahren stark verschuldet. (DPA/wz)

28. Juli 2023

Hensoldt heimst im Rüstungsboom viele Aufträge ein

Der Rüstungselektronikkonzern Hensoldt hat im ersten Halbjahr spürbar mehr Bestellungen erhalten als ein Jahr zuvor. Der Auftragseingang legte um fast 13 Prozent auf 1,07 Milliarden Euro zu, wie das Mdax-Unternehmen mitteilte. Der Umsatz wuchs hingegen lediglich um 6,4 Prozent auf 726 Millionen Euro. Einige Analysten hatten sich mehr ausgerechnet. Hensoldt konnte allerdings bei der Profitabilität deutlicher zulegen, das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen stieg um ein gutes Drittel auf 82 Millionen Euro. Die entsprechende Marge verbesserte sich um 2,4 Prozentpunkte auf 11,3 Prozent.

Unter dem Strich fuhr Hensoldt mit 16 Millionen Euro einen Verlust in Höhe des Vorjahreszeitraums ein, weil sich das Finanzergebnis verschlechterte. Die Jahresprognose bestätigte das Management und konkretisierte den Umsatzausblick auf rund 1,85 Milliarden Euro. Das ist in etwa die Mitte der bislang angestrebten Wachstumsspanne von 7 bis 10 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 1,71 Milliarden Euro. (DPA/ar)

Aktuelle Meldungen aus der Industrie

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03. Juli 2023

NVL Group baut drei neue Flottendienstboote der Klasse 424 für die deutsche Marine

Wenige Tage nach der Zustimmung des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestages unterzeichneten die Präsidentin des BAAINBw, Annette Lehnigk-Emden, und Tim Wagner, CEO der NVL Group, den Vertrag zum Bau der drei neuen Flottendienstboote für die Deutsche Marine. Nach Abschluss der gemeinsamen Entwurfsphase ist dies der Startschuss für die nun beginnende Konstruktions- und Bauphase bis zur Abnahme der Boote der Klasse 424, einschließlich einer Ausbildungs- und Referenzanlage.

Die drei baugleichen Boote stellen einen unverzichtbaren Baustein der nationalen Sicherheitsvorsorge dar. Als Neubauprojekt werden diese hochspezialisierten Einheiten die hohen Anforderungen im gesamten Aufklärungsspektrum für den weltweiten Einsatz zukunftssicher erfüllen und den lückenlosen Fähigkeitserhalt der Deutschen Marine in der seegestützten signalerfassenden Aufklärung sicherstellen.

Die Konstruktion und der Bau der Boote basieren auf zivilen Schiffbaustandards und erfolgen ausschließlich in Deutschland. Der Auftrag umfasst die Umsetzung des kompletten Lastenheftes der Boote, das im Rahmen der Entwurfsphase kooperativ zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer erarbeitet wurde.

Die Auslieferung des Ausbildungszentrums ist für 2027 vorgesehen, zwei Jahre später soll das erste der drei Boote der Deutschen Marine zur Verfügung gestellt werden. Sie werden damit sukzessive die dann seit über 40 Jahren im Einsatz befindlichen Flottendienstboote OKER, ALSTER und OSTE der Klasse 423 ablösen.

BAAINBw

Was ist ein Flottendienstboot?

Ein Flottendienstboot ist ein Aufklärungsboot der Deutschen Marine.. Es ist mit speziellen Sensoren ausgerüstet und dient der strategischen Aufklärung. Die Flottendienstboote sind die hochsensiblen Augen und Ohren nicht nur der Marine, sondern der gesamten Bundeswehr. Flottendienstboote gehören organisatorisch zur Marine, sind aber unbewaffnet und gelten nicht als Kriegsschiffe.. Sie sind auf die Überwachung von See- und Küstengebieten spezialisiert.

03. Juli 2023

Diehl wächst kräftig - auch wegen Rüstungslieferungen an die Ukraine

Der Nürnberger Mischkonzern Diehl hat im vergangenen Jahr auch wegen des Ukraine-Krieges mit seiner Rüstungssparte deutlich mehr Einnahmen erzielt. Der Umsatz im Teilbereich Rüstung ("Defence") sei von 660 Millionen auf 810 Millionen Euro geklettert, teilte Diehl mit. Diehl stellt unter anderem das Flugabwehrsystem IRIS-T her, das die Bundesregierung der Ukraine im russischen Angriffskrieg zur Verfügung gestellt hat.

Diehl hatte im Mai bekanntgegeben, die zweite Feuereinheit des Systems an die Ukraine ausgeliefert zu haben. Auch für die Bundeswehr ist die Anschaffung von sechs Feuereinheiten des Systems im Gespräch. Im Bundestag wird dafür die Bereitstellung von rund einer Milliarde Euro diskutiert.

Die gravierende Veränderung in der europäischen Sicherheitslage werde das Geschäftsumfeld von Diehl Defence dauerhaft prägen, prognostizierte das Unternehmen. Es sei zu erwarten, dass in den Nato-Staaten wie auch in anderen Ländern von einem nachhaltig erhöhten Ausrüstungsbedarf auszugehen ist.

Diehl habe volle Auftragsbücher, besonders bei bodengebundenen Luftabwehrsystemen, zu denen auch Teile von IRIS-T gehören. An allen Produktionsstandorten gebe es für die nächsten Jahre eine stabile Auslastung. Über alle Konzernteile hinweg - neben Rüstung sind das Metall, Luftfahrt (Aviation), Metering (Messtechnik) und Controls (unter anderem Bedienelemente für Kälte- und Wärmetechnik) - stünden Aufträge im Wert von 7,5 Milliarden Euro in den Büchern.

Die Nürnberger Diehl-Gruppe verzeichnete auch bei den anderen Konzernteilen erhebliches Wachstum. Der Konzernumsatz stieg 2022 auf 3,501 Milliarden Euro. Dies bedeutet ein Wachstum um 10,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Vor Steuern und Zinsen (Ebit) erzielte Diehl einen Gewinn von 166,5 Millionen Euro. Unter dem Strich blieb ein Jahresüberschuss von 64,5 Millionen Euro nach einem Verlust von 84,5 Millionen Euro im Jahr 2021. Diehl beschäftigt nach eigenen Angaben derzeit 16.550 Mitarbeitende an 88 Standorten weltweit. (DPA/ar)

20. Juni 2023

Nach "Ausnahmejahr": Heckler & Koch gibt verhaltenen Jahresausblick

Das Geschäft des größten deutschen Herstellers von Handfeuerwaffen, Heckler & Koch aus dem Schwarzwald, hat sich auf hohem Niveau etwas abgeschwächt. Der Vorstand stellte bei der Hauptversammlung der Waffenschmiede in Rottweil eine Prognose vor, der zufolge Umsatz und Ergebnis im laufenden Jahr im Vergleich zu 2022 sinken werden. Aus Sicht des Managements tritt eine Normalisierung des zuvor sehr starken Wachstumskurses ein. 2022 stieg der Umsatz um 5,1 Prozent auf 305,1 Millionen Euro und das Betriebsergebnis (Ebitda) schnellte binnen eines Jahres um 41 Prozent auf 82 Millionen Euro in die Höhe, dies auch wegen Sondereffekten.

Noch vor einigen Jahren war Heckler & Koch tief in den roten Zahlen und ein hoher Schuldenberg lastete auf der Firma. 2018 wurde letztmals ein Verlust verbucht, danach ging es immer weiter aufwärts bis zum "Ausnahmejahr" 2022, wie H&K-Chef Jens Bodo Koch es nannte. Im laufenden Geschäftsjahr machen sich nun höhere Energie- und Rohstoffkosten sowie negative Währungseffekte bemerkbar. Auf längere Sicht ist das Management aber überzeugt, dass H&K wieder zulegen wird. Der Wachstumskurs sei intakt, betont der Vorstand.

Die Nachfrage nach Rüstungsgütern zog vor dem Hintergrund des Ukrainekriegs auch in westlichen Staaten an. Davon profitiert H&K als Fabrikant von Sturmgewehren, Maschinengewehren, Granatwerfern und Pistolen.

Zum Jahresauftakt 2023 waren aber Bremsspuren im Geschäft erkennbar: Im ersten Quartal 2023 sank der Umsatz im Vorjahresvergleich um 4,3 Millionen auf 73,2 Millionen Euro und der Betriebsgewinn (Ebitda) reduzierte sich um 2 Millionen auf 18 Millionen Euro. Für das zweite Quartal rechnet die Firma mit einem ähnlichen Umsatz und einem etwas schwächeren Betriebsergebnis als im ersten Quartal.

Heckler & Koch hatte im vergangenen Jahr 1131 Beschäftigte und damit 45 mehr als 2021. Gut 90 Prozent davon sind am Stammwerk in Oberndorf am Neckar tätig. Zu den Konkurrenten gehören Smith & Wesson sowie Colt aus den USA. In Europa sind Beretta (Italien), FN  (Belgien) und die Colt-Mutter CZ aus Tschechien unter den Wettbewerbern. Ein kleinerer Konkurrent aus dem Inland ist die Thüringer Waffenschmiede C.G. Haenel. (DPA/ar)

Aktuelle Meldungen aus der Industrie

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1. Juni 2023

Schweizer Rüstungskonzern Ruag will Panzer für Ukraine liefern

In den Streit um Rüstungslieferungen aus der Schweiz für die Ukraine kommt neue Bewegung. Der Schweizer Rüstungskonzern Ruag hat trotz ablehnender Signale aus der Regierung offiziell ein Exportgesuch für 96 Leopard-1-Panzer eingereicht, wie das nationale Staatssekretariat für Wirtschaft bestätigte. Nach Angaben der Ruag ist der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall an dem Kauf interessiert. Die gebrauchten und zurzeit nicht einsatzfähigen Panzer sollten dann später an die Ukraine weitergegeben werden, sagte Ruag-Sprecherin.

Auf eine informelle Anfrage der Ruag hatte das Staatssekretariat (Seco) im März mitgeteilt, es werde keine Genehmigung für ein solches Geschäft geben. Die Schweiz pocht auf ihre Neutralität, wonach kein Land, das an Kriegshandlungen beteiligt ist, unterstützt werden darf. Mit dieser Begründung lehnt die Schweiz bislang auch die Weitergabe von Panzermunition ab, die sie vor Jahren nach Deutschland verkauft hatte. Sie lässt sich stets vertraglich zusichern, dass sie Weiterverkäufe verbieten kann.

Die Panzer wurden vor einigen Jahren aus Italien gekauft. Die Schweizer Armee wollte sie aufbereiten und weiterverkaufen oder als Ersatzteillager nutzen. Die Panzer befinden sich noch in Italien.

Warum die Ruag nun trotz angedeuteter Ablehnung ein offizielles Gesuch einreichte, begründete Sprecherin Kirsten Hammerich so: "Wir hätten gerne einen offiziellen Entscheid vom Seco, damit wir die Geschäftsoptionen besser einschätzen können."

(DPA/jd)

04. Mai 2023

Rheinmetall sieht sich dank Rüstungsboom auf Kurs zu Jahreszielen

Deutschlands größter Rüstungskonzern Rheinmetall sieht sich nach dem erwarteten schwächeren ersten Quartal weiter auf gutem Weg zu seinen Jahreszielen. "Wir liegen weiter auf gutem Kurs zur Realisierung unserer ehrgeizigen Ziele für nachhaltiges profitables Wachstum. Viele Länder weiten ihre militärische Beschaffung aus", sagte Unternehmenschef Armin Papperger laut Mitteilung. "Die Zeitenwende und der daraus gestiegene militärische Bedarf beginnen nun, sich in konkreten Auftragserfolgen niederzuschlagen."

Der Umsatz des seit März im Dax notierten Konzerns, der auch als Autozulieferer tätig ist, soll der bestätigten Prognose zufolge auf 7,4 Milliarden Euro bis 7,6 Milliarden Euro steigen. In der Mitte der Spanne wäre das ein Anstieg um gut 17 Prozent. Bei der Marge basierend auf dem operativen Ergebnis peilt Rheinmetall weiter einen leichten Anstieg auf rund zwölf Prozent an. Im ersten Quartal blieb der Anstieg des Umsatzes erwartungsgemäß hinter dem Jahresziel zurück. Die Marge ging wegen einiger Sondereffekte sogar zurück.

Basierend auf dem weiter gestiegenen Auftragsbestand sollte sich das Wachstum aber bald beschleunigen und die Marge steigen. In den ersten drei Monaten sei der Umsatz um knapp acht Prozent auf 1,4 Milliarden Euro gestiegen. Das operative Ergebnis sei unter anderem wegen einer Sonderzahlung zum Inflationsausgleich an die Belegschaft sowie negativen Ergebnisbeiträgen von Gesellschaften, an denen Rheinmetall beteiligt ist, um rund ein Fünftel auf 73 Millionen Euro gefallen. Die Marge ging dementsprechend auf 5,4 (Vorjahr: 7,3) Prozent zurück. (DPA/ar)

2. Mai 2023

Rüstungsfirmen legen Streit um "Leopard 2" bei

Die Rüstungsunternehmen Krauss Maffei Wegmann (KMW) und Rheinmetall haben ihren Rechtsstreit um die Urheberrechte am "Leopard 2" Panzer beigelegt. Das Landgericht München I setzte am Dienstag die für den Vormittag geplante mündliche Verhandlung kurzfristig wieder ab. "Die Parteien haben sich verglichen", hieß es in der kurzen Mitteilung. Für das Gericht sei das Verfahren damit erledigt. Zum Inhalt der Einigung machte das Gericht keine Angaben.

Der "Leopard 2" ist eine Entwicklung von KMW, Rheinmetall steuert unter anderem die Kanone und das Feuerleitsystem bei. Rheinmetall-Chef Armin Papperger hatte in einem Interview mit der 'Neuen Zürcher Zeitung' für seinen Konzern das geistige Eigentum an dem Panzer bis einschließlich Version 2A4 beansprucht. Daraufhin hatte Krauss Maffei Wegmann Unterlassungsklage gegen Rheinmetall wegen "unwahrer Tatsachenbehauptungen" vorgeworfen.

Unbekannt ist, ob und inwieweit Rheinmetall im Rahmen der außergerichtlichen Einigung nunmehr Pappergers Aussagen korrigiert hat. Auch auf der eigenen Webseite schreibt Rheinmetall die Entwicklung des Panzers KMW zu: "Der Leopard 2 von Krauss-Maffei Wegmann (KMW) ist der leistungsfähigste Kampfpanzer der Welt und zugleich das Waffensystem mit der größten internationalen Verbreitung", heißt es dort. (DPA/AR)

Aktuelles aus der Industrie

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28. April 2023

Neues europäisches Kampfflugzeug geht in die nächste Entwicklungsphase

Deutschland, Spanien und Frankreich haben in Madrid den nächsten Abschnitt der Entwicklung des Luftkampfsystems FCAS förmlich besiegelt. FCAS steht für Future Combat Air System. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius und seine spanische Amtskollegin Margarita Robles sowie Frankreichs Verteidigungsminister Sébastien Lecornu haben in Madrid eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet. Diese war bereits im vergangenen November grundsätzlich erzielt worden, nachdem das Projekt zuvor für Spannungen zwischen Deutschland und Frankreich gesorgt hatte.

FCAS soll von 2040 an einsatzfähig sein und den Eurofighter ablösen. Pistorius betonte, die lange Entwicklungszeit stehe nicht im Widerspruch zu seiner kürzlichen Anordnung verkürzter Verfahren bei der Rüstungsbeschaffung. "Aber große Entwicklungslösungen, noch dazu solche, die man tunlichst nicht alleine angehen soll, müssen trotzdem stattfinden", sagte Pistorius vor Journalisten. "Wir reden über ein Kampfflugzeug der sechsten Generation, das noch geflogen werden wird, wenn ich schon lange nicht mehr lebe."

Das Projekt brauche regelmäßige politische Führung und Unterstützung, betonte der Minister. Es sei ein Gradmesser für die europäische Handlungsfähigkeit in Zeiten, in denen "wir es in erschreckender Weise wieder mit einem Angriffskrieg auf europäischem Boden zu tun haben", sagte Pistorius im Hinblick auf Russlands Angriffskrieg.

Die an der Entwicklung des neuartigen Kampfflugzeugs beteiligten Unternehmen Dassault aus Frankreich und Airbus hatten sich lange nicht über die Aufgabenverteilung und den Umgang mit Know-how einigen können. Es dauerte mehr als ein Jahr, bis die Industrie auch unter politischem Druck nach intensiven Verhandlungen eine Einigung für die nächste Programmphase erzielen konnte. Dabei geht es unter anderem um die Vorentwicklung von Prototypen. Der erste könnte 2028 fertig sein.

FCAS soll im Verbund mit unbewaffneten und bewaffneten Drohnen fliegen und ist insofern mehr als ein Kampfflugzeug. Die Gesamtkosten wurden auf einen dreistelligen Milliardenbetrag geschätzt. An dem Projekt sind die Industrien Deutschlands, Frankreichs und seit 2019 auch Spaniens beteiligt. (DPA/jd)

20. Februar 2020

Wehrbeauftragte fordert Finanzierungszusagen für Rüstungsindustrie

Die Wehrbeauftragte des Bundestags, Eva Högl (SPD), hat angesichts der Bundeswehraufrüstung gefordert, schnell Produktionskapazitäten in der Industrie aufzubauen. Dafür brauche die Industrie «auch Zusagen aus der Politik, dass das finanziert wird - und zwar über den Bundeshaushalt 2024 hinaus», sagte Högl dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Montag). Ferner müssten - angefangen beim europäischen Vergaberecht - die gesetzlichen Hürden und die Rechtsvorschriften vereinfacht werden.

Högl forderte zudem, den Verteidigungsetat um zehn Milliarden Euro aufzustocken - über das Bundeswehr-Sondervermögen von 100 Milliarden Euro hinaus. Das ist auch eine Forderung von Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD). Es muss Högl zufolge «viel schneller» gehen, Geräte neu zu beschaffen und solche wiederzubeschaffen, die an die Ukraine abgegeben wurden. «Wenn wir die politischen Mehrheiten haben, und die sehe ich vor dem Hintergrund der Lage und Notwendigkeit sowohl im Deutschen Bundestag als auch im Europäischen Parlament, müssen wir mehr in unsere Verteidigung investieren», erläuterte sie. Beschaffungsprobleme bestünden in allen europäischen Mitgliedstaaten. (dpa)

17-stündiger Testflug der  Lockheed Martin VISTA X-62A, ausgestattet mit KI-Agent
VISTA X-62A Trainingsflugzeug mit KI-Technologie (Bild: Lockheed Martin Aeronautics)

13. Februar 2023

US Air Force: Erfolgreicher Test des KI-gesteuerten Kampfjets X-62A

Ein autonomes Kampfflugzeug hat nach Angaben der US-Luftwaffe 17 Stunden Flugerprobung hinter sich gebracht, darunter auch fortgeschrittene Kampfflugmanöver und Einsätze jenseits der Sichtweite. Das X-62A Variable Stability In-Flight Simulator Test Aircraft, kurz VISTA, wurde in der ersten Dezemberhälfte 2022 auf dem Luftwaffenstützpunkt Edwards in Kalifornien in 12 verschiedenen Flugtests mit den KI-Agenten Autonomous Air Combat Operations (AACO) des Air Force Research Lab und Air Combat Evolution (ACE) der DARPA auf Herz und Nieren geprüft.

"Das X-62A VISTA-Team hat mit dieser Testkampagne bewiesen, dass es in der Lage ist, komplexe KI-Testmissionen durchzuführen, die die Entwicklung und Erprobung von Autonomiefähigkeiten für das Verteidigungsministerium beschleunigen", sagte Dr. Malcolm Cotting, der Forschungsdirektor der US Air Force Test Pilot School.

Die X-62 war ursprünglich eine zweisitzige F-16D und flog erstmals 1992, wobei sie die meiste Zeit an der Air Force Test Pilot's School auf der Edwards AFB verbrachte. Im Jahr 2021 wurde sie von NF-16D - das N weist darauf hin, dass es sich um ein spezielles Testflugzeug handelt - in X-62A umbenannt. Durch die im Laufe der Jahre vorgenommenen Modifikationen kann das Flugzeug die Flugeigenschaften anderer Starrflügler simulieren, was es zu einer effektiven Trainingsplattform für menschliche Testpiloten und seit kurzem auch für KI-Piloten macht.

Die Lockheed Martin Vista X-62A, ein einzigartiges Trainingsflugzeug, wurde bei einem 17-stündigen Testflug von einem Agenten der künstlichen Intelligenz geflogen. Dies ist das erste Mal, dass KI in einem taktischen Flugzeug eingesetzt wird.

"Nachdem wir unsere KI mit Hilfe von Hochleistungsrechnern und Modellierung und Simulation trainiert haben, ist es entscheidend, den Unterschied zwischen dem Simulator und dem realen Flug zu validieren. Ein Flugzeug wie die X-62 ist für die schnelle Flugerprobung dieser autonomen Verhaltensweisen von entscheidender Bedeutung", so ein AACO-Mitarbeiter.

Die Air Force beschreibt den X-62A als "Flugtestbeschleuniger". Dank der im Rahmen des VISTA-Programms vorgenommenen Änderungen kann das Testteam eine Mission fliegen, landen, die KI schnell aktualisieren oder ändern und dann innerhalb weniger Stunden eine weitere Testmission fliegen. Während der Flüge ist ein menschlicher Pilot an Bord, der im Bedarfsfall das Kommando übernehmen kann.

"Wir haben mehrere Einsätze mit zahlreichen Testpunkten auf jedem Einsatz durchgeführt, um die Algorithmen unter verschiedenen Startbedingungen, gegen verschiedene simulierte Gegner und mit simulierten Waffenfähigkeiten zu testen. Wir sind auf keine größeren Probleme gestoßen, haben aber einige Unterschiede zu den simulationsbasierten Ergebnissen festgestellt, was beim Übergang von der virtuellen zur realen Welt zu erwarten ist. Dies unterstreicht, wie wichtig es ist, fortschrittliche autonome Fähigkeiten nicht nur im Flug zu testen, sondern auch auf Testplattformen wie VISTA, die es uns ermöglichten, rascher als bei anderen Luftfahrzeugen Lektionen zu lernen und zu wiederholen", sagte Oberstleutnant Ryan, "Hal" Hefron, der DARPA-Programmmanager für ACE.

Lockheed Martin

13. Februar 2023

Rüstungsindustrie erhält nur wenige Aufträge aus Sondervermögen

(DPA/JD) Die Rüstungsindustrie macht der Bundesregierung angesichts ausbleibender Aufträge aus dem 100 Milliarden Euro umfassenden Sondervermögen für die Bundeswehr schwere Vorwürfe. "Bis heute ist der Bestelleingang bei der deutschen Industrie aus dem Sondervermögen verschwindend gering", sagte die Chefin des Panzergetriebe-Herstellers Renk, Susanne Wiegand, der 'Augsburger Allgemeinen'. Wiegand ist auch Vorsitzende des Ausschusses für Sicherheit im Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI). Sie betont, dass die Industrie Planungssicherheit benötige. "Irgendwann frage ich mich schon: Deutschland, was muss eigentlich noch passieren?"

Unterdessen könnte die tatsächliche Summe aus dem Sondervermögen, die für die Modernisierung der Bundeswehr zur Verfügung steht, nach Angaben des Verteidigungsministeriums in diesem Jahr weiter schrumpfen. Hintergrund sind die steigenden Zinsen, die der Bund für die Kreditaufnahme aus dem Sondervermögen selbst begleichen muss. Es könne derzeit aber nicht gesagt werden, welche Investitionen dafür konkret wegfallen würden. Bisher ist die "echte" Investitionssumme den Schätzungen zufolge bereits auf 93 Milliarden Euro gesunken.

Das vollständig kreditfinanzierte Sondervermögen, das der Bundestag im Juni 2022 beschlossen hatte, muss die Zinslasten für die Kredite selbst tragen. Steigen diese, steht also weniger Geld für die konkreten Anschaffungen für die Bundeswehr zur Verfügung. Hinzu kommt, dass durch die derzeit hohe Inflation die Kaufkraft der verbliebenen Summe sinkt.

Das Verteidigungsministerium hatte im Dezember aus dem Bundestag grünes Licht für die ersten milliardenschweren Bundeswehr-Projekte erhalten, darunter auch für die Beschaffung des Tarnkappenjets F-35, den Kauf eines neuen Sturmgewehrs als Nachfolgemodell für das G-36 und die Nachrüstung des Schützenpanzers Puma. Mitte Januar hieß es aus dem Finanzministerium, es seien bisher Verträge über etwas mehr als zehn Milliarden Euro geschlossen worden, noch sei aber kein Geld geflossen.

1. Februar 2023

„Othello“: Silent Mode für das Schutzsystem Trophy

Euro Trophy, ein Joint Venture von KMW, General Dynamics und Rafael, hat für sein aktives Schutzsystem (Trophy APS - Active Protection System) eine Version vorgestellt, die im Silent Mode, also in einem ‚stillen Modus‘ betrieben werden kann. Laut dem Unternehmen wird das System mit dem passiven elektro-optischen (EO) Sensor „Othello“ von Elta Systems ergänzt. So sei eine einfach zu installierende Zusatzlösung für die aktuelle Konfiguration der Trophy-Radarantennen verfügbar, teilte das Unternehmen mit. Sowohl neue als auch bereits genutzte APS-Systeme ließen sich so mit Silent Mode ausrüsren.
„Othello“ ist laut Hersteller ein Detektor für feindliches Feuer, also für Beschuss durch Geschütze, Mörser, Raketen und Panzerabwehrraketen. Die EO-Technologie soll ihn gegen Geräusche von außen wie Motoren immunisieren. So sollen die Soldaten schneller auf den Feindbeschuss reagieren können.

20. Januar 2023

Hyperschall-Waffenkonzept HAWC erfolgreich von B-52 gestartet

Das HAWC-Hyperschallwaffen-Konzept von DARPA, AFRL, Lockheed Martin and Aerojet Rocketdyne.
Das HAWC-Hyperschallwaffen-Konzept von DARPA, AFRL, Lockheed Martin and Aerojet Rocketdyne. (Bild: Lockheed Martin)

Das in Kooperation von DARPA, AFRL, Lockheed Martin und Aerojet Rocketdyne entwickelte Hyperschall-Waffenkonzept HAWC (Hypersonic Air-Breathing Weapon Concept), hat seinen Starttest bestanden. Das Waffensystem startete von einem fliegenden B-52-Bomber und wurde von seiner ersten Stufe auf eine vorausberechtene Position gebracht, wo dann das Scramjet-Triebwerk zündete und das System auf Geschwindigkeiten von über Mach 5 beschleunigte. Die Wasse funktionierte laut Lockheed wie vorhergesagt, legte mehr als 300 Seemeilen zurück und erreichte eine Höhe von über 60.000 Fuß (ca. 18 km).
„Erschwinglichkeit und Zuverlässigkeit sind bei der Entwicklung von Hyperschalllösungen für den Betrieb von entscheidender Bedeutung“, sagte John Clark, Vizepräsident und General Manager von Lockheed Martin Skunk Works.
Das Team von Lockheed Martin Skunk Works und Aerojet Rocketdyne arbeitet zusammen, um kostengünstige, fortschrittliche Fertigungstechnologien voranzutreiben, wobei extreme Haltbarkeit priorisiert wurde, um die Stück- und Teilekosten erheblich zu senken. Durch die gezielte Integration digitaler Technologien in den gesamten Design-, Test- und Herstellungsprozess bestätigte das Team, dass Hyperschallsysteme zu den erforderlichen Preisen erschwinglich hergestellt werden können.

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