Cyberangriffe auf deutsche Unternehmen

Cyberangriffe treffen deutsche Firmen immer häufiger

Cyberangriffe treffen deutsche Unternehmen immer häufiger mit schwerwiegenden Folgen. 77 Prozent waren binnen zwölf Monaten betroffen – deutlich mehr als im Vorjahr.

Cyberangriffe auf deutsche Unternehmen nehmen zu. Eine Cohesity-Studie zeigt wachsende Schäden und Lücken bei der Cyberresilienz.

• Cohesity befragte 400 Führungskräfte deutscher Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten.
• 77 Prozent waren binnen zwölf Monaten von einem schwerwiegenden Cyberangriff betroffen.
• 32 Prozent wurden mehrfach schwerwiegend angegriffen; 75 Prozent priorisieren schnelle Wiederherstellung vor vollständig sauberen Systemen.
• Nur 23 Prozent verfügen über eine dokumentierte und getestete Minimum Viable Company.

Die Bedrohungslage verschärft sich: 77 Prozent der deutschen Unternehmen waren in den vergangenen zwölf Monaten von einem schwerwiegenden Cyberangriff betroffen. Im Vorjahr waren es 52 Prozent. Das zeigt eine Umfrage des Anbieters von KI- und Datensicherheitslösungen Cohesity unter
400 Führungskräften deutscher Unternehmen
mit mehr als 1.000 Beschäftigten.
Weltweit nahmen 3.200 Führungskräfte teil.

Auch Mehrfachangriffe nehmen zu. Ihr Anteil stieg in Deutschland von 26 auf 32 Prozent. Gleichzeitig geben 75 Prozent der Befragten einer schnellen Wiederherstellung Vorrang vor der Gewissheit, dass Systeme sauber und sicher sind.

Warum schnelle Wiederherstellung Cyberrisiken birgt

„Es ist zwar verständlich, dass Unternehmen nach einem Cyberangriff möglichst schnell zum Normalbetrieb zurückkehren wollen, doch diese Priorisierung ist meist kontraproduktiv“, betont Olivier Savornin, Group VP & GM European Markets bei Cohesity. „Denn meist bleiben ausgenutzte Schwachstellen ungepatcht sowie die wiederhergestellten Systeme von Malware infiziert. So ist der nächste erfolgreiche Angriff nur eine Frage der Zeit.“

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Cyberangriffe haben größere Auswirkungen

Bei 66 Prozent der deutschen Unternehmen war das Ausmaß eines Vorfalls größer als zunächst angenommen. 65 Prozent verzeichneten zudem eine spürbare Verzögerung bei der Rückkehr zum normalen Geschäftsbetrieb.

„Die jüngsten Ereignisse wie im Fall von Hugging Face oder dem ersten autonomen Cyberangriff auf ein Regierungsziel in Taiwan zeigen, dass Unternehmen gerade jetzt keine Abstriche bei ihrer Cyberresilienz machen dürfen“, ergänzt Savornin. „Autonome Angreifer können Schwachstellen schneller, in größerer Zahl und über mehrere Kanäle hinweg gleichzeitig ausnutzen.“

Cyberresilienz sichert Handlungsfähigkeit im Ernstfall

Savornin erläutert: „Damit verkürzt sich das Zeitfenster, in dem Unternehmen einen Angriff erkennen, bewerten und begrenzen können. Die entscheidende Frage ist deshalb nicht nur, ob ein Angriff verhindert wird, sondern ob die Organisation auch unter diesen Bedingungen handlungsfähig bleibt. Dafür müssen Verantwortliche vorab klären, wie sie während eines Angriffs kommunizieren, Entscheidungen treffen und ihre wichtigsten Abläufe aufrechterhalten. Diese Fähigkeiten müssen regelmäßig unter realistischen Bedingungen erprobt werden.“

Wie gut ist KI gegen Cyberangriffe abgesichert

Laut Studie nutzen 99 Prozent der deutschen Unternehmen KI-Systeme, KI-Workflows oder Machine-Learning-Modelle. Nur 39 Prozent berücksichtigen Angriffsszenarien auf ihre KI-Systeme umfassend. Bei 48 Prozent geschieht dies teilweise, bei zehn Prozent lediglich minimal.

Cyberresilienz zwischen Anspruch und Realität

45 Prozent der deutschen Befragten haben vollständiges Vertrauen in die Cyberresilienz-Strategie ihres Unternehmens. Eine weitere Cohesity-Umfrage unter deutschen CEOs zeigt jedoch: Nur 13 Prozent werden innerhalb von fünf Minuten über eine Cyberattacke informiert. Zugleich erwarten 29 Prozent, nach einer Attacke innerhalb eines Tages wieder vollständig betriebsfähig zu sein, acht Prozent sogar innerhalb einer Stunde.

Jahresvergleich schwerwiegender Cyberangriffe.

Was bringt die Minimum Viable Company?

Das Konzept der Minimum Viable Company (MVC) beschreibt die kleinste Unternehmensstruktur, die während eines schwerwiegenden Cybervorfalls funktionsfähig bleibt. Sie umfasst die notwendigen Mitarbeitenden, Prozesse, Technologien, Dokumentationen, Einrichtungen und Abhängigkeiten von Drittanbietern. Bislang verfügen 23 Prozent der deutschen Unternehmen über eine dokumentierte und getestete MVC. Von diesen berichten 96 Prozent, dass das Konzept zumindest einen gewissen Einfluss auf die Wiederherstellung nach einem Cyberangriff hat.

Quelle: Mit Material von Cohesity

Was Sie zu Cyberangriffen wissen müssen

1. Wie viele Unternehmen sind von Cyberangriffen betroffen?

Laut Cohesity waren 77 Prozent der befragten deutschen Unternehmen binnen zwölf Monaten von einem schwerwiegenden Angriff betroffen.

2. Wie häufig treten mehrere Cyberangriffe auf?

Der Anteil mehrfach schwerwiegend betroffener Unternehmen stieg von 26 auf 32 Prozent.

3. Welche Rolle spielt KI bei Cyberangriffen?

99 Prozent nutzen KI-Systeme, aber nur 39 Prozent berücksichtigen entsprechende Angriffsszenarien umfassend.

4. Wie kann eine MVC bei Cyberangriffen helfen?

Die Minimum Viable Company definiert die minimale Struktur, mit der der Geschäftsbetrieb während eines schwerwiegenden Cybervorfalls aufrechterhalten werden kann.

5. Warum ist Cyberresilienz bei Cyberangriffen entscheidend?

Sie soll sicherstellen, dass Unternehmen auch während eines Angriffs kommunizieren, Entscheidungen treffen und zentrale Abläufe aufrechterhalten können.