Datensicherheit im Maschinenbau

Je mehr Kunden- und Produktionsdaten digital gespeichert werden, umso größer ist das Risiko für Unternehmen ohne ausgereiftes Konzept zur Datensicherheit. - Bild: Unsplash.

Wenn Unbefugte über längere Zeit Zugriff auf die Computer-Systeme eines Industrie-Unternehmens haben, liegt vieles offen: das gesammelte Expertenwissen des Unternehmens sowie vertrauliche Projekt- und Kundendaten. Dieses Szenario erscheint im ersten Moment abwegig, kann aber zügig zur Realität werden: So benötigen Unternehmen im Wirtschaftsraum Europa durchschnittlich 177 Tage, um unbefugtes Eindringen durch Hacker zu bemerken. Doch Gefahr für diese Daten kommt nicht nur von außen: Auch Hardware-Ausfälle oder fehlerhafte Bedienung können immensen Schaden anrichten. Mit der kontinuierlich steigenden Datendichte wird das Thema Datensicherheit bzw. Cybersecurity im Maschinenbau immer wichtiger und gehört klar zu den Maschinenbau-Trends 2019.

Grundlagen der Datensicherheit im Maschinenbau

Wenn CAD-Daten und Projektdateien lediglich auf der Arbeitsstation des zuständigen Mitarbeiters gespeichert sind, ist das Risiko des Datenverlustes unnötig hoch: Bei einem Hardware-Defekt können diese Daten verloren gehen, was den Projektfortschritt verzögert und mit finanziellen Einbußen einhergeht. Gerät durch eine solche Verzögerung die Planung des entsprechenden Kunden durcheinander, leidet zudem das Image des eigenen Unternehmens. Doch nicht nur Hardware-Ausfälle gefährden die Datensicherheit: Ransomware, Spear Phishing und Social Engineering können ebenfalls zum Datenverlust führen, wie das kostenfreie item Whitepaper „Datensicherheit und Datenschutz im Maschinenbau“ aufzeigt und erklärt.

Der erste Schritt zur Datensicherheit im Maschinenbau ist daher eine zusätzliche und im besten Fall redundante Sicherung wichtiger Daten. Redundanz bedeutet, dass Daten mehrfach gesichert werden, um eine Wiederherstellung zu erleichtern. Noch besser ist es, alle Daten auf einem zentralen Server mit Backup-Lösung zu speichern. Dabei ist allerdings entscheidend, dass sich diese Backup-Lösung räumlich so weit wie möglich vom Hauptserver entfernt befindet. Andernfalls besteht das Risiko, dass die gesicherten Daten im Falle von Wasserschäden oder ähnlichen Vorfällen ebenfalls Schaden nehmen. Die Sicherung auf einem zentralen Server eröffnet zudem die Möglichkeit, Kunden aktuelle Projektdaten als Download vom eigenen Server bereitzustellen.

Vorteile für Datensicherheit und Außenwahrnehmung

Eine kostengünstige Alternative zum eigenen Server sind Cloud-Lösungen: Dabei werden die Daten durch den technischen Aufbau der Anbieter mehrfach redundant gespeichert, was Datenverlust sehr unwahrscheinlich macht – perfekt für Datensicherung im Maschinenbau. Auch das direkte Teilen mit dem jeweiligen Kunden ist problemlos und zu jedem Zeitpunkt möglich. Er erhält einen Link, über den er sich die aktuellen Projektdaten direkt aus der Cloud ziehen kann. In einem digital aktiven Unternehmen kann ein aktueller Virenschutz also nur Stufe 1 einer Schutzstrategie sein.

Ganz gleich, welche Lösung zum Einsatz kommt: Zur Datensicherheit im Maschinenbau gehört zwingend auch Datenschutz. Digital weit fortgeschrittene Unternehmen realisieren diesen unter anderem durch Virenschutz und ein Sicherungssystem, das verschiedenen Nutzern unterschiedliche Nutzungsrechte einräumt – ganz im Sinne der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO). Gerade im Bereich IT-Sicherheit können vergleichsweise kleine Fehler eine große Wirkung haben: So kann eine unbedachte Handlung des Mitarbeiters, etwa das Öffnen eines „bösartigen“ E-Mail-Anhangs zum Einschleusen von Schadsoftware (Malware) führen. Eingeschränkte Nutzerrechte verhindern idealerweise, dass sich Viren oder ähnliche Schadprogramme über einen Einzelrechner hinaus über das Netzwerk im gesamten Unternehmen verbreiten. Eine Berücksichtigung der EU-DSGVO demonstriert zudem, wie wichtig ein Unternehmen die Sicherheit von Kunden und Partnern nimmt: Auf das öffentliche Bild des Unternehmens kann sich das nur positiv auswirken.