Zukunftstechnologie Augmented Reality im Einsatz

Digitale Technologien sind die Zukunft. Auch in der Industrie. Wie deutsche Unternehmen zu den Technologien stehen, bei wie vielen sie bereits im Einsatz sind und wie es generell um die Digitalisierung steht, erfahren Sie im Artikel. - Bild: Gorodenkoff Productions OU - stock.adobe.com

| von Julia Dusold
Aktualisiert am: 02. Jun. 2021

Blockchain, Augmented Reality und Big Data – sieht so die Produktion von morgen aus? Der Bitkom Research hat gemeinsam mit Tata Consultancy Services (TCS) 955 Führungskräfte in deutschen Unternehmen zum Einsatz digitaler Technologien befragt. PRODUKTION hat sich die gesamte Studie angesehen und die Kernpunkte für Sie zusammengefasst.

Wie erfolgreich sind deutsche Unternehmen bei der Digitalisierung?

Während es 2016 noch nur 70 Prozent waren, sind 2020 85 Prozent der Unternehmen offen für die Digitalisierung. 56 Prozent der Unternehmen haben sogar eine Person oder Abteilung, die bereichsübergreifend die Digitalisierung koordiniert.

Mit der Bereitschaft zur Umsetzung von digitalen Prozessen, steigen auch die Investitionen: Im Jahr 2019 haben die Unternehmen 5,9 Prozent ihres Jahresumsatzes in die Digitalisierung gesteckt. 2020 wird diese Zahl wohl noch größer ausfallen: Dreiviertel der Befragten haben ihre Investitionen aufgrund der Corona-Pandemie weiter gesteigert.

Die Folge: In den Betrieben werden immer häufiger neue, digitale Technologien eingesetzt. Während das Cloud Computing mittlerweile zum Standard geworden ist, bleiben andere wie Blockchain eher Nischen-Technologien. Doch wie steht es um den Einsatz der Zukunftstechnologien momentan? Welche werden bereits am häufigsten genutzt? Das sehen Sie in der Bildergalerie.

Das verbirgt sich hinter den Technologien

Blockchain verbinden viele hauptsächlich mit Kryptowährungen wie Bitcoin. Doch eigentlich beschreibt der Begriff ein Prinzip, um Datenbanken zu dezentralisieren und sie auf diese Weise Transparenz zu schaffen und die Informationen sicherer gegenüber Manipulation zu machen.

Dabei werden Datensätze in sogenannten Blöcken gespeichert, die dann von Tausenden, wenn nicht sogar Millionen Rechnern verifiziert und gespeichert werden. Der verifizierte Block wird dann verschlüsselt an eine Kette von Datensätzen angehängt – daher auch der Name. Auf diese Weise entstehen viele einzigartige Datensätze mit nachvollziehbaren Historien. So lassen sich digitale Transaktionen nachvollziehbar dokumentieren.

Welche Vorteile das in der Transport-Logistik hat, lesen Sie in diesem Beitrag: „Blockchain: Wie Sie sich nicht von Plattformen abhängig machen

Künstliche Intelligenz hält in vielen verschiedenen Formen und in quasi allen Abteilungen Einzug in die Unternehmen. 50 Prozent der in der Studie befragten Unternehmen halten KI für eine Schlüsseltechnologie, um in ihrer Branche wettbewerbsfähig zu sein.

Dennoch werden KI-Anwendungen noch relativ selten genutzt. Bei 13 Prozent sind solche Technologien bereits im Einsatz und bei 15 Prozent in Planung. Bei 18 Prozent wird momentan darüber diskutiert, ob ein Einsatz sinnvoll ist.

Diese Zurückhaltung könnte problematisch werden, so Dr. Kay Müller-Jones, Leiter Consulting & Services Integration bei TCS. „KI ist nicht nur irgendein Trend, sondern ein entscheidender Baustein für die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen“, berichtet er.

Wer mehr darüber erfahren möchte, was künstliche Intelligenz überhaupt ist, wie sie funktioniert beziehungsweise programmiert wird und wie sie die Welt verändert, der schaut in diesen Artikel rein:

Virtual oder Augmented Reality Anwendungen waren zunächst eher nur eine Spielerei, mittlerweile gibt es aber viele sinnvolle Anwendungen in der Industrie. Augmented Reality wird beispielsweise genutzt, um Montageanleitungen in das Sichtfeld des Mitarbeiters einzublenden. Auch bei Remote-Services kann diese erweiterte Realität hilfreich sein. Virtual Reality hingegen wird zum Beispiel genutzt, um Anlagen zu planen oder Prozesse zu simulieren.

Mehr zum Thema finden Sie unter anderem in diesem Bericht: „Wie Augmented Reality bereit für den Produktionsalltag wird“.

Robotik benötigt wohl keinerlei Erklärung. Im Zuge der vermehrten Automatisierung, hat die Zahl der Roboter deutlich zugenommen. Besonders in der Automobilindustrie und im Maschinen- und Anlagenbau sind sie bereits weit verbreitet. In der Bitkom/TCS-Studie gaben 53 Prozent der Autobauer und 47 Prozent der Maschinen- und Anlagenbauer an, bereits Roboter einzusetzen.

Einen umfassenden Überblick über die momentan aktuellen Themen der Robotik finden Sie hier: „Das sind die Top 5 Roboter-Trends 2021“.

Drohnen werden ebenfalls im Zuge der Automatisierung immer häufiger in der Industrie eingesetzt. In der Studie sind sie die einzige Technologie, die häufiger von den kleineren und mittelgroßen Unternehmen (24 und 22 Prozent gaben an Drohnen zu nutzen) eingesetzt wird und nicht von Großunternehmen (14 Prozent).

Wie sich die Flugobjekte in der Fabrik schlagen und was es zu beachten gibt, lesen Sie hier: „Wie Drohnen in der Industrie eingesetzt werden können“.

3D-Druck setzt sich mehr und mehr durch. Der erste große Hype mag zwar vorbei sein, aber Unternehmen finden immer mehr Einsatzmöglichkeiten. Sei es im Prototypenbau, der Herstellung von Ersatzteilen oder dem Leichtbau, die additive Fertigung eröffnet häufig neue Möglichkeiten.

Was Sie schon immer über additive Fertigung wissen wollten

Die additive Fertigung ermöglicht ganz neue Konstruktionsmöglichkeiten. - Bild: mari1408 - stock.adobe.com

Sie sind auf der Suche nach weiteren Informationen zum industriellen 3D-Druck? In unserem Artikel "Das sind die wichtigsten additiven Fertigungsverfahren" erhalten Sie technische Details zu den fünf am häufigsten verwendeten additiven Verfahren und zu den drei vielversprechendsten Newcomern.

Wer eher Anwendungsbeispiele sucht, um sich ein Bild davon zu machen, wo der industrielle 3D-Druck nützlich ist, der liest "Wofür die Industrie 3D-Druck am häufigsten nutzt". Eine spannende Anwendung ist übrigens der Druck von Kolben im Motorenbau ("Porsche und Trumpf drucken Kolben - Revolution im Motorenbau?").

Eine allgemeine Übersicht über Trends und Herausforderungen in der additiven Fertigung finden Sie im Beitrag "Warum die additive Fertigung in Zukunft versagen könnte".

Internet of Things (IoT) ist ein Begriff, der schon seit längerem durch die Industrie geistert, vor allem im Zusammenhang mit der Industrie 4.0. Im Grunde geht es darum, mithilfe verschiedenster Dinge (Sensoren an Maschinen, Steuerungen und Gegenständen) Daten zu sammeln und diese mithilfe des Internets mit weiteren Informationen anzureichern.

In Kombination mit KI ist das IoT besonders stark. Warum? Die Antwort finden Sie hier: „AIoT - Warum das Zusammenspiel von KI und IoT wichtig ist

Big Data und zugehörige Analytics-Lösungen werden bereits von knapp der Hälfte aller Unternehmen genutzt. Besonders Großunternehmen setzen die Methoden verstärkt ein: 70 Prozent von ihnen gaben an, damit zu arbeiten.

Übrigens, eine weiteres spannendes Zukunftsthema ist das Feld der Quantentechnologie. Auch dazu geben wir Ihnen die Möglichkeit sich zu informieren:

Quantentechnologie erklärt

Quantencomputer können Aufgaben wesentlich schneller lösen als klassische Computer. - Bild: Bartek Wróblewski - stock.adobe.com

Was ist Quantentechnologie eigentlich? Auf welchen Phänomenen der Quantenphysik basiert die Technik? Warum sind Quantentechnologien so relevant? Wie kann Deutschland Technologieführer werden? Antworten auf all diese Fragen lesen Sie im Artikel "Quantentechnologie: Warum Deutschland jetzt handeln muss".

Sie wollen lieber lesen, wie ein Quantencomputer genau funktioniert und wofür sie eingesetzt werden, dann lesen Sie unseren Zweiteiler zum Thema: "Quantencomputer Teil 1: Wie die Technik funktioniert" und "Quantencomputer Teil 2: Wo sie gebraucht werden".

Warum die Quantensensorik wahrscheinlich als erstes die Industrie erobern wird, erfahren Sie in "Warum Quantensensoren immer wichtiger werden".

Was Unternehmen aus den Ergebnissen der Studie lernen können

Die Studie nennt auch wichtige Kernaspekte, die aus den Ergebnissen der Studie resultieren:

  • Neue Technologien evaluieren, einsetzen und als Grundlage für neue Produkte/Dienstleistungen nutzen
  • Der Digitalisierung ein Gesicht geben
  • Mitarbeiter durch den digitalen Wandel begleiten
  • Vernetzen und kooperieren
  • Möglichkeiten von KI ausloten

Über die Studie

Tata Consultancy Services (TCS) und Bitkom Research beleuchten zum fünften Mal in Folge den Status Quo der digitalen Transformation deutscher Unternehmen. Befragt wurden Führungskräfte von 955 Unternehmen aller Größen (358 mit 100 bis 199 Mitarbeiter, 254 mit 200 bis 499 Mitarbeiter und 343 mit mehr als 500 Mitarbeitenden) im Mai und Juni 2020. Die gesamte Studie finden Sie hier.

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