Das Groov·tec GD Stechsystem von Walter hat bei Haigis den Praxistest bestanden. Ohne Änderungen der Prozessparameter konnte der Anwender die Werkzeugstandzeiten mehr als verdoppeln.
Redaktion ProduktionRedaktionProduktion
W_T_GD-UF4_TTG_inProcess_P_02.tifAndreas Koch
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Haigis testete das Groov·tec GD Stechsystem von Walter in der Fertigung von Kolbenoberteilen aus Nitrierstahl in Onstmettingen.
Der Prototyp lief zunächst auf einer, später aufgrund der Ergebnisse auf beiden Maschinen mit Stech-Prozessen.
Ohne Änderungen der Prozessparameter wurden die Werkzeugstandzeiten mehr als verdoppelt, zugleich sanken die Rüstzeiten und der Prozess wurde stabiler.
Die doppelt verzahnte Klemmung der GD26-Wendeschneidplatten soll Stabilität und Verschleißfestigkeit erhöhen; seit 2024 ist das System offiziell am Markt.
Die Fertigung von Waagen, Gewichten und Messsystemen hat in der Region Zollernalb Tradition. Eine Tradition, zu der auch die Haigis Gewichtefertigung GmbH in Onstmettingen gehört. Hier werden seit der Mitte des 19. Jahrhunderts Gewichte und Maschinenbauteile gefertigt, die höchsten Ansprüchen an Genauigkeit und Oberflächengüte genügen müssen. Seit über 10 Jahren setzt Haigis für seine Stech-Anwendungen auf Werkzeuge des Zerspanungsspezialisten Walter. Das machte das Unternehmen zum perfekten Partner für den Protoypen-Feldtest des neuen Groov·tec GD Stechsystems. Vom Ergebnis waren die Haigis Mitarbeiter mehr als überzeugt: Das Unternehmen war der erste Kunde überhaupt, der das Walter Groov·tec GD Stechsystem bestellt hat.
Zusammenarbeit auf Augenhöhe
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Bis zum Auftauchen der Prototypen des Systems auf dem Haigis Shopfloor, das Walter dann ein Jahr später als Start der Groov·tec GD-Produktlinie auf den Markt gebracht hat, war man bei Haigis mit der bisher eingesetzten Walter Lösung ziemlich zufrieden. Für das Stechen von relativen klein dimensionierten Kolbenoberteilen aus Nitrierstahl verwendete man das Walter GX-Stechsystem, mit durchaus überzeugenden Ergebnissen. Thomas Thiel arbeitet bei Walter als Anwendungstechniker. Er begleitet Haigis bereits seit rund 13 Jahren und kennt die Prozessbedingungen vor Ort sehr gut. Von ihm ging die Initiative aus, das mittelständische Unternehmen in den Feldtest für das innovative Groov·tec System einzubeziehen.
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„Mir war aufgefallen, dass beim Abstechen auf den Takamaz-Drehmaschinen relativ regelmäßig irgendwann der Plattensitz am Halter ausgewaschen und damit unbrauchbar geworden ist. Bei dieser Art Anwendung ist das ziemlich typisch, weil einfach sehr starke Kräfte radial und zum Teil auch axial auf die Wendeschneidplatte und den Halter auftreffen.“, erklärt Thiel. Dieses Phänomen besser in den Griff zu bekommen war eines der wichtigsten Ziele für den Entwicklungsprozess, aus dem dann die Groov·tec-Linie hervorgegangen ist. Mit einem hohen Aufkommen an Abstech-Vorgängen und der großen Erfahrung mit dem Prozess bei den Mitarbeitenden war Haigis daher ein idealer Partner beim Prototyp-Feldtest.
Stefan Letsch hat den Feldtest bei Haigis betreut. Der Maschinenbautechniker ist bei Haigis für die Arbeitsvorbereitung verantwortlich: „Die Leute an den beiden Maschinen, auf denen unsere Stech-Prozesse laufen, haben den Unterschied zum bisher genutzten System bereits nach ein paar Durchläufen bemerkt. Die waren echt enttäuscht, dass es sich erstmal um Prototypen gehandelt hat, die wir noch nicht einfach nachbestellen konnten.“ Dennoch konnten die neuen GD Wendeplatten und G5011 Stechhalter Stefan Letsch und seinem Team für weitere Langzeittests zur Verfügung gestellt werden. Das lag auch an der engen Zusammenarbeit der beiden Verantwortlichen von Produktmanagment und Vertrieb bei Walter, Markus Stumm und Joachim Schneider.
Der Unterschied ist messbar
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Für Stefan Letsch war das der erste Prototyp-Feldtest überhaupt. Eigentlich war geplant, den Prototyp des Walter Groov·tec Systems zwar im Echtbetrieb, aber nur auf einer Maschine laufen zu lassen. Die Ergebnisse waren so überzeugend, dass man auch die zweite Maschine in den Feldtest integrierte. Ohne Veränderungen der Prozessparameter konnte Haigis die Standzeiten für das Werkzeug mehr als verdoppeln. Der Prozess läuft noch deutlich stabiler als bisher, die Rüstzeiten sind gesunken – und die Bauteilqualität ist auf höchstem Niveau. Für einen Feldtest natürlich ein Traumergebnis.
Ähnliche Erfolge wie bei Haigis verzeichnet das neue Walter Groov·tec System auch bei anderen Anwendern. Ausschlaggebend für die deutlich gesteigerten Standzeiten und die herausragende Verschleißfestigkeit, die das neue System bietet, ist die Kombination von innovativer Werkzeugklemmung und den dazu passenden Tiger·tec Gold Wendeschneidplatten GD26. Die Schneideinsätze sind sowohl von oben als auch von unten doppelt verzahnt. Dadurch werden die Wendeschneidplatten sicher im Plattensitz fixiert und sind gegen das seitliche Herausdrücken geschützt. Der erhöhte Mittelzahn gibt außerdem klar vor, wie die Platte eingesetzt werden muss.
Gegenüber den marktüblichen Prismen-Klemmungen erhöht das Walter Groov·tec GD-System die Stabilität deutlich, minimiert die Abnutzung und reduziert Mikro-Vibrationen. Was das für die Lebensdauer des Stechwerkzeugs bedeutet, sieht man an den Ergebnissen des Haigis Feldtests: Die Groov·tec Systeme haben gegenüber konventionellen Systemen eine höhere Standzeit. Je nach Anwendung sind Steigerungen um bis zu 50 Prozent möglich. In Kombination mit der (optionalen) Präzisionskühlung profitieren Anwender von kürzeren Takt- und Bearbeitungszeiten, höherer Produktivität und Prozesssicherheit. Walter Groov·tec GD lässt sich für das Ein- und Abstechen sowie zum Stech- und Kopierdrehen einsetzen. Das System ist geeignet für Stechtiefen bis 26 mm und auf Drehmaschinen aller Art universell einsetzbar. Neben Präzisionsvorteilen bei anspruchsvollen Bearbeitungen bietet Groov·tec GD ideale Voraussetzungen für mannarme Fertigungen sowie Serienproduktion.
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Quelle: Walter AG
Was Sie zum Thema Groov·tec GD Stechsystem wissen müssen
Was ist das Groov·tec GD Stechsystem? – Das System von Walter ist für Ein- und Abstechen sowie Stech- und Kopierdrehen ausgelegt und arbeitet mit doppelt verzahnten GD26-Wendeschneidplatten.
Welche Standzeit erreichte das Groov·tec GD Stechsystem bei Haigis? – Haigis konnte die Werkzeugstandzeiten im Feldtest ohne Änderungen der Prozessparameter mehr als verdoppeln.
Wie funktioniert die Klemmung des Groov·tec GD Stechsystems? – Die Wendeschneidplatten sind oben und unten doppelt verzahnt und werden dadurch sicher im Plattensitz fixiert.
Für welche Stechtiefen ist das Groov·tec GD Stechsystem ausgelegt? – Das System eignet sich laut Walter für Stechtiefen bis 26 mm.
Seit wann ist das Groov·tec GD Stechsystem am Markt? – Walter brachte das System 2024 offiziell auf den Markt; bei Haigis ist es seitdem im Einsatz.