Künstliche Intelligenz verändert nicht nur Geschäftsmodelle – sie revolutioniert auch die Angriffsflächen der digitalen Welt. Sechs Trends zeigen, wo 2026 echte Sicherheitsrisiken entstehen – und welche Antworten jetzt gefragt sind.
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Künstliche Intelligenz bringt tiefgreifende Veränderungen in der IT-Sicherheit mit sich. Sechs Schlüsseltrends zeigen, welche Herausforderungen Unternehmen 2025 erwarten – und welche Maßnahmen jetzt entscheidend sind.Digital Dreamer - stock.adobe.com)
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Die rasante Entwicklung von künstlicher Intelligenz (KI),
die fortschreitende Cloud-Migration und die zunehmende Komplexität digitaler
Geschäftsmodelle stellen Unternehmen vor neue Herausforderungen. Palo Alto
Networks hat sechs zentrale Trends identifiziert, die im kommenden Jahr die
Sicherheitslandschaft maßgeblich beeinflussen werden.
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1. Das neue Zeitalter der Täuschung: Die Bedrohung durch
KI-Identitäten
Identität wird im KI-Zeitalter zur zentralen Angriffsfläche.
KI kann täuschend echte Deepfakes erzeugen, die selbst mit langjähriger
Erfahrung nicht mehr von realen Personen zu unterscheiden sind. Die Zahl der
Maschinenidentitäten explodiert und autonome Agenten agieren zunehmend ohne
menschliche Kontrolle. Besonders bedenklich: Gefälschte Identitäten können
heute automatisierte Prozesse auslösen und großen Schaden anrichten. Daher
müssen Unternehmen Identitätssicherheit als proaktiven Vertrauensanker etablieren.
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2. Die neue Insider-Bedrohung: KI-Agenten absichern
KI-Agenten werden zum unverzichtbaren Teil der
Unternehmenslandschaft und entlasten menschliche Teams. Zugleich entsteht ein
neues Risiko: Falsch konfigurierte Agenten können privilegierte Zugänge
erhalten und als ‚Insider Threat‘ missbraucht werden. Auf diese digitalen
Mitarbeiter konzentrieren sich Angreifer zunehmend, um die Kontrolle zu
gewinnen. Vor diesem Hintergrund benötigen Unternehmen spezialisierte
Sicherheitslösungen, die KI-Agenten kontinuierlich überwachen und schützen.
Denn nur wer Autonomie mit Kontrolle verbindet, bleibt widerstandsfähig.
3. Die neue Chance: Das Vertrauensproblem bei Daten lösen
‚Data Poisoning‘ entwickelt sich zur unsichtbaren Gefahr für
KI-Modelle, wenn Angreifer gezielt Trainingsdaten manipulieren. Die oft
getrennte Arbeit von Daten- und Sicherheitsteams führt zu blinden Flecken, die
Cyberkriminelle ausnutzen können und so die Integrität der KI gefährden. Um
diese Risiken frühzeitig zu erkennen und abzuwehren, sind moderne Tools für
Daten- und KI-Sicherheitsmanagement unverzichtbar. Ganzheitliche Sichtbarkeit
und ein umfassender Schutz der Datenbasis sind die Voraussetzung dafür, dass
KI-Systeme verlässlich und vertrauenswürdig bleiben. Deshalb sollten
Unternehmen Sicherheit und Datenkompetenz idealerweise auf einer gemeinsamen,
vertrauenswürdigen Plattform bündeln.
4. Die neue Verantwortung: KI-Risiko und persönliche Haftung
für Führungskräfte
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Die Haftung für Fehler von KI-Systemen rückt zunehmend in
den Fokus und wird zur persönlichen Verantwortung von Führungskräften. Der
Druck, KI schnell und umfassend einzusetzen, wächst. Doch ohne durchdachte
Sicherheitsstrategien entstehen neue Risiken, für die das Management direkt zur
Rechenschaft gezogen werden kann. Erste Gerichtsverfahren werden zeigen, wie
gravierend Versäumnisse bei Security und Governance tatsächlich sind und wie
sie die Rolle der Unternehmensführung verändern. Unternehmen müssen deshalb
nachweislich belegen, dass sie KI-Risiken aktiv und wirksam steuern. Nur so
lassen sich Innovationen vorantreiben und gleichzeitig rechtliche Sicherheit
gewährleisten.
5. Der neue Countdown: Das Quanten-Imperativ
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"KI für das Business wird vermehrt als strategische Initiativen von CIOs vorangetrieben, während bei CISOs die Absicherung von KI bisher nur teilweise im Fokus steht", sagt Andreas Schneider, CSO bei Palo Alto Networks für DACH und Osteuropa.Palo Alto Networks)
Mit dem Fortschritt der Quantencomputer wird die Gefahr
realer, dass heutige Verschlüsselungsverfahren schon in wenigen Jahren
entschlüsselt werden können. Unternehmen stehen dadurch vor der größten
kryptografischen Umstellung ihrer Geschichte und müssen ihre Systeme frühzeitig
auf ‚Post-Quantum‘-Sicherheit ausrichten. Erheblich erschwert wird die
Migration jedoch durch mangelnde Transparenz über eingesetzte Algorithmen und
die Nutzung veralteter Verschlüsselungstechnologien. Deshalb wird die
Fähigkeit, flexibel und schnell auf neue Standards umzusteigen, zum
entscheidenden Faktor für nachhaltige Sicherheit. Jetzt ist der richtige
Zeitpunkt, diesen Wandel aktiv anzugehen und die Weichen für die Zukunft zu
stellen.
6. Die neue Verbindung: Der Browser als zentraler Workspace
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Der Browser entwickelt sich zur zentralen Arbeitsumgebung
und rückt damit verstärkt in den Fokus von Cyberangriffen. Durch neue
KI-Funktionen entstehen zusätzliche Sichtbarkeitslücken, die das Risiko von
Datenlecks und Missbrauch deutlich erhöhen. Besonders kleine Unternehmen sind
dadurch verwundbar, denn bereits ein einzelner Sicherheitsvorfall kann
existenzbedrohende Folgen haben. Umso wichtiger ist es, die
Sicherheitsstrategie gezielt auf den Schutz von Daten und Prozessen direkt im
Browser auszurichten. Ein cloud-natives Zero-Trust-Modell bildet dabei die
Grundlage für einen sicheren und zukunftsfähigen digitalen Arbeitsplatz.
„In den Gesprächen mit CIOs und CISOs aus der DACH Region,
zeigt sich für mich ein sehr eindeutiges Bild. KI für das Business wird
vermehrt als strategische Initiativen von CIOs vorangetrieben, während bei
CISOs die Absicherung von KI bisher nur teilweise im Fokus steht. Shadow AI
löst Shadow IT als eine große Sicherheitsherausforderung ab und KI-Anwendungen
werden größtenteils ohne den notwendigen Schutz eingeführt“, erklärt Andreas
Schneider, CSO bei Palo Alto Networks für DACH und Osteuropa. „Die rasante
Beschleunigung von Angriffen erfordert ein Umdenken, wie wir unsere
Sicherheitsarchitekturen für die Verteidigung bauen. Machine Learning und KI
sind dabei zentral, um schnell reagieren zu können. Gleichzeitig gibt es neue
Möglichkeiten, Bedrohungen früher und schneller zu erkennen und gleichzeitig
die User Experience zu verbessern. Der Browser rückt dabei immer mehr in den
Mittelpunkt und wird zum zentralen Baustein in einer Zero Trust
Sicherheitsarchitektur.“