Hyperloop im Vakuum

Leybold treibt Hyperloop-Technologie von EuroTube voran

Mit Geschwindigkeiten von bis zu 1.000 km/h durch nahezu luftleere Röhren: Die EuroTube Stiftung entwickelt den Hyperloop der Zukunft. Leybold unterstützt das Projekt mit Vakuumtechnik, Know-how und langjähriger Erfahrung.

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Im Vakuumtunnel ist ein energiesparendes Gleiten mit Geschwindigkeiten bis zu 1.000 km/h möglich.

Mit Geschwindigkeiten von bis zu 1.000 km/h Menschen und Güter sicher, umweltfreundlich und effizient transportieren – diese Vision verfolgt die Schweizer EuroTube Stiftung mit dem Hyperloop. Voraussetzung dafür ist eine hochleistungsfähige Vakuumtechnik, die den Luftwiderstand in den Röhren drastisch reduziert. Genau hier bringt Leybold seine jahrzehntelange Erfahrung als Vakuumpionier ein.

Bewährte Partnerschaft zwischen Leybold und EuroTube

Die Zusammenarbeit zwischen Leybold und der gemeinnützigen EuroTube Stiftung besteht seit 2017 und hat sich kontinuierlich vertieft. EuroTube wurde 2019 von ehemaligen Studierenden der ETH Zürich und der EPF Lausanne gegründet, die zuvor erfolgreich an den SpaceX Hyperloop Competitions teilgenommen hatten. Heute betreibt die Stiftung einen Forschungsstandort mit Büro und Labor in Dübendorf bei Zürich und beschäftigt rund 15 Mitarbeitende. Leybold unterstützt das Projekt mit Vakuumpumpen, technischer Beratung und umfassendem Anwendungswissen.

Ursprung der Kooperation beim SpaceX-Hyperloop-Wettbewerb

Erstmals begegneten sich die Partner beim SpaceX Hyperloop Pod Contest 2017 in Kalifornien. Das Swissloop-Team der ETH Zürich überzeugte dort mit seinem Konzept und setzte sich gegen internationale Teams durch. „Nach diesem Erfolg haben wir den Studierenden direkt unsere Unterstützung angeboten“, erinnert sich Dr. Tom Kammermeier, der das Projekt bei Leybold seitdem begleitet. Die Ideen erwiesen sich als so fundiert, dass Leybold sein Engagement stetig ausbaute.

Vakuumpumpstand für die DemoTube-Testanlage

Ein Meilenstein wurde im Juli 2024 erreicht: der Baustart der Hyperloop-Testanlage „DemoTube“ im Innovationspark Zürich. Dort betreibt EuroTube einen Vakuumpumpstand von Leybold, bestehend aus RUVAC WH4400 Wälzkolbenpumpen und einer trockenverdichtenden Schraubenvakuumpumpe DRYVAC DV650. Die Anlage ist modular ausgelegt und erlaubt eine spätere Erweiterung der Pumpleistung, um unterschiedlichen Testanforderungen gerecht zu werden.

Abpumpzeit und Leckrate als Schlüsselfaktoren

Zentrale technische Herausforderungen beim Hyperloop sind die Abpumpzeit und die Leckrate der Röhren. Die Abpumpzeit bestimmt, wie schnell der Betrieb nach einer Belüftung wieder aufgenommen werden kann, während die Leckrate definiert, wie viele Pumpen notwendig sind, um den Betriebsdruck konstant zu halten. Leybold bringt hier seine Expertise aus zahlreichen Simulationen und Auslegungsberechnungen ein, die kontinuierlich an neue Rahmenbedingungen angepasst wurden.

Hyperloop als Zukunft des Hochgeschwindigkeitstransports

Das Reisen würde in den Hyperloop-Kapseln vergleichbar schnell erfolgen wie im Flugzeug.

Bewährte Vakuumtechnik für Großprojekte

Leybolds Vakuumlösungen kommen nicht nur bei EuroTube zum Einsatz. Auch Unternehmen wie Virgin Hyperloop One und Hyperloop Transportation Technologies (HTT) setzen auf Pumpsysteme aus DRYVAC- und Roots-Pumpen von Leybold. Die Systeme sind häufig containerbasiert ausgeführt und als mobile Plug-and-Play-Lösungen konzipiert, um entlang der Strecke in regelmäßigen Abständen installiert zu werden – bei maximaler Energieeffizienz und hoher Verfügbarkeit.

Ob der Hyperloop künftig Mittelstreckenflüge ersetzt oder als Alternative zu Hochgeschwindigkeitszügen dient, ist noch offen. Während einige Akteure auf Flughafen-zu-Flughafen-Verbindungen setzen, sehen andere im Hyperloop eine Lösung für überlastete Bahntrassen. Klar ist jedoch: Technisch – und vakuumtechnisch – bestehen heute keine unüberwindbaren Hürden mehr. Laut EuroTube und Leybold könnten staatliche Ausschreibungen oder Prestigeprojekte, etwa im Rahmen großer Sportereignisse, den Weg für die nächste Entwicklungsstufe ebnen.

Quelle: Leybold