Das NEOSWISS-Wechselkopfsystem von Iscar hat bei IMS Gear den Einstichprozess für Schneckenwellen stabilisiert und die Standzeit verdoppelt.
Redaktion ProduktionRedaktionProduktion
Rund 2.500 Schneckenwellen aus legiertem Stahl produziert IMS Gear pro Woche.Iscar
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Summary: IMS Gear setzt am Standort Eisenbach beim Einstechen von Schneckenwellen aus 16MnCrS5 auf das NEOSWISS-Wechselkopfsystem von ISCAR mit PENTA 17-Sonderplatte. Die Lösung wurde nach erfolgreichen Tests in die Serie übernommen und reduziert Rüstzeit sowie Bearbeitungszeit. Das Ergebnis sind doppelte Standzeit, höhere Produktivität und eine verlässlichere Maßhaltigkeit.
Die Wurzeln von IMS Gear im Schwarzwald reichen
tief – das Familienunternehmen wurde 1863 von Johann Morat in Eisenbach im
Hochschwarzwald gegründet. Das Unternehmen belieferte ursprünglich die
Uhrenindustrie mit Zahnrädern, entwickelte sich aber stetig weiter und ist
heute ein international aufgestellter und gefragter Hersteller von
Getriebetechnik. IMS Gear mit Hauptsitz in Donaueschingen hat Niederlassungen
in Deutschland, den USA, Mexiko, China, Taiwan, Südkorea sowie Japan und
beschäftigt rund 3.100 Menschen. Es versorgt hauptsächlich die Automobilbranche
mit Komponenten, Baugruppen und Getrieben, bietet aber auch Lösungen für
E-Bikes sowie Planetengetriebe für Haushaltsgräte, Gebäudetechnik, Logistik und
den Agrarbereich.
„Wir bearbeiten hauptsächlich unterschiedliche
Metalle, von Automatenstahl bis Nirosta, aber auch Kunststoff, den wir mit
selbst produzierten Werkzeugen im Spritzgussverfahren zu Zahnrädern und Gehäusen
formen“, sagt Berthold Weisser, Manufacturing Engineer bei IMS Gear am Standort
Eisenbach. „Die Losgröße reicht vom Prototyp bis zur Großserie. Unsere Kunden
erwarten neben hoher Qualität auch innovative Ideen und Flexibilität.“
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Um das sicherzustellen, arbeitet Berthold
Weisser seit mehr als 25 Jahren eng und auf Augenhöhe mit Technologierpartner Iscar
zusammen. Matthias Boss, technische Beratung und Vertrieb, kennt die Maschinen
und Prozesse bei IMS Gear ganz genau und kann dem Zerspaner so bestmöglich mit
Werkzeug, Beratung und Expertise zur Seite stehen.
„Als ich das neue Wechselkopfsystem NEOSWISS im
Katalog sah, wusste ich sofort, dass das etwas für IMS Gear und Berthold
Weisser wäre“, sagt Matthias Boss. Bei einem seiner regelmäßigen Besuche stellte
er ihm das Werkzeug vor. Das Drehsystem mit auswechselbaren Köpfen
bietet zahlreiche Einsatzmöglichkeiten, kurze Rüstzeiten und ist
bedienerfreundlich. NEOSWISS besteht aus einem Schaft und sechs Werkzeugköpfen
für alle typischen Anwendungen wie Drehen, Ab- und Einstechen, Gewinde- oder
Stechdrehen. Sie werden benutzerfreundlich mit nur einer Schraube im Schaft
befestigt. Dank Klemmmechanismus und Vierpunktanlage sitzen sie fest und
sicher. „Das modulare System weckte gleich mein Interesse“, erzählt Berthold
Weisser. „Wir waren schon länger mit dem Einstichprozess bei einem unserer
Dauerläufer unzufrieden.“
Bild 2: Berthold Weisser, Manufacturing Engineering bei IMS Gear (li.), und Matthias Boss, technische Beratung und Vertrieb bei Iscar, besprechen den Einsatz des Stechwerkzeugs.Iscar
Konkret ging es um eine Schneckenwelle, die in Parksperren
von Autos eingesetzt wird. Rund 2.500 Stück produziert das Team um Berthold
Weisser pro Woche. Die 76 Millimeter lange und an der breitesten Stelle 13
Millimeter durchmessende Komponente besteht aus legiertem Stahl 16MnCrS5. Basis
sind Drei-Meter-Stangen mit einem Durchmesser von 14 Millimetern, mit denen
Stangenlader die Langdreher füttern. Darin wird das komplexe Bauteil mit einem
NEOSWISS-Werkzeug von Iscar längsgedreht, es besitzt einen circa zehn
Millimeter Vierkant, der mit einem sechsschneidigen MULTIMASTER-Fräser
gefertigt wird, mehrere Ansätze und zwei Einstiche. „Und genau die bereiteten
mir Bauchschmerzen“, sagt Berthold Weisser. Denn das bisher eingesetzte
zweischneidige Werkzeug eines Marktbegleiters lieferte nicht die gewünschten
Ergebnisse. „Wir mussten immer zwei Mal mit dem Werkzeug rein, um die Breite
von 0,77 Millimeter zu erreichen, für die Fasen an den Kanten der Einstiche
benötigten wir ein zusätzliches Werkzeug, die Maßhaltigkeit war nicht
durchgängig gegeben, und schon nach 2.000 Teilen mussten wir die Schneide
wechseln“, zählt der Zerspaner auf. „Zu allem Überfluss war der
Schneidenwechsel für den Bediener nicht angenehm und dauerte obendrein auch
noch lang.“
Matthias Boss schlug für diese Anwendung den
NEOSWISS mit Wechselkopf für die fünfschneidige Wendeschneidplatte PENTA 17 mit
einer Schnittbreite von 0,7 Millimetern vor. Statt des Standards sollte bei IMS
Gear eine Sonderplatte zum Profilstechen zum Einsatz kommen, mit der Berthold
Weisser Öffnung und Phasen in nur einem Stich einbringen kann. Der
Schneidenwechsel geht mit der PENTA 17 schnell und bedienerfreundlich. Der Anwender
entnimmt nur den Werkzeugkopf, dreht die PENTA 17-Platte außerhalb der Maschine
eine Schneide weiter und setzt den Kopf wieder ein. Das anschließende Einmessen
entfällt, da die Wiederholgenauigkeit des Kopfs bei 0,05 Millimetern liegt und
sich die Position der Grundhalter nicht verändert. „Ich war sofort begeistert
und stimmte Tests auf unseren Maschinen zu“, sagt Berthold Weisser.
Die Lösung: Der modulare NEOSWISS mit eine PENTA 17-Sonderplatte.Iscar
In der Serie produktiver
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Die Probeläufe überzeugten und IMS Gear
übernahm die Lösung in den Serienbetrieb. Das Team kann damit schneller als zuvor
und mit deutlich längerer Standzeit einstechen. Der Schneidenwechsel läuft
bedienerfreundlich und praktisch ohne Rüstzeit. Der Werker entnimmt den
Werkzeugkopf mit der zu tauschenden Schneide und setzt einen neuen ein, der
bereits an der Maschine bereitliegt. „Ein anschließendes Einmessen entfällt und
die Rüstzeit reduziert sich praktisch auf null“, sagt Matthias Boss. „Außerdem
kann IMS Gear jetzt für einen besseren Spanbruch und eine leichtere
Spanevakuierung auch die Hochdruckkühlung einsetzen.“ Zudem spart IMS Gear pro
Bauteil etwa zwei Sekunden ein. „Das klingt erstmal nach nicht viel, aber bei
2.500 Stück pro Woche kommt da mehr als eine Stunde zusammen“, rechnet Boss
vor. Berthold Weisser ist voll zufrieden mit der Zusammenarbeit mit Iscar und
der neuen Lösung: „Pro Schneide fertigen wir jetzt 4.000 Wellen, das sind
doppelt so viele wie vorher“, freut sich Berthold Weisser. „Die fünf Schneiden
der PENTA 17 schaffen locker 20.000 Teile. Das heißt, wir können pro
Schneideinsatz zwei Monate lang prozesssicher und ohne Schwankungen in der
Maßhaltigkeit produzieren.“