Wie Physical AI die industrielle Produktion verändert
Physikalische KI kann helfen, Standortnachteile in Hochlohnländern auszugleichen. Das gilt vor allem für die nächste Stufe der Embodied AI und lernende humanoide Roboter. Vorreiter wie Schaeffler zeigen, dass sich Physical AI in der Produktion rechnet.
Daniela HoffmannDanielaHoffmann
Physical AI soll neue Automatisierungspotenziale erschließen, Produktionskosten senken und Hochlohnstandorte stärken. Vorreiter wie Schaeffler erproben die Technologie bereits in der Produktion.Schaeffler
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Summary: Schaeffler, Fraunhofer IPA und Synapticon sehen Physical AI als Schlüsseltechnologie für europäische Produktionsstandorte. Lernende Maschinen, KI-basierte Robotik und humanoide Systeme sollen Fachkräftemangel und Standortnachteile ausgleichen. Voraussetzung sind verfügbare Produktionsdaten, geeignete IT-Strukturen und neue Sicherheitskonzepte.
„Das Thema physische KI ist für Schaeffler in vielerlei
Hinsicht eine Schlüsseltechnologie, deren breiter und zielgerichteter Einsatz
ein wichtiger Faktor für unsere Wettbewerbsfähigkeit ist“, sagt Roberto Henkel,
Senior Vice President Digitalization & Operations IT bei Schaeffler. Man
sei der festen Überzeugung, dass physische KI (Physical AI) die Art und Weise
der Wertschöpfung in den über hundert Produktionswerken verändern, und zugleich
ein wichtiger Differenziator sein wird. Darüber hinaus sieht Schaeffler das
Thema aber auch als neues Geschäftsfeld. Im Umfeld der humanoiden Robotik
positioniert sich das Unternehmen nicht nur als Lieferant hocheffizienter und
intelligenter Schlüsselkomponenten wie integrierter linearer und rotatorischer
Aktoren, sondern setzt humanoide Systeme auch in eigenen Werken ein. Dafür
wurden bereits eine Reihe strategischer Partnerschaften geschlossen.
„Durch die Automatisierung mit KI-basierter humanoider
Robotik lassen sich die Produktionskosten sehr kompetitiv gestalten. Unternehmen
können wieder manuelle Tätigkeiten in der Fabrik haben, ohne dass es sich im
Wertschöpfungsbeitrag negativ niederschlägt. Damit entfällt im Prinzip der
bisherige Standortnachteil an Hochlohnstandorten“, meint Simon Fischinger, CEO
der Synapticon GmbH, einem Anbieter für industrielle Bewegungssteuerung.
Embodied AI bringt
Intelligenz in Systeme
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Im Kontext von Physical AI gebe es im Maschinen- und
Anlagenbau bereits eine ganze Bandbreite von Anwendungen, konstatiert Marco
Huber, Scientific Director Digitalization and Artificial Intelligence beim
Fraunhofer IPA. Dazu gehöre der Einsatz von KI-basierter Robotik, Stichwort
„Griff in die Kiste“, oder die kamerabasierte Qualitätsprüfung. „Bei Embodied
AI kommt zusätzlich hinzu, dass das System durch die Interaktion mit dem
Prozess, mit der Maschine oder auch mit den Menschen weiter lernt“, sagt der Fraunhofer-Experte.
Damit ließen sich jetzt Regelkreise aufschließen, um Prozesse zu regeln, zu
steuern und zu optimieren, indem das System kontinuierlich weiterlernt. Zwar
beschäftigen sich die großen Unternehmen, vor allem in der
Automobilzulieferbranche, bereits mit Physical AI. Bei den kleinen
mittelständischen Unternehmen nehme werde es „zunehmend dünner“, mangels
Kapazitäten und Experten-Teams für das Thema KI. Dennoch könnten gerade KMU von
der Technologie profitieren, ist sich Huber sicher, insbesondere, wenn im
Verbund mit Unis, Forschungseinrichtungen und gleichgesinnten Partnern
vorgegangen werde.
Physical AI auf dem Maschinenbau-Gipfel
Die nächste Stufe der Digitalisierung ist nicht nur Software, sondern intelligente, lernfähige, physisch handelnde Systeme. Robotik, autonome Maschinen, humanoide Systeme und KI-gestützte Automatisierung verändern die Spielregeln in Fabrik und Service.
Die Session 2 beleuchtet auf dem Maschinenbau-Gipfel, wie „Physical AI“ den Maschinenbau vom reinen Ausrüster zum Anbieter intelligenter Systeme machen kann.
Mit dabei sind unter anderem:
Prof. Thomas Bauernhansl, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung IPA
Die Idee von Embodied AI besteht im Grunde darin, die
bisherige Nutzung von KI noch einen Schritt weiterzutreiben. Ein Beispiel: Beim
Schneiden von Blechen mit Lasermaschinen sei KI auf Basis von Bilderkennung der
Schnittkanten in der Lage, die Qualität einer Kante zu bewerten und damit
manuelle Prüfungen abzulösen. „Im nächsten Schritt wäre es dann ideal, wenn es
gar keine schlechte Kante mehr gibt, indem sich die KI an die
Materialeigenschaften adaptiert, die Prozessparameter einstellt oder Vorschläge
macht, wie Maschinenparameter wie Laserleistung oder Vorschubgeschwindigkeit
für eine perfekte Kante eingestellt werden könnten“, berichtet Huber aus einem
gemeinsamen Forschungsprojekt mit dem Lasermaschinenhersteller Trumpf.
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Maschinenbauer können
Embodied AI in ihre Produkte bringen
Immer mehr Produkte von Maschinen- und Anlagenbauern könnten
so zu Embodied AI werden. Statt KI nachträglich als Stück Software an die
Maschine „anzuflanschen“, müsse sie zum integralen Bestandteil werden und
zentrale Aufgaben in der Steuerung übernehmen, glaubt Marco Huber. „Wenn KI so
eine zentrale Rolle einnimmt, dann muss grundsätzlich die klassische
Automatisierungspyramide, die man im Maschinenanlagenbau findet, hinterfragt
werden. In der Folge könnte es sein, dass man Aspekte wie klassische SPS nicht
mehr benötigt und diese Aufgaben über Software löst“, merkt Huber an.
Auch
Grafikkarten könnten direkt in die Maschinen wandern. „Wenn eine Maschine über
die Zeit lernen kann und wie ein erfahrener Maschinenbediener Kompetenz
aufbaut, kann dieses KI-Modell mit dem Prozessverständnis als Dienst veräußert
werden“, sagt Huber. Das sei etwa für Instandhaltungsaufgaben interessant.
„Wir sind an einem Punkt angekommen, an dem der Fokus auf
Mechanik und SPS-Programmierung nicht mehr ausreicht, sondern die Maschine zu
einem sehr Software-lastigen System wird“, glaubt auch Simon Fischinger. KI
biete heute die Möglichkeit, nahezu ohne Programmierung Software zu erstellen.
„Diese Chance sollte der Maschinenbau in Deutschland nutzen“, rät der KI-Experte.
Auch Predictive Maintenance könnte perspektivisch mit KI und Large Language
Models (LLM) deutlich beherrschbarer werden. Er geht davon aus, dass es bald
einfacher wird, Modelle zu nutzen, um Erkenntnisse aus einer hohen Anzahl von
Datenpunkten wie etwa Messwerten zu ziehen. Es sei zudem wichtig, dass
Maschinen- und Anlagenbauer ihre Softwareinfrastruktur so vorbereiten, dass
KI-basierte Maschinen damit interagieren können. Dazu gehören offene
Schnittstellen für maschinengerechte Kommunikation, an die Roboter sich
anschließen und im Schwarm beispielsweise verstehen können, welche Anlage Hilfe
braucht, wenn eine Warnlampe blinkt.
Zulieferer müssen
Physical-AI-ready werden
„Wir geben der künstlichen Intelligenz, die zunächst als
Software in der digitalen Welt existiert, einen Zugang zur physischen Welt,
indem wir sie gewissermaßen verkörpern“, nennt Roberto Henkel seine Definition
für Embodied AI. Das könne in Form eines humanoiden Roboters geschehen, aber
auch in Systemen, in denen KI mit der Physik in der realen Produktion
interagiert: etwa in smarten Maschinen. Ist Embodied AI also ein echter Ansatz
in der Praxis doch nur ein Hype? „Physical AI ist der Enabler, um das nächste
Level von Automatisierungspotenzialen zu erschließen, die bisher nicht
realisierbar waren. Vor dem Hintergrund von Fachkräftemangel wird Physical AI
künftig an den richtigen Stellen ein wichtiger Hebel für die
Wettbewerbsfähigkeit sein“, ist sich Henkel sicher.
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Ein gutes Beispiel dafür sind beispielsweise Sicht- und
Prüfarbeitsplätze in der Produktion. Der Arbeitsschritt besteht zum einen aus
der Haptik, also der Handhabung und Positionierung des Bauteils, sowie einer
visuellen Kontrolle von vielen Charakteristiken, für die heute menschliche
Hände, Augen und Gehirn nötig sind. „Das geht weit über klassische mechanische
Automatisierung hinaus und ist nur mit Physical AI möglich“, so Henkel. Er
empfiehlt Unternehmen, sich konkret auf der technischen Ebene mit dem Thema zu
beschäftigen, um es zu verstehen. Das könnte künftig wettbewerbsentscheidend
werden: Zulieferer müssten sich die Frage stellen, wie sie ihre teils
mechanischen Komponenten und Produkte Physical-AI-ready machen, damit ihre
Kunden diese künftig in mit physikalischer KI optimierte Gesamtmodelle
integrieren können.
Wie immer bei KI:
Daten, Daten, Daten
Nachholbedarf gibt es vor allem beim Thema Semantic Layer,
also die Daten semantisch zu verstehen und in einer Datenontologie nutzbar zu
machen, meint Fischinger. Je mehr (Sensor-)Daten vorlägen, desto besser für die
KI-Modelle. „Maschinenbauer, die sich hier schnell integrieren, werden es dann
am leichtesten haben, Maschinen in diesem neuen Markt zu verkaufen. Denn es
wird perspektivisch sehr einfach werden, eine Fabrik mit dieser neuen
Technologie als Gesamteinheit zu bauen“, folgert Fischinger.
In der Praxis sind viele Unternehmen jedoch nicht auf KI
vorbereitet. „Wir stellen häufig fest, dass die IT-Grundlagen nicht gegeben
sind. Es sind zwar Daten vorhanden, häufig jedoch in schwer zugänglichen Silos.
Jenseits einzelner Prototypen müssen KI-Systeme jedoch für den produktiven
24/7-Einsatz permanent auf Daten aus dem Fertigungsprozess zugreifen können“,
stellt Marco Huber fest.
Stichwort Industrial IoT: Voraussetzung ist, dass alle
Daten, die in der Fertigung anfallen, in einem zentralen Repository
beispielsweise in der Cloud gespeichert werden. Um beispielsweise statt in
einer End-of-Line-Prüfung schon innerhalb des Herstellungsprozesses
Qualitätsaussagen zu bekommen, müssten Prozessdaten, Kräfte, Geschwindigkeiten,
Temperaturen und weitere Datenpunkte zugreifbar sein, um jeweils auf die
Qualität im aktuellen Fertigungsstadium rückschließen zu können. Damit lasse
sich Zeit und Geld sparen.
KI muss die reale
Welt anhand von Daten begreifen
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„Physical AI in der virtuellen Welt ermöglicht, weit über
die klassische Simulation hinauszugehen und den ‚Sim to Real Gap‘, die Lücke
zwischen Simulation und Realität, deutlich zu reduzieren“, stellt Roberto
Henkel klar. Heute werde in der Regel beispielsweise ohne physikalische
Gesetzmäßigkeiten, ohne Reibung und ohne Toleranzen in den Bauteilen simuliert.
Physical AI unterscheide sich von der klassischen Simulation durch die
Abbildung der realen physischen Gegebenheiten, deshalb müsse geklärt werden,
wie die nötigen digitalen Fähigkeiten aufgebaut und der Datenkreislauf bis
hinein in die physische Welt der Produktion geschlossen werden.
„Das bedeutet,
Daten aus der eigenen Produktion zu sammeln, die zum Beispiel weit über
Statusinformationen von Anlagen hinausgehen und den tatsächlichen Zustand des
Fertigungssystems widerspiegeln“, so der Senior Vice President Digitalization & Operations IT. Die wichtigste
Hausaufgabe laute also: Überhaupt erst einmal die eigene Produktion zu
befähigen, Daten zu liefern. Dazu gehört auch, Bild- und Videodaten zu erheben,
um beispielsweise spezifische KIs wie Vision Language Action Modelle zu
trainieren, die Bewegungsabläufe verstehen.
Szenarien für
Physical AI, die sich rechnen
Doch wo können Maschinenbauer heute bereits wirtschaftlichen
Nutzen aus lernfähiger KI ziehen? „Physical AI lohnt sich bereits heute, etwa
in der Logistik durch Autonome Mobile Roboter, durch Dual-Arm-Automatisierung
an Montageanlagen oder beim Beladen von Maschinen“, ist sich Henkel sicher. Aus
seiner Sicht sollte Physical AI zunächst in einfachen Anwendungen der
Automatisierungstechnik eingeführt werden und sich mit zunehmendem Reifegrad
schrittweise auf die Inbetriebnahme komplexer Anlagenszenarien ausweiten. Hier,
wo Simulation und Training mit der physischen Inbetriebnahme auf dem Shopfloor
zusammentreffen, liege ein zentraler weiterer Use Case mit einem guten ROI.
Denn damit ließen sich Roboterprogramme und Maschinensteuerungen bereits
deutlich früher programmieren und potenzielle Fehler eliminieren, um die
Inbetriebnahme von jetzt typischerweise mehreren Monaten auf wenige Wochen oder
sogar Tage zu reduzieren.
Aus Sicht von Huber lässt sich vergleichsweise zügig ein ROI
im Bereich Qualitätsprüfung erreichen: Ein Szenario, das bereits in vielen
Fällen ausgereift und gerade als eher isolierte Funktionalität am schnellsten
umsetzbar ist. Hier sei der Hardwareaufwand nicht so hoch, häufig reichten eine
Kamera und Beleuchtung zu überschaubaren Kosten. Rund 60 Prozent der
KI-Projekte beschäftigen sich damit, gefolgt von Robotik für
Pick-and-Place-Aufgaben. „Auch das Thema mobile Robotik wird trotz höheren
Hardware-Investments derzeit etwas stärker“, berichtet Huber aus der Praxis.
Den Einsatz von humanoider Robotik sieht Fischinger vor
allem dort, wo es ein relativ gleichbleibendes Produktionsvorgehen gibt und für
das Machine Tending derzeit Menschen im Einsatz sind. „Es ist heute schon
möglich, mit KI-Systemen durch Training ohne fixe Programmierung solche
gleichgearteten Abläufe abzubilden: Das zeigen erste Praxiseinsätze und Piloten
in der Autoindustrie“, berichtet Fischinger. In der Praxis seien sowohl
Varianten mit Rädern, als auch mit Beinen zu sehen, die grundsätzlich aus einer
Plattform mit zwei Armen und – in Abgrenzung zu vorprogrammierten Robotern –
einem selbstlernenden System bestehen.
Eine echte Herausforderung ist das Thema Sicherheit bei
selbstlernenden Systemen in der Produktion. „Das ist eine komplett neue Ebene
an funktionaler Sicherheit, die jetzt benötigt wird und die traditionelle
Safety-Konzepte nicht abdecken“, konstatiert Fischinger. Humanoide und mobile
Robotik könne nur dann effizient und sicher funktionieren, wenn Menschen in der
Interaktion nicht gefährdet werden. Das Ziel sei deshalb, mit einer Art
„Sicherheitsgehirn“ Funktionalitätssicherheit zu generieren – und zwar ohne den Roboter
abzuschalten.
Greifen, Stecken,
Schrauben: Robotik wird feinfühlig
Humanoide Robotik sei zwar bereits für viele größere Maschinenbauer
spannend, jedoch ist die Technologie noch teuer und nicht ausreichend
industriestabil, meint Huber: „Die Betriebsstunden, die man von solchen
Systemen erwartet, sind noch lange nicht auf dem Niveau, wie man das von den
klassischen Industrierobotern gewohnt ist“, so der Experte. Es sei jedoch davon
auszugehen, dass diese Einschränkungen bald überwunden werden.
In einer
Fraunhofer IPA-Studie aus dem letzten Jahr nannten die befragten Unternehmen
als potenzielle Einsatzszenarien für die Humanoiden den Materialtransport in
der Intralogistik und das Maschinenbeladen und -entladen. Auch beim Greifen von
komplexen Objekten beispielsweise in der Montage, dem Stecken von Kabeln oder
Montieren von Schrauben, für das heute noch eine feinfühlige Hand nötig ist,
könnten Humanoide Roboter künftig punkten. Ob dafür immer Beine nötig sind, die
viel zu Komplexität und Kosten beitragen, sei fraglich.
Eine Hürde ist vor allem die Sicherheit. „Beim Thema Safety
spielt der EU AI Act mit der Maschinenverordnung zusammen. Sobald die KI
Safety-Funktionen übernimmt, entsteht ein hoher Compliance-Aufwand um den
Sicherheitsnachweis für das KI-System zu erbringen“, konstatiert Huber. Wenn
(humanoide) Roboter außerhalb von Sicherheitskäfigen mit Menschen arbeiten,
müsse zertifizierte Sicherheit bereits in der Aktorik (Antriebsebene)
integriert sein, konstatiert Fischinger, dessen Unternehmen für seine Lösung
Positron Safety AI dazu vor kurzem auf der Automate in Chicago mit einem
Innovationspreis ausgezeichnet wurde.
Die „Humanen“ warten
auf den nächsten KI-Durchbruch
„Die Herausforderung ist die KI selbst, weniger das
mechatronische System, auf dem sie läuft. Mit Blick auf eine generelle
Intelligenz steht man noch relativ am Anfang, denn die Vision Language Action
Modelle, die aktuell stark eingesetzt werden, werden trotz einiger
beeindruckender Ergebnisse voraussichtlich keine langfristige Antwort auf die
Herausforderungen sein“, konstatiert der Synapticon-CEO. Denn für humanoide
Roboter, die eigenes „Reasoning“ haben, um ohne jeweilige Anleitung beliebige
Aufgaben in der Fabrik zu erledigen, sind sogenannte Weltmodelle nötig. Wann
hier der Durchbruch kommt, lässt sich schwer vorhersagen. Doch auf dem letzten Maschinenbau-Gipfel
waren sich Experten und Expertinnen unter anderem von Mercedes Benz einig: Wenn
es passiert, wird das Thema „durch die Decke gehen“.
„Die Datenqualität, über die wir jetzt nachdenken müssen,
ist die Datenqualität, bei der die Daten, die wir erfassen, auch die
Wirklichkeit repräsentieren“, nennt Roberto Henkel eine zentrale
Herausforderung. Es werde eine Art Weltmodell zumindest für einen abgegrenzten
Anwendungsfall benötigt, damit das System mit hoher Flexibilität selbstständig
arbeiten kann und bewegungsfähig ist. Datenqualität ist der Schlüssel dazu.
FAQ zu Physical AI in der Industrie
• Was bedeutet Physical AI in der Produktion? – Physical AI verbindet künstliche Intelligenz mit Maschinen, Robotern und realen Produktionsprozessen.
• Wo rechnet sich Physical AI bereits heute? – Wirtschaftliche Anwendungen bestehen unter anderem in der Qualitätsprüfung, der mobilen Robotik, der Maschinenbeladung und der Montageautomatisierung.
• Warum kann Physical AI Hochlohnstandorte stärken? – KI-basierte Automatisierung kann manuelle Tätigkeiten wirtschaftlicher abbilden und Auswirkungen des Fachkräftemangels reduzieren.
• Welche Daten benötigt Physical AI? – Erforderlich sind zugängliche Sensor-, Prozess-, Bild- und Videodaten, die den tatsächlichen Zustand eines Fertigungssystems abbilden.
• Welche Hürden bestehen bei Physical AI? – Zu den zentralen Herausforderungen gehören IT-Infrastruktur, Datenqualität, industrielle Stabilität, funktionale Sicherheit und regulatorische Nachweise.