Die Unternehmensinsolvenzen in Deutschland steigen deutlich: Im ersten Halbjahr 2026 wurden 9.557 Fälle registriert. Besonders auffällig ist der wachsende Anteil etablierter Firmen.
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Stuttgart, Deutschland - 8. September 2022: Insolvent auf Stempel Symbolbild Insolvenz Bankrott Schulden Finanzen und Wirtschaft Geld Krise als Business Konzept in Stuttgart, Deutschland.Markus Mainka - stock.adobe.com
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Summary: Dun & Bradstreet zählt im ersten Halbjahr 2026 in Deutschland 9.557 Unternehmensinsolvenzen und damit 15,8 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Besonders häufig betroffen sind inzwischen Unternehmen, die seit mehr als zehn Jahren bestehen. Setzt sich das Tempo fort, könnten 2026 insgesamt 19.000 bis 20.000 Insolvenzen erreicht werden.
Warum steigen die Unternehmensinsolvenzen so stark?
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Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland hat im ersten Halbjahr 2026 den höchsten Stand der vergangenen fünf Jahre erreicht. Insgesamt wurden 9.557 Fälle registriert. Im ersten Halbjahr 2025 waren es noch 8.253. Das entspricht einem Anstieg um 15,8 %. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2022 hat sich die Zahl der Firmenpleiten verdoppelt.
Die Zahlen stammen aus einer aktuellen Analyse von Dun & Bradstreet. Rechnerisch meldeten im ersten Halbjahr 2026 täglich 53 Unternehmen Insolvenz an. Im Jahr 2022 waren es durchschnittlich noch 26 pro Tag. Sollte sich das Tempo in der zweiten Jahreshälfte fortsetzen, könnte die Gesamtzahl 2026 auf 19.000 bis 20.000 steigen. Im Gesamtjahr 2025 waren 17.100 Insolvenzen verzeichnet worden.
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„Die Ursachen für den Anstieg der Insolvenzen liegen in einer Kombination aus anhaltend schwachem Wachstum, hohen Energie- und Lohnkosten sowie einer gedämpften Nachfrage", sagt Dirk Radetzki, Senior Vice President, Global Transformation & Business Development bei Dun & Bradstreet Deutschland. „Hinzu kommen die Nachwirkungen der zuvor hohen Zinsen und anhaltende geopolitische Unsicherheiten."
Warum trifft die Insolvenzwelle etablierte Unternehmen?
Auffällig ist eine Verschiebung hin zu älteren Unternehmen. Firmen, die bereits seit mehr als zehn Jahren am Markt aktiv sind, bilden inzwischen das größte Segment unter den Insolvenzen. Auf diese Gruppe entfallen 3.227 Fälle und damit 33,8 % aller Unternehmensinsolvenzen.
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Vor fünf Jahren lag der Anteil noch bei rund 29 %. Junge Unternehmen mit einem Alter von bis zu drei Jahren kommen dagegen lediglich auf einen Anteil von 17,4 %.
Viele etablierte Betriebe haben ihr Geschäftsmodell unter deutlich anderen Kosten- und Finanzierungsbedingungen aufgebaut. Gleichzeitig stehen sie vor strukturellen Umbrüchen wie Digitalisierung, Energiewende und Fachkräftemangel. Gerade diese Unternehmen stellen traditionell einen großen Teil der Beschäftigung und Wirtschaftsleistung im deutschen Mittelstand.
Insolvenzen steigen in fast allen Bundesländern
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Auch regional zeigt sich die Entwicklung auf breiter Front. Wie aus der Mitteilung von Dun & Bradstreet hervorgeht, nahmen die Insolvenzzahlen in 15 der 16 Bundesländer zu. Lediglich Thüringen verzeichnete mit einem Minus von 2,3 % einen Rückgang.
Den stärksten prozentualen Zuwachs meldete Bremen mit 40,9 %, gefolgt von Brandenburg mit 30,2 %, Schleswig-Holstein mit 28,9 % und Hamburg mit 28,6 %.
Bei den absoluten Fallzahlen liegt Nordrhein-Westfalen mit 2.211 Insolvenzen vorne. Es folgen Bayern mit 1.417 und Baden-Württemberg mit 1.097 Fällen.
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Welche Branchen melden besonders viele Insolvenzen?
Die Branchenanalyse zeigt deutliche Unterschiede. Die höchsten Fallzahlen verzeichnet das Handwerk mit Schwerpunkt Ausbaugewerbe mit 836 Insolvenzen. Dahinter folgen der Großhandel mit 728 Fällen, die Unternehmens- und Steuerberatung mit 663 sowie das Gastgewerbe mit 656 Insolvenzen.
Bei der prozentualen Entwicklung sticht die Telekommunikationsbranche mit einem Plus von 60 % hervor. Im Bergbau erhöhten sich die Fallzahlen um 50 %, während das Gastgewerbe einen Anstieg von 21 % verzeichnete. Laut Analyse deutet diese Entwicklung auf strukturelle Schwächen in mehreren Bereichen der deutschen Wirtschaft hin.
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„Mehrere Jahre schwachen Wachstums haben die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit vieler Unternehmen spürbar ausgehöhlt", ordnet Dirk Radetzki ein. „Das zeigt sich besonders deutlich in exportorientierten Sektoren, die dem internationalen Wettbewerbsdruck und einer verhaltenen Investitionsbereitschaft derzeit am stärksten ausgesetzt sind."
Quelle: Pressemitteilung Dun & Bradstreet
FAQ zu Unternehmensinsolvenzen in Deutschland
Wie viele Unternehmensinsolvenzen gab es im ersten Halbjahr 2026? – Dun & Bradstreet registrierte 9.557 Fälle. Das waren 15,8 % mehr als im ersten Halbjahr 2025.
Welche Unternehmen sind von Unternehmensinsolvenzen besonders betroffen? – Unternehmen mit mehr als zehn Jahren Marktpräsenz bilden mit 3.227 Fällen beziehungsweise 33,8 % inzwischen das größte Segment.
Wie könnten sich die Unternehmensinsolvenzen 2026 entwickeln? – Bei unverändertem Tempo könnte die Gesamtzahl im Jahr 2026 auf 19.000 bis 20.000 Fälle steigen.
Welche Branchen verzeichnen besonders viele Unternehmensinsolvenzen? – Die höchsten Fallzahlen meldeten das Handwerk mit Schwerpunkt Ausbaugewerbe mit 836 und der Großhandel mit 728 Insolvenzen.
Wo steigen die Unternehmensinsolvenzen regional besonders stark? – Prozentual waren die höchsten Zuwächse in Bremen mit 40,9 %, Brandenburg mit 30,2 %, Schleswig-Holstein mit 28,9 % und Hamburg mit 28,6 % zu beobachten.