KI und Löhne in Deutschland

KI und Löhne: Was Unternehmen bis 2031 erwarten

KI und Löhne entwickeln sich aus Sicht vieler Unternehmen nicht unabhängig voneinander. Eine ifo-Umfrage zeigt: Vor allem für Beschäftigte mit wenig Berufserfahrung werden sinkende Gehälter erwartet.

Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz könnte sich nach Einschätzung vieler Unternehmen auf die Lohnentwicklung auswirken. Besonders bei Beschäftigten mit wenig Berufserfahrung werden sinkende Gehälter erwartet.

Summary: Mehr als 3.000 KI-nutzende Unternehmen in Deutschland wurden im Juni 2026 vom ifo Institut zu KI und Löhnen befragt. Viele erwarten in den kommenden fünf Jahren sinkende Löhne, besonders bei Beschäftigten mit wenig Berufserfahrung. Bei Höherqualifizierten mit längerer Berufserfahrung werden dagegen häufiger auch positive Lohneffekte für möglich gehalten.

Wie beeinflusst KI die Löhne aus Sicht der Unternehmen?

Viele Unternehmen in Deutschland rechnen damit, dass der Einsatz Künstlicher Intelligenz in den kommenden fünf Jahren eher zu sinkenden Löhnen führen wird. Das geht aus einer aktuellen Umfrage des ifo Instituts hervor. Besonders betroffen könnten nach Einschätzung der befragten Unternehmen Arbeitskräfte mit weniger als fünf Jahren Berufserfahrung sein.

Etwa jedes zweite Unternehmen, das KI bereits einsetzt, erwartet für diese Gruppe niedrigere Löhne. Bei Beschäftigten mit mindestens fünf Jahren Berufserfahrung rechnen rund 40 % mit Lohnkürzungen. Gleichzeitig erwartet – abhängig von der Qualifikation der Beschäftigten – ein Drittel bis die Hälfte der Unternehmen stabile Löhne.

„Künstliche Intelligenz wird aus Sicht vieler Unternehmen die Löhne nicht für alle Beschäftigten gleichermaßen beeinflussen“, sagt ifo-Forscherin Anna Ruffert. „Am ehesten rechnen sie bei weniger erfahrenen Arbeitskräften mit sinkenden Löhnen.“

Dienstleister erwarten besonders häufig sinkende Löhne

Die Erwartungen unterscheiden sich zwischen den Branchen. Am häufigsten rechnen Dienstleister mit sinkenden Löhnen. Bei Beschäftigten mit kurzer Berufserfahrung liegt der Anteil bei 53,3 %, bei Arbeitskräften mit längerer Berufserfahrung bei 44,2 %.

Im Handel erwarten 47,9 % der Unternehmen sinkende Löhne bei Beschäftigten mit kurzer und 41,3 % bei Beschäftigten mit längerer Berufserfahrung. Im Verarbeitenden Gewerbe liegen die Werte bei 46,5 % beziehungsweise 38,9 %.

Bauunternehmen gehen seltener von sinkenden Löhnen infolge des KI-Einsatzes aus. Hier liegen die Anteile bei 39 % für Beschäftigte mit kürzerer Berufserfahrung und bei 31,3 % für Arbeitskräfte mit längerer Berufserfahrung. Diese Angaben beziehen sich auf Beschäftigte ohne (Fach-)Hochschulabschluss.

Welche Rolle spielt die Qualifikation bei KI und Löhnen?

Bei Beschäftigten mit einem (Fach-)Hochschulabschluss verändern sich die Erwartungen hinsichtlich sinkender Löhne kaum. Gleichzeitig sehen die befragten Unternehmen bei diesen Arbeitskräften häufiger Chancen auf steigende Gehälter. Das gilt insbesondere in Kombination mit längerer Berufserfahrung.

Für Beschäftigte mit Hochschulabschluss und längerer Berufserfahrung erwarten 26 % der Unternehmen einen positiven Effekt des KI-Einsatzes auf die Löhne. Bei kurzer Berufserfahrung rechnen 16,3 % mit einer Verbesserung des Gehalts. Bei Niedrigqualifizierten mit kurzer Berufserfahrung liegt dieser Anteil dagegen bei 5,9 %.

„Für Arbeitskräfte mit formalen Abschlüssen – besonders in Kombination mit längerer Berufserfahrung – halten Unternehmen häufiger positive Lohneffekte durch KI für möglich“, so Ruffert.

Bauunternehmen sehen Chancen für Höherqualifizierte

Unter den KI-nutzenden Unternehmen im Bau werden für Höherqualifizierte vergleichsweise häufig steigende Löhne erwartet. Bei Beschäftigten mit kurzer Berufserfahrung liegt der Anteil bei 24,0 %. Verfügt die Arbeitskraft über mehr als fünf Jahre Berufserfahrung, sind es 29,8 %.

Bei den Dienstleistern liegen die entsprechenden Werte bei 14,9 % und 27,3 %. Im Handel erwarten 15,9 % der Unternehmen bei kurzer und 24,9 % bei längerer Berufserfahrung positive Lohneffekte. Im Verarbeitenden Gewerbe sind es 15,6 % beziehungsweise 24,2 %.

Wie wurden die Erwartungen zu KI und Löhnen ermittelt?

Die Auswertung basiert, wie aus der Mitteilung des ifo Instituts hervorgeht, auf Daten der ifo Konjunkturumfrage vom Juni 2026. Befragt wurden mehr als 3.000 Unternehmen in Deutschland, die Künstliche Intelligenz bereits einsetzen.

Damit beziehen sich die Ergebnisse auf die Erwartungen dieser KI-nutzenden Unternehmen für die Lohnentwicklung in den kommenden fünf Jahren. Die Einschätzungen unterscheiden sich insbesondere nach Berufserfahrung, Qualifikation und Branche.

mit Material des ifo Instituts, München

KI und Löhne

• Wie wirkt sich KI auf die Löhne aus? – Viele der befragten Unternehmen erwarten eher sinkende Löhne, gleichzeitig rechnet je nach Qualifikation ein Drittel bis die Hälfte mit stabilen Gehältern.

• Für wen könnten KI und Löhne besonders relevant werden? – Besonders häufig werden sinkende Löhne für Beschäftigte mit weniger als fünf Jahren Berufserfahrung erwartet.

• Welche Rolle spielt die Qualifikation bei KI und Löhnen? – Für Beschäftigte mit (Fach-)Hochschulabschluss sehen Unternehmen häufiger die Chance auf positive Lohneffekte, insbesondere bei längerer Berufserfahrung.

• In welcher Branche werden durch KI sinkende Löhne besonders häufig erwartet? – Unter den betrachteten Branchen nennen Dienstleister am häufigsten sinkende Löhne.

• Worauf basieren die Ergebnisse zu KI und Löhnen? – Grundlage ist die ifo Konjunkturumfrage vom Juni 2026 unter mehr als 3.000 Unternehmen in Deutschland, die KI bereits nutzen.