Der Ziehl-Abegg-Gewerbepark befindet sich in Hohenlohe (Kupferzell)

Der Ziehl-Abegg-Gewerbepark befindet sich in Hohenlohe (Kupferzell). - Bild: Ziehl-Abegg

| von Sarah Wieser

Der Bereich Aufzugsantriebe bei Ziehl-Abegg läuft seit zwei Monaten auf einem All-Zeit-Hoch. „Wir hatten noch nie einen so hohen Auftragseingang im Aufzugsbereich“, sagt Vorstandsvorsitzender Peter Fenkl. Die Aufträge kommen vornehmlich aus Europa und Südostasien.

Das Jahr 2019 ist für die Aufzugsexperten beim Elektromotorenbauer Ziehl-Abegg schon rekordmäßig gelaufen: Über 72 Millionen Euro standen letztlich in den Büchern. Das aktuelle Jahr ist in der Aufzugssparte unverändert gut auf dem Rekordniveau des Vorjahres angelaufen. „Doch die Entwicklung beim Auftragseingang seit März übertrifft bei Weitem unsere Erwartungen“, sagt Firmenchef Fenkl. Das Unternehmen liege zwölf Prozent über dem Vorjahr.

Hier wird gerade ein Aufzugsantrieb von Ziehl-Abegg produziert
Hier wird gerade ein Aufzugsantrieb von Ziehl-Abegg produziert. - Bild: Ziehl-Abegg / Rainer Grill

Produktion läuft auf Hochtouren

Ziehl-Abegg profitiert vom Standort Deutschland. Im Gegensatz zu Südeuropa, wo etwa in Italien und Spanien viele Firmen geschlossen sind, läuft die Produktion in Süddeutschland auf Hochtouren. Auch in der aktuellen Coronakrise funktioniert die Lieferkette und die Versorgung der Produktion ist gesichert.

Selbst Bausatzhersteller in Spanien bestellen in Hohenlohe Aufzugsmotoren und Regelgeräte bei Ziehl-Abegg. „Viele der fertigen Produkte unserer Kunden landen letztlich in ganz Europa, inklusive England“, erklärt Vertriebsleiter Dieter Rieger.

Waldemar Rangnau bei der Prüfung eines Regelgeräts ZAdynpro bei Ziehl-Abegg.
Waldemar Rangnau bei der Prüfung eines Regelgeräts ZAdynpro bei Ziehl-Abegg. - Bild: Ziehl-Abegg / Rainer Grill

Aufzugshersteller kaufen global ein

In Südostasien ist es ähnlich: Durch die Schließung von regionalen Unternehmen ist ein Vakuum bei den Aufzugsherstellern entstanden, so dass diese nun global Komponenten einkaufen – etwa beim deutschen Hersteller Ziehl-Abegg. „Das Volumen kommt zu einem großen Teil aus Neubauprojekten“, weiß Rieger.

Die Motorensparte bei Ziehl-Abegg ist der zweitgrößte Geschäftsbereich der Unternehmensgruppe. Weltweit arbeiten 4.300 Menschen bei Ziehl-Abegg, verteilt auf die Bereiche Luft-, Regel- und Antriebstechnik sowie Automotive.

Quelle: Ziehl-Abegg

Tobias Schmidt bei der Endmontage eines Aufzugmotors ZAtop.
Tobias Schmidt bei der Endmontage eines Aufzugmotors ZAtop. - Bild: Ziehl-Abegg / Rainer Grill

Über Ziehl-Abegg

Ziehl-Abegg (Künzelsau, Baden-Württemberg, Deutschland) gehört zu den internationalen Unternehmen im Bereich der Luft-, Regel und Antriebstechnik. Beispiele für Einsatzgebiete der Produkte sind Wärme- und Kälteanlagen oder Reinraum- und Agraranlagen. Neben Ventilatorenantrieben produziert das Unternehmen zudem auch elektrische Motoren, die beispielsweise in Aufzügen, medizinischen Anwendungen (Computertomographen) oder Tiefsee-Unterwasserfahrzeugen für Antrieb sorgen. Das Thema Elektromobilität im Straßenverkehr wurde 2012 bei Ziehl-Abegg Automotive angesiedelt.

Ziehl-Abegg beschäftigte im Jahr 2019 in süddeutschen Produktionswerken 2.400 Mitarbeiter. Weltweit arbeiten für das Unternehmen circa 4.300 Mitarbeiter. Diese verteilen sich global auf 16 Produktionswerke, 29 Gesellschaften und 113 Vertriebsstandorte.