Industrie steigert Wertschöpfung

Bruttoinlandsprodukt wächst im 2. Quartal um 0,3 %

Das Bruttoinlandsprodukt ist im 2. Quartal 2026 um 0,3 % gegenüber dem Vorquartal gestiegen. Vor allem die Exporte und das Verarbeitende Gewerbe stützen die deutsche Wirtschaft.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im 2. Quartal 2026 gegenüber dem 1. Quartal 2026 - preis-, saison- und kalenderbereinigt - um 0,3 % gestiegen.
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im 2. Quartal 2026 gegenüber dem 1. Quartal 2026 - preis-, saison- und kalenderbereinigt - um 0,3 % gestiegen.

• Das Bruttoinlandsprodukt steigt im 2. Quartal 2026 preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,3 % zum Vorquartal.

• Die Exporte wachsen um 2,0 %, während die Ausrüstungsinvestitionen gegenüber dem 1. Quartal um 1,4 % zurückgehen.

• Das Verarbeitende Gewerbe steigert seine Wertschöpfung zum Vorquartal um 0,9 % und zum Vorjahresquartal um 1,1 %.

• Die Erwerbstätigkeit sinkt gegenüber dem Vorjahr um 212.000 Personen beziehungsweise 0,5 % auf rund 45,7 Millionen Erwerbstätige.

Warum wächst das Bruttoinlandsprodukt weiter?

Die deutsche Wirtschaft hat ihren Wachstumskurs im 2. Quartal 2026 fortgesetzt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg gegenüber dem 1. Quartal preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,3 %. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, fiel der Zuwachs damit um 0,1 Prozentpunkte stärker aus als in der Schnellmeldung vom 30. Juli 2026 berichtet.

„Die Wachstumsdynamik der deutschen Wirtschaft vom Jahresbeginn setzt sich fort“, sagt Ruth Brand, Präsidentin des Statistischen Bundesamtes. „Wie schon im ersten Quartal ging der Anstieg vor allem auf die gute Exportentwicklung zurück“, so Brand weiter.

Neu verfügbare Konjunkturindikatoren zeichnen laut Destatis ein etwas besseres wirtschaftliches Gesamtbild als zum Zeitpunkt der Schnellmeldung. Unter anderem entwickelten sich die Umsätze im Groß- und Einzelhandel positiver als erwartet. Zudem wurden die Exporte aufgrund neuer Informationen zum Warenhandel im Juni 2026 nach oben revidiert.

Exporte stützen das Bruttoinlandsprodukt

Der Außenhandel entwickelte sich im 2. Quartal dynamisch. Preis-, saison- und kalenderbereinigt wurden 2,0 % mehr Waren und Dienstleistungen exportiert als im Vorquartal. Besonders die Warenausfuhren legten mit 2,6 % kräftig zu. Die Dienstleistungsexporte blieben unverändert.

Auch die Importe stiegen. Die Warenimporte nahmen gegenüber dem 1. Quartal um 2,1 % zu, die Dienstleistungsimporte um 0,3 %. Insgesamt erhöhte sich die Einfuhr von Waren und Dienstleistungen um 1,5 %.

Im Vergleich zum 2. Quartal 2025 zeigt sich ebenfalls eine deutliche Belebung des Außenhandels. Die preisbereinigten Exporte wuchsen um 3,7 %. Die Warenexporte legten sogar um 5,0 % zu. Dazu trugen unter anderem höhere Ausfuhren von chemischen Erzeugnissen, Datenverarbeitungsgeräten, elektrischen und optischen Erzeugnissen sowie Produkten des sonstigen Fahrzeugbaus bei. Besonders der Warenhandel mit der EU nahm zu.

Warum gehen die Ausrüstungsinvestitionen zurück?

Während der Außenhandel das Wachstum stützte, entwickelten sich die Investitionen schwächer. Die Bruttoanlageinvestitionen gingen im 2. Quartal preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,2 % gegenüber dem Vorquartal zurück.

Für die Industrie besonders relevant ist die Entwicklung bei den Ausrüstungen. In Maschinen, Geräte und Fahrzeuge wurde 1,4 % weniger investiert als im 1. Quartal 2026. Die Bauinvestitionen legten lediglich um 0,1 % zu.

Im Vorjahresvergleich ergibt sich bei den Ausrüstungsinvestitionen allerdings ein anderes Bild. Preisbereinigt lagen sie 1,1 % über dem 2. Quartal 2025. Vor allem die staatlichen Investitionen, einschließlich investiver Ausgaben im Verteidigungsbereich, nahmen zu. In Maschinen und Geräte wurde insgesamt mehr investiert als vor einem Jahr, während die Investitionen in Fahrzeuge zurückgingen.

Verarbeitendes Gewerbe steigert seine Wertschöpfung

Die Bruttowertschöpfung der deutschen Wirtschaft stieg im 2. Quartal preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,4 %. Das Verarbeitende Gewerbe entwickelte sich überdurchschnittlich und erhöhte seine Wertschöpfung gegenüber dem Vorquartal um 0,9 %.

Zuwächse gab es insbesondere bei der Herstellung chemischer Erzeugnisse und elektrischer Ausrüstungen. Dagegen sanken die preisbereinigten Umsätze bei Nahrungs- und Futtermitteln sowie bei der Reparatur und Installation von Maschinen und Ausrüstungen.

Im Baugewerbe blieb die Wirtschaftsleistung mit einem Minus von 0,1 % nahezu unverändert. Damit schwächte sich die Abwärtsdynamik der vergangenen Quartale zumindest ab.

Was zeigt der Vorjahresvergleich für die Industrie?

Gegenüber dem 2. Quartal 2025 lag das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt um 1,0 % höher. Auch preis- und kalenderbereinigt betrug das Plus 1,0 %.

Die gesamte preisbereinigte Bruttowertschöpfung erhöhte sich im Vorjahresvergleich um 1,1 %. Das Verarbeitende Gewerbe erreichte ebenfalls einen Zuwachs von 1,1 %. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes war dies der erste Anstieg gegenüber dem Vorjahr seit dem 1. Quartal 2023.

Besonders Betriebe im sonstigen Fahrzeugbau sowie Hersteller elektrischer Ausrüstungen verzeichneten Umsatzzuwächse. Bei den Herstellern von Kraftwagen und Kraftwagenteilen gingen die Umsätze dagegen zurück.

Im Baugewerbe sank die preisbereinigte Bruttowertschöpfung gegenüber dem Vorjahr um 1,6 %. Während das Ausbaugewerbe erneut deutliche Produktionsrückgänge verzeichnete, nahm die Wertschöpfung im Tiefbau merklich zu.

Erwerbstätigkeit sinkt trotz höherem Bruttoinlandsprodukt

Das Wachstum geht mit einem Rückgang der Beschäftigung einher. Rund 45,7 Millionen Erwerbstätige mit Arbeitsort in Deutschland erbrachten im 2. Quartal 2026 die Wirtschaftsleistung. Das waren 212.000 Personen beziehungsweise 0,5 % weniger als ein Jahr zuvor.

Auch im Verarbeitenden Gewerbe und im Baugewerbe waren deutlich weniger Menschen erwerbstätig als im Vorjahresquartal. In den Dienstleistungsbereichen ging die Erwerbstätigkeit erstmals seit der Corona-Krise wieder zurück.

Die durchschnittlich geleisteten Arbeitsstunden je Erwerbstätigen blieben nach vorläufigen Berechnungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung gegenüber dem Vorjahr unverändert. Aufgrund der niedrigeren Erwerbstätigenzahl sank das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen um 0,5 %.

Gleichzeitig erhöhte sich die gesamtwirtschaftliche Arbeitsproduktivität. Gemessen als preisbereinigtes BIP je Erwerbstätigenstunde nahm sie gegenüber dem 2. Quartal 2025 um 1,5 % zu. Auch je Erwerbstätigen lag die Produktivität um 1,5 % höher.

Deutschland bleibt unter dem EU-Wachstum

Im europäischen Vergleich entwickelte sich die deutsche Wirtschaft im 2. Quartal schwächer als der EU-Durchschnitt. Während das deutsche Bruttoinlandsprodukt gegenüber dem Vorquartal um 0,3 % zulegte, erreichte die EU insgesamt ein Wachstum von 0,5 %.

Unter den großen EU-Mitgliedstaaten verzeichnete Spanien mit 0,7 % das stärkste Wachstum. Frankreich und Italien kamen jeweils auf 0,2 %. Im Vorjahresvergleich wuchs die deutsche Wirtschaftsleistung um 1,0 % und damit ebenfalls etwas schwächer als die EU insgesamt mit 1,2 %.

Mit Material von Destatis

Was Sie zum Thema Bruttoinlandsprodukt wissen müssen

• Wie stark ist das Bruttoinlandsprodukt im 2. Quartal 2026 gestiegen? – Preis-, saison- und kalenderbereinigt erhöhte sich das BIP gegenüber dem Vorquartal um 0,3 %.

• Was treibt das Bruttoinlandsprodukt im 2. Quartal 2026? – Vor allem die Exportentwicklung stützt das Wachstum. Die Exporte von Waren und Dienstleistungen legten gegenüber dem Vorquartal um 2,0 % zu.

• Welche Rolle spielt die Industrie für das Bruttoinlandsprodukt? – Das Verarbeitende Gewerbe steigerte seine Wertschöpfung gegenüber dem Vorquartal um 0,9 % und gegenüber dem Vorjahr um 1,1 %.

• Wie entwickeln sich die Investitionen beim Bruttoinlandsprodukt? – Die Bruttoanlageinvestitionen sanken zum Vorquartal um 0,2 %. Bei Ausrüstungen betrug der Rückgang 1,4 %.

• Wie steht das deutsche Bruttoinlandsprodukt im EU-Vergleich da? – Deutschland wuchs gegenüber dem Vorquartal um 0,3 %, während die EU insgesamt ein Plus von 0,5 % erreichte.