Europa stärkt Beschäftigung

EU-Export sichert 7,2 Millionen deutsche Arbeitsplätze

Der EU-Export ist ein zentraler Faktor für Deutschlands Wirtschaft: Rund 7,2 Millionen Arbeitsplätze und etwa 550 Mrd. EUR Bruttowertschöpfung hängen laut einer Studie an der Nachfrage aus anderen EU-Ländern.

Der Export in andere Länder der EU sichert in Deutschland einer Studie zufolge etwa 7,2 Millionen Arbeitsplätze. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie von Prognos im Auftrag der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw).
Der Export in andere Länder der EU sichert in Deutschland einer Studie zufolge etwa 7,2 Millionen Arbeitsplätze. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie von Prognos im Auftrag der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw).

  • Rund 7,2 Millionen Arbeitsplätze in Deutschland hängen am EU-Export.

  • Etwa 550 Mrd. EUR Bruttowertschöpfung gehen auf die Nachfrage aus anderen EU-Ländern zurück.

  • Besonders stark profitieren Auto- und Maschinenbau sowie die Chemie.

  • Eine wirtschaftliche Stagnation in der EU könnte Deutschlands BIP bis 2030 um mehr als 20 Mrd. EUR reduzieren.

Wie stark hängt Deutschland vom EU-Export ab?

Der Export in andere Länder der Europäischen Union sichert in Deutschland rund 7,2 Millionen Arbeitsplätze. Das geht aus einer aktuellen Studie von Prognos im Auftrag der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) hervor. Insgesamt hängt demnach eine Bruttowertschöpfung von rund 550 Mrd. EUR an der Nachfrage aus anderen EU-Ländern.

Die zugrunde liegenden Zahlen beziehen sich auf das Jahr 2022, da für aktuellere Jahre die erforderlichen Daten noch nicht vorliegen. Die Bedeutung des EU-Geschäfts dürfte der Studie zufolge derzeit allerdings eher zu- als abnehmen. Während die deutschen Exporte in die USA und nach China zuletzt tendenziell nachgaben, führten deutsche Unternehmen mehr Waren in die EU aus.

EU wichtiger als andere große Wirtschaftsräume

„Im internationalen Vergleich ist die EU für Deutschland deutlich wichtiger als andere große Wirtschaftsräume“, betont vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. „Sie bietet stabile und verlässliche Rahmenbedingungen, deren Bedeutung angesichts wachsender geopolitischer Unsicherheiten weiter zunimmt.“

Damit unterstreicht die Studie die wirtschaftliche Relevanz der europäischen Nachfrage für Deutschland. Besonders hohe Wertschöpfungsbeiträge, die auf Nachfrage aus der EU zurückgehen, entfallen unter anderem auf den Automobil- und Maschinenbau sowie die Chemieindustrie.

Welche Industrien profitieren besonders vom EU-Export?

Vor allem für zentrale deutsche Industriezweige spielt der EU-Export eine wichtige Rolle. „Schlüsselindustrien wie der Kraftwagen- und Maschinenbau profitieren nicht nur am stärksten von der europäischen Importnachfrage, sondern sind zugleich strukturell eng in europäische Produktionsnetzwerke eingebettet“, heißt es in der Studie.

Die enge Verflechtung mit europäischen Produktionsnetzwerken sorgt zugleich für eine hohe Abhängigkeit von der wirtschaftlichen Entwicklung in den übrigen EU-Ländern.

Eine wirtschaftliche Stagnation dort würde das deutsche Bruttoinlandsprodukt bis 2030 um mehr als 20 Mrd. EUR schrumpfen lassen, wie aus der Studie hervorgeht. Besonders stark betroffen wären erneut Automobilbau, Maschinenbau und Chemie.

Welche Bedeutung hat die Freizügigkeit im Schengen-Raum?

Neben der Exportnachfrage untersucht die Prognos-Studie auch die wirtschaftlichen Auswirkungen der Freizügigkeit innerhalb des Schengen-Raums. Berücksichtigt werden dabei die Effekte auf Güterverkehr, Tourismus und grenzüberschreitende Pendler aus Deutschland.

In der Summe beziffern die Forscher den positiven wirtschaftlichen Effekt auf 1,5 Mrd. bis 2 Mrd. EUR.

Binnenmarkt und Wettbewerbsfähigkeit im Fokus

Aus Sicht der vbw zeigen die Ergebnisse Handlungsbedarf bei den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen innerhalb Europas. „Die Studie macht deutlich, dass wir die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Europa verbessern und so unsere Wettbewerbsfähigkeit stärken müssen“, sagt Brossardt.

Dabei richtet sich der Blick insbesondere auf bestehende Barrieren im europäischen Binnenmarkt. „Der Binnenmarkt muss vollendet werden, indem wir nach wie vor bestehende Handelshemmnisse abbauen. Ein wirtschaftlich starkes Europa sorgt gerade in Deutschland und Bayern für Wachstum.“

Mit Material der dpa

Was Sie zum Thema EU-Export wissen müssen

• Wie viele Arbeitsplätze sichert der EU-Export in Deutschland? – Laut Prognos-Studie hängen rund 7,2 Millionen Arbeitsplätze am Export in andere EU-Länder.

• Wie viel Wertschöpfung hängt am EU-Export? – Rund 550 Mrd. EUR Bruttowertschöpfung gehen der Studie zufolge auf die Nachfrage aus anderen EU-Ländern zurück.

• Welche Branchen profitieren besonders vom EU-Export? – Besonders hohe Wertschöpfungsbeiträge entfallen unter anderem auf Automobilbau, Maschinenbau und Chemie.

• Welche Risiken entstehen durch die Abhängigkeit vom EU-Export? – Eine wirtschaftliche Stagnation in anderen EU-Ländern könnte das deutsche BIP bis 2030 um mehr als 20 Mrd. EUR reduzieren.

• Welche Rolle spielt neben dem EU-Export die Freizügigkeit? – Für Güterverkehr, Tourismus und grenzüberschreitende Pendler ergibt sich laut Studie ein positiver Effekt von insgesamt 1,5 Mrd. bis 2 Mrd. EUR.